Lese immer still mit,habe aber eine Frage...

Archiv des urbia-Forums Frühchen.

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Der Frühchenmediziner Dr. Matthias Jahn beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von elea 01.06.10 - 09:04 Uhr

Hallo ihr lieben Mamis,

ich lese immer wieder mal still hier mit und bewundere euch,wie stark ihr seid.
ich würde auch gerne mal etwas fragen, was mir unterbewusst immer im kopf herumspukt...

seid beginn meiner schwangerschaft mache ich mir sorgen, mein Baby könnte zu früh kommen. mittlerweile bin ich in der 28. woche - ich, bzw. die kleine, wäre dann ja bald soweit, dass sie eine frühgeburt relativ gut "übersteht" bzw. das ich auch davon ausgehen kann, das im kh alles erdenkliche für das baby getan wird.

was mich interessiert und das betrifft die mütter die schon ein kind hatten,als das nächste zu früh kam: wie habt ihr das gemanagt? wart ihr die ganzen wochen über täglich immer im kh bei euren kleinen? wer versorgte eure großen kinder?

wundert euch nicht, aber ich denke eben auch an meine "große" tochter, die erst 3 ist. man möchte den kindern ja beiden gerecht werden und das "neue" baby braucht einen eben mehr, ich denke der kontakt zu den eltern auch auf intensiv ist immens wichtig (hab ich mal gelesen).
ich wüsste einfach gerne,wie ihr das gemacht habt. ?

Nochmal alles liebe an euch,

Alexandra

Beitrag von belala 01.06.10 - 09:20 Uhr

Hallo Alexandra,

als mein 2.Kind in der 24+3 Ssw geboren wurde, lag ich bereits 3 Wochen im KH und meine Erstgeborene war gerade 20 Monate.
Nach der Geburt lag ich noch wegen einer Lungenembolie auf der Intensivstation und sah weder das große noch das frühgeborene Kind.

Glücklicherweise konnte ich mich 100% auf meinen Mann verlassen, der aber leider damals im Schichtdienst arbeitete.
Meine "große" Tochter ging damals in die Kinderkrippe von 8.00-16.00.
In dieser Zeit war ich bei meinem Frühchen, aber nicht die ganze Zeit.
Wegen Visiten, Mittagsruhe und eigener Termine blieb kaum Zeit für mein Frühchen.
Am Abend brachte ich meine "Große" immer ins Bett.
Schwierig wurde es für mich, wenn mein Mann am Wochenende einen Spät-Früh Wechseldienst hatte.

Geschafft haben wir es irgendwie, aber ich habe sehr,sehr unter diesem Spagat gelitten. Hatte immer das Gefühl nicht hier und nicht dort zu sein.

LG belala

Beitrag von leahmaus 01.06.10 - 10:16 Uhr

Hallo Du,

Meine Grosse Tochter war 3,5J als Hanna in der 32ssw geboren wurde!

Hanna lag 3,5 im Kh.

Wie wir das geschafft haben????
Hört sich doof an,aber irgendwie schafft man das.

Ich hatte sehr grosse Unterstützung von meinen Eltern.
Die haben dann die Grosse vom Kiga abgeholt,während ich bei Hanna im Kh war!
Nachmittags bin ich vom Kh nach Hause und habe mich dann um meine Tochter gekümmert.
Abends hat mein Mann die Grosse dann ins Bett gemacht u ich bin dann wieder ins Kh.
Ja jeden Tag das gleiche Spiel.

Dann kam auch noch hinzu,dass ich 1Woche nach der Geburt eine schwere Lungenentzündung bekam u laut Ärzte mich schonen schonen u schonen sollte.
Die Lungenentzündung habe ich ohne stationären Aufenthalt im Griff bekommen.

ich wollte es beiden Kindern Recht machen.Und hatte jedesmal ein schlechtes Gewissen.
Wenn ich zum Kh gefahren bin,hatte ich gegenüber meiner Grossen Tochter ein schlechtes Gewissen.
Das war für mich auch die härteste u schlimmste Zeit in meinem Leben.

Dafür geniessen wir jetzt unser Familienleben zu viert!!!!

Alles Liebe...

Stephie mit Lea 3 3/4J und Hanna 5Mon

Beitrag von madmat 01.06.10 - 11:47 Uhr

Hallo,

als ich schwanger war mit meiner Kleinen hatte ich bereits 3 Söhne im Alter von 4-9 Jahren.
Ich lag häufiger im KH und mein Mann konnte sich frei nehmen, um für die Großen da zu sein.
Als sie dann total überraschend geholt wurde, mußte er die Jungs beaufsichtigen, für die wir so schnell niemanden gefunden haben (für meine Schwägerin bspw war es wichtiger zu BÜGELN!!!!!!:-[), den KS hat er somit als erste meiner 4 Geburten verpasst, und empfand diese Geburt am Schlimmsten.
Danach lag die Kleine noch 3 Wochen auf der ITS, die ersten 5 Tage lag ich in der selben Klinik, war also täglich oft bei ihr. Danach hatte mein Mann (trotz neu angefangenem Job) frei und konnte mich täglich kutschieren, und ich konnte mich, mehrere Stunden täglich, um die Kleine kümmern, während er bei den Großen war. (es waren gerade Ferien)
Ich muss wirklich sagen, daß mein Mann in dieser Zeit mein Anker war, der immer zur Stelle war, wenn ich ihn brauchte. Und gerade in dieser schweren Zeit habe ich gelernt, zu sortieren...zwischen Freunden und "Freunden".

LG

Beitrag von cristina-m. 01.06.10 - 13:19 Uhr

Erstmal wünsche ich Dir natürlich, dass sich Dein Kleines noch genug Zeit lässt.
Dann will ich Dich aber beruhigen und Dir sagen, dass sie heute wirklich ALLES Mögliche machen können im Falle einer Frühgeburt.
Mein Kleiner war 5 Wochen zu früh, war 13 Tage auf der Intensiv, ihm ging es aber bereits nach 3 Tagen viel besser und ab da ging es steil bergauf.
Jetzt ist er 16 Wochen alt und stand bereits nach 8 Wochen gleichaltrigen "Normalgeborenen" in nichts nach.
Sprich mit Deinem Partner über Deine Ängste, vielleicht kann er Dich unterstützen, Dir Mut machen.

Hast Du einen guten Draht zu Deinen Eltern und Schwiegereltern?
Gibt es Freunde in Deiner Nähe, die spontan alles stehen und liegen lassen würden, um Dich zu unterstützen?
Manchmal kommt auch Hilfe von einer Seite, mit der Du nicht gerechnet hattest.
Versuch doch mal, Deine Angst in konstruktive Energie umzuwandeln.
Überleg Dir, wen Du nach der Geburt gerne als Unterstützung bei Dir zu Hause hättest - am Besten sollte die ersten Wochen immer jemand greifbar sein, der mal kochen (oder nur für Euch mit kochen), mal abspülen oder auch mal die Böden sauber machen kann.
Und denk nicht: das schaffen wir schon - das ist falscher Ehrgeiz.
Überleg Dir also, wer Dir lieb wäre als Stütze und ruf diese Leute an. Sag ihnen, sie sollen sich darauf einstellen, dass es auch schon in z.B. 6/7 Wochen soweit sein könnte, aber vielleicht auch erst in 12.
Dass sie wissen, sie können es nicht direkt mit Terminkalender planen, sind aber schonmal vorbereitet.

Und scheu Dich nicht, um Hilfe zu bitten. Es gibt, glaube ich, kaum vergleichbare Situationen, in denen man so froh ist, wenn man sich nicht allein durch kämpfen muss. Sondern Zeit hat für sein Kind.

Sobald Du irgendeine Art von Kontraktionen hast, würde ich das auf jeden Fall sofort abklären lassen. Es kann dann alles sein - Übungswehen, Senkwehen (die kamen bei meiner Mutter so ca. 5 Wochen im Voraus jedes Mal), oder auch richtige. Sag Deinem Arzt, dass Du Angst hast, vielleicht kann er Dich beruhigen, in jedem Fall weiß er dann Bescheid. Und kann auch entscheiden, wann und ob Du die Lungenreife bekommen könntest in gegebenem Fall.

Alles Gute und viel Mut!!
Und versuch, Deine Kugel zu genießen!

LG

Beitrag von kuerbiskernchen 01.06.10 - 13:55 Uhr

Hallo Alexandra.

Als ich mit meinem Sohn (heute 21 Monate) schwanger wurde musste ich des öfteren in die Uni Klinik nach Münster. Wir wohnen in Metelen, das liegt 40 km (ein Weg) von Münster entfernt.
Ich habe noch 2 ältere Töchter, die damals 4 Jahre und 2 Jahre alt waren.

Im Juli 2008 wurde ich stationär aufgenommen, habe sogar den Geburtstag meiner Großen verpasst, das war das Allerschlimmste #heul. Denn ich musste nur liegen und deshalb durfte ich net mal für 24h raus.
Mein Mann war in der Zeit mein größter Halt. Er hat sich auf Familie krank schreiben lassen und wir hatten von der KK eine Haushaltshilfe zuhause. So konnte sich mein Mann um die Mädels kümmern und die Frau um den Haushalt.
Mein Mann und meine Kinder kamen mich so oft es ging besuchen, aber wegen der Entfernung ging das natürlich nicht täglich #heul. DAS war echt das Allerschlimmste was ich erlebt habe!!!! Besonders am Geburtstag meiner Tochter nicht da sein zu können :-( und diese Abschiede immer wieder. Das war für meine Kinder auch die Hölle.
Dann wurde René am 4. 9. 2008 in der 34 SSW geholt, und kam auch auf Frühchenintensiv. Leider ging es mir nach der Geburt noch nicht viel besser, musste dann bis Mitte September noch stationär bleiben.
Als ich dann entlassen war, ja da fing dann auch der Spagat an. Zum Glück hatte mein Mann immernoch frei, meine Eltern haben uns dann die Mädels morgens abgenommen (bzw. nur Jolina, die Große war ja in der Kita) und haben die Große dann abgeholt damit wir zu René konnten.

Die Zeit war furchtbar...am 7.10. konnten wir René dann mit nach Hause nehmen.
Ich drücke dir die Daumen das deine Maus lange in deinem Bauch bleibt!!!

Liebe Grüße Verena
mit 3 Kindern an der Hand
2#stern im #herzlich

(1.ÜZ,ZT6)