Mietrecht. Kaution.

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Beitrag von callygraphy 31.05.10 - 22:58 Uhr

Hallo.

Ich lebe mit meinem Ex-Partner noch immer in einer Wohnung.
Seit der Trennung als WG mit Untermietvertrag (neben dem Hauptmietvertrag in dem wir auch beide stehen).
Er wollte die Trennung, hat sich getrennt, wegen neuer Frau.

Nun will ich ausziehen da ich nicht mehr in den Resten zerstörter Träume/Hoffnungen/Wünsche leben möchte, und er scheint wohl für sich erkannt zu haben das nicht zu wollen - und macht mir das Leben schwer.

Aber auf die ganz üble Art und Weise indem er einfach gar nicht mehr mit mir redet und mich ignoriert, seit er weiß dass ich gehe.
Ich befürchte er glaubte mich in der Hinterhand halten zu können falls das mit seiner neuen Freundin schief geht.

Habe zum 01.07.2010 eine neue Wohnung.
Ich habe zusätzlich das Gefühl er will mich regelrecht boykottieren und ausbluten lassen, jetzt wo ich gehe.

Zunächst war abgemacht dass ich jederzeit ausziehen kann wenn ich das möchte.
Eine beidseitige Kündigung der Wohnung (am 1.5. zum 31.7. - so hätte ich nur einen Monat doppelt Miete gehabt) wurde von ihm nicht akzeptiert - er wolle die Wohnung behalten, ich könne ja gehen wenn ich wöllte.

Ob er dem jetzt noch schriftlich zustimmt weiß ich nicht.
Ich weiß dass ich zur Not einseitig kündigen kann wegen Verweigerung seiner Zustimmung um überhaupt rauszukommen (zum 31.8. dann) - dann muss ich eben 3 Monate doppelt Miete zahlen.#aerger
Noch hoffe ich aber dass er der "Austragung aus dem Hauptmietvertag" zum 30.6.2010 wie versprochen zustimmt und wenigstens das unterschreibt.

Ganz wichtig aber:
Ich habe damals die Kaution hinterlegt (Hauptmietvertrag). Ca 1000 €.
Habe auch die Einzahlquittung.
Kann ich auf Auszahlung der Kaution bestehen wenn das Mietverhältnis (Hauptmietvertrag) mit mir endet?
Wenn nicht, kann ich verhindern dass nach Kündigung der Wohnung durch ihn später die Kaution an IHN ausgezahlt wird?
Oder gar das er die Wohnung in der Zeit in welcher er allein hier wohnt die Wohnung derart runter wirtschaftet dass ich nix von dem Geld sehe?

Gibt es irgendeine Möglichkeit an mein Geld zu kommen #schmoll?

Er hat über 3000€ Schulden bei mir die wir nie schriftlich fixiert haben - auf die kann ich wohl pfeifen.

Weshalb macht er mir das Leben so schwer?
Er hat eine andere. Er wollte die Tennung.
Nun will ich ohne großes Theater gehen und es passt ihm auch nicht.
Ich mache keine Szene, kein Theater, kein Geheule, Gewinsel, Gebettel, nichts. Der Traum jedes Mannes der ne neue hat und die Alte loswerden will/muss.
Das könnte eine völlig einfache, problemlose Trennung sein für ihn.
Ich weiß nicht mehr wie ich mich verhalten soll und wie ich verhindern kann aus dieser Sache (seiner Entscheidung!) herauszukommen ohne völlig ruiniert zu werden.

Hilfe :-(
Cal

Beitrag von myimmortal1977 31.05.10 - 23:30 Uhr

Zitat: "Noch hoffe ich aber dass er der "Austragung aus dem Hauptmietvertag" zum 30.6.2010 wie versprochen zustimmt und wenigstens das unterschreibt."

Das muss Dir nicht Dein Ex-Freund bewilligen, sondern der Vermieter muss der Austragung zustimmen. Stimmt er nicht zu, kommst Du auch nicht raus. Ggf. nur mit Schwierigkeiten. Vermieter machen dieses aber sehr selten. Denn warum auch... Wenn Dein Freund Mietschulden macht, kann er auf Dich zurück greifen. Habt ihr beide gleichberechtigt als Mieter den Vertrag unterschrieben, haftet ihr beide gesamtschuldnerisch.

Die Sache mit der Kaution. Du musst Dir von Deinem Freund schriftlich geben lassen, wem die Kaution zusteht. Dann musst Du das Schreiben dem Vermieter übergeben, wohin die Kaution überwiesen wird.

Dir alles Gute, Janette


Beitrag von callygraphy 01.06.10 - 06:50 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort.

Weshalb muss der Vermieter dem zustimmen?
Mein Exfreund bleibt ja in der Wohnung, genauso wie die Mietzahlung wie bisher über ihn läuft.

Man kann mich doch nicht zwingen hier wohnen zu bleiben.

Das kann ich nicht verstehen.

Wenn mein Exfreund mir unterschreibt dass die Kaution von mir hinterlegt wurde muss die Vermietung mir diese auch auszahlen?

Vielen Dank
Cal

Beitrag von myimmortal1977 01.06.10 - 13:59 Uhr

Der Vermieter muss der Austragung Deiner Person im Vertrag zustimmen, da ihr beide Vertragspartner des Vermieters seid.

Du kannst aber gut damit rechnen, dass diese Zustimmung verwehren wird. Einfach aus dem Grunde, weil ihr gesamtschuldnerisch zu zweit für die Erfüllung des Vertrages haftet.

Ein Vermieter möchte auch sein Geld für den vermieteten Wohnraum haben. 2 Mieter, die arbeiten gehen, sind solventer, als ein Mieter, der arbeiten geht oder sein Geld von sonst wo her bezieht.

Ein Vermieter geht immer aus Sicherheit. 2 Personen sind besser als eine Person.

Wenn Du jetzt ausziehst und Dein Ex-Freund kommt Dir dämlich und zahlt seine Miete an den Vermieter nicht und Du stehst noch mit im Vertrag, kann der Vermieter OHNE das Mahnverfahren gegen Deinen Ex-Partner einzuleiten DIREKT die Forderung an Dich stellen. Das ist die gesamtschuldnerische Haftung, die dem Vermieter die Sicherheit bietet, von irgendeiner Seite SOFORT an sein Geld zu kommen.

Klüger wäre es damals gewesen, EINER von Euch beiden hätte ALLEIN den Haupt-Mietvertrag unterzeichet und ihr hättet dann unter Euch einen Untermietvertrag gemacht.

Der Untermietvertrag den Du jetzt mit Deinem Ex hast, ist für den Hauptmietvertrag vollkommen irrelevant. Der Untermietvertrag interessiert auch den Vermieter nicht. Der lacht sich alleinfalls drüber kringelig.

Der Untermietvertrag bietet Dir in zweiter Instanz nur die Sicherheit, dass Du, wenn Du jetzt ausziehst ohne aus dem Mietvertrag raus zu kommen und Dein Ex-Freund zahlt nicht die Miete an den Mieter und die gehen tatsächlich an Dich heran, das Geld Dir auf 2. Wege von Deinem Ex-Freund wieder zu holen.

Deshalb ist es mehr als unklug, den Untermietvertrag JETZT aufzulösen, bevor Du nicht sicher weißt, ob der Vermieter Dich aus dem Vertrag allein entläßt.

Du machst eigentlich im Moment alles falsch, was man nur falsch machen kann.

Lass den Untermietvertrag auf alle Fälle so lange bestehen, bis Du sicher weißt, dass der Vermieter an Deinen Ex allein vermietet.

Nein, der Vermieter kann Dich sicherlich nicht dazu zwingen, mit Deinem Ex in der gemeinsamen Wohnung wohnen zu bleiben. Du kannst ausziehen, auch ohne aus dem Mietvertrag raus zu kommen. Man kann 10 Wohnungen anmieten, ohne jemals selbst darin gewohnt zu haben. Nur in der Zahlungsverpflichtung steht immer der, der den Mietvertrag unterschreibt.

Nur wie gesagt, es kann Dir passieren, dass Dein Ex nicht zahlt, um Dir eins auszuwischen und Du dann sofort mit der Geldbörse offen da stehen musst. Das ist das Risiko, was Du dann trägst.

Der Vermieter muss die Kaution an den Empfangsberechtigten auszahlen.

LG Janette

Beitrag von windsbraut69 01.06.10 - 06:52 Uhr

Habe ich Dich richtig verstanden, dass Ihr weiterhin beide gemeinsam Mieter der Wohnung dem Vermieter gegenüber seid und unter Euch diesen Untermietvertrag abgeschlossen habt?

Dann kommst Du m. E. auch mit 3monatiger Kündigungsfrist nicht ohne die Zustimmung BEIDER Vertragspartner (Ex und Vermieter) aus dem Vertrag...

LG

Beitrag von callygraphy 01.06.10 - 07:08 Uhr

Ja, wir haben dann im Wissen des vermieters einen Untermietvertrag aufgesetzt.

Die Kündigung des Untermietvertrages läuft nur zwischen mir und dem Vermieter (hier mein Exfreund).

Der ist auch gekündigt.

Aber ich benötige eben noch seine Zustimmung mich auch aus dem Hautmietvertrag zu entlassen.


Das größere Problem ist aber eben auch die Kautionssache.
Kann ich auf Auszahlung durch die vermietung bestehen wenn mein Exfreund mir bestätigt dass diese von mir hinterlegt wurde und an mich ausgezahlt werden soll?

Danke Cal.

Beitrag von windsbraut69 01.06.10 - 09:22 Uhr

Mit beiden Deiner Anliegen müssen alle Vertragspartner einverstanden sein!

Dass der Untermietvertrag gekündigt ist, nützt Dir m. E. leider gar nichts.

Gruß,

W

Beitrag von -kopfsalat- 01.06.10 - 08:11 Uhr

Hier mal eine Info zum Mietrecht:
"Wenn sich Paare trennen, von denen beide im Mietvertrag stehen, gilt: Es können nur beide gemeinsam kündigen. Zieht einer der Partner aus, ohne dass das Mietverhältnis gekündigt wurde, muss der Ausziehende weiter die Miete zahlen. Er gilt nach wie vor als Mieter dieser Wohnung- mit allen Rechten und Pflichten. Derjenige, der aus der Wohnung ausziehen will, kann nicht alleine kündigen. Er kann weder das Mietverhältnis insgesamt noch isoliert für seine Person kündigen. Er hat allenfalls Anspruch darauf, dass sein ehemaliger Partner die Kündigung zum nächstmöglichen Termin mit unterschreibt.

Möglich ist es natürlich, dass sich die beiden Ex-Partner und der Vermieter darüber einigen, wer zukünftig Mieter ist und wer nicht. Bei Ehepaaren gilt hier eine Besonderheit: Im Zuge des Ehescheidungsverfahrens kann das Familiengericht entscheiden und festlegen, welcher Ehepartner die Wohnung erhält, ob und unter welchen Bedingungen der andere Partner aus dem Mietvertrag ausscheidet. Der Vermieter ist dann an diese Entscheidung gebunden. "

Du bist also wirklich auf das Wohlwollen deines Ex angewiesen :-(


Eine Kaution wird an die Person zurückbezahlt, die diese auch eingezahlt hat. Stimmt dein Ex deinem Auszug zu, und du kündigst deinen mietvertrag, so muss ER dann die Kaution erneut bezahlen, sollte er dort wohnen bleiben.



Gruß
Salat


Beitrag von werner1 01.06.10 - 09:41 Uhr

Hallo,

#Eine Kaution wird an die Person zurückbezahlt, die diese auch eingezahlt hat#

Wie kommst du darauf ?
Dabei gilt das gleiche wie bei der gesamtschuldnerischen Haftung. Der VM muss zwar irgendeinem von beiden die Kaution zurückzahlen, aber er kann sich aussuchen, an wen es geht.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von -kopfsalat- 02.06.10 - 08:12 Uhr

hm....dann wird bei uns wohl eine Ausnahme gemacht worden sein. Die Aussage unserer Hausverwaltung war (das liegt mir schriftlich vor), dass die Kaution bei Auszug an den Einzahler zurückbezahlt wird. Und bei uns gibt es auch einen gemeinsamen Mietvertrag, der nun von beiden gekündigt wurde.

Gruß
Salat

Beitrag von manavgat 01.06.10 - 11:24 Uhr

Das ist jetzt schwer, aber ehrliche Meinung: es ist nur Geld!

Sei froh, wenn Du diesen Schmutzbeutel endgültig los bist.

mein Rat wäre: sprich mit dem Vermieter und schenk ihm reinen Wein ein.

Ich hatte auch mal so ein vertraktes Mietverhältnis: er und ich gemeinsam, ich wollte die Whg behalten und er sollte raus.

Habe ihn damals unter Druck gesetzt: wenn Du nicht unterschreibst, dann gehe ich und zahle keinen Cent mehr. Da bei mir damals nichts zu holen war, hätte er dafür komplett aufkommen müssen. Das zog. Wir haben dann beim Vermieter, der glücklicherweise einverstanden war den Vertrag nur auf mich umgeschrieben.

Wenn sich der Vermieter quer stellt, dann kommst Du an einer anwaltlichen Beratung nicht herum.

Das mit der Kaution kann ich Dir nicht beantworten.

Gruß

Manavgat