Mein Sohn 8 läuft weg, was soll man tun? Brauche Tips!

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von lieselotte.sockenlos 06.06.10 - 07:42 Uhr

Hi,

ich stehe gerade ratlos vor einem riesenproblem. Mein Sohn 8 Jahre ist vorpupertär, hat immer wieder Probleme in der Schule, Diagnose depressive Anpassungsstörung. Er kann mit Frust nicht umgehen, rennt dann weg und ist für nichts mehr zugänglich. Wir ziehen in zwei Wochen um, damit er auf einer neuen Schule neue Chancen bekommt, die hat er auf der alten total verspielt. Er merkt wohl den Stress, den wir alle durch den Umzug haben und kann damit nicht umgehen. Er ist in der Schule seit zwei drei Wochen wieder massiv auffällig. Letzten Freitag sass er nach einem Streit mit einem Freund in einem Busch und wollte nicht wieder raus kommen. Er war plötzlich auch für mich nicht mehr zugänglich, wollte nicht mit kommen. Nach stunden langem reden kam er doch mit.

So nun mein Problem: morgen ist Montag, die Schule geht wieder los. Er hat noch genau 9 Tage in der alten Schule, drei davon muss ich arbeiten. Er will da nicht mehr hin. Lasse ích ihm das durch gehen, merkt er sich das, und ich verliere eventuell meinen Job. Ich habe aber die gewissheit, dass ich für ihn da sein kann und wir die schwierige Situation Umzug gemeinsam meistern. Lasse ich ihn zur Schule gehen, ist davon auszugehen, dass es gleich morgen früh wieder eskaliert und ich wieder einen Anruf von der Schule bekomme, ich soll ihn abholen. #zitter

Ich habe Angst, dass er beim nächsten Mal gar nicht mitkommt und ich da stehe und nicht weiss was ich machen soll. Übrigens: es liegt nicht an unserem Verhältnis, das ist super und er hat auch keine Angst nach Hause zu kommen mit Problemen, er ist dann "nur" so in seinem Frust gefangen, dass er in dem Moment alles Scheisse findet.

Was soll ich nur machen????#kratz

Beitrag von arienne41 06.06.10 - 11:07 Uhr

Hallo

Es besteht eine Schulpflicht.

Vielleicht ist die Schule nicht die richtige.

Seit ihr in Psychologischer Behandlung?

Beitrag von xxtanja18xx 07.06.10 - 16:18 Uhr

**Es besteht eine Schulpflich**

#kratz#augen#klatsch

Das hat ihr bestimmt total geholfen....und da er die Schule wechselt, geht sie wohl davon aus, das die Schule nicht die richtige ist.....

Beitrag von arienne41 07.06.10 - 17:42 Uhr

So wie ich es verstand wollte sie wissen was sie tun soll.

Der Gedanke den ich habe ist das sie ihn nicht mehr hinschickt.

Es kann auch nicht angehen das die Schule anruft damit sie ihn abholen.

Denn das Kind hat ein Recht auf Schule und da es ja kein neues Problem ist hätte man sich mal zusammensetzen sollen und eine alternative suchen.

Beitrag von jazzbassist 06.06.10 - 11:45 Uhr

Eltern haben eine unheimliche starke Wirkung auf ihre Kinder. Das ist manchmal ganz toll, denn so schaffen Kinder Überwindungen wie das erste Mal ohne Stützräder Fahrrad zu fahren oder der erste Kopfsprung im Erwachsenenschwimmbecken. Einfach, weil wir wissen, dass unsere Sprösslinge das schaffen; und dieser Glaube gibt dem Kind das fehlende Stück Mut, es dann wirklich zu versuchen. Wenn Sie mit Kindern im medizinischen Kontext arbeiten, merken Sie, dass das gleiche auch umgekehrt läuft. Haben Eltern Angst vor etwas, zweifeln oder sind unsicher oder vermuten auch nur, dass, wenn sie Blut abnehmen müssen, dass Kind nicht kooperiert, werden Sie binnen weniger Atemzüge auch ein weinendes Kind vor sich haben. Befürchten Sie also, dass es morgen schief gehen könnte, wird es ganz bestimmt schiefgehen, da Ihr Sohn das - auch wenn Sie natürlich versuchen, dass vor Ihm zu verbergen - spüren wird.

Grundsätzlich finde ich aber nicht, dass es einem 8-Jährigen zustehen sollte, entscheiden zu dürfen, ob er zur Schule geht oder nicht. Zum einen sind 9 Schultage schon eine nicht gerade kurze Zeit (ich denke also schon, dass ihr Sohn da irgendetwas lernt), zum anderen scheint es auch nicht sinnvoll, wenn sie dadurch Probleme mit ihrem Arbeitgeber bekommen. Notfalls würde ich mich hier mit dem Kind auf einen Kompromiss einigen. Ihm z.B. erlauben, den letzten Schultag zu schwänzen und den ganzen Morgen mit der Mama im Freibad rumtoben. Zum einen lenkt das sie beide etwas von diesem Abenteuer Umzug ab; ihr Sohn erkennt: „Mama nimmt mich ernst“ und abschließend wird ein Kind, dass umzieht, am letzten Schultag ohnehin nichts mehr lernen sondern einfach nur noch rumdöseln und warten, bis der Tag zu ende ist.

Falls es wirklich Probleme geben sollte, würde ich das Kind ausfrusten lassen; irgendwann beruhigt er sich wieder. Nehmen Sie sich einfach ein schönes Buch mit (meine Frau empfiehlt gerade Charlotte Link), machen sie es sich in der Sonne bequem und lassen ihm Gebüsch hocken. Der wird schon rauskommen, wenn ihm niemand beachtet und ihm das zu dämlich wird. Darf man fragen, was der Auslöser Sieger Anpassungsstörung war?

Beitrag von herzensschoene 07.06.10 - 00:03 Uhr

ist dein sohn wegen der depressiven anpassungsstörung in behandlung?

ein schulwechsel ist zwar okay, beseitigt aber nicht das problem.

ansonsten besteht schulpflicht und der herr muss gehen. ich würde ihm da keine wahl lassen.

viele grüße maren