Tiefschlaf

Archiv des urbia-Forums Bettnässen.

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Forum: Bettnässen

Hier noch einmal zum Nachlesen: In unserem Expertenforum beantwortete Universitätsdozent Dr. Hans Salzer - Facharzt für Kinderheilkunde - eure Fragen zum Thema Bettnässen.

Beitrag von ls1311 01.06.10 - 09:41 Uhr

Hallo,

meine beiden Töchter sind 6 und 9 Jahre alt.
Beide schlafen so tief, dass sie nicht merken, wenn sie ins Bett machen. Sie schlafen einfach weiter.

Zur Zeit machen wir es so, dass wir beide kurz vor Mitternacht wecken und auf die Toilette schicken. Bei Lea, unserer Großen, klappt das auch ganz gut.
Sie geht auch hin und wieder nachts von allein.

Bei Lucy klappt das gar nicht. Sie schläft so fest, dass sie nicht einmal merkt, dass wir sie auf Toi bringen.

Organisch ist alles in Ordnung, das haben wir abchecken lassen.

Was können wir noch tun?

Lg,
Lydia

Beitrag von EXPERTE 02.06.10 - 13:23 Uhr

Liebe Is1311,

Einnässen in der Nacht bis zum sechsten Lebensjahr ist für die Eltern und das Kind unangenehm, aber vollkommen normal. Das Bettnässen ist bis zu diesem Alter ein natürliches Phänomen. Das hängt mit der individuellen Entwicklung der Harnblase zusammen. Bei manchen Kindern ist sie noch sehr klein und kann daher noch nicht soviel Harn aufnehmen, wie in der Nacht produziert wird. Um wirklich nachts trocken zu sein, muss die Hirnanhangsdrüse in den Nachtstunden das Hormon „Vasopressin“ ausschütten, das dem Harn Wasser entzieht und so das Harnvolumen vermindert. Auch die Regulation dieser Hormonausschüttung ist individuell sehr verschieden. Wenn die Größe der Harnblase und die Vasopressinausschüttung zusammenpassen, wird Ihr Kind nachts trocken, das wird irgendwann zwischen dem dritten und siebenten Lebensjahr eintreten, bei manchen Kindern dauert es noch länger. Das nächtliche Aufwecken und auf die Toilette schicken ist sicherlich sinnvoll. Vernünftig ist es auch die Kinder am Abend weniger trinken zulassen. Das letzte Getränk sollte ungefähr eine Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Sie können mit Ihrem Kinderarzt die Möglichkeit der Hormontherapie oder den Einsatz einer „Klingelhose“ besprechen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hans Salzer