Ich brauche auch mal euren Rat - sehr lang - sorry

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Die Traurige 04.06.10 - 23:01 Uhr

Im Grunde weiß ich gar nicht, wo ich anfagen soll. Entschuldigt bitte, wenn es etwas durcheinander ist, aber ich bin selbst auch so durcheinander #schmoll

Ich habe im August letzen Jahres einen Mann kennengelernt. Wir arbeiteten auf der gleichen Internetseite im Team.

Wir waren uns auf Anhieb sympathisch, haben sehr viel miteinander geschrieben und hinterher auch sehr, sehr viel telefoniert (teilweise 12 -15 Stunden am Tag / Flatrate sei Dank), Fotos ausgetauscht... was man halt so alles macht.

Er wohnte ca. 250 km von mir entfernt. Wir haben uns sehr schnell in einander verliebt und haben uns auch getroffen, wenn es uns möglich war (beruflich und finanziell).

Da er aus seiner alten Wohnung im Dez. letzten Jahres raus musste, fassten wir die Entscheidung, das er zu mir und meiner Tochter zieht.

Wir waren so verliebt und meine Tochter ist auch ganz angetan von ihm.
Natürlich es war ein Risiko, aber wir dachten, entweder HOP oder TOP...

Die erste Zeit war wunderschön, auch wenn wir einige finanzielle Probleme hatten, da er hier erstmal einen neuen Job finden musste und ich uns alleine finanziell über Wasser gehalten habe.

Seit einigen Monaten hat er jetzte endlich einen Job, und uns geht es finanziell wieder richtig gut (nunja, nicht übermäßig, aber es reicht um gut über die Runden zu kommen ohne am Hungertuch zu nagen).

In den letzten Wochen merkte ich aber eine Veränderung an seinem Verhalten. Er wurde kühler zu mir, tat kaum noch was im Haushalt.

Ich wollte mit ihm darüber reden, aber er meint nur, er wisse selbst nicht, was mit ihm los sei... Und das er schon Angst vor meiner Frage hatte, da er nicht wisse, was er mir darauf antworten solle.

Ich weiß, das er vor einigen Jahren wegen Depressionen in psychischer Behandlung war, und war der Meinung, das er sich vielleicht nochmal Hilfe suchen solle, ... Darauf hin meinte er nur, es sei leichter gesagt, als getan.

Er sagte mir, er würde mich wirklich sehr lieben und ich solle niemals daran zweifeln. Aber er würde es besser finden, wenn er sich erstmal eine eigene Wohnung hier in der Nähe sucht. Da er sich hier in unserer (meiner) Wohnung "beengt" fühlen würde ...

Natürlich verstehe ich seinen Standpunkt, wir wussten ja von anfang an, dass wir ein Risiko eingehen, so schnell zusammenzuziehen, aber ich für meinen teil empfinde es als den Anfang vom Ende, wenn er jetzt in eine eigene Wohnung ziehen würde.

Es wäre etwas anderes, wenn er direkt in eine eingene Wohnung hier in der Nähe gezogen wäre, aber jetzt, ein halbes Jahr zusammenleben und plötzlich ausziehen ...

Dazu kommt ja auch, das meine Tochter sehr an ihm hängt, sie hat zwar auch regelmäßigen Kontakt zu ihrem Vater (jedes 2. Wochenende) aber trotzdem hängt sie sehr an meinen Freund. Sie ist sehr auf Männer fixiert...

Wenn er jetzt ausziehen würde, ich weiß nicht, wie sie es verarbeiten würde, sie hat unter der Trennung von ihrem Vater schon sehr gelitten, obwohl sie genau gemerkt hat, das wir uns die letzten Jahre nur noch gestritten haben.

Nunja, gestern haben wir nochmal darüber gesprochen, und als ich ihm meine Empfindung geschildert habe (das der Auszug der Anfang vom Ende sein), meinte er, das es sich bei mir ja so anhören würde, als ob ich mit der Sache schon abgeschlossen habe.
Da meinte ich, ja zum Teil schon, denn ich habe jahrelang in einer Beziehung ohne Nähe, Liebe und Zärtlicheit gelebt, und wolle das nie wieder erleben, da es die Hölle auf Erden für mich sei. Und der Auszug nur ein Weglaufen vor Problemen sei, das hat er bisher immer gemacht. Im Verdrängen von Problemen ist er echt Weltmeister.
Ich bin da eher ein anderer Typ, ich versuche immer schnell das Problem anzupacken und kämpfe wie ein Löwe, wenn es sein muss.

Als er das dann gehört hatte, merkte ich, wie er sehr traurig wurde. Ich sagte ihm, das ich ihn sehr liebe, mich aber von ihm nicht mehr geliebt fühle, und mir das sehr weh tue.
Er nahm mich in den Arm und meinte nur: "Baby, ich liebe dich wirklich!"

Seit dem ist er auch wieder anders zu mir, wir sind uns wieder näher gekommen, er ist nicht mehr so kühl.

Aber ich habe Angst, das ich das falsche getan habe.
Na klar, Ehrlichkeit ist immer der richtige Weg, aber ich habe Angst, das ich ihn indirekt unter Druck gesetzt habe und das diese Stimmung schnell wieder umschlagen könnte...

Wie mache ich es richtig?
Lasse ich ihn ziehen und warte, ob wir uns dadurch wieder näher kommen oder uns dadurch noch weiter von einander entfernen?
Kämpfe ich weiter?
Lass ich den Dingen ihren Lauf und warte einfach ab?
Sol ich ihn dazu drängen, wegen seiner Depressionen Hilfe zu holen?

Wie mache ich es richtig?

Ich habe das seltenes Talent, in den entscheidenden Momenten genau das Falsche zu tun...

Traurige Grüße
xxx

Beitrag von sandee222 04.06.10 - 23:16 Uhr

Hallo!#herzlich

erstmal:Kopf hoch!
Getrennte Wohnungen können doch auch gut sein.
Sind es die Depressionen?
Oder hast du,als du die "Alleinverdienerin" warst,dein Verhalten ihm gegenüber "geändert"?
Ohne es zu merken?
Hast du ihn vielleicht verletzt oder unter Druck gesetzt?
(Was ich total verstehen kann)
Aber nicht jeder"verpackt " sich (angebrachte) Kritik.
Wenn du eher eine Kämpferin bist und er eher ein Typ,der Probleme in sich hineinfrisst...
...du musst es wohl oder übel drauf ankommen lassen-denn,wenn du ihn sozusagen"zwingst" bei dir wohnen zu bleiben,weil DU es nicht erträgst,wenn er nicht immer bei dir ist-dann handelst du ja sehr egoistisch-wofür du nichts kannst,denn das sind DEINE Bedürfnisse,-und er hat noch mehr Druck.Findet einen kompromiss,eine zeitliche Abmachnung etwa.(Ein Jahr alleine wohnen und dann nochmal gucken,wie es weitergehen soll.?)
Lass ihn doch machen-ich wohne von meinem Freund getrennt(aus diversen Gründen),meine Tochter hängt auch sehr an ihm-das klappt auch,wenn er "Besuch" ist.Ist mir lieber so-und ich habe nicht vor,Schluss zu machen oder will freie Bahn für eine Affaire oder so.Ich bin vorgeschädigt,da ich schonmal übelst belogen und betrogen wurde ,hatte deswegen Schulden etc,dann hatte ich Ängste,habe bei meinem neuen partner geklammert,etc...also,andere Story.
Ich mach auch öfters mal das Falsche#klatsch,weil ich auch Ängste hab,aber ich sag dir:klammer nicht,vertrau ihm,wenn der Rest stimmt(!)-und steh das mit ihm durch-also,abwarten,wie sich das entwickelt.#klee

Viele Grüsse und viel Glück-und Geduld...

Beitrag von paulfort35 05.06.10 - 08:00 Uhr

Erst mal: Du machst es genau richtig: Du bist authentisch Du selbst. Du hast ihm gesagt, wie wichtig er Dir ist und nicht die Wahrheit zurück gehalten.

Wenn ihr einen Fehler gemacht habt, dann den, dass er so schnell bei Dir und deiner Tochter eingezogen ist. Wenn er jetzt, nachdem er einen Job hat, sein Verhalten so stark ändert, würde ich mir allerdings die Frage stellen, ob er Dich benutzt hat als kostenlose Absteige.

Wieso musste er denn aus der alten Wohnung raus? Hatte er vorher einen Job?

Es ist alles etwas ungereimt. Vielleicht liegt sein widersprüchliches Verhalten auch an seinen Depressionen.