Vererbung von Legasthenie

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von kugel2010 02.06.10 - 16:33 Uhr

Hallo,

ich hoffe mir kann hier jemand helfen!

Ich bin in der 20. ssw und mache mir Gedanken, ob unser Kind (ein Junge) einmal Legastheniker sein wird wie sein Vater??

Mann muss sagen mein Mann hat es nicht sehr ausgeprägt, er liest relativ gut, aber das mit dem Schreiben ist halt ein riesen Problem!!

Jetzt wollte ich mal Leute finden, die diesbezüglich vielleicht auch schon Erfahrungen gesammelt haben! Man liest überall, dass es vererblich ist und eine Wahrscheinlichkeit von 50:50 besteht!

Hat hier jemand einen Legastheniker zum Mann und trotzdem "normale" Kinder??

Beitrag von ally600 02.06.10 - 21:57 Uhr

Hallo,
ob Dein Kind mal eine LRS bekommt weiß noch keiner. Aber es gibt inzwischen schon im Kindergarten eine Testung (Bielefelder Screening), um Herauszufinden ob die Kinder eine Tendenz zur LRS hat.

Hier findest Du zum Bielefelder Screening Infos:
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/schulberatung/leseanfang/bisc4.html
http://kw.uni-paderborn.de/fileadmin/kw/institute/germanistik/germanistik/Personal/Iakushevich/BISC.pdf


Auch wenn die Genetik ein Faktor zur Entwicklung von LRS ist, gibt es auch weitere Risikofaktoren, wie die Lernmethoden und Lernumfeld oder das Elternhaus.

Selbst wenn das Kind eine LRS bekommt, musst Du keine Panik haben. es gibt inzwischen viele Institute, die sich auf die Behandlung der Kinder spezialisiert hat. Wenn Dein Kind in der Schule und Du hast das Gefühl beim Schreiben und Lesen lernen stimmt was nicht, spreche die Klassenlehrerin an oder lass Dein Kind bei einem Instiut testen.

Falls Du noch Fragen hast, kannst Du mich gerne per Pin anschreiben.

Ich wünsche Dir eine gute Restschwangerschaft

Ally

Beitrag von herzensschoene 06.06.10 - 00:15 Uhr

""Auch wenn die Genetik ein Faktor zur Entwicklung von LRS ist, gibt es auch weitere Risikofaktoren, wie die Lernmethoden und Lernumfeld oder das Elternhaus. ""

das sind höchstens faktoren, die eine lrs verschlimmern oder verbessern können.

lrs ist eine ausschließlich organische erkrankung.

maren

Beitrag von silsil 03.06.10 - 12:31 Uhr

Hallo,

ich weiß, dass mein Vater eine katastrophale Rechtschreibung hatte. Hab Briefe von ihm gelesen, da versteht man das Wort erst, wenn man laut liest.
Mein Bruder macht dieselben Fehler, wenn er nicht mit einem Rechtschreibprogramm arbeitet.
Getestet sind beide nicht.

ABER, mein Vater war Jahrgang 1950 mein Bruder ist Jahrgang 1976, da wurde weder getestet noch gab es großartig Hilfen.

Heute ist das doch ganz anders. Da kann einiges gefördert werden. Hast ja in dem Thread vor mir schon sehr gute links und Tipps bekommen.

Mach dir keine Gedanken und genieß die restlichen Schwangerschaftswochen :-)

lg
Silvia

Beitrag von haruka80 03.06.10 - 13:33 Uhr

Huhu,

mein Mann (geb. 1978) ist Legastheniker (heute heißt das ja Lese-Rechtschreibschwäche) und natürlich war auch zwischendurch mal der Gedanke: kriegt mein Sohn das auch?!?
Allerdings ist mein Mann absolut fit in Sachen LEsen und Rechtschreibung, er hat aber auch neben der Schule 3 Jahre Förderunterricht gehabt. Noch heute ist es aber so, dass er mich seine Briefe durchlesen lässt, ob irgendwo Fehler sind, ich finde aber so gut wie nie Fehler und wenn ich die Hefte meines Mannes aus der Grundschule sehe, war das echt heftig, wieviele Probleme er wohl gehabt hat.
Es ist heutzutage alles gut behandelbar, ich bin da sehr entspannt, wobei ich nun auch aus dem pädagogisch/psychologischen Berufsbereich komme und mit solchen Kindern selbst gearbeitet habe ein paar Jahre.

L.G.

Haruka

Beitrag von kati543 03.06.10 - 18:10 Uhr

Was nutzt es dir, wenn du eine Prozentzahl hast? Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit bei 0,00000001% liegt, kann es dir immernoch passieren, dass genau du das Kind hast, welches die Krankheit bekommt. Und mit viel Pech, bekommt es die Krankheit noch nicht einmal von deinem Mann, sondern einfach so spontan.
Weißt du wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass 2 Geschwister (keine Zwillinge) die selben spontanen Erkrankungen und Anomalien haben? Und trotzdem ist es bei meinen beiden Söhnen der Fall.
Mittlerweile gibt es auch für Legasteniker gute Möglichkeiten, trotzdem ihr Leben zu meistern. Meine Freundin hat sogar auf Lehramt studiert ;-)

Beitrag von cailiech 03.06.10 - 18:41 Uhr

Hallo
also entspanne dich erstmal .Ich kann ehrlich gesagt deine Sorge überhaupt nicht nachvollziehen ,denn es gibt durchaus Schlimmeres als Legasthenie.Dass du dir ausgerechnet darüber Sorgen macht ,ist mir wirklich unverständlich.
Ich bin Legasthenikerin und kann trotzdem normal lesen und schreiben.Vieles leite ich von mathematik ab ,das glauben zwar viele nicht aber Grammatik ,Rechtschreibung und mathematik haben seh vil gemeinsam .Mein Sohn sind gesund auf die Wet gekommen,dass er mal Legastheniker wird habe ich mir zwar gedacht aber nie sonderlich sich darüber gesorgt ,allerdings ist mein Sohn mit 3 Jahren viel schlimmerem erkrankt und zwar an Epilepsie ,obwohl wir von keiner Seite in der Familie cerebrale Erkrankungen haben.Mein Sohn ist jetzt 6 und kommt im Sommer in die Schule,der Bielefelder Screening war bei ihm unauffällig ,also denke ich mal dass er mit LRS nichts am Hut hat.

Du siehst ,dass es anders kommen kann,woran du nie glaubst.

Ich wünsche dir dass du ein gesundes Kind bekommst und mach dir nicht sovele Gedanken darüber was später kommt ,genisse die Schwangerschaft!

Alles Gute

Caili

Beitrag von connie36 03.06.10 - 19:12 Uhr

hi
von bekannten das kind hat es und sonst niemand in der familie. ich denke das wird dir nur die zeit sagen können, zu welchen 50% dein kind gehören wird.
lg conny