Nachts wecken okay ?

Archiv des urbia-Forums Bettnässen.

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Forum: Bettnässen

Hier noch einmal zum Nachlesen: In unserem Expertenforum beantwortete Universitätsdozent Dr. Hans Salzer - Facharzt für Kinderheilkunde - eure Fragen zum Thema Bettnässen.

Beitrag von xenotaph 02.06.10 - 09:22 Uhr

Hallo,

unsere Mittlere ist jetzt 4 1/2 und nachts nicht trocken. Ich wecke sie gegen 2.00 uhr und setze sie auf den Topf, wo sie dann auch immer pullert. Wenn ich sie nicht wecke, ist das Bett früh nass. Sie selbst möchte keine Windel mehr. Ist das Wecken okay oder sollte sie lieber (mit Windel) durchschlafen. Tagsüber ist sie eigentlich fit, von einem Schlafmangel merkt man nichts.

Danke und LG

Beitrag von lenimelina 02.06.10 - 09:33 Uhr

Hallo
Unser Kinderarzt hat gesagt, das würde gar nichts bringen (habe ich nämlich auch schon probiert).Die Kinder sollen von der vollen Blase wach werden, so wäre das automatisch und es würde gar nichts bringen..

LG
Melina

Beitrag von gussymaus 02.06.10 - 14:46 Uhr

mir hat man es ähnlich erkärt: man kann praktisch "windelfrei" machen, also pullern auf komando beibringen, was aber nichts mit trocken wein zu tun hat, sondern nur klappt solange ein erwachsener früh genug sagt "jetzt pullern" bzw den impuls dazu gibt. das kann man schon mit neugeborenen anfangen, ist in vielen ländern standard.

das bringt einen aber nicht weiter im sinne trocken werden, also selber merken wann es soweit ist. denn das klappt nur wenn die kleinen körperlich soweit sind, weil da eben auch hormone mitspielen, die dem körper melden "blase voll" "aufstehen piseln gehen" und das kann eben dauern...

das fand ich plausibel, und so wurden meine jungs ohne wecken viel entspannter trocken. außerdem wollte ich auch nicht immer ein schlafendes kind zum klo tragen, denn meine jungs schliefen dabei weiter, die werden höchstens wach, wenn ich sie dusche, weil sie vollgepieselt waren... und da finde ich die windel doch die bessere und entspanntere lösung... aber ich kenne auch viele die gut damit zurecht kommen nachts windelfrei zu machen, die ihre kinder um 22 oder 23 h wenn sie selber zu bett gehen antippen und die dann aufstehen und zum klo gehen, nahezu automatisch... bei meinen klappte da gar nicht, und da es laut kiA auch nicht wirklich hilft haben wir es dann gelassen...

Beitrag von nala22 02.06.10 - 17:28 Uhr

Lass Ihr doch die Zeit!!!
Das Wecken ist unnötig, hat mein KA auch gesagt.

Wie wäre es wenn man Dich aus dem Tiefschlaf reisst???
Das ist doch nicht gut!

Ich bin total entspannt rangegangen und finde es nicht schlimm wenn ein Kleinkind noch nachts einpullert.

Mein Junge hat immer mal Phasen wo er nachts auch einpullert, deshalb habe ich Windelschlüpfer gekauft.


Er ist auch bald 5 und auch trocken, nur ab und an passiert es mal, aber damit ich nicht immer waschen muss ;-) gibts die Schlüpfis an und schon ist gut ;-)

LG

Beitrag von jacqueline81 02.06.10 - 21:54 Uhr

Hi,

meine Tochter kann in der Nacht eigentlich sehr lange anhalten. Um 4 Uhr ruft sie sehr häufig das sie Pipi muss. Nur manchmal müssen wir sie kurz nach dem hinlegen wecken weil sie dann öfter mal einnässt (wenn sie vorm schlafen nicht genug auf Toilette war). Komisch finde ich nur das sie nachts ruft?!

LG

Beitrag von dorilori 03.06.10 - 12:58 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist auch 4 und nachts noch nicht trocken. Hat auch mit Windel bisher gut funktioniert. Seit ein paar Wochen verweigert er abends aber die Windel. Also selbes Programm: nachts einmal zum Pullern wecken. Wir stellen neben das Bett einen Topf, so dass wir nicht erst zur Toilette gehen müssen. Er schläft dann auch sofort weiter.
Ich weiß, dass die Kinder eigentlich zum Pullern selber aufwachen sollen, macht Sohnemann aber nicht, sondern nässt dann ins Bett und merkt nicht mal, wenns nass ist.
Ich denke allerdings, dass wir ein bisschen auch ans Ego der Kinder denken müssen, denen es in diesem Alter schon peinlich sein kann, noch eine Windel zu tragen. Und da ich nicht jeden Tag Bettwäsche waschen möchte und die ganze Einpullerei doch unhygienisch ist, wird er halt nachts geweckt.

LG

Beitrag von EXPERTE 03.06.10 - 16:01 Uhr

Liebe(r) Xenotaph,
die Entwicklung der Kontrolle über die Ausscheidungsorgane ist ein längerer Prozess, der bei jedem Kind individuell abläuft. 90% der Kinder sind am Ende des 6. Lebensjahrs nachts trocken, mit 8 Jahren sind es 97% der Kinder, einige wenige benötigen dann noch einige Zeit. Der Grund liegt einerseits in der unterschiedlichen Größe der Harnblase, die oft noch nicht das nächtliche Harnvolumen speichern kann. Andererseits wird in der Hirnanhangsdrüse ein Hormon gebildet, das die nächtliche Harnproduktion vermindert. Auch diese Hormonausschüttung ist individuell sehr unterschiedlich. Das nächtliche Aufwecken schadet Ihrer Tochter nicht, es verkürzt aber auch nicht die Zeit bis die Entwicklung der Harnausscheidung abgeschlossen ist. Wenn Sie und Ihre Tochter dadurch keinen Stress oder Schlafmangel haben, können Sie sie ruhig weiter aufwecken. Manchmal hilft, wenn man ca. 1-2 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr trinkt und knapp vor dem Schlafengehen nochmals auf die Toilette geht. Ein „Sternenkalender“ ist eine gute positive Verstärkung. D.h für jede trockene Nacht wird in einen Kalender ein Stern eingezeichnet für z.B. 10 Sterne gibt es dann eine Belohnung.
mit freundlichen Grüßen,
Dr. Hans Salzer

Beitrag von mary-wartet 18.07.17 - 17:00 Uhr

Ich finde, um sich die Wäsche zu ersparen ist das eine gute Lösung. Du musst dein Kind nicht zwingen eine Windel zu tragen. Das ändert wahrscheinlich nichts an der Sache aber das Bett bleibt trocken.

Ich selber wurde auch nachts geweckt und bin dann auf Klo gewandelt und wusste morgens nie was davon. Erst mit 16 mit den fehlenden Hormonen (die dann durch die Pubertät kamen) hat es aufgehört.

Liebe Grüße