Irischer Frachter nähert sich Gaza

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Beitrag von traurig-78 05.06.10 - 08:06 Uhr

Guten Morgen

Hab ich heute früh in den Nachrichten gefunden

http://www.welt.de/politik/article7915760/Irischer-Frachter-naehert-sich-Gaza.html

Pro-palästinensischen Aktivisten wollen erneut versuchen, nach Gaza durchzubrechen. Israel hat angekündigt, dies auf keinen Fall zu tolerieren.

Der irische Frachter, der jetzt Kurs auf Gaza nehmen will, hat rund 1200 Tonnen Ladung an Bord, darunter auch 560 Tonnen Zement. Israel lässt bislang keinen Zement in den Gazastreifen passieren. Als Grund gibt die Regierung in Jerusalem an, dass die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas damit Bunker und Verteidigungsanlagen aufbauen könnte. Zementmangel ist nach Angaben von Hilfsorganisationen eines der größten Hindernisse beim Wiederaufbau des im Gaza-Krieg 2008/2009 zerstörten Gazastreifens.

In den arabischen News hiess es gerade, das der Kontakt zum Schiff verloren ist.

Was sagt ihr dazu?

LG

Beitrag von grafzahl 05.06.10 - 10:08 Uhr

> Was sagt ihr dazu?

Hast du eine Meinung dazu? Warum schreibst du sie nicht und fragst dann nach Meinungen?

Beitrag von traurig-78 05.06.10 - 20:25 Uhr

Entschuldige die späte Antwort, war Unterwegs.

Hallo

Ich glaube meine Meinung ist hier bekannt.
Das Schiff ist ja leider wieder gestoppt worden, und es war Piraterie !!

Die Israelis meinten ja, sie hätten die Erlaubnis bekommen das Schiff in öffentlichen Gewässern zu stoppen.
Darüber kann ich nur lachen, und trifft auch garnicht zu.

Wie ich heute morgen den Bericht las, und sah das, das Schiff Rachel Corrie heisst, musste ich sofort wieder an die Aktivistin denken, die damals brutal von den Israelis ermordet worden ist :-(

Free GAZA !!!

Beitrag von elsa345 05.06.10 - 12:07 Uhr

Ohhhhh nicht schon wieder! Du weißt doch genau, das endet im Streit! Was willst Du hören? Ja die Palästinenser haben recht und sind die Opfer der bösen Israelis, gut so?

Beitrag von traurig-78 05.06.10 - 20:29 Uhr

Sorry das ich jetzt erst antworte, war Unterwegs...

Hallo

Ich wollte keinen Streit auslösen, sondern lediglich nach Meinungen fragen.
Hab bei dem Namen des Schiffes sofort an die brutal ermordete Aktivistin denken müssen.

Da haben die Israelis wohl heute Piraterie begangen.
Und sie hatten bestimmt keine Erlaubnis auf das Schiff zu kommen.

Beitrag von daddy69 05.06.10 - 13:59 Uhr

Aufpassen, heißt es da! Die Aktivisten werden wieder bis an die Zähne mit Nassrasierern und Nagelfeilen bewaffnet sein.

Beitrag von rose1980 05.06.10 - 14:09 Uhr

#zitter





;-)

Beitrag von tadeya 06.06.10 - 16:38 Uhr

Bei der türkischen Zeitung Hurriyet kannst du dir jetzt ansehen, was man mit "Nassrasierern und Nagelfeilen" alles anstellen kann. Zu empfehlen allerdings nur, wenn deine Nerven nicht allzu schwach sind.

http://www.hurriyetdailynews.com/

(Ich stelle mal nicht den direkten Link zu den Fotos ein, damit niemand unversehens darüber stolpert).

Beitrag von daddy69 07.06.10 - 09:06 Uhr

Vielleicht meinst Du andere Bilder, aber außer leichten Verletzungen kann ich nichts entdecken.

Aber sei's drum, wir wollen hier ja nicht mit den schlimmsten Verletzungen auftrumpfen. Da kann bestimmt jede Seite einiges vorzeigen - und alle sind beschämend für die jeweils andere Seite.

Was ich aber nicht verstehe: Warum schaffen es schwerbewaffnete Elitesoldaten nicht, leichtbewaffnete Aktivisten auf andere Weise außer Gefecht zu setzen? Es muss schon der Wille dagewesen sein, mit äußerster Gewalt vorzugehen - oder wie sonst kommen die Toten zustande - einer von ihnen mit 5 Kopfschüssen von hinten?

"A 19-year-old, named as Fulkan Dogan, who also has US citizenship,
was shot five times from less that 45cm, in the face, in the back of
the head, twice in the leg and once in the back"

Beitrag von tadeya 07.06.10 - 10:15 Uhr

Es gehören schon einige Nassrasierer und Nagelfeilen dazu, einen Soldaten zu Boden zu prügeln und anschließend noch triumphierend Fotos davon zu machen. Die Verletzungen waren in der Tat nicht allzu schwer.
Ein Schädelbruch, ein abgetrenntes Ohr, Schusswunden, Stichwunden (z.B. in den Magen)... lt. Israelnationalnews.

Die Soldaten sind einzeln von Hubschraubern auf die Schiffe abgesetzt worden (in zahlreichen Videos im Internet zu sehen), sie hatten keinesfalls das Gewehr entsichert im Anschlag und sind sofort von einer Menschenmenge umringt worden, die von allen Seiten auf sie eingeprügelt und eingestochen hat. Da nützt es auch nichts mehr, ein Elitesoldat zu sein.

Seltsamerweise ist auf den anderen Schiffen überhaupt kein Blut vergossen worden. Dort, wo die Gewalt und der Hass bereits warteten, kam es zur Eskalation.

Obwohl, wie in mehreren Quellen zu lesen ist, einige der Passagiere der "Mavi Marmara" hätten ihrer Märtyrertod herbeigesehnt bzw. sich vor Abfahrt deutlich zu ihrer Gewaltbereitschaft bekannt (z.B. http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/maertyrer-an-bord/), wünsche ich niemandem einen gewaltsamen Tod.
Doch wo Gewalt ausgeübt wird, da ist mit Gegengewalt zu rechnen. Und Gewalt hat schlimmerweise die Angewohnheit, zu eskalieren.

Es grüßt und wünscht eine friedliche Woche,
Tadeya

Beitrag von daddy69 07.06.10 - 10:44 Uhr

Es bleibt immer noch die Frage, warum das Schiff überhaupt gestürmt wurde. Noch dazu in internationalen Gewässern, bisher habe ich noch nichts anderes gehört.

Es gibt genug andere Möglichkeiten, ein Schiff zur Umkehr zu bewegen.

Beitrag von daddy69 07.06.10 - 10:48 Uhr

Zitat vergessen:

"Der Völkerrechtsprofessor Daniel-Erasmus Khan kritisierte den
israelischen Einsatz als unverhältnismäßig. Zwar sei die Durchsetzung
einer Seeblockade auch in internationalen Gewässern rechtmäßig, wenn
zwischen Israel und der Hamas ein bewaffneter Konflikt bestehe; im
Falle eines bewaffneten Konflikts könne Israel sich jedoch nicht
zugleich auf seinen Status als Besatzungsmacht berufen, aus dem es
Hoheitsrechte über den Gaza-Streifen geltend mache. Nur wenn kein
bewaffneter Konflikt vorliege, könne sich Israel auf das Hoheitsrecht
über den Gazastreifen berufen und den Weg bestimmen, den eine
Lieferung nehmen solle. In diesem Fall sei eine Kaperung in
internationalen Gewässern aber rechtswidrig."

Beitrag von yaka9800 07.06.10 - 11:10 Uhr

Hallo,


ein Frankfurter Arzt war auch an Bord des türkischen Schiffes. Er hat auf einer Kundgebung am Samstag in Frankfurt gesagt, er hätte keine schwer verletzten Soldaten gesehen. Er sagte, er habe 2 leicht verletzte israelische Soldaten gesehen, die von den Aktivisten gut behandelt wurden. Die Aktivisten allerdings wurden weniger gut behandelt. Sie wurden mit den Händen auf dem Rücken gefesselt und ihnen wurde das komplette Gepäck abgenommen (Kameras, Handys, Kleidung). Er sagte, sie wurden psychisch terrorisiert. Ein Hubschrauber schwebte 40 Minuten lang bei voll aufgedrehtem Motor ohne ersichtlichen Grund über dem Schiff und verursachte dabei einen Höllenlärm. Er empfand das als reine Schikane.
Ausserdem wurden alle Aktivisten vor der Fahrt kontrolliert, damit sie keine Waffen auf das Schiff bringen.

http://www.ksta.de/html/artikel/1273823369058.shtml



lG yaka9800

Beitrag von tadeya 07.06.10 - 13:27 Uhr

Nochmal zur illustren Gesellschaft an Bord:
http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/maertyrer-an-bord/

Bildmaterial:
http://www.youtube.com/watch?v=AE0SsehTgtA&feature=related

Wäre von den Passagieren an Bord dieses Schiffes keine Gewalt ausgegangen, dann hätte es, *****wie auf allen anderen Schiffen auch!!!!***** keine Toten und Verletzte gegeben.

Man kann übrigens auch über Ägypten Hilfsgüter anliefern, wenn man den Israelis nicht traut.

Beitrag von tadeya 07.06.10 - 13:32 Uhr

Ach ja, ich habe noch etwas vergessen:
Ich ziehe mich nun aus dieser Diskussion zurück.

Allen, die sich offensichtlich schon auf die nächste Konfrontation freuen, wünsche ich noch viel Spaß. Wenn sich der Iran nun auch noch in diese "Friedensmission" einmischt, dann riecht es gewaltig nach einem neuen Krieg.

Don't worry, be happy.

Tadeya

Beitrag von zeitblom 07.06.10 - 14:11 Uhr

Schade...danke aber für Deine sachliche Erhellung.

Beitrag von rose1980 05.06.10 - 14:05 Uhr

Israel hat das Schiff ja leider wieder gestoppt. Dieses mal zum Glück ohne Waffengewalt.

Was mich nur mal interessieren würde. Bekommt denn Gaza irgendwie diese Hilfsgüter? ausser dem Zement?

Beitrag von daddy69 05.06.10 - 14:18 Uhr

Im Spiegel habe ich einen interessanten Bereicht gelesen. Selbst wenn es in den Gaza Streifen gelangt, werden nur Hamas-Treue die Hilfsgüter bekommen.

Anhänger der Fatah haben da wohl Pech

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,698688,00.html

Ach so: Es war zwar ohne Waffengewalt, aber m.W. in internationalen Gewässern. Nennt man sowas nicht Piraterie?

Beitrag von traurig-78 05.06.10 - 20:34 Uhr

Natürlich, Piraterie ohne Zweifel.

Angeblich hatten sie ja die Erlaubnis das Schiff zu stürmen.
So ein blödsinn.

Aber wird Israel dafür bestraft?
Natürlich nicht #augen

Beitrag von traurig-78 05.06.10 - 20:32 Uhr

Die bekommen garnichts!!

Einge Leute die in Gaza leben, sind aber auch nicht unbedingt dankbar über die Hilfen.
Apotheker meinten dazu, das diese Hilfen ihnen das Geschäft ruinieren.

Free GAZA

Beitrag von yaka9800 07.06.10 - 11:20 Uhr

Hallo,


es sollen Ende der Woche 2 Schiffe vom Iran aus nach Gaza fahren. Ich hoffe, dass sie helfen können.

LG yaka9800

Beitrag von zeitblom 07.06.10 - 12:56 Uhr

als ob es bei diesen Fahrten um Hilfe ginge....

Beitrag von yaka9800 07.06.10 - 13:15 Uhr

Hallo,

es sollen mit Sicherheit keine Provokationen sein. Die Menschen wollen helfen, dass das "Freiluftgefängnis" endlich geöffnet wird. Das siehst du daran, dass auch ein irisches Schiff unterwegs war. Soweit ich weiss, will Großbritannien im August auch ein Schiff und einen Hilfskonvoi über Land schicken. Die ganze Welt protestiert. Und zwar nicht nur Muslime, sondern auch Christen und Juden.

LG yaka9800