Ist es geschafft?!

Archiv des urbia-Forums Bettnässen.

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Forum: Bettnässen

Hier noch einmal zum Nachlesen: In unserem Expertenforum beantwortete Universitätsdozent Dr. Hans Salzer - Facharzt für Kinderheilkunde - eure Fragen zum Thema Bettnässen.

Beitrag von 0908578 01.06.10 - 10:11 Uhr

Hallo,

unser Sohn ist im März 6 Jahre alt geworden.

Tagsüber trocken war er schon mit 2,5 Jahren.

Nachts haben wir es immer mal wieder probiert, leider war immer die Hose und das Bett nass. Eine trockene Windel morgens hatten wir noch nie. Bisher hat uns das alles nicht gestört, doch nun möchte er selbst die Windel los werden. In der Familie (Cousins sind viele ältere Kinder noch mit Windel, ist wohl familiär bedingt)

Vor ca 2 Wochen haben wir trotzdem (mit ihm) beschlossen, die Windel wegzulassen und ihn ggf. umzuziehen. Die ersten 3 Nächte hat er bis morgens mit nasser Hose geschlafen, er schläft anscheindend sehr tief.
Dann dazwischen war plötzlich morgens einmal die Hose trocken, dann wieder ein paar Nächt nass, allerdings ist er dann schon aufgewacht, hat sich umgezogen und bis morgens ist alles trocken geblieben.

Nun ist seit 5 Nächten hintereinander die Hose trocken und er schläft auch bis morgens! Geht dann so gegen 05.00 auf die Toilette. Er ist sehr stolz darauf und nun auch richtig motiviert.


Ich habe nun ein bißchen Sorge, dass doch irgendwann nochmal ein richtiger Rückschlag kommt?!

Wie können wir am Besten weitermachen und uns weiter verhalten um ihn weiterhin zu motivieren und zu stärken.

Vielen Dank, Tanja mit Moritz (6) und Marie (3,5 - schon tags und nachts seit knapp 1 Jahr trocken #freu)

Beitrag von EXPERTE 02.06.10 - 13:29 Uhr

Liebe 0908578,

Einnässen in der Nacht bis zum sechsten Lebensjahr ist für die Eltern und das Kind unangenehm, aber vollkommen normal. Das Bettnässen ist bis zu diesem Alter ein natürliches Phänomen. Das hängt mit der individuellen Entwicklung der Harnblase zusammen. Bei manchen Kindern ist sie noch sehr klein und kann daher noch nicht soviel Harn aufnehmen, wie in der Nacht produziert wird. Um wirklich nachts trocken zu sein, muss die Hirnanhangsdrüse in den Nachtstunden das Hormon „Vasopressin“ ausschütten, das dem Harn Wasser entzieht und so das Harnvolumen vermindert. Auch die Regulation dieser Hormonausschüttung ist individuell sehr verschieden. Wenn die Größe der Harnblase und die Vasopressinausschüttung zusammenpassen, wird Ihr Kind nachts trocken, das wird irgendwann zwischen dem dritten und siebenten Lebensjahr eintreten, bei manchen Kindern dauert es noch länger. Es ist eher wahrscheinlich, dass es ihr Sohn dann geschafft hat. Gelegentlich ist zwar wahrscheinlich mit Rückschlägen zu rechnen, vielleicht wenn er einen besonders aufregenden Tag hinter sich hat. Wichtig ist, wenn einmal ein „Unglück“ passiert, dieses Missgeschick nicht zu stark thematisieren, sondern als etwas Normales betrachten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hans Salzer