Wie lernt man Familienleben? - Sehr lang - Nichts für schwache Nerven

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von SehnsuchtNachFamilie 31.05.10 - 12:44 Uhr

Hallo Zusammen,

vielleicht kommt meine Frage Einigen seltsam vor aber ich stehe hier vor einem Dillema und frage mich wie ich den Teufelskreis durchbreche.
Ich muss leider etwas weiter ausholen, damit man den Hintergrund versteht.

So was wie ein normales Familienleben kenne ich nicht.

Meine Mutter liess sich scheiden als ich 6 war.
Zu meinem Vater hatte ich seitdem keinen Kontakt mehr.
Er lebt im Ausland und hatte danach scheinbar kein Interesse mehr oder was auch immer.
Meine Mutter sagt immer die ersten 5 Jahre mit meinem Vater wären die Schönsten ihres LEbens gewesen. Er war ein liebevoller PArtner und für mich ein genauso liebevoller Vater.
Auch zu meinen Halbgeschwistern (12 u 14 Jahre älter als ich), die sie aus ihrer ersten Ehe mitgebracht hat war er nett.

Dann muss er sich quasi von einem Tag auf den anderen extrem verändert haben und fing an die gesamte Familie aufs übelste zu misshandeln.

Ich habe mir in den letzten Jahren über vieles was in meiner Familie so passiert ist sehr viele Gedanken gemacht.
Egal wie ich es drehe und wende, wir bestehen nur aus lauter kaputten PErsönlichkeiten.

Meine Mutter- Eine unglaublich devote Person, die sich für jeden und alles aufopfert.
Niemand hat REspekt vor ihr. Sie ist für alle der Fußabtreter und ich merke, dass ich sie ebenfalls total verachte.
Sie wurde im 2. Weltkrieg als jüngstes von 4 Kindern gezeugt.
Meine leibliche Oma war damals schon Witwe. Ihr Mann litt an Depressionen und hat sich erhängt. Mein Opa war ein ziemlicher Halodri und hat sich um sein ERzeugnis, nicht viel gekümmert. Hier und da ein bißchen Geld aber das war es dann auch. Er war verheiratet und hatte wg meiner Mutter ziemlich viel ÄRger mit seiner Frau.
Aber es kommt noch "besser". Seine Frau konnte keine Kinder bekommen und machte sich die Not meiner Oma zu nutze. Bettelte diese an, sie möge ihr die Kleine (meine Mutter) geben. Sie hätte doch auch so genug Kinder.
Ich denke, schweren Herzens und mit der Hoffnung auf ein besseres Leben für meine Mutter gab sie die Kleine weg.
Leider wollte die Frau aber mit dem Kind nur meinen Opa halten.
Was aber nicht klappte. Er war nun mal ein Schürzenjäger und machte jedem Rock hinterher.
Meine Mutter lebte nun bei dieser Frau. Hatte noch etwas Kontakt zu ihrer leiblichen Mutter und ihren Geschwistern. Diesen vermieste ihr aber diese Frau.
Sie war furchtbar eifersüchtig und setze meine Mutter extrem unter emotionalen Druck. Wie wohl jedes Kind konnte meine Mutter dem nicht lange stand halten.
Das Leben meiner Mutter war alles andere als lustig. Als Bastard war sie zu der damaligen Zeit regelrecht Vogelfrei und wurde ständig von anderen Kindern verprügelt. Eltern verboten ihren Kindern mit ihr zu spielen.
Mit 15 begann sie schwer körperlich in einem Sägewerk zu arbeiten.
Denn leider ging es ihr bei der Frau nicht besser. Auch bei der war das Geld knapp und Hungern an der Tagesordnung.
Sie wollte einfach irgendwie Geld verdienen um sich mal satt essen zu können, wie sie immer sagt.
Mit 18 wurde sie schwanger(ein Junge) musste heiraten.
Ihr Mann war Trinker und Spieler. Wieder regierte Hunger ihr Leben da er alles Geld verzockte. Mit 20 kam dann meine Schwester.
Es wurde leider schlimmer statt besser. Zum Spielen und Trinken kam noch Schlagen und ständiges Fremdgehen dazu.
Sowohl meine Mutter als auch meine Geschwister wurden verprügelt.
Meine Mutter ließ sich dann scheiden. In der damaligen Zeit ein absolutes Drama. Sie wurde von ihrer Pflegemutter dafür aufs übelste beschimpft.

Ein paar Jahre später lernte sie meinen Vater kennen.
11 Jahre jünge als sie und völlig verrückt nach ihr.

Mein Vater- Mit 11 wurde er von seinem Vater ins Heim abgeschoben.
Seine Mutter war ein paar Jahre vorher gestorben. Der Vater (mein Opa) wollte wieder heiraten und seine neue Frau wollte mit seinen beiden Jungs nichts zu tun haben.
Also wurden diese ins Heim entsorgt.
Nun ja, ich möchte lieber nicht wissen wie zu der damaligen Zeit mit Kindern in solchen Heimen umgegangen wurde.
Wenn man bedenkt, was in den letzten Monaten so durch die Medien ging, kann man sich hier wohl seinen Teil denken.
Meinem Vater wird es sicher nicht besser ergangen sein.

Nun ja, meine Mutter wurde ungeplant schwanger und die beiden heirateteten.
Mein Vater muss wohl total ausgeflippt sein vor Freude uns er hörte, dass er Vater wird.
Meine Mutter sagt auch immer, er war total verrückt nach mir.
Ganz anders als die Väter sonst so waren in den 70ern. (Ich bin Bj 73)
Er wickelte, badetet, schob stolz wie Oskar den KiWa durch die Gegend.
Die ersten 4 Jahre meiner Kindheit müssen ein Traum gewesen sein.
Leider wurde dann alles zum Alptraum.

Wie oben schon erwähnt drehte sich alles um 180Grad.
Die Familie wurde aufs übelste misshandelt.
Meiner Mutter hat er mit der Axt fast den Kopf abgeschlagen.
Die Polizie stand in der Tür.
Er sagte nur WEnn ihr rein kommt, schlag ich ihr den Kopf ab!"

Die Polizei ging und kam nie wieder.
In einem Wutanfall erschlug er meinen Hund, den er mir ein paar Wochen vorher geschenkt hatte.
Es war so ein süßer kleiner wie früher in der Melitta Werbung.

70er Jahre und im Ostblock. Es war niemand da um uns zu beschützen.
Unter einem Vorwand stellte meine Mutter dann einen Antrag ihren Vater in Deutschland besuchen zu dürfen.
Mein Vater stimmte zu, dass sie mich mitnehmen durfte.
Meine Geschwister mussten da bleiben.
Als mein Vater mich und meine Mutter zum Bhf brachte packten die beiden schnell ein paar Sachen und flüchteten zu ihrer Oma (die leibliche Mutter meiner Mutter).

Sie lebten dann dort auf engstem Raum für die nächstn 2 Jahre.
So lange dauerte es bis sie endlich ausreisen durften.

In der Zeit begann dann mein Martyrium.
Meine Mutter war zwar froh weg von meinem Vater zu sein aber komplett überfordert mit der gesamten Situation.
Wir lebten in einem Flüchtingsheim und hatte absolut NICHTS.
Ihre Verzweiflung über ihr Leben ließ meine Mutter dann immer öfter an mir aus.
Ich wurde windelweich geprügelt für Nichtigkeiten.
Blödsinn, den Kinder ab und an mal anstellen.
Als ich ein paar Äpfel verschenkte wurde ich fast zu Tode geprügelt.
Ich hab wohl nur ein paar anderen Heimbewohnern mein Leben zu verdanken, die sich schützend dazwischen warfen.
Zu den Schlägen kam psychoterror (genau wie ihre Pflegemutter begann sie mich unter Druck zu setzen).
Wenn sie mich nicht schlug, dann musste ich mir anören, dass mich irgendwelche Leute weg holen würden, wenn ich nicht artig bin.
Jemand hatte ihr erzählt, dass es in Deutschland das Jugendamt gibt und dass die auch schon mal Kinder aus Familie rausholen.
Damit erpresste sie mich.
So ging das über Jahre weiter. Wir hatten dann eine 2-Zimmer Whg und meine Mutter schuftete als Hilsarbeiterin in einer Fabrik.
Wir hatten so zwar etwas Geld aber geschlagen wurde ich immernoch.
Mit etwa 9 begannen dann meine Essstörungen. Ich wurde immer dicker und dafür auch von ihr gehänselt.
Als ich eine Freundin fand, wurde es besser.
Leider zogen wir dann um und ich verlor diese Freundin.

Meine Mutter hatte meinen Stiefvater kennengelernt.
Er war Witwer und hatte eine 18Jährige Tocher, die damals in Kiel lebte (ca. 80km von uns entfernt).
Anfangs klappte es noch halbwegs mit uns.
Dann kam die Pubertät und wir kamen immer weniger miteinander klar.
Ständig gab es Streit.
Das Einzig Gute an der Situation war, dass die Streitereien zwischen meinem Stiefvater und mir den Besschützerinstinkt in meiner Mutter weckten.
Ich wurde zumindest körperlich kaum noch geschlagen.
Ab und an eine Ohrfeige aber damit konnte man mich kaum noch schocken, nach allem was ich bis dahin schon so kannte.

Ich war in der Grundschule eine tolle Schülerin. Bekam dann die Empfehlung für DAS Top-Gymnasium in unserer Stadt.
Meine Lehrerin schrieb die Bewerbung dafür.
Tatsächlich wurde ich genommen (Es gab jährlich 1000 Bewerbung auf 72 Plätze)
Leider sackte ich dort ab. Ich kam mir so klein vor auf dieser Eliteschule.
Die Eltern waren dort Piloten, Ärzte, Anwälte.
Meine Mutter war immer noch Hilfsarbeiterin und alles andere als besonders gebildet.
Ich schämte mich immer in Grund und Boden wenn ich nach ihr befragt wurde.
Für die schlechter werdenden Noten wurde ich entweder beschimpft oder geschlagen.
Nach einer 5 in Mathe drohte sie mir meine Arbeiten nicht wieder zu unterschreiben.
Danach fälschte ich ihre Unterschrift unter allen arbeiten.
Ihr fiel nicht mal auf, dass ich ihr keine Arbeiten mehr zeigte.
Ihr standard Spruch war immer nur: "Kind sieh zu wie du klar kommst. Ich bin zu dumm! Ich kann dir nicht helfen!"
Das war einer ihre Liebligssätze: Sie zu wie Du klar kommst!"
Schon mit 9 ging ich allein zum Arzt wenn ich krank war.
Sie hatte nie Zeit. "Kind ich verlier meine Arbeit. Sie zu wie Du allein klar kommst"

Ich musste leider sehr früh sehr erwachsen werden.
Ich hatte schon immer den Drang in die weite Welt zu gehen.
Träumte davon als Au-Pair ins Ausland zu gehen oder nach Hamburg auf die Fotoschule.
Für diese Träume wurde ich aufs übelste beschimpft.
Ich würd sie nicht lieben, im stich lassen, wäre ein egoist etc. etc.


Mit 18 zog ich aus. Meine Mutter heulte Rotz und Wasser.
Genau wie meine Mutter damals hängte ich mich dem erstebsten Typen an den Hals, der mir die Möglichkeit bot von Zuhause wegzukommen.
Ich war nur GSD clever genug nicht schwanger zu werden.
Wir waren dann fast 8 Jahre zusammen.
Die Beziehung war ein Alptraum.
Er war im Grund genau wie meine Mutter.
Setzte mich ständig unter Druck, klammerte.
Ich wurde fast verrückt.
Als ich mich von ihm trennte beschimpfte meine Mutter mich aufs übelste.
Ich hätte den armen Jungen nur ausgenutzt und noch viel schlimmeres.

Nun ja, seit dem sind 11 Jahre vergangen.
Ich habe hart an mir gearbeitet.
Es im Job zu etwas gebracht.
War ein paar mal bei einer Therpeuten wg Beziehungsproblemen, merkte dann aber dass diese immer auf meine Kindheit zurückzuführen waren.
Meine Essstörung hab ich ebenfalls in den Griff bekommen.
Inzwischen habe ich einen Sohn.
Er ist 19Monate alt. Mein 2. Kind (ein Mädchen) kommt in ein paar Wochen.
Ich habe einen ganz wunderbaren Partner, den ich unglaublich liebe.
Der mich liebt. Es ist wirklich wie im Märchen.
Er kommt aus einer gutbürgerlichen Familie. Alles Akademiker.
Seine Mutter brave Hausfrau, wenn auch mit akademischen Titel.

Tja, und nun merke ich, dass mich meine Vergangenheit einholt.
Es gibt Momente, da merke ich, dass ich mich genauso ängstlich und devot wie meine Mutter verhalte.
Zu meinem Sohn dumme Sachen sage.Noch versteht er sie nicht.
Aber auch er wird älter.

Ich will eine liebevolle Mutter sein.
Meinen Kindern Werte vermitteln, für sie da sein.
Nicht nur wie meine Mutter, füttern und einkleiden.
Mein Partner soll mich weiterhin respektieren und nicht wie die Männer meiner Mutter, mich für einen Putzlumpen halten.

Oh Gott! Ist das lang geworden.
Bitte entschuldigt.

Was kann ich tun?
An wen kann ich mich wenden?
Wer kann mir helfen?
Wie lerne ich so was wie eine liebevolle Beziehung?
Wie lerne ich liebevolles Erziehen?

Aber nicht nur das. Wie werde ich die Wut los?
Ich merke, wie ich meine Mutter immer gemeiner behandele.
Ihr zeige wie dumm sie ist.
Ich will diese Rachegedanken los werden.
Sie liebt meinen Sohn abgöttisch aber ich weiß dass sie spätestens mit der Trotzphase komplett überfordert sein wird.
Meine Mutter kennt nur Klapsen und Schlagen als Erziehungsmittel.
Schon jetzt ist mein Sohn ein kleiner Dickschädel.
Da fallen dann schon Sprüche wie "Pass mal auf! Wenn Du so weitermachst, gibt dir die Mama eine auf den Ar***!"
Ich stand daneben. Im so ziemlich giftigtens Ton, den man sich vorstellen kann, kam von mir mir "Ganz sicher NICHT!"


Aber ich habe ANGST! Denn letztens hab ich ihn tatsächlich geklappst.
Danach hab ich nicht aufhören können zu heulen.
Ich liebe meinen kleinen Jungen so sehr.
Wie konnte ich ihm nur weh tun?
Wie komme ich nur aus diesem Teufelskreis?

Die Gewalt in dieser Familie muss doch mal ein Ende haben.






Beitrag von coppeliaa 31.05.10 - 13:27 Uhr


puhh, das ist harter tobak. und zeigt wieviel man in kindern kaputt machen kann.

zunächst einmal:
ich glaube, einen SEHR wichtigen schritt hast du bereits getan. du hast diesen ganzen mist erkannt, siehst ihn bewusst! ganz wichtig in meinen augen!

zudem scheinst du schon vieles in deinem leben super(!) hingekriegt zu haben. auch sehr gut!

vielleicht kommen erst jetzt - da du selber kinder hast - alte muster, verletzungen etc wieder stärker ans tageslicht. ich denke, dass hier wohl am besten eine therapie in die richtung angesagt ist. und dass dir hier ein therapeut wohl am ehesten die beste vorgehensweise - familientherapie etc etc - empfehlen kann.

übrigens: ein klaps ist nicht schön, und sollte auch nicht passieren. andererseits macht dich das nicht sofort zu schlechten mutter !!! vergiss das nicht!

du hast schon so viel erkannt, so viel geschafft - der rest wird dir auch noch gelingen #liebdrueck

alles gute dabei!

coppelia

Beitrag von -kopfsalat- 31.05.10 - 13:32 Uhr

uff :-( harte Geschichte.

Wäre es nicht besser, den Kontakt zu deiner Mutter ganz abzubrechen? Sie ist ja mit ein Grund deiner "Wut", die sich vielleicht mit großem Abstand zu dieser Frau abschwächt?

Einen richtigen Tipp hab ich leider nicht für dich.

Allerdings finde ich schon, dass du eine Menge geschafft hast, trotz deiner Erlebnisse. #gruebel

Ich wünsch dir alles gute und viel Kraft weiterhin #blume

Gruß
Salat

Beitrag von lieberschwarz.... 31.05.10 - 14:38 Uhr

Ich schaffe es nicht etwas angemessenes dazu zu sagen.
Nur soviel: meine Geschichte ich zwar anders, aber sie führt auf dasselbe hinaus.
Ich weiss auch nicht wie ich ab September.. eine "normale" Familie leben / führen soll.

Beitrag von ninnifee2000 31.05.10 - 14:53 Uhr

Hallo!

Ich finde es klasse, dass du dir alles mal von der Seele geschrieben hast. Das ist der Anfang.

Vielleicht solltest du auch einen Psychologen aufsuchen, wenn du es nicht schon gemacht hast. Ein guter Doc kann dir auch eine gewisse Stärke verleihen, so dass du aus deinen Gefängnissen ausbrechen kannst. Hat bei meiner Schwester auch viel bewirkt. Ich hoffe, ein Psychologe kann dir die Kraft geben, deiner Familie die Stirn zu bieten.

Du machst dir so viel Gedanken um dich und dein Kind. Schon aus diesem Grund denke ich, dass du eine gute Mutter bist.

Schon einmal daran gedacht, deine Familiengeschichte zu einem Buch zu machen? In deiner Zusammenfassung steckt so viel Potential. Und wenn die Story nicht veröffentlicht wird, so hast du dir deinen jahrelangen Kummer von der Seele geschrieben. Mir hilft das persönlich auch immer sehr viel.

Beitrag von SehnsuchtNachFamilie 31.05.10 - 15:14 Uhr


Schon einmal daran gedacht, deine Familiengeschichte zu einem Buch zu machen? In deiner Zusammenfassung steckt so viel Potential.
<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

Habe ich in der Tat.
Vor allem wenn ich bedenke ich alles NICHT geschrieben habe :-(






<<<<<
Ich hoffe, ein Psychologe kann dir die Kraft geben, deiner Familie die Stirn zu bieten.
<<<<<<<<<<<<<<

Es ist eher so, dass ich die "Härteste" von allen bin.
Ich bin die Einzige die sich dem Ganzen stellt und nicht weg rennt.

Mein Bruder (50) ist latent Suizid gefährdet.
Sein gesamtes Verhalten ist komplett gestört.
Er ist verbal fies zu seiner Frau und verletzt sie ständig mit Worten.
Dafür bekommt er von mir regelmäßig die rote Karte gezeigt.
Aber im Grunde wäre dies die Aufgabe seiner Frau ihm mal die Grenzen zu zeigen.
Mein Bruder ist ohne ein gutes Männliches Vorbild groß geworden.
Man merkt ihm an, dass er eine total verlorne Seele ist.
Sehr ängstlich. Ständig zukunftst Ängste. Ständig Angst seinen Job zu verlieren.
Er ist fast verrückt geworden als ich mir, totz sicherer Position, einen neuen Job gesucht habe und den alten gekündigt habe.
Allein die Tatsache, dass ich Vorstellungsgespräche geführt habe, hat ihn total verrückt gemacht.
Er meinte dann nur "So was könnte ich nicht! Ich würde nur sagen können "Geben siemir den Job! und heulen!"

Meine Schwägerin meine mal zu mir, er würde mich regelrecht anbeten und über mich reden al sei ich eine Göttin.
Er findet mich so mutig, weil ich mich allen Erpressungen zum Trotz gegen meine Mutter behauptet habe.
Mit 26 habe ich ihr gedroht jeden Kontakt abzubrechen wenn sie je wieder heult, wenn ich wg eines Jobs umziehen will.

Beitrag von mulle0805 31.05.10 - 14:58 Uhr

Boah#schock das ist ja wie im Film.#zitter

Aufjedenfall find ich schonmal sehr sehr gut das du deine Kinder anders erziehen willst als wie du es bist.Nämlich ohne Gewalt.Viele lassen ihre Wut an ihren eigenen Kindern aus ,weil sie selber ja auch eine schlechte Kindheit hatten.

Aufjedenfall solltest du dir Psychatrische Hilfe suchen.Du hast die ganzen sachen in keinster weise verabeitet.Ob das überhaupt machbar ist weis ich nicht.Du kannst aber lernen besser damit umzugehen und wirst lernen wie du mit deinen Kindern anders umgehen kannst.

Wichtig hierfür ein Partner an deiner Seite der dich unterstützt und dir ein starker Halt sein wird.Das wirst du brauchen.

Such dir bitte aufjedenfall hilfe.Ich möchte nicht in ein paar wochen in der Zeitung lesen "Mutter brachte ihr neugeborenes um, weil sie eine schlechte Kindheit hatte"#schock

Alles Gute und viel Glück.Es wird besser werden, wenn man den willen hat etwas zu ändern.#liebdrueck

Beitrag von SehnsuchtNachFamilie 31.05.10 - 15:03 Uhr

"Mutter brachte ihr neugeborenes um, weil sie eine schlechte Kindheit hatte"
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Nein! Keine Sorge!
Mein Sohn war ein Schreikind und ich habe es geschafft durchzuhalten!

Beitrag von mulle0805 31.05.10 - 15:17 Uhr

*Mein Sohn war ein Schreikind und ich habe es geschafft durchzuhalten!*

Dazu kann ich schonmal sagen.Respekt.#huepf#pro

Aber wirklich bitte bitte such dir Hilfe.Damit du endlich mal ein schönes Leben führen kannst.

Beitrag von bluehorizon6 31.05.10 - 17:41 Uhr

Das sind Zusammenhänge die ich so schnell nicht erfassen kann aber auf eine Frage will ich dir Antworten.

Du sagst diesen einen Satz, du würdest gerne deinem Kind Werte weitergeben und eine liebevolle Mutter sein.

Hast du diese Werte für dich deffiniert? Welche sind das? Wenn du dir darüber im Klare bist, solltest du dich fragen ob du diese Werte selbst lebst. Nur wenn du das tust, wird dein Kind den Wert erkennen und sicherlich versuchen ähnlich zu sein wie sein Mama.

Und darin liegt die Krux. Wie kann man sein Leben umgestalten und vom "Saulus zum Paulus" werden. Die bittere Antwort lautet, erst einmal garnicht. Und das ist nicht einmal böse gemeint. Das was du bist, ist nun mal die Summe deiner Erlebnisse + der Summe der Erlebnisse der Familie.
Wenn all die Dinge so geschahen, und du die Erfahrung machst ebenfalls schon ungerecht deinem Sohn gegenüber zu stehen, solltest du nicht zögern mit deinem Mann zu sprechen und ernsthaft Unterstützung annehmen. Ich denke das nur die eigene Reflektion der tagesaktuellen Geschehnisse dazu führen sein Verhalten zu ändern.

Gebe dir selbst Gesetzte wie zum Beispiel: Denken kommt vor Emotion um Situation nicht sofort eskalieren zu lassen. Schaffe die zwischen Aktion und Reaktion ein kleines Denkpolster.

Das Kind wird dich annehmen so wie du bist, aber es wird ohne das du es willst auch die Dinge deiner Vergangenheit abbekommen. Um das zu kanalisieren solltest du wirklich um Hilfe bitten. Du bist ja schon auf dem Weg die fatale Vergangenheit zu realisieren, aber manches kann man nicht alleine schaffen und es wäre verrückt es zu versuchen.

Noch einmal auf die Werte zu kommen. Welche Werte bekamst du vermittelt? Und welche Werte würdest du gerne Leben. Damit steht und fällt eine Menge.

blueH6

Beitrag von SehnsuchtNachFamilie 01.06.10 - 12:59 Uhr

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Du sagst diesen einen Satz, du würdest gerne deinem Kind Werte weitergeben und eine liebevolle Mutter sein.

Hast du diese Werte für dich deffiniert? Welche sind das? Wenn du dir darüber im Klare bist, solltest du dich fragen ob du diese Werte selbst lebst. Nur wenn du das tust, wird dein Kind den Wert erkennen und sicherlich versuchen ähnlich zu sein wie sein Mama.
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JA, ich habe für mich Werte definiert.
Mir ist schon sehr früh bewusst geworden, dass ich selber für mein Leben verantwortlich bin.
Da war und ist etwas, das mich an meiner Mutter und meiner gesamten Familie so extrem ankotzt.
Alle sehen sich immer nur als Opfer.
Niemand nimmt sein Leben selber in die Hand.
Ich weiß ich WAR als Kind Opfer aber heute bin ich erwachsen und es liegt an mir das Beste aus dem Geschehenen zu machen.
Mir ist auch als Kind schon immer vermittelt worden, dass wir alle Opfer anderer Menschen sind.
Meine Mutter ist extrem Obrigkeitshörig.
Sie hat mal eine Diskussion zwischen meinem Chef und mir mitbekommen.
Danach musste ich mir dauernd anhören, dass er mich rauswerfen würde, nur weil ich meine eigene Meinung vertreten habe.
Ich war zu keiner Zeit unhöflich oder ähnliches. Ich habe ganz freundlich meinen Standpunkt vertreten. Meine Mutter fand mich unverschämt, nur weil ich
es überhaupt gewagte habe ihm gegenüber eine eigene Meinung zu äußeren.
Sie ist über Wochen fast vor Angst gestorben, weil sie ständig daran dachte, dass ich gefeuert werde.
Angst ist überhaupt, das was das Leben meiner Mutter bestimmt.
Ich weiß gar nicht wie oft sie dieses Wort benutzt.
Egal was ich mache, sie versucht mir immerzu Angst zu machen bzw. erzählt mir dass ihr das ja Angst machen würde.
Mein Freund taucht, surft, fährt Ski. Kommentar meiner Mutter: "Nee, so was würde ich nicht machen. Davor hab ich angst!"
Ich hab letztes Jahr mal Probetauchen gemacht. Als ich ihr davon erzählte wurde sie kreidebleich:
"DAS hast Du Dich getraut? Also ich hätte da ja angst gehabt!"
Als Single hab ich allein Städte-Trips gemacht. Was meinst Du was ihr Standardkommentar war?
Ich bin häufig geflogen.Na, rate mal was sie dazu sagte?
Als sie 62 war hab ich sie dazu überreden können zu fliegen.
Hat wohl nur 15Jahre gedauert... Hinterher war sie total begeistert.
Wäre ja gar nicht so gewesen, wie sie sich das immer vorgstellt hätte.
Einfach wie Busfahren. Als ich sie fragte, was sie sich denn vorgstellt hätte, meinte sie, sie dachte immer man wird die ganze Zeit total durchgeschüttelt.
Tja, Dumm nur, dass ich genau zu der Zeit meinen Airlinejob aufgegeben habe.
Wegen ihrer ständigen Angst, hat sie 10 Jahre, die ich in dem Unternehmen war verschenkt.
Sie hätte damals für 10% fliegen können... Dumm gelaufen... Hinterher hat sie gejammert wie schade es wäre, dass ich den Job nicht mehr machen würde.
Sie wäre ja so gern öfter geflogen #klatsch
Aber wirklich was draus gelernt hat sie nicht.
Sie lebt immer noch in diesen extrem eng gesteckten Angst-Grenzen und im Grunde existiert sie nur.
Von Leben ist in diesem Leben keine Spur.


Respekt gehört für mich zu den Werten die ich lebe und das auf vielfältige weise.
Dazu gehört zum Bsp ein gesunder Lebenstil, denn nur so repektiere ich meinen Körper.
Was aber nicht bedeutet, dass ich mich selbst kasteine. Ich habe eine gute Mischung aus Kontrolle und loslassen gefunden.
Aber ich werfe nach Möglichkeit auch keine Lebensmittel weg, denn das ist für mich respektlos der Natur gegenüber, dem Tier, das für mich gestorben ist, dem Bauern der sich die Mühe gemacht hat Getreide etc. anzubauen.
Mein Partner und ich pflegen einen höflichen Umgangston.
"Danke" und "Bitte" sind für uns selbstverständlich.
Ebenso wie kleine Zärtlichkeiten im Alltag.
Küsschen zwischendurch, hier und da eine nette SMS zwischendurch.
Ein paar Blümchen.
So was wurde uns beiden nicht vorgelebt.
Ich habe mir so etwas schlicht angelesen aus Beziehungsratgebern bzw. Interviews mit alten Leuten gelesen die 50 Jahre o.ä. GLÜCKLICH verheiratet waren/sind.
Das hab ich dann in diese Beziehung übernommen und mein Freund zieht begeistert mit.


Ich lege Wert darauf mich weiterzuentwickeln. Mir Ziele zu stecken und darauf hin zu arbeiten.
So was wurde mir nie vermittelt.
Mir wurde immer nur vermittelt sich klein zu machen.
Nur nie was zu fordern. Immer mit Status Quo zufrieden zu sein.
Weiterentwicklung wurde als Bedrohung angesehen.


Familie, egal wie schlecht sie ist, geht über alles.
Meine Mutter hat tatsächlich darüber nachgedacht, wieder zurückzugehen, weil sie unsere Armut hier nicht ertragen hat.
ICH, mit meinen 6 Jahren habe es ihr ausgeredet, weil ich schon damals mehr Weitsicht als sie hatte.
Erschreckend, oder?
Der Mann meiner Tante, hat die Situation meiner Geschwister damals, als meine Mutter und ich schon weg waren, schändlich ausgenutzt.
Er hat meine 15 Jährige Schwester begrapscht. Sie hat sich zum Glück gewehrt und es ist GSD nichts schlimmeres passiert.
Sie hat sich dann meiner Tante anvertraut. Diese beschimpfte sie als Lügnerin und hat sie auch noch geschlagen.
Meine Schwester hat erst zig Jahre später (so mit ca. 23) meiner Mutter davon erzählt.
Weißt Du was meine Mutter gesagt hat?
Sie sagte meiner Schwester nur, dass sie gut reagiert hätte.
Damit war das Thema gegessen und meine Mutter hatte weiterhin Kontakt zu diesen Leuten.
Dieses Sch***kerl grapst nach ihrer Tochter, ihre Schwester schlägt diese und meine Mutter hält den kontakt weil es ja Familie ist.

Ich hab sie vor kurzem mal darauf angesprochen.
Sie guckte mich mit großen Augen an: "Und was hätte ich tun sollen? Deine Schwester hat sich doch gewehrt! War doch alles schon zig Jahre her!"
"Wie konntest Du mit diesen Leuten weiterhin Kaffee trinken? Dich zur Begrüßung umarmen? Warum hast Du nicht sofort als Du das erfahren hast, den Kontakt abgebrochen?"
Sie hat wirklich nicht verstanden worauf ich hinaus wollte.

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Und darin liegt die Krux. Wie kann man sein Leben umgestalten und vom "Saulus zum Paulus" werden. Die bittere Antwort lautet, erst einmal garnicht. Und das ist nicht einmal böse gemeint. Das was du bist, ist nun mal die Summe deiner Erlebnisse + der Summe der Erlebnisse der Familie.
Wenn all die Dinge so geschahen, und du die Erfahrung machst ebenfalls schon ungerecht deinem Sohn gegenüber zu stehen, solltest du nicht zögern mit deinem Mann zu sprechen und ernsthaft Unterstützung annehmen. Ich denke das nur die eigene Reflektion der tagesaktuellen Geschehnisse dazu führen sein Verhalten zu ändern.
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Mir geht es gesundheitlich seit meiner ersten Schwangerschaft nicht sonderlich gut und es wird eine Weile dauern bis ich wieder halbwegs fit bin.
An einem Tag als mein Sohn sehr anstrengend war, sagte ich zu ihm, dass er mich mit seinem Verhalten krank macht.
Das tat mir hinterher wirklich sehr leid.
Nur frage ich mich, wie schafft man es sowas NICHT zu sagen oder fällt das unter menschliche Schwäche wenn einem so was mal heraus rutscht?
Ich weiß es nicht. Bin derzeit einfach nur verwirrt....
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Beitrag von bluehorizon6 02.06.10 - 14:06 Uhr

ich weiss nicht ob du noch liest, aber die Antworten die du gibst sind ausweichend.

die Lebensgeschichte deiner Mutter, und um die kreist ja sehr viel, scheint ein riesen Rolle zu spielen. Ich denke man muss den Kontakt ja nicht sehr intensiv gestalten und vielleicht sogar oberflächlich um nicht immer wieder in die gleichen Muster verstrickt zu werden.

Und Ängste sind ja von Haus aus nicht unbekanntes, aber wenn die Angst vor allem dominiert und die bestimmende Grösse ist, dann wird es prolematisch. Und eines ist sicher, Ängste übertragen sich schneller als Vertrauen und Mut. Kinder sind daher sehr sensibel und werden mit ängstlich obwohl man doch garnicht mit ihnen über Angst spricht. Schon wieder hängst du in der Falle, Kinder werden wie man selbst ist.

So gibt es in der Erziehung oft den Konflikt das Partner unterschiedlich ängstlich sind, was jetzt? das Kind erfährt das Partner streiten um seine Belange. Kinder sollen und müssen mutig gemacht werden.

Unbeherrschtheit ist sicher jedem schon passiert, aber du stellst wiederholt fest das du "ungerecht" bist, dein Kind beschimpfst... und und und. Lass die helfen, aus dem Teufelskreis in dem du steckst kommst du nach meiner Auffassung nur mit der Hilfe deines Mannes und einer dritten Person raus. Da ist zuviel zu bewältigen, vieles wird zugeschüttet sein aber nicht bearbeitet. Ich bitte dich meinen Rat ernst zu nehmen, ich habe ein wenig persönliche Erfahrung und kann mir in etwa vorstellen was da so in dir abgeht.

BlueH6

Beitrag von ayshe 31.05.10 - 18:07 Uhr

Hallo,

also erstmal bin ich ganz schön geplättet :-(

Und ich würde wohl auch zu einem Therapeuten gehen.
Vllt kann es helfen auch die Agressionen zu anzugehen.

Die Idee mit dem Buch finde ich auch klasse, es kann sicher helfen.

Und wie Blue sagt, Werte setzen.

Überlege dir, was dir viel Wert ist, welche Werte du eigentlich vermitteln willst.



Und sage dir, was du jetzt hast!
Einen tollen Mann mit toller Familie oder?
Tolle Kinder!


Du könntest einiges über Kinder lesen.
Es gibt genug Authoren, die nur liebevolle Verhaltensweisen "predigen".
Im Grunde willst du es ja oder?
Ohne Schlagen ohne Boshaftigkeit und mit offener Liebe.

Beitrag von SehnsuchtNachFamilie 01.06.10 - 13:01 Uhr

Du könntest einiges über Kinder lesen.
Es gibt genug Authoren, die nur liebevolle Verhaltensweisen "predigen".
Im Grunde willst du es ja oder?
Ohne Schlagen ohne Boshaftigkeit und mit offener Liebe.
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Könntest Du mir etwas empfehlen?

Beitrag von ayshe 02.06.10 - 09:37 Uhr

Hallo,

was ich da ja sehr gern mag:

In Liebe wachsen. Dr. Carlos González
http://www.rabeneltern.org/expblog/details.php?id=179

Smart Love. Martha Heineman Pieper, William J. Pieper
http://www.rabeneltern.org/expblog/details.php?id=97

Das 24-Stunden-Baby. William Sears
http://www.rabeneltern.org/expblog/details.php?id=73

Babyjahre. Die frühkindliche Entwicklung... Remo H. Largo

Schlafen und Wachen. William Sears
http://www.rabeneltern.org/expblog/details.php?id=32
http://www.continuum-concept.net/buecher/schlafen_wachen.html



Eher auf etwas größere Kinder bezogen, nicht unbedingt auf Babys:

Familienkonferenz. Thomas Gordon
http://www.rabeneltern.org/expblog/details.php?id=78

Das kompetente Kind. Jesper Juul
http://www.rabeneltern.org/expblog/details.php?id=75


Dr. Posth und eben seine Einstellung kenne von HP „Rund-ums-baby“.
Dort stehen auch viele Texte von ihm, allerdings etwas anstrengend zu lesen.
Ich weiß nicht, wie sein Buch ist.
Vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen. Das Bindungskonzept in der emotionalen und psychosozialen Entwicklung des Kindes. Rüdiger Posth
http://www.deutschesaerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=21424



Ich wünsche dir alles, alles Gute!

Beitrag von SehnsuchtNachFamilie 02.06.10 - 09:49 Uhr

Vielen Dank!
Ich werde mal stöbern gehen :-)

Kennst Du eventuell auch ein gutes Buch für die Trotzphase?
Ich suche etwas, das ich meiner Mutter in die Hand drücken kann.

Sie liebt meinen Sohn, ist nur einfach eine sehr schwache Person.
Ich möchte, dass sie lernt zu verstehen, dass Trotzden normal und wichtig ist und nichts, das man als persönlichen Angriff werten soll/muss.

Beitrag von mindgames 31.05.10 - 18:09 Uhr

Hallo Du #winke

Ich schliesse mich den anderen an und moechte noch hinzufuegen:

Nimm Dir mal den Druck von wegen "die Familienmitglieder meines Mannes sind alle Akademiker". Man sollte Menschen nicht am Bildungsgrad messen. Es gibt auch Akademiker, die Frau und Kinder schlagen, demuetigen, etc.. Anders herum gibt es auch "Arbeiter" (sorry, das klingt jetzt..), die sehr liebevoll mit ihrer Familie umgehen und viel mehr Persoenlichkeit haben als sogenannte Akademiker. Ich denke, Du weisst, worauf ich hinaus will... ;-) Lass Dich auch nicht von irgendwelchen besser Gebildeten in die Ecke draengen (koennte ja sein mit Bekannten, Kollegen..), nur weil Du einen anderen Hintergrund hast.

Waere Deine Abneigung Deiner Mutter gegenueber genauso gross, wenn sie zwar ungebildet, aber sonst eine liebevolle Mutter gewesen waere? Schaeme Dich ihrer nicht wegen ihrer Armut. Das Problem ist einfach ihr Verhalten und ihre Ausdrucksweise. Evtl. solltest Du mit der Beziehung zu ihr wirklich einmal pausieren, bis Du therapiert bist und bereit, ihr gegenueberzutreten.

Alles Gute :-)

Beitrag von Blümchen 31.05.10 - 19:15 Uhr

Wow, der Text könnte fast von mir stammen.

Meine Familiengeschichte hört sich ähnlich an.

Such dir einen Therapeuten, nicht um Beziehungsprobleme zu wälzen oder sonst irgendwelche Dinge unbedingt bearbeiten zu wollen. Fang klein an, eine Verhaltenstherapie vielleicht, die dir hilft Situationen einschätzen zu lernen und dein Verhalten in diesen Situationen besser lenken zu können.

Ich hab mich auch aus so einem Sumpf gekämpt und schlage meine Kinder nicht!

Alles Gute

Beitrag von clazwi 31.05.10 - 20:47 Uhr

Hallo "Sehnsucht",

ich kann Dir vielleicht etwas Mut machen, denn ich stamme selbst aus nicht gerade "rosaroten" Familienverhältnissen.

Meine Mutter tendiert in Richtung "depressiv", mein Vater war neurotisch, gewalttätig, teilweise fast schon sadistisch.
Meine Uroma hat sich mit Tabletten umgebracht, meine Tante hat sich vor einen Zug geworfen.
Meine Schwester hat Borderline.....


Eine "rosaglückliche" Kindheit hatte ich nicht.

Aber man kann gut aus diesem "Teufelskreis" kommen. Ich führe seit über 20 Jahren eine stabile Beziehung (seit 19 Jahren sind wir verheiratet), wir haben zwei Kinder aufgenommen (Näheres steht in meiner VK).

Ich stehe "mitten im Leben", ich leite selbst eine Gruppe, die Familien in schwierigen Situationen unterstützt und ich arbeite in der Kinder- und Jugendhilfe ---- ohne das pathologische "Helfersyndrom" zu haben.
D.h. ich kann auch mit Ablehnung sehr gut umgehen und viel wegstecken.

Meine angenommenen Kinder sind, glaube ich, zufrieden mit mir ;-).

Ich bin aber keine "Wunderfrau", auch ich trage immer wieder mal innere Kämpfe aus.
Meine Schwachstellen und Baustellen sind meine Selbstwahrnehmung, in manchen Situationen auch mein Selbstwertgefühl (das aber vermutlich nicht "mehr" bzw. nicht "weniger" ist als das eines jeden Durchschnittsbürgers ;-) ) und was ich nicht sehr gerne mag, sind "grosse Gruppen".

Hast Du Dir schon mal überlegt, eine Beratungsstelle aufzusuchen?
Ich schreibe das nicht aus der Theorie. Vor 6 Jahren sind wir in eine schwierige Krise geraten: ein Familienmitglied lag im Alter von 21 Jahren im Sterben (Krebs), mein Mann verlor seinen Job und mit meiner Familie ist es zum Zerwürfnis gekommen.

Dann starb mein Vater....


Damals habe ich mir Hilfe über eine Beratungsstelle geholt - wir haben über zwei Jahre meine Biographie aufgearbeitet...

LG
Claudia



Beitrag von nicole9981 01.06.10 - 14:53 Uhr

Hallo!

Deine Geschichte ist wirklich heftig.

Ich werde mal nur soviel sagen: Du bist auf einem guten Weg! Du hast ihn geklappst und es tut Dir sehr leid. Ich sage: davon geht die Welt nicht unter. Lasse Dich nicht von einem Ausrutscher aus der Fassung bringen. Du hast erkannt was schief läuft, was schief laufen könnte, aber auch was Du willst. Das ist gut!

Du kannst Dich jetzt an Beratungsstellen wenden. In unserer Stadt hat z.Bsp. die Caritas eine Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle. Sicher aber auch Pro Familia. Die werden zumindest Adressen haben die sie Dir geben können. Das wäre jetzt so mein erster Gedanke...eine Beratungsstelle. Die können helfen oder wissen was man da noch weiter machen kann.

Meine Geschichte ist auch nicht so toll (nix gegen Deine) aber ich schaffe es bisher trotzdem sehr gut. Eben auch weil ich (theoretisch) weiß wie es geht, was Kinder brauchen und Du weißt das auch. Ich weiß was ich NICHT will und darauf konzentriere ich mich und es geht...wirklich. Du packst das bestimmt.

LG Nicole