Eure Kids und das Internet

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von jazzbassist 02.06.10 - 13:18 Uhr

Ich habe hier auf Urbia gerade den Artikel "Kinder können Internetsperren heimlich aushebeln! (http://www.urbia.de/magazin/schulkind/freizeit-und-medien/kinder-koennen-internetsperren-heimlich-aushebeln) gelesen. Mein erster Gedanke war, welche Internetsperren?

Für meinen Spatz (11) ist das Internet irgendwie ein ganz normaler "Alltagsgegenstand", dessen Benutzung genau so selbstverständlich ist, wie die unseres Telefons. Mal Zweckmäßig (Schule, Recherchieren, Kommunikation), mal abends einfach auch nur Zeitvertreib.

Der Beitrag hat ein paar allgemeine Punkte genannt (Rechner im Kinderzimmer, Nutzungsdauer für die Kleinen) wo ich mir ziemlich sicher bin, dass die Meinung hier massiv über diese Punkte auseinander gehen. Einige Punkte, die ich (persönlich) für ziemlich selbstverständlich halte (Das Kind über mögliche Gefahren aufklären); aber die Hauptfrage wurde irgendwie charmant umgangen.

Mich würde daher mal interessieren: Habt Ihr irgendwelche Sperrmöglichkeiten/Kinderschutzfilter installiert, die (theoretisch) dafür Sorge tragen sollten, dass eure Kids sicher sind? Oder lasst ihr die auf das große weite Internet los und vertraut darauf, dass sich die Kids an den gemachten Absprachen von alleine halten? Wie sehen eure Absprachen auf? Bei meinem Sohn bin ich mir nämlich sehr sicher, dass er ziemlich genau weiß, welche Inhalte er nicht - zumindest nicht ohne unsere Erlaubnis - konsumieren darf. So hat sich dann bei uns auch die Absprache in etwa ergeben: Wenn du zufällig mal auf solche Inhalte stoßen solltest, klick sie einfach weg.

Die viel spannendere Frage ist dann jedoch: Kontrolliert ihr das irgendwie? Wisst ihr, was eure Kids so im Internet treiben? Steht ihr da jedesmal hinter den Kids, wenn die im Internet surfen? Wie tief dringt ihr hier in die Privatsphäre ein? Habt ihr jemals heimlich nachgeschaut, welche Internetseiten eure Kids so anrufen? Protokoliert ihr das gar mit? Habt ihr euch mit dem Thema schon mal genauer beschäfigt, oder seht ihr das eher nüchtern und gelassen [zumindest bei älteren kids] und vertraut darauf, dass ihr mit Aufklärung über Gefahrung und Vertrauen, dass Regeln eingehalten werden schon richtig liegt?

Das Fazit des Beitrags war irgendwie ziemlich ernüchtern: Sperrmöglichkeiten sind witzlos, da die Kids das umgehen. Kontrolle stört das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern/Kind => "Es bleibt als erste Wahl das Gespräch mit dem Kind: diskutieren, Regeln festlegen"

Beitrag von landmaus 02.06.10 - 14:05 Uhr

Hallo,

ich hab den Artikel nicht gelesen und habe auch noch ein paar Jahre Zeit mir zu diesem Thema Gedanken zu machen. Grundsätzlich erziehen wir unsere Kinder eher mit mehr Freiheiten als wohl üblich. Bei der Nutzung des Internets wird das dann wahrscheinlich nicht anders werden. Risiken und Gefahren muss man offensiv und ausführlich besprechen und das Kind natürlich auch zunächst an das Medium ranführen.

Wenn das Kind das Netz dann alleine nutzt, finde ich es relativ sinnlos ohne konkreten Anlass hinterher die Aktivitäten zu kontrollieren. Allerdings gibt es meiner Meinung nach ein paar Alarmsignale auf die man einfach achten sollte. Ganz oben auf der Liste steht z.B., dass das Kind den Verlauf löscht. Kommt das mehrfach vor, würde ich nachhacken. Schnelles Wegklicken von Inhalten wenn jemand anderes kommt, würde mich auch irritieren. Ebenso, wenn sich ein ansonsten mitteilsames Kind über seine Internetnutzung plötzlich ausschweigt.

Und ganz wichtig finde ich, dass Eltern sich mit dem Medium Internet ausführlich selbst auseinandersetzen. Wer keine Ahnung hat, was Facebook ist, kann mit seinem Kind auch nicht das Für und Wider diskutieren.

Noch ein Linktipp zu Sicherheitstipps für Kinder um die 12: http://www.blinde-kuh.de/fbitips.html#teens

Und die Beratungsseite der Polizei zu dem Thema: http://www.polizei-beratung.de/vorbeugung/medienkompetenz/internet/

Liebe Grüße

Beitrag von jazzbassist 02.06.10 - 17:49 Uhr

Ob mein Spatz den Verlauf löscht, weiß ich nicht. Er hat einen eigenen Laptop und da gehe wir als Eltern sicherlich nicht dran; wir haben da nicht mal das Kennwort für. Daher denke ich mal, dass er ihn so oder so nicht löschen würde. Ist aber auch egal - wenn ich wollte - könnte ich den Router dahingehend einstellen, dass dieser alle Internetseiten, die mein Sohn aufruft, protokoliert. Dieses Protokol könnte er dann eh nicht löschen. Ich fände aber alleine die Vorstellung, so in die Privatsphäre meines Sohnes einzudringen, ziemlich schrecklich.

Bei meinem sind die Hauptseiten zum Zeitvertreib primär die ganze Web 2.0 Palette von YouTube über Twitter bis hin zu FaceBook und MySpace und noch ein paar Communitys, die sich mit X-Box Spielen außeinandersetzen. Wir haben ihm diese Seite erlaubt, wissen aber auch nicht, was er da unter seinem Benutzernamen so alles treibt. Gerade auf diesen ganzen Web 2.0 Plattformen, Chats, Emails und Instant Messaging Clients äußert sich da die Vorstellung von Privatsphäre bei einem 11-Jährigen (zumindest meinen) schon so, dass er es da (natürlich) lieber hat, wenn die Eltern das nicht sehen. Da wird dann auch mal der Bildschirm umgeklappt, wenn die Eltern zu neugierig werden.

Ich habe da ziemlich großes Vertrauen zu meinem Sohn - aber andersrum - könnte er da irgendwie treiben, was er wollte, und wir als Eltern würden das zunächst einmal nicht mitbekommen. Fand es daher mal interessant, wie andere Eltern hier so "ticken". Ich denke zwar schon, dass ich mitbekommen würde, wenn irgendetwas in seiner Entwicklung nicht mehr stimmen würde - aber - welcher Elternteil denkt das nicht?

Beitrag von landmaus 02.06.10 - 20:13 Uhr

*Ich fände aber alleine die Vorstellung, so in die Privatsphäre meines Sohnes einzudringen, ziemlich schrecklich.

Ich habe da ziemlich großes Vertrauen zu meinem Sohn - aber andersrum - könnte er da irgendwie treiben, was er wollte, und wir als Eltern würden das zunächst einmal nicht mitbekommen.*

Ich glaube, dass die Abwägung hier genau die gleiche ist, wie bei anderen Gefahren. Wenn ich mich recht entsinne, hat Euer Sohn in London auch ziemliche Freiheiten, sprich darf auch alleine unterwegs sein. Auch das basiert auf Vertrauen und dem positiven elterlichen Grundgefühl. Solange man ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis zu seinem Kind hat, sicher ist, dass der Sohn oder die Tochter einen anspricht, wenn er oder sie Hilfe braucht und das Gefühl hat, dass alles in Ordnung ist, sollte man die Privatspähre des Kindes respektieren.

Aber die elterlichen Pflichten setzen meiner Meinung nach ein, wenn der Verdacht aufkommt, dass es ein grundsätzliches Problem gibt. Drogen, Gewalt, Essstörungen, Missbrauch oder ähnliches. In solchen Fällen ist ein Eingriff in die Privatspähre des Kindes unabdingbar. Es ist ein Teil der elterlichen Sorge einzigreifen, wenn das Kind in Gefahr gerät und diese selbst nicht überschauen kann. Als Beispiel seien die sogenannten Pro Ana Foren aufgeführt. Hierbei handelt es sich um Websites und Foren, die die Magersucht zur wünschenswerten Lebensweise hochstilisieren und einen sehr genauen Verhaltenskodex propagieren. Hierbei werden Anleitungen zur Kleidung, zur Vertuschung und zum allgemeinen Verhalten gegeben. Die Jugendlichen werden auch instruiert, wie sie ihre virtuellen Spuren verwischen können, um besorgte Eltern zu täuschen. Wenn ein solcher Verdacht im Raum steht, muss ich als Elternteil handeln und kann mich eventuell nicht mehr nur auf die Worte meines Kindes verlassen.

Als Fazit möchte ich wohl sagen, es ist wie immer: Läuft es gut, kann man bedenkenlos eine lange Leine geben, besteht Besorgnis, muss man sich als Mutter oder Vater kümmern.

*Ich denke zwar schon, dass ich mitbekommen würde, wenn irgendetwas in seiner Entwicklung nicht mehr stimmen würde - aber - welcher Elternteil denkt das nicht?*

So aus der Perspektive des Lesers Deiner Beiträge würde ich sagen, dass wenige Eltern so nah an ihrem Kind, dessen Bedürfnissen und Entwicklung dran sind, wie Du. Von daher ist der Gedanke ganz richtig. Und um Deine rethorische Frage zu beantworten: Ich erlebe immer wieder Eltern, die sich nicht mal Gedanken darüber gemacht haben, dass überhaupt etwas schief gehen könnte. Die trifft es dann zumeist tatsächlich aus heiterem Himmel.

Beitrag von jazzbassist 02.06.10 - 22:58 Uhr

Ich hoffe mal, dass Eltern spätestens, wenn sie ein mulmiges Gefühl im Magen haben, dann auch tätig werden. Sie haben ja mit Drogen, Gewalt, Essstörungen und Missbrauch die wahre Horrorpalette aller Eltern aufgezählt, die uns sicherlich allen schonmal die ein oder andere Nacht gekostet haben.

Wobei ich mir ziemlich sicher, dass bei Ihrer Meinung (die ziemlich exakt auch meiner entspricht) sich viele Eltern denken werden: „Wie kann man nur so verantwortungslos sein?“ Bei Pro Ana Foren bsw. habe ich bei einem Jungen da weniger bedenken, aber gerade bei diesen ganzen Web 2.0 Plattformen wie Facebook, MySpace und Co. kann ich das sehr sehr gut nachvollziehen. Ist ja auch verquer - auf der einen Seite bringen wir so einen 11-Jährigen Abenteurer bei, draußen nicht mit Fremden zu reden; auf der anderen Seite bestehen diese Plattformen eben genau daraus. Und das Kinder auf solchen Plattformen magnetische Anziehungskraft auf Menschen ausüben, vor denen wir unsere Kinder beschützten wollen, ist sicherlich für die meisten Eltern auch kein Geheimnis.

Ihren letzten Satz finde ich sehr interessant, da ich hier in meinem Umfeld völlig gegensätzliche Erfahrungen gemacht habe. Also in meinem Umfeld sind sich die Eltern über diese Gefahren sehr wohl bewusst; einige davon schätzen sie - würde ich sagen - eher übertrieben ein, aber die Tendenz ist da eher: Internet? Lieber solange wie irgendwie möglich das Kind davon fernhalten. Da werden auch Aufklärungskurse für Eltern bezüglich solcher Themen besucht, wo Fazit eigentlich ist: Ja, dass Internet kann gefährlich sein, aber es ist in Ordnung (i.S.v. Sicher), wenn ihr gemeinsam mit euren Kindern daran geht und die Kleinen langsam und schrittweise in diese Welt einführt und auf diese Gefahren hinweist, sie erklärt und vorbereitet. Eigentlich ein völlig banaler Erziehungsprozess, wie irgendwann das Kind alleine im Garten spielen zu lassen, bis es irgendwann alleine auf die Spielstraße darf, um dann irgendwann alleine zur Schule zu gehen und mit 18 alleine nach Spanien fliegen und das Ende der Abiprüfungen zu feiern. Aber für die meisten Eltern hört das Fazit bei: „Das ist Internet kann gefährlich sein“ auf.

Vielen Dank übrigens für Ihnen Beitrag #blume

Beitrag von makiosparadies 02.06.10 - 18:15 Uhr

Hallo,
mein Sohn (fast 13) weiß Bescheid, was er tun oder auch lassen soll im I-Net. Darüber haben wir lang und breit gesprochen und ich zeige ihm auch jeden Zeitungsartikel oder Sendung, in dem man sieht, was im I-Net alles passieren kann.
Er hat einen eigenen PC in seinem Zimmer, an dem er aber nie sitzt! (Ganz selten mal für die Schule)
Er hält sich an meinem Laptop auf, der hier in der Küche steht, sodass ich nebenher sowieso alles sehen kann, was er macht.
Über Sperrungen habe ich mir zwar mal kurz den Kopf zerbrochen, habe dann aber gedacht, lieber eine gute Aufklärung und immer wieder darüber sprechen.
Er ist bis jetzt aber nur in einem Spieleforum unterwegs und noch nicht bei SchülerVZ oder Facebook o.ä.
Wenn dass dann losgeht, will ich mir das auch erst mal anschauen, wie das funzt!
Bis jetzt ist also bei uns alles im grünen Bereich!

Grüße
Dani

Beitrag von giftzwerg01 02.06.10 - 19:27 Uhr

Hallo!

Wir handhaben das genauso. Unsere Tochter (10) hat uneingeschränkten Internetzugang, wir haben sie gründlich über die Gefahren aufgeklärt und vertrauen ihr. Sie surft meistens auf kostenlosen Spieleseiten für Kinder oder guckt sich lustige Videos auf Youtube an. Wenn sie dort mal ein nicht kindgerechtes Video erwischt, gilt bei uns auch die Devise "einfach wegklicken", ich denke, das macht sie eh aus Selbstschutz-Gründen.

Eine Einschränkung gibt es: Sie darf nicht mit Besucherkindern zusammen im Internet surfen, da es da schon mal einen Vorfall gegeben hat, dass das Besucherkind gewisse Suchworte eingegeben hat und wir nachher von den Eltern Vorwürfe bekamen.

Bei SchülerVZ oder irgendwelchen Communities darf sie sich derzeit noch nicht anmelden, erst mit 12, wie offiziell erlaubt, ich glaube, in dem Alter jetzt sind sie noch zu unbedarft, wie sie mit sensiblen Daten umgehen. Da soll sie noch ein bisschen reifen. Vielleicht ist man da bei Mädchen auch noch vorsichtiger als bei Jungs. Das haben wir ihr erklärt und das ist für sie auch okay.

LG

Beitrag von jazzbassist 02.06.10 - 23:02 Uhr

Ich befürchte, die sind auch mit 13-16 noch nicht reifer. Bei meinen Nichten hatte ich zumindest das Gefühl, dass das mit der Reife in der Pubertät generell noch mal steil bergab geht - mein Spatz weißt da auch schon erste Anzeichen auf #schwitz

Die Regel mit den Besuchskindern haben wir aber auch - wobei aus anderen Motivgründen: Wir woll(t)en hier einfach keinen Zoff mit fremden Eltern haben. Mit den Eltern seines besten Freundes hatten wir das seinerzeit abgesprochen, weil das Kind selbst zuhause unzensiertes Internet hatte und die beiden eigentlich von morgens bis abends zusammen sind - aber ein paar Eltern seiner anderen Freunde waren mir da einfach zu suspekt für :-p Ich würde aber natürlich auch nicht wollen, dass mein Kind irgendwo, wenn es dort zu besuch ist, dort Sachen machen darf, die es bei mir zu Hause nicht machen dürfte. Daher kann das sehr gut verstehen und nehme da Rücksicht drauf.

Vielen Dank für Ihren Beitrag! #blume

Beitrag von marion2 02.06.10 - 19:33 Uhr

Hallo,

mein Sohn hat ein eigenes Benutzerkonto auf diesem Rechner.

Brav wie er ist, fragt er vorher.

Wir haben ne Zeitsperre drin - das ist recht sinnvoll. Es ist also festgelegt, dass er um Mitternacht keine schlüpfrigen Seiten besuchen darf ;-) nur nachmittags.

LG Marion

Beitrag von jazzbassist 02.06.10 - 23:05 Uhr

Da sind meine Frau und ich ganz gemeine Eltern. Das mit dem schlüpfrigen Seiten haben wir ihm einfach 24/7 verboten :-p Da weiß er aber auch, dass wir dort dann überhaupt keinen Spass verstehen; ich denke mal, davon lässt er sich die nächsten 1-2 Jahre noch beeindrucken ;-)

Beitrag von marion2 03.06.10 - 11:54 Uhr

#schock das arme Kind!
unserer findet noch vieles "eklig", da muss ich ihn nicht beeindrucken ;-)

Beitrag von lisasimpson 03.06.10 - 08:42 Uhr

hallo!

Das ist wirklich ein interessantes thema, das mich den ganzen tag gestern beschäftigt hat.
eigentlich wollte ich gar nichts dazu schreiben, weil ich mit meinen Kindern da noch gar nichts mitreden kann. ich muß sagen, daß ich mir auch bisher noch nicht viele Gedanken drüber gemacht habe, wie wir ds wohl mal handhaben wollen.

wir sind ne sher Internet-affine familie und selbst mein 3 jähriger leibt es im word-programm zu "schreiben":)
ich denke, es wird sich hier gar nicht vermeiden lassen, daß die jungs früh ins internet gehen werden- einfach schon weil hier in fast jeden zimemr ein rechner läuft.
ich bin mir nicht ganz sicher, welche "gefahren" ich für MEINE heranwachsenden sehen würde. ich denke, der kontakt mit pornographie wird sich nicht vermeiden lassen, so wie er das auch bei uns nicht war- da haben wir eben die Pornosammulung eines vater in meinem freundeskreis geplündert.
was ich jetzt so für mich als Mutter als "beängstigend" einschätzen würde, sind pädophile Kontakte- wobei ich ehrlich gesagt davon ausgehe, daß starke Kinder, mit großem familiärem rückhalt, mit genügend anerkennung zu hause wenig empfänglich sind für den "guten Onkel" der süßigkieten verspricht für Gegenleistung.
dann denke ich, daß es einfach Themen gibt in der Pubertät
, die es schon immer gab und die, wenn sie medial aufgegriffen werden, auch extreme außmaße annehmen können (siehe "Werther-effekt" ), so daß ich darin eine gefahr sehe, wo Eßsörungen, selbstmordgedanken, usw. aufkommen und diese nicht auch einfach ihren gang gehen, sondern in entsprechenden foren so dermaßen forciert werden, daß ein normales abflauen dieser gedanken eher verhindert wird und im sinne einer "autopoeisis" Wirklichkeiten geschaffen und aufrecht erhalten werden, die ohne diese mediale Verstärkung anders verlaufen wären.

hmm- glücksspiele, datensicherheit und co muß ich mir nochmal genauer überlegen- wie ich das wohl bewerten werde..
ist in unserer familie auch nicht so einfach, da ich penibel darauf achte, keine daten preis zu geben, mein mann aber davon lebt, sich zu präsentieren... hm- könnte also ein problem werden bei uns:)

Ansonsten denke ich ganz generell, daß Jugendliche sehr wohl um die gefahren wissen (egal was sie treiben), daß sie dies aber in den seltensten fällen davon abhält sondern eher reizt.
wenn ich an meine zeit der (sehr ausgedehnten) pubertät denke, war das alles vertreten in meinem freundeskreis. vom extremen sportlern, fahrradspringen in den main, motrarradrennen im wald (mit 16), mit den von den eltern "ausgeborgten" autos rumgurken, wenns dann noch das auto des ortsansässigen försters war, dann hatten wir auch mal glück und fanden ein Gewehr drin, alkohol, drogen, usw..
am wochenende war ich seit langem mal wieder reiten und da fiel mir ein, daß ich im alter von ca 11 bis 13/14 mit einer freundin regelmäßig geritten bin- mit pferden, die wir kaum kannten, ohne sattel und zaumzeug- ich kann gar nicht sagen ,wie oft wir runtergeflogen sind und wie oft das hätte schief gehen können.
uns war das durchaus bewußt, daß das auch gefährlich ist- und das hat den absoluten kick gegeben.
also ich denke eine Jugend, ohne sich mehr oder weniger bewußt auf gefahren einzulassen schätze ich als doch sehr langweilig ein.
ich bin froh um alles, was ich erleben durfte- um jede freiheit die ich hatte, um jede Erfahrung, die ich sammeln durfte- und ich bin heilfroh, daß nichts schlimmes passiert ist.
meine (und jede andere) jugend wäre sicher wesentlich ungefährlicher, wenn man dies alles einfach auslassen würde- aber auch sehr viel ärmer.
wenn ich bedenke, daß meine Kinder in einer immer "sicherere" werdenden welt aufwachsen. es wird für sie erheblich viel schwerer werden an Alkohol oder auch nur zigaretten zu kommen (geschweige denn eine ort zu finden, wo sie noch rauchen dürfen:), wahrscheinlich viel schwieriger, mal ohne führereschein auto zu fahren usw..
ich glaube, daß wir unsere kinder erheblich mehr "behüten" als das generationen vor uns getan haben.
nun ja- vielleicht müssen sie dann auf "virtuelle gefahren ausweichen, um sich ihre Nische zu suchen, in der sie cleverer und fitter sind als ihre eltern und wo sie gefahren begegnen können, die in der realen welt immer mehr eingedämmt werden?!

keine ahnung- das sind also meine ergüsse zu dem thema- bin gespannt, wie das alles so in 10 jahren sein wird, wenn meine jungs dann anfangen und mich wohl längst schon "abgehängt" haben

lisasimpson

Beitrag von jazzbassist 03.06.10 - 16:06 Uhr

Wer weiß, wie schnell einem das Thema einholt. Meiner ist jetzt in der 5. Klasse und - auch wenn es offiziell niemand zugeben würde - stillschweigende Grundvoraussetzung ist da schon, dass die Kids zu Hause Zugang zu Computer/Internet/Textverarbeitung und Drucker haben und damit auch umzugehen wissen. Der Trend wird sicherlich auch irgendwie die Grundschule erreichen.

Wir hatten bei uns in der Familie lange Zeit nur 2 Rechner. Einer stand in meinem Arbeitszimmer, wo unser Spatz ohne meine Erlaubnis nicht rein darf, da dort medizinische Unterlagen liegen und der Rechner rund um die Uhr mit dem Netzwerk eines großen Konzerns verbunden ist. Der andere Rechner war der Laptop meiner Frau, den sie für ihre Tätigkeiten aber auch ständig braucht. Also diesen obligatorischen „Familienrechner“ gab/gibt es hier einfach nicht.

Also meine persönliche „einzige Sorge“ ist eigentlich nur, dass er die meiste Zeit auf irgendwelchen Web 2.0 Plattformen ist, mit Vorliebe MySpace, Facebook, Twitter und YouTube. Wenn man irgendwelche Statistiken über grooming ließt, also wie viele Kinder/Jugendliche hier gezielt schon einmal von erwachsenen sexuell belästigt worden sind, dreht sich einem als Vater schon der Magen um, wenn man weiß, dass der eigene Sohn auch auf diesen Plattformen tätig ist.

Das sind so die Situationen, die ich am meisten an der Erziehung hasse. Objektiv ruhiges Gewissen: Man ist sich sicher, dass er dafür nicht empfänglich ist, wir haben ihn sehr ausführlich und auch oft über die Gefahren und Risiken aufgeklärt (die er auch versteht), wir wissen, dass er sich an unsere Regeln und Absprachen hält und trotzdem würde man am liebsten „Nein“ sagen und die einzige Begründung, die man einem Kind nennen kann, ist: „Wenn du später selbst einmal Kinder hast, wirst du es verstehen.“

Mein Kleiner reitet häufig mit seiner Freundin zusammen. Der hat immer noch eine Heiden Angst vor diesen Vierbeinern. Ansonsten bin ich mir bei ihm aber ziemlich sicher, dass sein Leben „abenteuerlich“ genug ist und er eigentlich kein „Internet als Ausweiche“ braucht. Ein Blick in seinem YouTube Channel genügt :-p Zu dem Thema „Kinder behüten“ lese ich gerade „Erziehungsfalle Angst“ von Silke Pfersdorf - wollte ich meiner Schwägerin mal schenken; nicht so ganz ohne hintergedanken :-)

Vielen Dank für Ihren Beitrag! #blume

Beitrag von woelkchen1 03.06.10 - 08:51 Uhr

Ich finde ihr Verhalten- also das Nicht-kontrollieren sehr gut. Ein Kind in dem Alter hat auch seine Geheimnisse, und die sollten anerkannt bleiben.

Ich hatte zu meiner Mutter immer ein sehr sehr gutes Verhältnis, habe ihr sehr viel erzählt ect.. Dann hatte ich einen Brieffreund, ich war so 11-12 Jahre, er 17. Es war wirklich ganz harmlos und der Junge eher ein wenig langweilig. Aber ich war natürlich schon versucht, ihn zu beeindrucken und hab versucht, so erwachsen wie möglich zu klingen in meinen Briefen.
Vertrauenseelig hab ich die Briefe meiner Mutter mitgegeben, die sie abschicken sollte.
Sie hat sie gelesen. Irgendwann kam das raus und ich war am Boden zerstört. Es war gar nicht so wichtig, dass sie wußte, was ich geschrieben hab- sondern sie hat mich hintergangen. Das war ein großer Vertrauensbruch, über den ich fast heut noch enttäuscht bin.

Ab dem Moment hab ich alles versteckt (selbst Dinge, die ich hätte nicht verstecken brauchen), und das hat natürlich eine Kluft zwischen uns gebracht.
Ein paar Jahre später sagte meine Mutter, auch sie hat sich gewünscht, sie hätte sie nicht gelesen. Denn ich war zu Hause ein kleines Mädchen, in den Briefen hab ich mich ganz anders gebärdet, das hat sie sehr erschrocken und Angst gemacht.

Natürlich sollten sie die Augen offen lassen, aber nach anderen Beiträgen zu urteilen haben sie ein sehr gutes Gefühl für ihren Sohn und sie reden viel miteinander.
Mit Kontrolle aus Neugier könnte das ganz schnell vorbei sein.
Bei einem Verdacht würd ich auch nicht kontrollieren, sondern reden. Dabei kommt (bei einem vernünftigem Verhältnis) wohl mehr raus, als wenn man spioniert!

Ich denke, es könnte sehr sehr viel kaputt gehen, wenn man sinnlos in die Privatsphäre eindringt.

Vorraussetzung dafür ist natürlich, dass immer wieder über die Risiken und Gefahren geredet werden, nicht nur zum Anfang. Aber aus irgendeinem Grund bin ich mir sicher, dass dies bei ihnen so ist!;-)

liebe Grüße von Sandra

Beitrag von tschika1973 03.06.10 - 10:42 Uhr

Bei uns gab es nie Sperren, ich glaube nämlich auch das meine Kinder die sozusagen lächelnd umgehen könnten.
Vertrauen und Reden... das ist unsere Methode.

Beitrag von sora76 05.06.10 - 23:51 Uhr

Hallo!

Meine Tochter ist zwar erst 6 Jahre, aber sie besucht ihre Kinderseiten.
Da diese Dinge auf meinem PC sind, muß sie mich vorher fragen.
Ich gebe dann die Adresse von der Kinderseite ein und sie schaut sich darauf um. Auf andere Seiten geht sie gar nicht (Sie weiß auch noch nicht wirklich wie das geht, kann aber nicht mehr lange dauern).
Internetsperre haben wir noch nicht eingerichtet. Installiert ist sowas auf meinem Rechner.
Inwieweit ich das alles machen werde....kann ich noch nicht sagen. Kommt auch darauf an, wie sich meine Tochter entwickelt.
Gefahren sieht sie im Internet nicht. Sie weiß noch nicht das es da auch etwas andere Seiten gibt. Denke das kommt dann, wenn sie wirklich anfängt selber zu surfen.
Über die Schulter schauen würde ich ihr wohl eher weniger, aber hin und wieder mal nachsehen....sicherlich. Ein wenig Kontrolle muß sein.
Chatten oder sowas: Das machen wir selber gar nicht. Von daher glaub ich nicht, das sie das später aktiv machen würde. Wenn, dann wäre sie auch aufgeklärt über alles. Das ist bisher noch kein Thema.

Uneingeschränkten Zugang hat meine Tochter nicht. Da es eben mein PC ist und ich sage wann sie darf und wann nicht. Das wird sich auch erstmal in den nächsten Jahren nicht ändern.
Sie wird vielleicht einen eigenen PC bekommen, aber sicherlich noch keinen Inet- Anschluß. Wenn sie etwas braucht/sucht, muß sie auf meinen Rechner.

Alltagsgegenstand ist das alles bei uns auch, aber das Gehört bei uns zu denn Dingen, die - wie Fernsehen - kontrollierter Ablaufen. Ich kann mein Kind nicht Stundenlang am PC sitzen lassen. Das würde sie aber, wenn sie dürfte. ;-)
Sicherlich ist es unterschiedlich. Mal will sie Tagelang gar nicht und dann mal mehrmals hintereinander. Sie darf dann auch, aber eben nicht Stundenlang. Wenn ich dann sage: So, jetzt ist gut, dann hört sie auch auf und vertröstet sich selber mit: Ach, dann geht ich Morgen wieder etwas rein! Meist vergisst sie das dann aber und sie macht was anderes.
Da der PC bei uns den ganzen Tag an ist, ist das für meine Tochter auch nichts Besonderes. Sie wächst damit auf.

LG Sonja