Wo würdet ihr sparen?

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Forum: Politik & Philosophie

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Beitrag von fred_kotelett 07.06.10 - 19:28 Uhr

Hi, mich würde bei aller berechtigten Kritik am Sparpaket der Regierung mal interessieren wo ihr sparen würdet.

Ich fang mal mit einem an, will ja nicht zuviele Ideen vorweg nehmen.

Abschaffung der Minijobs (400€ Jobs), geschätzter Steuer- und Sozialversicherungsausfall 3 Milliarden Euro. Hierbei sehe ich es vor allem nicht ein warum wir solche Killer regulärer Arbeitsverhältnisse noch fördern.

VG
Fred

Beitrag von grafzahl 07.06.10 - 19:35 Uhr

Hallo Fred,

ich würde das Elterngeld vollständig abschaffen.

Das Ziel wurde nämlich vollständig verfehlt. Die Geburtenrate ist auf konstant niedrigem Niveau geblieben.

Bremen würde ich in Niedersachsen integrieren und am besten gleich einen Nordstaat auf Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen bilden. Berlin mit Brandenburg fusionieren. Aber das kann man leider nicht per Gesetz beschließen.

Abschaffung der Wehrpflicht und deutliche Verkleinerung der Bundeswehr.

VG
Christian

Beitrag von silver206 07.06.10 - 19:39 Uhr

Hallo Christian,

es gab mal einen Bürgerentscheid? o.ä. in dem festgestellt wurde, dass Brandenburg nicht mit Berlin fusionieren wollte.

An uns Berlinern wäre es nicht gescheitert ;-)


LG Irene

Beitrag von grafzahl 07.06.10 - 19:48 Uhr

Hallo Irene,

> An uns Berlinern wäre es nicht gescheitert

http://de.wikipedia.org/wiki/Brandenburg#L.C3.A4nderfusion_Berlin-Brandenburg

Ich weiß - die Brandenburger waren leider nicht so klug, wie die Berliner.

Die Bremer werden auch nicht mit Niedersachsen zusammen gehen wollen. Aber die Kohle aus dem Länderfinanzausgleich nehmen sie gerne mit.

Beitrag von le-cochon 07.06.10 - 19:53 Uhr

den föderalistischen Ansatz fallen lassen?
Wäre das nicht günstiger?
Finanziell meine ich...

Beitrag von grafzahl 07.06.10 - 19:58 Uhr

Mit dem Föderalismus haben uns die Mütter und Väter des Grundgesetzes ein schönes Ei ins Nest gelegt.

Leider kannst du den Föderalismus nicht mal per Grundgesetzänderung abschaffen. Du musst gemäß Artikel 146 eine neue Verfassung beschließen:

Art 146
Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

Leider hat man die günstige Gelegenheit auf eine neue Verfassung 1990 vergeigt.

Beitrag von zeitblom 08.06.10 - 10:08 Uhr

naja, wenn ich mir Länder ohne (ausgeprägtem) Federalismus anschaue wie Italien, Frankreich oder Spanien, dann sehe ich nicht unbedingt, dass zentral regierte Staaten effektiver und sparsamer sind.

Und nach der Logik, die gegen den Federalismus spricht, müsste man dann nicht auch für ein zentral regiertes Europa sein, ohne Berücksichtigung lokaler Eigenheiten?? Dann doch lieber etwas mehr Geld ausgeben....

Beitrag von fred_kotelett 08.06.10 - 10:21 Uhr

Wir könnten aber auch einfach unsere ostdeutschen Ländereien bei Ebay verscherbeln.
Da hätten wir auch ruckzuck ein paar Länderparlamente eingespart.

Beitrag von nusch 08.06.10 - 14:01 Uhr

Hallo Christian,

gut Ding will Weile haben - und wenn man auf einen solchen "Bonus" nicht vertrauen kann (wie man gestern zeitweilig glaubte), wie sollen dann Planungen darauf aufgebaut werden? Vielleicht muss man dem EG auch noch ein wenig Zeit geben, damit es richtig greift und die Geburtenrate erhöht?

Ich bekomme mein 2. Kind, weil es Elterngeld gibt, ich sonst nicht hätte min. 1 Jahr selbst betreuen können und schon beim 1. Kind nach 10 Wochen wieder arbeiten gegangen bin, dies aber nicht nochmal erleben wollte.

Also in meinem Fall hat das Elterngeld voll gezogen.

LG
Nusch

Beitrag von silbermond65 07.06.10 - 19:38 Uhr

Statt rauf mit den Diäten runter damit.
Und faulen Politikern ,die nur am Arbeitsplatz erscheinen,um auf der Anwesenheitsliste abgehakt zu werden und dann Zeitung lesend bzw. schlafend rumsitzen oder gleich wieder verschwunden sind ,sollte ihr "Lohn" komplett gestrichen werden.

Beitrag von daddy69 07.06.10 - 19:49 Uhr

Die meistgenannte Forderung - die aber nur Symbolcharakter hat.

Beitrag von yoleena 07.06.10 - 21:11 Uhr

Hallo,

damit magst du Recht haben. Aber wenn ALLE den Rotstift ansetzen sollen, dann doch auch bitte die Damen und Herren aus der oberen Abteilung. Ist schon klar, dass die paar Kröten von Diäten im Vergleich zu den Sozialausgaben nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Dennoch würde es unseren Abgeordneten nicht weh tun (die meisten stehen ja außerdem noch auf diversen Gehaltslisten in der freien Wirtschaft), aber es würde die Glaubwürdigkeit enorm steigern, wenn sie mal bei sich anfangen würden. Kleinvieh macht schließlich auch Mist :-)

LG Yoli

Beitrag von sneakypie 07.06.10 - 23:37 Uhr

>>Statt rauf mit den Diäten runter damit.<<

Und wo kriegst du dann die qualifizierten Leute her, die den Job machen wollen? Dann wandern doch noch mehr in die freie Wirtschaft ab, wo sie locker das Dreifache verdienen, und für uns bleiben in der Politik noch mehr Tröten sitzen, die da nur sind, weil sie's auf dem freien Markt nicht bringen!

Bei allem Verständnis für die vermeintliche Ungerechtigkeit, aber es hat schon Sinn und Zweck, warum ein Politiker nicht nur seine Zweifünf nach Hause bringt.

Gruß
Sneak

Beitrag von nika-2003 10.06.10 - 14:48 Uhr

Hallo,
meinetwegen könnten die Politiker noch etwas mehr Diäten bekommen, dafür sollen sie aber auch die gleichen Steuern zahlen wie wir. Was aber auf jeden Fall abgeschafft werden muss, sind die Pensionen der Politiker, denn diese sind (ich glaube nach 4 Jahren) garantiert und zwar in einer Höhe, für die ein Otto-Normalverbraucher Jahrzehnte arbeiten muss. Sobald einer aus der Politik ausscheidet, soll er seinen Pensionsanspruch durch anderweitige Tätigkeiten (z.B. in der freien Wirtschaft) erarbeiten.
Ein weiterer Punkt, von dem ich erst vor paar Tagen erfahren habe: wir zahlen doch (fast) alle Kirchensteuer, und das nicht zu wenig wie ich finde. Aber die Gehälter von den Bischöfen & co zahlt der Staat, also unter dem Strich der Steuerzahler. Hier gehen Milliarden drauf! Das beruht auf einem Jahrhundertealtem Gesetz, das endlich mal auf die heutige Zeit abgestimmt werden muss!
Es sind nur zwei Punkte von mehreren. Um alles aufzuzählen, fehlt mir die Zeit.
Grüße

Beitrag von marion2 07.06.10 - 19:42 Uhr

Hallo,

ich würde mehr Krippenplätze schaffen (nicht so halbherzig wie jetzt, sondern richtig). Kostet zwar, rechnet sich aber langfristig.

Dann könnten wir auch gleich den Grundwehrdienst abschaffen -> in der kurzen Zeit lernt niemand, wie er etwas verteidigt oder angreift oder was auch immer.

Gruß Marion

Beitrag von dani.m. 07.06.10 - 20:27 Uhr

Problem beim Grundwehrdienst ist aber, dass der Zivildienst daran gekoppelt ist. Und ohne Zivis würden bestimmte soziale Bereiche gar nicht mehr zurecht kommen. Wurde mal in einer früheren Diskussion so erklärt.
Insgesamt sehe ich aber auch in der Bundeswehr ein hohes Sparpotential.

Beitrag von sassi31 08.06.10 - 02:29 Uhr

Dann müssen die Zivi-Stellen als reguläre Arbeitsplätze ausgeschrieben werden. Dadurch verringert sich dann auch gleich die Arbeitslosigkeit.

Beitrag von dani.m. 08.06.10 - 07:29 Uhr

Der Ansatz ist schon richtig. Dadurch würden sich aber bestimmte Dienstleistungen, z.B. in der Altenpflege, derart verteuern, dass sie nicht mehr finanzierbar wären. An sich fände ich es aber auch besser, reguläre Stellen daraus zu machen. Genauso wie aus den 1-Euro-Jobs.

Beitrag von grafzahl 08.06.10 - 19:12 Uhr

> Dadurch würden sich aber bestimmte Dienstleistungen, z.B. in der Altenpflege, derart verteuern, dass sie nicht mehr finanzierbar wären.

Dieser Logik folgend müsste man eigentlich den Wehrdienst auf 18 Monate und den Ersatzdienst auf 24 Monate verlängern.

Beitrag von dani.m. 08.06.10 - 21:26 Uhr

War das nicht schon mal so? Ich meine, mich an diese Zeiten zu erinnern #kratz
Naja, die bessere Lösung wären schon richtige Arbeitsplätze. Aber vielleicht für die verantwortlichen Stellen nicht finanzierbar. Zumindest kurzfristig.

Beitrag von marion2 08.06.10 - 18:42 Uhr

Wir haben doch das Freiwillige Soziale Jahr. ;-)

Beitrag von sneakypie 07.06.10 - 23:30 Uhr

Problematisch finde ich nicht nur, dass damit der Zivildienst ebenfalls wegfallen würde, sondern auch, dass sich damit eine eigene Klasse "Militär" bildet, die nur noch peripheren Kontakt mit der Gesellschaft besitzt. Find ich nicht gut, das Militär sollte soweit wie möglich integriert und in ständigem Austausch sein. Reduziert das Aufkommen von Putschisten.

Gruß
Sneak

Beitrag von danja1983 07.06.10 - 19:42 Uhr

Hallo,

ich würde als erstes Zeitarbeit abschaffen. Das ist meiner Meinung nach völliger Unsinn.
Dann würde ich sicher erstmal die Gehälter der Politiker kürzen, das ist ja wohl purer Wahnsinn. Ich frage mich wie man das mit seinem Gewissen vereinbaren kann.
Dann würden auch die Griechen nicht mehr mit Geld rechnen können.

LG
Dani

Beitrag von daddy69 07.06.10 - 19:48 Uhr

Hi,

Kohlesubventionen. Die Regierung spricht von z.B. 1,9 Mrd EUR, wenn man das aber erweitert um Steuererleichterungen und Forschungsförderung von Kraftwerkstechniken, kommen andere auf über 10 Mrd. EUR.

VG
Peter

Beitrag von le-cochon 07.06.10 - 19:48 Uhr

Elterngeld

*hier gehört der smilie hin, den man im chat unter der //2 erreicht*

Mal davon ab, wenn 400 € Jobs abgeschafft würden, könnten viele startups gar nicht mehr arbeiten. Ob das so eine gute Idee ist?

Wo würde ich faktisch sparen? Naja, so einfach kann ich das nicht beantworten, weil ich kein Experte bin, aber ich denke, dass auf dem Gebiet der Subventionen schon einiges gibt, was man einsparen könnte.
Nehmen wir den Steinkohlebergbau, der schon seit Jahren zurückgefahren werden soll, der aber noch immer heftig subventioniert wird - leider auch Rüttgers sei dank :-(

Brauchen wir wirklich soviele Krankenkassen, die konkurrieren, oder könnte man den status quo vielleicht doch mit einem zentralistischeren System effizienter erreichen?

Macht es wirklich Sinn, nach erwiesenem Unsinn in Gorleben noch weiter nach dem Endlager für alle zu suchen?

Müssen wir wirklich noch alternative Energien staatlich subventionieren, damit sie konkurrenzfähig sind, müssen wir die Subventionen für Windräder aufrecht erhalten, auch wenn wir gesehen haben, dass diese mittlerweile mehr missbraucht werden, als in Anspruch genommen werden?

Auch nur eine Auswahl...
l-c