wie kann man üben, mit LOB umzugehen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von engelchen28 01.06.10 - 20:59 Uhr

huhu!
paulina wird sonntag drei #freu und uns ist aufgefallen, dass sie gar nicht gut mit lob umgehen kann. wir sagen z.b. öfter, dass sie toll singen kann und dann dreht sie sich weg und macht einen auf baby, spricht plötzlich sowas wie "äh-äääääh" und wird total kasperig. letztens war sie das erste mal beim schwimmkurs und wir haben sie gelobt, wie toll sie geschwommen ist. wieder "affiges" benehmen, wegdrehen, ins lächerliche ziehen. man sollte meinen, sie hört es gar nicht gerne, wenn wir sie loben - dabei tun wir das häufig, eigentlich jeden tag. oft wird sie auch so albern-abweisend-babymäßig, wenn wir ihr gezielt sagen: "weißt du was, ich hab' dich ganz doll lieb!"
auch ihre große schwester (frische 5) wird oft gelobt für irgendwas. sie widerum freut sich darüber und sagt sowas wie "findet ihr eeeecht, dass ich das toll kann?" und lacht und freut sich.
wie also kann man einem fast 3jährigen menschlein "beibringen", sich über lob zu freuen?? wir wollen doch etwas gutes bewirken, indem wir sie loben!
lg
julia

Beitrag von sanfi76 01.06.10 - 21:05 Uhr

Hallo,
du schreibst ihr lobt sie haeufig, jeden Tag.
VIelleicht ist es ihr einfach zu viel des Guten? Wie soll so ein kleiner Mensch seine Leistungen und Taten denn realistisch einschaetzen wenn man - jetzt mal übertrieben gesagt und nicht böse gemeint- für jeden Pups ein Lob bekommt.

Wenn du merkst das es ihr peinlich ist, haltet euch doch einfach etwas zurück mit dem loben. Sag doch einfach statt "toll gemacht" z.b. " das hat mir gut gefallen", dann ist es nicht so direkt auf sie bezogen. Vielleicht kann sie damit besser umgehen.

LG Sandra

Beitrag von perserkater 01.06.10 - 21:18 Uhr

Hallo

Lob, Tadel, Strafe - alle drei out.
Lob ist genau wie der Tadel kontraproduktiv. Du solltest dein Lob sparsam verwenden. Nur wenn dein Kind etwas zum ersten Mal macht oder etwas mit Überwindung von sich aus tut, dann ist das Lob angebracht.

Fürs schöne Bild, das singen, das schwimmen, spielen usw. will ein Kind kein Lob hören. Ein Lob ist ja eine Art Wertung.
Ein Beispiel, sie malt ein Bild und läuft freudestrahlend auf dich zu um es dir zu zeigen. Wie reagierst du? "Ohh, Schatz, das hast du ganz ganz toll gemalt!" So in etwa sicher. Deine Tochter schaut irritiert, in dem Fall zeigt sie ihr Irritation sehr deutlich. Sie dreht sich weg. Sie möchte kein Urteil über ihr Bild, sie wollte nur, dass du dich mit ihr freust. Vielleicht war es auch ein Geschenk an dich und das bedarf keiner Bewertung. Ein einfaches "Danke mein Schatz" oder "Da freue ich mich mit dir" reicht aus.

Deine große Tochter hat bereits akzeptiert, dass sie bewertet wird und um dir zu gefallen, freut sie sich dabei. Du hast es ihr praktisch schon "beigebracht" und sie wird eventuell ein "echtes" Lob von einem "unechten" nicht unterscheiden können.

Ich würde das Lob wie gesagt sehr einschränken und es einfach anders formulieren. "Ich sehe du hast viel Spaß beim singen/schwimmen/malen" oder "Ich freue mich für dich" oder winke ihr einfach zu wenn sie dich ruft während sie auf der Rutsche steht und dich ruft. Sie will dich einfach daran teil haben lassen aber sie möchte keine Bewertung über das was sie macht. Denn ob positiv oder negativ, es ist unangebracht.

Buchtipp: "Das kompetente Kind" von Jesper Juul. Er schreibt das mit dem Loben auch noch mal sehr ausführlich.

LG

Beitrag von engelchen28 02.06.10 - 11:06 Uhr

hi du!
interessanter beitrag, den du da geschrieben hast. so habe ich es noch nie betrachtet. ich werde gleich mal eine umfrage starten zum thema "loben". werde mal über das, was du geschrieben hast, nachdenken.
lg
julia

Beitrag von y-l-m-r-t 01.06.10 - 21:24 Uhr

hallo


ich kenne das mit dem loben von mir selber.

ich mag es auch nihct wenn man mich lobt. wieso das so ist, möchte ich hier an dieser stelle nicht weiter erläutern.

ich kann mich noch gut dran erinnern, als ich geburtstag hatte (es war der 4. oder 5.). da wurde mir ein liedchen geträllert. ich habe geheult (weil ich mich geschämt habe) und einen richtigen wutanfall bekommen.

auch heute kann ich schlecht mit "herzlichen glückwunsch" umgehen.

ich mag es einfach nciht im mittelpunkt zu stehen.

und das steht man ja mit einem lob auch.

ich würd mcih an deiner stelle einfach bedeckt halten mit dem loben. ich glaube, deine tochter mag es eben einfach nicht.

lg