ambulante Intensivpflege und schwanger

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von drifters 06.06.10 - 13:58 Uhr

Hallo,

ich arbeite als Krankenschwester in der ambulanten Intensivpflege, d. h. ich betreue einen Patienten mit hohem Querschnitt in seiner häuslichen Umgebung. Mit diesem Patienten bin ich alleine und arbeite in 12-Std-Schichten.

Jetzt bin ich in der neunten Woche schwanger. Letzte Woche hab ich meine AG darüber informiert und gleich dazu gesagt, dass ich auf keinen Fall ein Beschäftigungsverbot möchte.

Mein AG hat mich daraufhin sofort vom Nachtdienst befreit und dafür gesorgt, dass ich für Tranfers, Lagerungen usw. künftig Hilfe aus der Familie bekomme. Ab nächsten Monat soll ich dann zu einem einfacheren Patienten mit nur acht Std. täglicher Betreuung wechseln. Soweit also eigentlich alles spitze.

Meine Kollegen sollten sich nun selbst einig werden, wie sie es gewährleisten können, dass ich nur acht statt zwölf Std. arbeite. Und hier gibts nun Probleme. Mein ganzes Team fühlt sich nun persönlich angegriffen weil ich so plötzlich schwanger geworden bin und dann nicht sofort das ganze Team und den Patienten informiert habe und weil ich nun nicht bereit bin normal weiter zu arbeiten.
Dabei hab ich sofort bescheid gesagt als ich den Mutterpass bekommen habe, nur eben erst meinem Chef und nicht zuerst dem Team, und ich bleibe nur deshalb diesen Monat im Team damit meine Kollegen nicht all meine Dienste vollständig abdecken müssen sondern eben nur ein paar Stunden.

Ich weiß echt nicht was ich davon halten soll und würde mich über eure Meinungen oder ähnliche Erfahrungen sehr freuen.

Julie

Beitrag von carrie23 06.06.10 - 14:00 Uhr

Wie kannst du auch schwanger werden ohne deine Kollegen um Erlaubnis zu fragen ( Ironie off ).
Du hast es schon richtig gemacht, zuerst informiert man den Chef und was deine Kollegen denken sollte dir am Pobbes vorbei gehen.

Beitrag von honolulumieze 06.06.10 - 17:06 Uhr

Ich würde mir angesichts dieses Verhaltens ein Beschäftigungsverbot geben lassen. Was geht es die Kollegen an, dass du schwanger bist und seit wann regeln Kollegen unter sich die Dienstpläne? Das ist ja wohl Sache des Chefs, der die Anweisung zu geben hat und die anderen haben sich gefälligst danach zu richten. Wenn ich sowas schon höre, dass Mitarbeiter dabei mitreden dürfen. Das kann ja nur Probleme in der Hinsicht geben, dass Kollegen meinen, sie könnten sich aufspielen. Nun würde ich echt alles ausschöpfen, was mir an Sonderregelungen zusteht. Denen würde ich es zeigen.

Beitrag von esk 08.06.10 - 14:09 Uhr

hallo!

ich weiß aus erfahrung, wovon du redest.

deine kollegen haben ein bißchen eine macke, aber finanziell betrachtet ist es so, dass eben diese 12h schichten finanziell großen vorteil bringen, und eben dieser vorteil ist weg, wenn sie wegen dir jetzt 8h schichten müssen. dazu kommt, dass man durch diese 12h nun etwa 14 freie tage im monat hat, mit denen deine kollegen sicher auch rechnen. arbeitet man im 3 schicht system reduziert sich die menge der freien tage deutlich.
und da du dein team nichtmal "vorgewarnt" hast, kann ich deren ärger in gewisser weise verstehen.

du hast sicher gedacht, du machst das richtige, das geht mir auch dauernd so, und am ende war wieder was falsch.#aerger aber versuch mal, deren sicht der dinge zu sehen.

und auch an deiner stelle: überleg dir, ob du das, was du da vorhast wirklich willst:
auch dir fehlt mit 8h der verpflegungsmehraufwand, du hast weniger tage frei und so eine schwangerschaft wird nicht leichter mit der zeit. auch wenn dir hilfe zugesagt wurde: was machst du, wenn es dir mal nicht gut geht? du kannst nicht einfach heim gehen oider zu hause bleiben. das ist zwar dein recht, aber fair ist es nicht. nicht dem pat gegenüber, nicht deinen kollegen und auch nicht dem gesamten unternehmen. ich weiß nicht, ob du schichtzulagen bekommst, aber in der zeit, zu der du schwanger noch arbeiten darfst, gibt es fast keine. du hättest deutliche finanzielle nachteile, auch wenn du an die berechnung des elterngeldes denkst.
ich weiß nicht, wie es finanziell bei dir aussieht, aber überleg dir das.

und noch was: wenn du arbeiten gehst, und irgendwas passiert mit dem baby, wie willst du dir das verzeihen? du darfst gar nicht arbeiten, du darfst nichts mit ausscheidungen machen, dh kein urin, kein stuhlgang, kein blut und schon gar kein trachealsekret, wie willst du das machen? nicht absaugen, nicht mehr als 5kg heben... süße, du bist allein da!

ich bin wirklich gegen ungerechtfertigte BV, aber das wär bei dir nicht der fall.

wenn das jetzt zu durcheinander war oder du fragen hast, meld dich ruhig, ich hab das alles schon durch...:-D

lg