Wie erziehe Ich ein Kind?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von batidadecoco01 31.05.10 - 13:19 Uhr

Hallo!

Ich habe zwar keine Kinder, stelle mir aber oft wenn wir bei Bekannten sind die Frage, wie man sein Kind richtig erzieht.

Da gibt es eine Familie im Bekanntenkreis (Mutter Erzieherin), die beiden Jungs sind 2 1/2 und 5, da gibt es keinen Riesen Lärmpegel, alles ruhig, da wird einmal was gesagt und dann hören die beiden auch. Angenehme, keine anstrengenden Kinder würde ich sagen.

Bei einer anderen Familie hingegen (auch zwei Jungs im Alter von 3 und 6 Jahren) kann ich nicht länger als eine Stunde bleiben da es länger nicht auszuhalten ist. Meinem Partner geht es da nicht anders. Die Kinder schreien nur rum, reden sehr laut (man würde es etwas leiser auch verstehen). Bringt man ein Geschenk mit, ist es meist gleich schon kaputt weil die beiden nicht mit Vorsicht mit etwas umgehen können. Genauso hat bei einem der letzten Besuche der kleinere von beiden nach einem Hund gehauen. Der Kommentar der Mutter war zu dem Jüngeren: "Na du bist aber auch ein ganz Wilder!" (Hallo???!) Die Jungs geben wiederworte ohne Ende und niemand greift mal durch oder sagt was Sache ist. Alles lässt man durchgehen. Immer nur "bitte würdest du vielleicht" und "wenn du das und jenes nochmal machst dann...".

Ich will weder über die eine noch die andere Familie herziehen, aber ich frage mich allen ernstes:

Wie erzieht man Kinder? Was ist richtig und was falsch?



Beitrag von braut2 31.05.10 - 13:28 Uhr

Wenn ich das wüsste, WIE man es richtig macht und was man nicht macht, dann würd ich ein Bestseller schreiben und richtig Kohle verdienen #rofl

Keiner weiß nix so richtig. Und das auch nur zur Hälfte.

Beitrag von sakirafer 31.05.10 - 13:30 Uhr

...hatten den selben Gedanken :-)

Beitrag von braut2 31.05.10 - 13:31 Uhr

.....und auch noch gleichzeitig :-)

Beitrag von sakirafer 31.05.10 - 13:28 Uhr

Hätte ich das richtige "Rezept" dass sich dann auch noch auf jedes Kind anwenden ließe, würde ich einen schlauen Ratgeber schreiben und mich dumm und dämlich verdienen...

Scherz beiseite. ich denke, es gibt keine 0815-Lösung, das jedes Kind anders ist. Es ist ein langer Weg vom Babysein zum kompetenten, gesellschaftsfähigen Erwachsenen. Was ich auch extrem wichtig finde ist, dass man nicht nur "erzieht" sondern den Kinder das auch vorlebt, was man vermitteln möchte.


LG

Sara

Beitrag von jazzbassist 31.05.10 - 13:42 Uhr

Ich denke, der richtige Weg ist, ein Kind so zu erziehen, wie man sich als Elternteil selbst am wohlsten dabei fühlt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es gut gehen könnte, ein Kind in einer Art und Weise zu erziehen, hinter der man als Elternteil selbst nicht steht. Diese Unsicherheit würde sich sofort aufs Kind übertragen - selbst sehr junge Kinder spüren dieses sofort.

Ich würde mich als Vater weder dabei wohlfühlen, wenn ein 3-Jähriger grundlos auf einen Hund losgeht, noch, wenn ein 3-Jähriger selbst wie ein Hund agiert und ohne eigenen Willen nur auf meine Befehle reagiert. Das heißt in der logischen Konsequenz natürlich auch, dass es Situationen gibt, wo unser Sohn nicht das tut, was wir ihm sagen, sondern nach seiner eigenen Vorstellung von Recht und Unrecht handelt.

Ich fühle mich dabei am wohlsten, weil ich selbst so von meinen Eltern erzogen wurde und ich zwischen der Kindheit meines Sohnes und meiner eigenen bisher immer unheimlich viele paralellen gesehen habe. Das gibt einem als Elternteil ein ganz unbeschreibliches Gefühl, da sie fast immer wissen, was noch (im Gesamtkontext) normal ist und was nicht mehr normal ist und sie auch immer wissen, was am Ende dabei rauskommen wird. Das ist fast so, wie eine Klassenarbeit zu schreiben und dabei die Musterlösung vor Augen zu haben.

Das ist m.E. ein unbeschreiblich beruhigendes Gefühl, bin mir aber auch sicher, dass es für außenstehende Dritte, die halt nicht diesen Gesamtkontext kennen, sondern nur einzelne Szenen daraus erleben, manchmal ziemlich schräg wirken muss. Mir war das als Elternteil aber immer unheimlich egal, was andere "Eltern" oder "nicht Eltern" von unserer Qualifikation als "Eltern" dachten; da ich einfach nur verdammt stolz auf meinen Sohn bin, weil er so ist, wie er ist.

Beitrag von knuellermueller 31.05.10 - 13:47 Uhr

Vielleicht hast Du irgendwann eigene Kinder und kannst versuchen, Dir die Fragen selbst zu beantworten!

Kerstin & Co

Beitrag von cajamarca 31.05.10 - 14:15 Uhr

Richtig :-)
LG Anke

Beitrag von cajamarca 31.05.10 - 14:13 Uhr

Es gibt kein richtig und kein falsch, und wie man sein Kind erzieht hängt ganz stark mit der eigenen Persönlichkeit zusammen. Es gibt Eltern, bei deren Erziehungsprinzipien sträuben sich meine Haare, aber es sind selbstbewusste, geduldige und starke Menschen, und die Kinder sind nette und angenehme Kinder. Andersherum kenne ich eine Mutter, die theoretisch den gleichen Erziehungsstil vetritt wie ich, die aber depressiv und überängstlich ist, und ihre Kinder sind entsprechend schwierig.

Bevor ich selber Kinder hatte, dachte ich auch, das Ziel von Erziehung sei es, gut erzogene Kinder zu haben. Inzwischen wünsche ich mir vor allem, selbstbewusste, starke, liebesfähige und glückliche Menschen heranzuziehen. Aber ich bin auch ein Mensch mit Bedürfnissen und einem eigenen Leben, und diese Bedürfnisse, zum Beispiel das nach Ruhe - kann ich meinen Kindern gegenüber - meistens - auch durchsetzen. Meine Kinder sind nicht dressiert, aber sie sind auch nicht der Mittelpunkt der Welt. Und das funktioniert bisher ganz gut.

Und: warte bis du selber mal Kinder hast, die werden dich schon ganz gut erziehen :-). Wenn ich meine Vorstellungen von vor sechs Jahren mit meinen Erfahrungen von heute vergleiche, da bin ich doch ein Stück weiter gekommen.

LG Anke

Beitrag von schnabel2009 31.05.10 - 19:36 Uhr

Hallo,

erstmal ist man als kinderloser Mensch sehr empfindlich was Kinderlärm angeht.
Als wir noch keine Kinder hatten kam meine Schwägerin immer mit ihrem Sohn (damals 2) zu Besuch. Ich war soooooo genervt, er war laut, ging überall dran, ich hielt ihn für schlecht erzogen.
Tja, dann wurde ich selber Mutter und sah ihn in einem ganz anderen Licht.
Dann sind da die charakterlichen Unterschiede bei Kindern, die einen sind ruhig, die anderen laut, die nächsten sind wild--da kann man zwar ein wenig gegensteuern bei der Erziehung, aber wilde Kinder muss man schon mit absoluter Strenge runterknüppeln, damit sie "lieb und ruhig" werden--meine Erfahrung.
Deine Frage zu beantworten ist daher schwierig finde ich.

LG schnabel

Beitrag von girland 31.05.10 - 22:02 Uhr

"aber wilde Kinder muss man schon mit absoluter Strenge runterknüppeln, damit sie "lieb und ruhig" werden"

#schock

Schluck.

Beitrag von schnabel2009 01.06.10 - 10:43 Uhr

Keine Sorge, ICH mach das mit meinen wilden Kerlen nicht ;-)
Die Jungs haben ihre Tobebereiche und respektieren die Nicht-Tobe-Bereiche. Ich wollte nur verdeutlichen, dass man gewisse Grundarten eines Kindes nur mit Gewalt verbiegen kann :-)

LG schnabel

Beitrag von perserkater 01.06.10 - 14:09 Uhr

na das passt ja wieder#augen

Als wäre ein Kind falsch so wie es zur Welt kommt. Mit Akzeptanz muss man nicht mit Gewalt etwas verbiegen.

Beitrag von hailie 01.06.10 - 14:12 Uhr

>> Ich wollte nur verdeutlichen, dass man gewisse Grundarten eines Kindes nur mit Gewalt verbiegen kann <<

#schock#schock#schock

Bei dir möchte man nicht Kind sein!

Beitrag von schnabel2009 01.06.10 - 14:21 Uhr

Sag mal seid ihr beiden echt zu blöd einen Text zu verstehen?
Lest nochmal in Ruhe was ich geschrieben habe *kopfschüttel*--aber um es auch für Euch nochmal klar zu stellen:

Natürlich lasse ich meine Kinder so sein wie sie sind und verbiege sie eben NICHT--weil es eben nur mit Gewalt ginge (die ich NATÜRLICH nicht und niemals anwenden würde bei meinen Kindern)

Meine Güte, wie kann man sich nur immer so alles drehen?

Und was passt perserkater?? Was?

Beitrag von perserkater 01.06.10 - 14:32 Uhr

"...aber wilde Kinder muss man schon mit absoluter Strenge runterknüppeln, damit sie "lieb und ruhig" werden--meine Erfahrung."

und

"Ich wollte nur verdeutlichen, dass man gewisse Grundarten eines Kindes nur mit Gewalt verbiegen kann"

Hab mich schlappgelacht. Bin aber auch nicht die einzige, die es nicht (oder falsch) verstanden hat.

Beitrag von schnabel2009 01.06.10 - 14:41 Uhr

Das war auf das Beispiel 2 ruhige Jungs in Familie A und 2 wilde Jungs in Familie B bezogen--also eben keine reine Erziehungssache, sondern eben auch Charakterabhängig.
Und wenn ich schreibe, dass man mit Gewalt, Strenge und Co. (fast) jeden Charakter bricht, heißt das nicht, dass ich es so praktiziere.
Verständlich genug?

Beitrag von hailie 01.06.10 - 14:43 Uhr

Wie es gemeint war verstehe ich schon, aber die Ansicht über die Charaktereigenschaften eines Kindes bzw. dem Umgang damit find ich trotzdem erschreckend!

Solche Aussagen sind echt heftig!

Beitrag von schnabel2009 01.06.10 - 14:49 Uhr

Was findest Du heftig?
Ich habe doch nicht gesagt, dass ich so mit meinen Kindern umgehe!
Aber es entspricht wohl den Tatsachen, dass viele Eltern ihre Kinder drillen und mit Gewalt und Angst erziehen, um sie so zu formen wie es ihnen passt.
Ich nehme meine Kinder wie sie sind, sie sind gut und richtig so.

Beitrag von perserkater 01.06.10 - 14:51 Uhr

Vielleicht hättest du deinen Ironie-Versuch besser handhaben soll. Ich habe es nämlich auch anders verstanden.

Aber egal wie du es meintest, ich würde so was nie schreiben. Irgend nen Trottel liest es und hält es für bare Münze.

Beitrag von schnabel2009 01.06.10 - 14:58 Uhr

Das war keine Ironie--das war einfach nur gemünzt auf das Beispiel und wie es eben vielfach gehandhabt wird.
Ich gebe zu, dass man es auch falsch verstehen kann (wenn man es denn unbedingt will).

Beitrag von maari 01.06.10 - 15:37 Uhr

Nur zur Information (vielleicht Beruhigung?): Ich fand die Aussage deines Textes ziemlich eindeutig und kann die anderen Aussagen dazu nicht nachvollziehen. Für mich (!) klingt das sehr nach einer dieser Diskussionen um der Diskussion willen.

Beitrag von schnabel2009 01.06.10 - 19:50 Uhr

Ich danke Dir :-)

Naja, perserkater and friends kennen nur Schublade A (stillende tragende Familienbettmama, immer frei nach Juuls und Konsorten erziehend) und Schublade B ( früh Beikost gebende Flaschenmama, Kind den ganzen Tag abgeschoben im Laufstall, abends ferbernd damit Ruhe im Karton ist und die Erziehung läuft mit anpöbeln, klapsen und viel Strenge) und versucht mich schon seit Tagen krampfhaft einzuordnen, was leider nie gelingt.
Also bricht man vorm Zaun irgendwelche Diskussionen, weil man eben nur in Schublade A und Schublade B denken kann und sie mich gerne in B sehen würde #schein

LG schnabel

Beitrag von hailie 01.06.10 - 21:40 Uhr

So viel Unsinn auf einmal...

Beitrag von schnabel2009 02.06.10 - 10:51 Uhr

#rofl

Das schreibt die Richtige ;-)

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