Lohnsteuer Klassenwahl vor JA begründen

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Beitrag von erdbeerschnee 31.05.10 - 14:19 Uhr

Hallo,

es geht um die Lohnsteuer Klasse von meinem Mann und mir.

Mein Mann hat einen Sohn für den er auch Unterhalt zahlt. Nun lassen wir alles neu berechnen, da wir ein 2. Kind bekommen haben und geheiratet haben.

Die Bearbeiterin vom JA meint, er MUSS Lohnsteuer Klasse 3 nehmen und ich 5 weil sonst ja das andere Kind weniger Unterhalt bekommen würde... ne ist klar, ich verzichte auf meinen Verdienst damit das Geld woanders hinfliesst #aerger

Sie möchte nun eine schriftliche Begründung warum wir 4 / 4 gewählt haben... WAS soll man denn da schreiben? Das ich nicht bereit bin in eine so schlechte Klasse zu fallen?

Wie seht ihr das ? Wir haben uns für 4 / 4 auch während des Elterngeld Bezuges entschieden, da ich nun schon häufiger gelesen habe, dass es sonst zu erhöhten Steuernachzahlungen kommen kann... ausserdem arbeite ich sonst auch "nur" 24 Stunden und wenn ich dann noch 5 nehme... NE, das kann doch keiner verlangen :-[

Erdbeerschnee

Beitrag von zwiebelchen1977 31.05.10 - 14:28 Uhr

Hallo

Er MUSS nicht. Begründe es damit, das ihr gleichviel verdient und gut ist.

Was du verdienst geht das JA im übrigen NICHTS an. Nur sein Gehalt zählt für den Unterhalt.


Bianca

Beitrag von smartysandra 31.05.10 - 14:38 Uhr

also, ich würde einfach sagen, dass ihr eine steuernachzahlung nicht haben wollt. basta. die haben doch alle (ämter etc.) langsam einen hau, oder?!
lg sandra

Beitrag von motte1986 31.05.10 - 15:01 Uhr

ich würde erstmal nach dem § fragen, in dem die pflicht zur offenbarung der lohnsteuerklassen vor dem JA wegen unterhaltszahlungen steht.:-P

lg

Beitrag von susannea 31.05.10 - 17:07 Uhr

Das ist einfach zu begründen, denn es gibt ein Grundsatzurteil, danach mußt du mal googelnn, wonach niemand gezwungen werden kann die NAchteilige Steuerklasse zu nehmen (sprich hier du).

Wenn du aber eine Anrecht auf 4 hast, dann muss er die auch nehmen ;)

Beitrag von kraxy 31.05.10 - 20:37 Uhr

Hallo,

mh, eine interessante Frage - ich habe dazu im Netz was gefunden:

#aha "Ehegatten, die nicht dauernd getrennt leben, werden grundsätzlich beide nach Steuerklasse IV besteuert, wenn sie beide Einkommen haben. Ist das Einkommen des einen Ehepartners aber bedeutend höher als das Einkommen des anderen, so haben beide - zusammengerechnet - bei einer Besteuerung nach Steuerklassen IV/IV meist zuviel Steuern gezahlt und erhalten deshalb eine Erstattung. Wollen sie vermeiden, während des Jahres zu hohe Vorauszahlungen zu leisten, so können sie stattdessen die Steuerklassen III und V wählen, wobei der besser verdienende Ehegatte die Steuerklasse III wählt. Dann zahlen sie während des Jahres weniger voraus, erhalten dafür aber entweder keine oder nur eine geringere Rückerstattung. Wie gesagt, an der Höhe der insgesamt für das Jahr zu zahlenden Steuer ändert dies nichts."

Ich nehme mal an, dass sowieso ein Jahreseinkommensnachweis erbracht werden muss - und der berechnet sich ja nach dem Jahresverdienst - und die Steuerlast ist die gleiche.
Also ein Grund, den du angeben kannst, ist, dass ihr eine Steuerrückerstattung haben wollt am Ende des Jahres.

Dein Mann darf nur nicht in Steuerklasse 5 gehen, um den Unterhalt "künstlich" zu senken :

("Heiratet der Unterhaltspflichtige erneut, so darf er in der neuen Ehe nicht die Steuerklasse V wählen, sondern muss sich mit dem neuen Ehegatten auf die Steuerklassen IV/IV einigen. Dadurch muss er aber im Ergebnis nicht mehr Steuern zahlen, sondern nur höhere Vorauszahlungen leisten. Er kann trotz der Steuerklassenwahl IV/IV eine gemeinsame Veranlagung mit dem neuen Ehepartner wählen und erhält so ggf. nach der Steuererklärung im kommenden Jahr eine Steuererstattung.")

Aber ich denke mal, dass ihr durch den neuen Erdenbürger in eine andere Klasse der Düsseldorfer Tabelle eingeordnet werdet, da dein Mann jetzt mehr Menschen gegenüber unterhaltspflichtig ist - insofern würde ich mal bei nettolohn.de gucken, inwieweit ein Wechsel der Steuerklasse in eurem Fall irgendwas an der Höhe des Unterhalts verändern würde. Es kommen ja noch jede Menge "bereinigende" Faktoren hinzu (Versicherungen, Altersvorsorge...) insofern...

Grüße von kraxy