Findet Ihr Stillstand auch so schrecklich oder bin nur ich so komisch?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von meritene 01.06.10 - 08:00 Uhr

Hallo und guten Morgen,

ich weiß nicht recht, ob ich hier im richtigen Forum bin, aber es erschien mir von allen am passendsten.

Es geht um folgendes: Ich habe immer das Gefühl, dass sich irgendwas verändern muss, dass es "voran" gehen soll. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben, sondern erzähl mal ein paar Beispiele.

Wir (mein Freund und ich) haben unser Studium abgeschlossen, sind 2007 ins Berufsleben eingestiegen. Nach dem halben Jahr hatte ich das Gefühl, dass es Zeit für ein Kind wäre. Der Kleine kam im Mai 2008 zur Welt. Danach war ich mal ne Weile beschäftigt... #schein
Nun hab ich schon wieder das Gefühl, dass wir umziehen könnten oder sogar in Richtung Hauskauf/Hausbau was anleiern sollten. Auch der Gedanke eines zweiten Kindes spukt schon wieder in meinem Kopf rum.

Mein Freund meint: Es ist doch alles prima. Wir haben ne schöne Wohnung, schöne Berufe, einen gesunden Sohn - es ist doch alles prima so wie es ist.

Aber mir wird's dann nach einer gewissen Zeit irgendwie - langweilig - obowhl langweilig es nicht so ganz trifft.

Es muss sich immer was verändern, Bewegung...

Versteht Ihr was ich meine?

Vielleicht kennt ja jemand von Euch den Song "Rollender Stein" von Peter Fox? So komm ich mir manchmal vor.

Bin gespannt auf Eure Meinungen.

Daniela

Beitrag von lichtchen67 01.06.10 - 08:14 Uhr

Meinungen? Wozu? Du bist wie Du bist ;-). Ich bin da komplett anders, ich mag in Situationen, die "prima" sind auch eher verharren, ich mag Alltag und routine und wenn alles geregelt ist. Schon eine kleine Renovierung ist für mich eher ein Jahresprojekt.

Meine Freundin ist da auch anders, die hat in einer Stunde ihr ganzes Wohnzimmer umgestellt, die braucht auch immer wieder mal was anderes. Bei mir findet ein Dekoteil z.B. seinen Platz und bleibt da auch - so ähnlich lebe ich dann auch.

Wenn Dein Freund so anders gestrickt ist als Du müsst ihr halt nur aufpassen, dass ihr den anderen nicht überfordert bzw. Du ihn nicht überforderst mit Deinem Umtriebigem und er Dich nicht langweilt. Ihr müsst es halt positiv nutzen, dass Du eher diejenige bist, die antreibt und er vielleicht derjenige, der bremst wenn es nötig ist.

Lichtchen

Beitrag von luka22 01.06.10 - 08:34 Uhr

Ich denke einerseits ist es menschlich immer etwas Anderes/ Neues zu wollen. Dieser Antrieb ist der Grund, dass wir nicht mehr auf Bäumen sitzen ;-). Andererseits gibt es vor allem in der heutigen Zeit eine fast schon ungesunde Rastlosigkeit. Nie zur Ruhe kommen, nie Zufriedenzusein immer das nächste Ziel vor Augen - ein wenig versperrt diese Art zu leben den Blick auf das Schöne im Hier und Jetzt.
Ich denke der Mittelweg ist richtig: Etwas zu wollen, aber dann auch zufrieden und glücklich zu sein, wenn man es erreicht hat :-D. Manche Menschen müssen das erst lernen #schein. WEnn man es nicht lernt, wird man nie zufrieden sein. Denn hast du dein Haus, dann willst du ein schöneres oder größeres oder ein neues Auto oder einen neuen Mann :-p ... Zufriedenheit mit den Dingen, die man hat - das muss man lernen, wenn man auf Dauer glücklich sein will!

Grüße, Luka

Beitrag von summersunny280 01.06.10 - 10:27 Uhr

Danke .........genauso beschissen ist es .
Ich bin auch rastlos und ehrlich gesagt macht es mir angst ...ich hab mit 24 jahren schon alles, was kommt denn da noch nach?

kein wunder das man da hirngespinnste bekommt.....

Beitrag von elsa345 01.06.10 - 08:46 Uhr

Hallo,
na Du bist eben noch nicht angekommen und das ist auch normal. Du hast Deine Familienplanung noch nicht abgeschlossen und eine Mietwohnung ist eben auch nicht Dein Ziel. Also soll es weitergehen, vollkommen logisch. Mache Dir keine Gedanken Du wirst auch noch ruhiger!!!
Gruß

Beitrag von elea 01.06.10 - 09:11 Uhr

Guten morgen - ich bin auch so ähnlich...

ich mag es gerne mal behaglich, also z.b. wenn sich nach der geburt eines kindes der alltag einpendelt und man auch im kopf wieder zur ruhe kommt.

Fragt man meinen Mann dazu, der würde dir sagen, ich bin wie du :-) Ich bin seit anfang mai im mutterschutz (urlaub,überstunden noch dabei). meinem mann graute es vor dieser zeit. er sagte nur: "Ach gott, da stehen abends die möbel wieder ganz anders wie frühs...!" Leider geht das nicht^^, da ich schwanger bin, rutsche ich keine möbel herum.

mir ging es auch jahrelang so, dass ich so alle 2 jahre gerne einen wohnungswechsel hatte. mich störte der stress des umzugs eigentlich nie...

Allerdings muss ich sagen, ich werde ruhiger. irgendwann hab ich dann mal sehnsucht nach einem festen wohnsitz bekommen, und wir fangen jetzt bald an zu bauen.

allerdings: mir wird es zu hause sehr schnell langweilig :-) ich putze immer,räume auf aber irgendwann hab ich die nase voll davon. mein leben ist einfach nicht erfüllt von einem dasein als hausfrau und mami, deshalb freue ich mich schon jetzt auf die zeit,wenn mein 2. kind 2 Jahre ist, dann gehe ich auch wieder arbeiten!!

Soviel von mir dazu :-)

Lg, Alexandra

Beitrag von braut2 01.06.10 - 09:40 Uhr

Ich verspüre auch manchmal diesen Drang. Aber es gibt auch Momente, wo ich diesen Stillstand genießen kann. Allerdings kommt das daher, daß wir in den Jahren, in denen wir uns kennen, ständig irgendwas war, bisher ist bei uns die langersehnte Ruhe noch nicht eingetroffen ;-)
Jetzt ist Kind Nr.3 unterwegs. Und es wird das letzte sein. D.h., Kinderplanung abgeschlossen. Wir wollen jetzt ein Haus bauen, d.h. Heim schaffen ist abgeschlossen (mal abgesehen von den Arbeiten am Haus, die wohl IMMER anfallen werden #schwitz), anderes Auto kaufen, wo 3 Kinder reinpassen, dh. auch das ist dann erstmal abgeschlossen.
Und weißte was, ich FREUE mich darauf wenn alles fertig ist, wenn ich mein Baby habe, wenn wir ins Haus einziehen können und heimelig sind, wenn ich das erste mal den Kamin anmachen kann und ihn mit einem guten Glas Wein genießen kann #hicks

Du bist halt Du. Jeder ist gottseidank anders. Manche bremsen Dich, andere pushen Dich. Und das ist gut.
Ich bin immer in Bewegung und freue mich, wenn ich mal still genießen kann.

Lg b2

Beitrag von gh1954 01.06.10 - 09:41 Uhr

Das halte ich für dein Alter vollkommen normal.

Wenn Menschen diesen "Trieb" nicht hätten, würden sie mit 40 noch unverheiratet bei den Eltrn logieren.

Beitrag von nele27 01.06.10 - 09:50 Uhr

Hallo Daniela,

noch denke ich ist das in Ordnung so, wenn man eben noch nicht angekommen ist im Leben...

Andererseits sollte man auch aufpassen, auch mal mit dem zufrieden zu sein, was jetzt ist und nicht immer nach dem nächsten streben. Sonst kommst Du nie an und bist irgendwann 60 und fragst Dich, warum Du das Leben nie genossen hast und mal eine Zeitlang in der Gegenwart verbracht hast, statt nur der Zukunft hinterherzurennen...

Ich würde das also im Auge behalten, mich vom Mann ruhig mal bremsen lassen :-) und bewusst in die Gegenwart eintauchen. Pläne schmieden ist toll - aber sollte nicht der einzige Lebensinhalt sein.

LG, Nele

Beitrag von wort75 01.06.10 - 10:18 Uhr

nun, menschen haben den drang, sich zu verändern, zu verbessern.

ist dir mal aufgefallen, dass gartenbesitzer nie gemütlich im garten liegen und die sonne geniessen? nein! nach zehn minuten springen sie auf und schneiden die hecke zurecht, legen sich hin, sehen dass da noch unkraut spriesst...

bewegen und entwickeln ist normal. dass der 2. kinderwunsch jetzt kommt auch - der abstand ist ja ideal...

fragen musst du dich nur, ob eine entwicklung denn auch zur lebensqualität beiträgt. oder ob sie nur druck ist - oder nur mittel dazu, sich abzulenken von sich selber oder seiner situation.

meine schwester ist so: kaum hat sie das, braucht sie dieses. kaum hat sie dieses, muss jenes her... ein ewiges gerenne, nie ruhe. nicht nur bei grossen sachen, auch bei kinderkleider, sportsachen... das macht dann nicht glücklich, sondern gestresst. auch wenn sie am ende des tages mehr besitzt ist sie weniger erfüllt. weisst du, was ich meine?

überleg also bei allem drängen, ob es auch wirklich eine verbesserung hervorruft oder zu deinem / eurem wohlbefinden beiträgt.

UND: dräng keinen mit. mein partner ist zum beispiel auch so ein "es ist doch alles prima, schöne wohnung, gute berufe, gesunde kinder". ich drängte ihn mal kurzzeitig in richtung "karriere" weil uns latent immer geld fehlte. und er machte ine weiterbildung (ich zwang ihn nicht, wirkte aber sicher auf ihn ein...) und dann hatte er die ersten jobs in der neuen richtung - und war kreuzunglücklich. er wollte nicht karriere machen, wollte nicht so viel weg sein... das war also ein überflüssiges streben, dass nicht erfüllte. die ausbildung machte ihm spass - aber der payback kam natürlich nie.
oder dann die sache mit unserem haus: klar, häuschen, gartenzaun und keine nachbarn... aber als sehr vorsichtige menschen merkten wir kurz vor abschluss, dass es uns zu sehr belastet, so viele variablen nicht genau berechnen zu können (reparatur heizung, dach etc.) und liessen davon ab. auch das ein unnötiges streben.
anderes hingegen zogen wir durch: familie, schöne wohnung, kleines büro, neue jobs, etc.

Evolutionstechnisch gesehen ist bewegung von der drang vorwärts gut: sonst hockten wir immer noch in der höhle... wir entwickeln uns. aber leider entwickeln wir uns nicht nur, wir drängen und hetzen uns auch. oft sehr grundlos. ...

Beitrag von berry26 01.06.10 - 10:20 Uhr

Hallo Daniela,

ich kann das vollkommen verstehen. Mir geht es genauso. Ich bin eigentlich immer nur kurz mit dem zufrieden was ich gerade habe. So bin ich in den letzten 10 Jahren 6 mal umgezogen, habe das 7. Auto, ein Kind und bin mit dem 2. schwanger. Die einzige Konstanten sind mein Job und mein Mann. Ansonsten bin ich eigentlich ständig am planen. Entweder den nächsten Urlaub, die nächste größere Anschaffung, den nächsten Umzug, das nächste Kind ....

Mir hat mal mein esoterischer Englischlehrer gesagt, das ich eine rastlose Seele habe und ich befürchte das er damit voll ins "Schwarze" getroffen hat. Nun ich hoffe sehr das jetzt erstmal alles ein bisschen zur Ruhe kommt und ich "verharren" kann.

LG

Judith

Beitrag von glueckskleechen 01.06.10 - 11:22 Uhr

ich finde Stillstand auch stressig und brauche immer Action #hicks

bei muss sich immer was tun und es ist mir oft lieber, ich habs stressig, als ich habe einen Tag nix vor.

Ich find das aber eher positiv als belastend! Leben ist doch Veränderung, Weiterkommen, Lernen, Neues erfahren...!
Nichts schlimmer, als solche Gewohnheitstiere,...#gaehn

Für mich zählen dazu Hobbies, Weiterbildungen, Bücher, Reisen, Unternehmungen im Alltag, Freunde,...da ist immer was los und es ist nie langweilig, schön :-)

Was ich allerdings noch nie ändern wollte und auch nie wollen werde sind ist mein Mann und unser Haus inkl. Wohnort. (die Kinder brauch ich ja nicht extra zu erwähnen, oder? :-) ) DAS sind meine gleichbleibenden Inseln, meine Oase, wo ich es heimelig, gemütlich und beständig habe, nach all dem Trubel ;-)


LG #klee

PS.: vielleicht werd ich im Alter ruhiger #gruebel #rofl

Beitrag von c.l.e.o. 01.06.10 - 12:57 Uhr

Hallo,
ich kann Dich voll und ganz verstehen, denn mir geht es ganz genauso. Allerdings habe ich das nie als ein Problem angesehen. Glücklicherweise tickt mein Mann ganz genauso. Wir planen immer wieder neue Projekte: egal ob Kinder, Reisen, Hauskauf, Hausverkauf, Hausneukauf, Auswanderung, etc. Ich fühle mich auch sehr wohl damit. Wenn mal eine zeitlang nichts passiert, z.B. durch Schwangerschaft und Geburt, dürste ich förmlich nach Veränderung. Ich denke, mein Leben wird intensiver, wenn viel passiert, wenn ich immer eine gewisse Vorfreude auf ein neues Abenteuer habe.

LG,
C.

Beitrag von alocin1970 01.06.10 - 13:19 Uhr

Hallo, Daniela,

ja, ich bin leider auch so ... was ziemlich unpassend ist und für die Umwelt anstrengend, wenn man 3 Kinder hat, die einen schon tierisch auslasten, Haus, Job etc. Ich dreh auch grad am Rad und denke: Was soll jetzt noch kommen? Denke sogar über ein neues junges Pferd nach, das mich nach meiner alten Stute mal wieder fordert, ein anderes Haus, einen richtigen Job (bin freiberuflich tätig), ein viertes Kind, ein zweites Studium.

Ich denke, du darfst dir dieses Gefühl leisten, da kann ja wirklich noch was kommen, aber bei mir finde ich es ungesund: Ich bin 40, wir haben alles - irgendwann muss es auch mal gut sein mit der Veränderung, muss ich auch mal zufrieden sein mit dem Erreichten. Und dennoch: Das Gefühl, dass da jetzt nichts Neues mehr passiert außer den Kindern beim Erwachsen-Werden zuzusehen, meinen Mann in die Rente zu begleiten und Oma zu werden ... gruselig!

LG Nicola

Beitrag von 24hmama 01.06.10 - 15:05 Uhr

hi

das Gleiche habe ich mich auch schon gefragt-
also ob ich komisch bin;-)

Mir geht es genauso-
ich mag keinen "Alltag".

Früher z.b hatte ich mal eine Weile "wechselnde Beziehungen"
weil ich wieder etwas aufregendes "neues" wollte.

Jetzt habe ich eine FAmilie- den Mann und die Kinder möchte ich nicht erneuern;-) aber man könnte ja mal dieses oder jenes neu kaufen,umbauen, organisieren....etc.

ich werde richtig depressiv wenn mal längere Zeit so gaaar nichts ansteht...

Außerdem möchte ich mich jetzt umschulen, mein alter Beruf ist mir zu #gaehn

Teilweise fühle ich mich echt "getrieben"#gruebel

Vielleicht ist das eine Charaktersache und wir "sind einfach so";-)


lg k. mit daniel und severin