depressiver mann

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von mootzi 31.05.10 - 21:47 Uhr

alsoooooo...
ich bin mit meinem mann schon 7 1/2 jahren zusammen und ich merkte schnell das er "anders" war aber so frisch verliebt nimmt man so einiges nicht war oder verdrängt es. so über die ahre hatten wir sehr viele hochs und extreme tiefs.....
ich gab aber die hoffnung nie auf das es ihm irgendwann besser geht und somit uns aber puste kuchen er weigerte sich zum arzt zu gehen und irgendwas zu tun.
wir hatten uns entschlossen ein kind zu bekommen und so geschah es und wir heirateten aber die tiefs waren öfter und länger da bis ich letzten sommer meinte wenn er nichts tut das ich weg wäre mit der kleinen, die jetzt im sommr 3 wird. er tat was, lies sich einweisen und war 3 monate stationär in behandlung, in dieser zeit ging es mir echt gut und ich fand mich wieder, ich spielte auch mit offenen karten und sagte ihm das ich ihm gegenüber nichts mehr empfinde und mich eigentlich gerne trennen würde aber den absprung nicht packe (warum auch immer)
er gab sich echt mühe holte mir die sterne vom himmel und war so wie ich es mir immer wünschte aber ich konnte nichts damit anfangen, es ging über die jahre so viel kaputt :-(

ich entschloss mich bei ihm zu bleiben um zu gucken wie es sich entwickelt mit der hoffnung das ich wieder gefühle für ihn bekommen.
wollte immer ne intaktkte familie, haben ja schließlich ne tochter zusammen die ihren papa sehr liebt.

aber seit geraumer zeit geht es ihm wieder schlechter und lässt es an mir aus, ich weiß das er es nicht extra macht und das nicht will aber es zieht mich runter und wieder pack ich es nicht den strich zu machen und mich zu trennen, ich habe keine ahnung was mich hier hält.
er nimmt seit ein paar tagen ein neues antidepressivum und ihm geht es garnicht gut aber das ist ja bekanntlich so bei den tabletten am anfang bis man eingestellt ist.

weiß auch garnet was ihr hier drauf schreiben könnt, mir kann ja keiner helfen, ich muss mir klar werden was ich will bzw was ich nicht will und dann was ändern :-(

sorry fürs zu texten aber ich musste es mir mal von der seele schreiben

lg mone

Beitrag von Depressive Frau 31.05.10 - 21:58 Uhr

Da er ein neues Präparat bekommen hat, waren die davor wohl nicht die richtigen für ihn.
Jeder reagiert anders auf die einzelnen Präparate und es ist sicherlich schwierig, das Richtige zu finden, womit es einem gut geht und was man auch lebenslang einnehmen kann.
Ob Du ihm die Möglichkeit gibst, den für ihn persönlich richtigen Weg aus der Depression zu finden, bleibt wirklich Dir überlassen.
Ich kann da schlecht raten, ich bin selbst depressiv und merke selbst auch, dass ich anderen gegenüber manchmal sehr ungerecht bin.
Das will ich natürlich nicht, aber man ist einfach nur müde und es geht einem schlecht.
Ich wünsche Euch allen alles Gute!

Beitrag von mootzi 31.05.10 - 22:16 Uhr

ja die letzten tabletten nimmt er seit ca oktober, er wurde in der klinik eingestellt und solang er in der klinik war ging es ihm auch gut aber adnnach ging er in ne tagesklinik und das ging nach hinten los, brachte ihm nichts und er wurde wieder depressiver.


Beitrag von herz-und-seele 31.05.10 - 23:07 Uhr

bei Krankheits- Geschichten ist es immer schwierig, dem gegebenen Versprechen verpflichtet zu bleiben.

Es ist vielleicht an der Zeit mal Inventur zu machen, was dich hält und was du Schönes hast und es auf ein Blatt zu schreiben.. dieses dann beiseite zu legen und dann anderentags das aufzuschreiben, was du gerne für dich möchtest, ohne schon Pläne zu machen, wie du es bekommen könntest.

und wenn beide Papiere mit Bemerkungen angesammelt wurden, dann schau ganz klar, wozu dir mehr Text eingefallen ist - da stehst du dann "tendenziell" auf dieser Seite..

- und dann frage dich selbst, was du gerne loslassen möchtest, damit es dir unverzüglich besser geht.

Es ist nie einfach sich einzugestehen, daß Lebensziele vielleicht mit diesem einen Partner nicht erreichen werden. Wie groß ist die Bereitschaft, in deinem Leben, auf das Erreichen von Zielen zu verzichten - definitiv zu verzichten ?

Beispiel:

ein Mann ist mit einer Frau zusammen, beide sind gerne in der Partnerschaft und wissen was sie aneinander haben.. aber miteinander können sie leider keine Kinder haben..
Ein Kind adoptieren, kommt aus verschiedenen Gründen aber auch nicht in Frage..

wird jeder für sich darauf "verzichten" wollen -
werden sie eine Zukunft haben, die den Wunsch zur Familie dann abhakt.. ?

sagt sich dann einer von beiden - NEIN - ich will diese Zukunft so nicht erleben - dann kann es nur mit einem anderen Partner möglich sein - !!

vielleicht gelingt es ja - vielleicht auch nicht, aber es ist dann die Chance zumindest da... oder es wird vielleicht ein neuer Partner gefunden, der bereits schon Kinder hat... alles das kann erwogen werden.

Ihr seid Eltern, daran wird sich auch nie etwas ändern, selbst wenn es eine räumliche Trennung gibt, die auch bei dir einiges positive bewirken könnte -
es bleibt aber auch immer zu bedenken, wie sich das Kind im "kranken" Alltag entwickeln wird. Eine räumliche Distanz, kann sich -egal wie- auch auf das Krankheitsbild auswirken - da lohnt es vielleicht Veränderungen einfach zu machen - da 'Nichtsändern' schon die bekannten Strukturen bedeutet. - und dann darf wieder die Frage beachtet werden:

will ich das ? will ich so weiterleben ? schaffe ich das die nächsten Jahre ?
ich wünsche dir viel Kraft zu ändern, was du kannst und zu erdulden, was du kannst.. vielleicht könntet ihr gemeinsam für eure Zukunft beten ??

herz-und-seele

Beitrag von mootzi 01.06.10 - 07:29 Uhr

danke für deine antwort.
wenn wir es uns leisten könnten , würde ich sofort in ne kleine "zweit"wohnung ziehen um einfach jedes mal wenn ich nicht mehr mit ihm klar komme mich auch mal zurück zu ziehen, ohne ständig alles ausdiskutieren zu müssen aber das ist eben nicht drin.

ne liste mit haben und evtl verlieren bzwden weg ohne ihn habe ich schon mal vor kurzem gemacht.

da gibt es eben mehrere wege, der weg ohne ihn
, der weg mit ihm als gesunden mann
,der weg mit ihm als kranken

und ihn als kranken will ich einfach nicht mehr,
ich bin mir mittlerweile sicher das ich mit dieser krankheit nicht mehr leben kann. das problem ist da eben das mir mein gewissen da ein strich durch die rechnung macht und ich mich fühle als ob ich ihn verrate (unsinn, da ich lange um ihn gekämpft habe)

ihn als gesunden mann, ja das wäre so ne sache ich weiß das es im grunde der mann ist, wie ich mir immer vorgestellt habe aber da schon sooo viel kaputt gegangen ist über die jahre und ich momentan ihm gegenüber nichts emfinde, weiß ich nicht ob das wieder was werden könnte, schon irre

ich ohne ihn, heftige vorstellung da er einfach in mein leben gehört, so irgendwie, ich war 18 als er in mein leben kahm.
aber ich wüsste das es mir besser ging (mir ne last von den schultern genommen würde) aber ich hätte angst alles alleine nicht zu packen und vorallem angst das er noch weiter abrutscht und unsere tochter keinen vater mehr hätte.

naja schon wieder massig text :-p

Beitrag von gleichgesinnte 01.06.10 - 09:42 Uhr

Hallo,

es geht mir ähnlich wie dir und ich kann ganz genau nachempfinden was inetwa in dir vorgeht. eigentlich müsste ich mich sofort von meinem mann trennen, er ist nicht nur teilweise depressiv, sondern er bekommt auch massive wutausbrüche. das hat sich zwar gebessert, der letzte ist nun 3 monate her, aber ich weiss es kann jederzeit wieder einer kommen. nach dem letzten habe ich ihm gesagt, dass ich das nächste mal die polizei rufen muss, was ich bisher nie gemacht habe. aber es war so schlimm, er war auch betrunken. es gibt keine körperliche gewalt, aber verbale gewalt und er hat auch letztes mal in der wohnung gegen mehrere gegenstände geschlagen.

normalerweise hätte ich meine sachen packen müssen und gehen. das schlimme ist bei mir auch das gewissen. ich weiss er ist (wenn er nicht gerade einen wutausbruch hat) schwach und fühlt sich total alleine (obwohl er ja mich hat) und hat auch schon mehrfach gesagt er will nicht mehr leben. und ich hätte angst dass er sich etwas antut wenn ich gehe. ich habe sogar dass gemacht was du dir vorstellst: ich habe eine kleine zweitwohnung nur für mich!! aber es ist so, dass ich wenn ich da hin gehe auch oft ein schlechtes gewissen habe. und wenn ich dort übernachte dann fragt er wann ich am nächsten tag wiederkomme usw. ich fühle mich gefangen. es gibt bessere und schlechtere zeiten. ich würde am liebsten nur freundschaft mit ihm haben wollen, das weiss er auch. einfach seine freundin sein. denn sex haben wir übrigens auch schon lange keinen mehr, was von ihm ausgeht.

ich möchte ihn schon noch in meinem leben haben, aber eben nur als freund und auch für ihn da sein wenn er mich braucht. von daher wie gesagt ich kann so sehr nachempfinden wie es dir wahrscheinlich geht.
ich fühle mich verantwortlich für sein wohlbefinden, aber ich kann ihm doch nicht helfen. er war auch schon mehrere wochen in einer psych. rehabilitation, aber schon einen tag später hatte er wieder einen zusammenbruch. gut es geht ihm seitdem besser, und er kommt etwas besser mit seinem leben klar. bei mir ist in all den jahren auch so viel kaputt gegangen, ich liebe ihn nicht mehr als partner. ich kann ihn nur noch freundschaflich "lieben". ich denke es geht dir ähnlich.

ich wollte mich auch schon beraten lassen, ich muss das endlich mal in angriff nehmen, denn alleine packe ich das bald nicht mehr.

ich wünsche dir alles gute!!

Beitrag von herz-und-seele 01.06.10 - 09:51 Uhr

es ist gut und ehrt dich, den dir vertrauten Menschen stützen zu wollen. bei deinem Geschriebenen erkenne ich, daß alles kopfgesteuert "richtig" ist und das Gefühl irgendwo dazwischen herumliegt.

ich habe auch ein wenig von dem erkannt, wie es in dir denkt:

du benennst Probleme und im selben Satz findest du die passenden Begründungen, warum das Problem eines bleiben Muss.

"ich würde gern eine eigene Wohnung haben, aber es ist kein Geld da."

hast du das Ziel eine eigene Bleibe zu haben ?, dann würdest du ganz viele Möglichkeiten sehen ! und auch fremde Hilfe annehmen, bei jemandem z.B mit-wohnen für geringes Geld..

aber sogleich wirst du schon neue Gründe finden, warum DAS nicht geht..

ein anderer Gedanke:
".. ich würde ihn lieber heute als morgen verlassen,..
aber mein Gewissen erlaubt das nicht ..
..und eigentlich ist er ja der Mann den ich mir immer vorgestellt habe.

oder:
ich liebe ihn schon lange nicht mehr und die kurze Zeit der Stabilität, hat gerade mal ausgereicht ein normales Leben zu führen, bis der nächste Abrutscher kam.
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Du machst dein Leben und Lieben von ihm und seinem Zustand abhängig, erscheint es mir und deshalb entwicklest du FÜR dich keine eigene Perspektive.

Dein Leidensdruck wird sich also über die nächsten Jahre noch vervielfachen müssen, bis du dir selbst eingestehen kannst (darfst), daß du es nicht mehr erträgst und dich selbst retten willst, egal zu welchem Preis.
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Das ist auch das verwunderliche bei uns Menschen, daß wir selbst bei zunehmendem Leidensfruck immer noch mit-wachsen und weitere Reserven frei machen, um auch dem wieder etwas entgegenzusetzen.

So kommen wir nie wirklich über unsere eigenen Grenzen.. weil wir gar keine solchen definiert haben.

Das Leid -auch auf lange Distanz betrachtet- wird zur Gewohnheit und das rechtfertigt uns, sodaß wir immer neue Gründe finden, weiter zu machen wie bisher.
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..und ich habe das Problem.. ,weil...

achte mal auf diese Redegewohnheit bei anderen und bei dir selbst.

Wer Probleme hat und über Probleme redet, wird Hindernisse wahrnehmen und weiter Probleme haben.

Wer sich Ziele definiert wird Pläne schmieden, Möglichkeiten entdecken und Hindernisse überwinden.
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Denke nach, überlege dir, was du in deinem Leben wahr werden lassen möchtest und vielleicht gelingt es dir Ziele zu setzen, die deinen Mann mitnehmen, wo er sich berufen fühlt dich dabei zu unterstützen.

Das könnte ungekannte Energien freisetzen.. ein gemeinsamer Umzug in eine andere Wohnung, oder Umgebung, das wäre doch mal was !!

die neue Wohnung könnte z.B den Vorteil haben, daß es ein seperates Zimmer für DICH gibt.
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.. und nun stelle ich mir eine junge Frau vor, die direkt wieder die Hindernisse und Probleme sieht..

Das würde soviel kosten, das können wir nicht...
wir müßten eine neue Küche haben, weil..
das Kind liebt sein Zuhause..
.. und sein Zimmer haben wir grade erst renoviert,...
in der neuen Wohnung würden wir die gleichen Probleme haben, weil...
wir müssen hier bleiben, denn ...
.. alles ist in der Nähe, was wir brauchen,...
ich hätte viel weiter zur Arbeit,..
der Baum vor dem Haus ist mein liebster Freund....
ich helfe immer meiner Nachbarin, die kann ohne mich nicht ...
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wer so denkt ist selbst schon im Sog von Depression und Mutlosigkeit gefangen und da ist die Frage erlaubt, ob die eigenen Probleme, den Partner eventuell sogar noch zusätzlich schwächen...

eine erste Veränderung könnte auch sein den Fernseher aus der Wohnung zu werfen - kein Mensch "braucht" das Fernsehen und dann redet man plötzlich auch wieder mehr miteinander...

liebe Grüße

herz-und-seele

Beitrag von mootzi 01.06.10 - 11:57 Uhr

da geb ich dir absolut recht.
ich war aus dem grund weil es mir auch nicht mehr so gut geht bzw ich merke wie ich depressiv werde auch in kur psychosomtisch.

ich hoffe eben immer mit nem neuen schritt, wie zb das ich ab august nach der eltern zeit ja wieder arbeite dann sich was ändert.
oder wenn er auf die medis anspringt und er gut eingestellt ist das es dann wieder besser funktioniert.

aber da dreh ich mich eben schon seid jahren und ich weiß ich muss was ändern und bekomme selbst den hintern net hoch und habe einfach zu viel angst.bin eben auch schwach,leider!
er sagte ja auch als ich meinte ich wolle mich trennen, dass ich selbst schwach und depressiv bin und somit ja wohl keine klaren eigene entscheidung treffen könne.

er ist seid ende september 09 im kranken stand wegen seiner psyche und hat damit auch seine arbeit verloren (da wurde er gemopt) von daher ist es besser das er da nicht mehr ist.


lg mone

Beitrag von herz-und-seele 01.06.10 - 13:31 Uhr

... und es ist natürlich viel bequemer, auf Diagnose hin zu hause bleiben zu Müssen, denn in einer neuen Arbeit könnte man ja wieder gemobbt werden..

und schau mal wie perfekt ihr euch ergännzt:

er sagte ja auch als ich meinte ich wolle mich trennen, dass ich selbst schwach und depressiv bin und somit ja wohl keine klaren eigene entscheidung treffen könne.

- und das glaubst du natürlich auch - oder ?

wieder das Thema, "Angst" und sich nicht FÜR sich selbst entscheiden und einsetzen können... bzw, WOLLEN

- ok - dann ist der Titel des Themas:

'depressiver Mann' eventuell am eigentlichen Thema vorbei:

" ich krieg den Arsch nicht hoch - und mache ihn und seine Krankheit dafür verantwortlich "

naja.. ganz so einfach ist das sowieso für Außenstehende nicht zu sagen, .. und was weiß ich schon.. :)

liebe Grüße und gutes Gelingen !

herz-und-seele