Mann vergleicht seine Erziehung mit der unserer Kinder....

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von andersmachen 08.06.10 - 21:15 Uhr

Bevor wir Kinder bekommen haben, waren wir uns immer einig, dass wir es "besser" machen wollen, als unsere Eltern, wir wurden geprügelt, waren in Heimen (er einmal, ich dreimal), Liebe war Mangelware etc.
Nun haben wir zwei Kinder (5J u. 3J) und immer öfter kommt der Spruch "das hätte ich mich mal getrauen sollen" in meine Richtung, wenn ich abends auch noch ein zweites rauskommen der Kids mit Gelassenheit nehme, denn eigentlich kommen sie nur, wenn wirklich was ist, nochmal WC, was kleines trinken etc, also Dinge, die ich nachvollziehen kann, sicher, WIR durften uns sowas damals wirklich nciht erlauben, aber wie oben schon erwähnt, wir wollten es ja besser machen.
Genauso läuft es mit einen auf den Po, ich verabscheue jegliche Art von Gewalt, ich habe genug erlebt und werde dieses meinen Kindern niemals antun, er widerum droht recht gern mal damit, wenn ich dabei bin reagiere ich sofort (auch vor den Kindern, auch wenn man sich ja nicht über Erziehungsmethoden vor den Kindern streiten soll, aber bei sowas werde ich meine Kinder nicht in dem Glauben lassen, dass ich das still unterstütze), aber vor zwei Wochen gab es die Situation, dass er mit den Kids allein war und schon gab es eben dieses berüchtigte auf den Po, gleichzeitig wurden sie ins Zimmer gesperrt und er verhing noch zwei andere Strafen, weil sie wohl nicht auf ihn gehört haben (ja, so sagte er es). Nun wollte ich vor zwei Tagen nach dem Abholen aus dem Kiga die beiden schnell heimbringen, weil ich noch einen Arzttermin hatte, aber bei der Aussage, dass ich die zwei zu Papa bringe, meinte unsere Große, dass sie nicht will, sie Angst hat, dass sie wieder auf den Po bekommt, sie wieder ins Zimmer müße etc.
Gut, es war wohl kontraproduktiv, dass ich vor den Kindern mit ihm gestritten habe, dass wir sie NIE schlagen wollten, ich auch nicht einsehe, dass sie vier Strafen für ein "Vergehen" bekommen, aber ich war nunmal mächtig sauer.
Eben hatten wir wieder so eine Situation, die zwei kamen nochmal raus, sie wollten noch nen kleinen Schluck zu trinken, ich ihnen noch was gegeben, sie wieder ins Bett gebracht, komme wieder in die Stube "sowas hätte ich damals mir nicht erlauben dürfen" #augen

Nun geht diese Situation schon etwas länger, ich hatte ihm vor einem halben Jahr nahegelegt, dass er sich vielleicht in eine Therapie begeben sollte, vllt reagiert er nur so, weil er seine Kindheit nie verarbeitet hat, aber das möchte er nicht, er sieht keinen Fehler bei sich, eher bei mir, ich wäre zu weich etc...

Auch wenn mir wahrscheinlich keiner weiterhelfen kann, danke fürs loswerden dürfen

LG

Beitrag von andersmachen 08.06.10 - 21:18 Uhr

die Situation, wo die Große aus Angst nicht heim wollte, war nicht vor zwei Tagen, sondern gestern, sorry, ich habe heut schon den ganzen Tag dauernd das Gefühl, dass Mittwoch ist #augen

Beitrag von gh1954 08.06.10 - 21:36 Uhr

>>>Eben hatten wir wieder so eine Situation, die zwei kamen nochmal raus, sie wollten noch nen kleinen Schluck zu trinken, ich ihnen noch was gegeben, sie wieder ins Bett gebracht, komme wieder in die Stube "sowas hätte ich damals mir nicht erlauben dürfen" <<<

Frag ihn, was denn dann passiert wäre. Er wird etwas dazu sagen und dann frag ihn, ob er das als Kind gut gefunden hätte.
Wenn nicht, frag ihn, warum er dann jetzt so einen Terz veranstaltet.

Was findet er so schlimm daran, dass die Kinder nochmal kommen, um etwas zu trinken?
(Das machen sehr viele Kinder, selbst wenn sie überhaupt keinen Durst haben, gehört irgendwie zum Ritual.)

Wenn er nicht will, dass sie nochmal raus kommen... hat er schonmal konstruktive Vorschläge gemacht, um das abzuschaffen?

So grummelige blöde Bemerkungen kann ich nicht ab, damit wird der Partner hingestellt, al würde er was falsch machen.

Beitrag von andersmachen 08.06.10 - 21:55 Uhr

ich habe ihn gefragt, ob er denn möchte, dass unsere Kinder später mal genauso reden über uns, wie wir jetzt über unsere Eltern, da er für mich den Eindruck rüber bringt, als wöllte er, dass wir unsere Kinder eben genauso erziehen. Meist bekomme ich dann keine Antwort, er hat ja auch gar nciht die Rennerei, er sitzt doch eh vor seinem PC und spielt, mich stört es nicht, aber er muß nebenbei eben über das Verhalten der Kids maulen.
Er fand solche Einschrändunkungen ja selber nicht toll, ich kann selber nicht verstehen, warum er aber das gleiche von unseren Kindern erwartet.
Ich fühle mich gott sei Dank nicht, als würde ich etwas falsch machen, aber ich habe auch keine Lust dauernd mit ihm über etwas zu diskutieren, was vor fünf Jahren noch klar war, ich fühle mich nicht im Unrecht, aber rechtfertigen will ich mich auch nicht mehr.

Beitrag von gh1954 08.06.10 - 22:11 Uhr

Hast du ihn gleich nach so einer Situation mal gefragt? Nicht-Antworten gilt nicht. er kann nicht blöde Bemerkungen in den Raum werfen und dann zumachen.
Vielleicht musst du mal etwas konsequenter nachhaken und nicht nur allgemein in den Raum sprechen.

Beitrag von andersmachen 08.06.10 - 22:17 Uhr

Nein, ich werfe das nicht in den Raum, ich spreche ihn direkt an, schaue ihn auch dabei an, aber ich bekomme dann eben keine Antwort.

Beitrag von gh1954 08.06.10 - 22:19 Uhr

Dann soll er keine Bemerkungen machen, wenn er nicht in der Lage ist, sich mit dir (und auch mit sich selbst) auseinanderzusetzen.
Oder zieh den PC-Stecker.

Nicht-Antworten ist total unerwachsen.

Beitrag von andersmachen 08.06.10 - 22:29 Uhr

jaa, genau das habe ich ihm vorhin gesagt "wenn du keine konstruktiven beiträge hast, dann sei einfach ruhig" auch da bekam ich keine Antwort.
Den PC-Stecker ziehen? dann rastet hier wahrscheinlich jemand aus...

Beitrag von gh1954 08.06.10 - 22:32 Uhr

Dann rastet er halt aus, aber wenn das so weitergeht, rastest du bald aus, wenn er sich weiterhin so benimmt.
Was ist ER denn fü ein Beispiel fü eure Kinder, wenn er nur am PC hockt?

Das ist ja nur eine Sache, dazu kommt ja noch das Klappsen und die Kinder ins Zimmer schicken.
Und wenn du vo einer Konfrontation zurückschreckst (was verständlich ist, einserseits), wird sich nichts zum Guten verändern.

Beitrag von andersmachen 08.06.10 - 22:39 Uhr

Glaub mir, ich habe schon alles versucht, u m sein Gewissen zu beregen...was wird er machen, wenn der Klaps nix mehr bringt (ich kenne das ja, so hat es angefangen....), irgendwann wird es mehr....aber da lässt er sich auf kein Gespräch ein, er würde nie über den Klaps auf den Po hinweg gehen...ich kann dasnicht glauben.
Ich schrecke ja nicht zurück, ich gebe ihn immer contra, aber es scheint nicht zu reichen....

Beitrag von gh1954 08.06.10 - 22:55 Uhr

Zumindest hat er damit erreicht, dass er kaum Zeit mit sinen Kindern allein verbringen muss.
Ich kann dir keine Vorwürfe machen, weil ich noch nicht live dabei war, aber der Mann buttert dich unter.
Sollst du ihn dafür loben, dass er "nur" klappst?

Beitrag von babybaer4 08.06.10 - 22:12 Uhr

Hallo,

vielleicht könnt ihr euch nochmals an einen Tisch setzten und redet in Ruhe nochmals darüber.Denkt euch konsiquenzen aus die ihr beide vertreten könnt.
Z.b 2mal abends rauskommen ist ok ,dann gibt es nichts mehr(natürlich nur wenn der Abstand dazwischen nicht zu groß ist)
oder wenn die Kinder nicht hören wird erst erklärt und wenn es nicht hilft müssen sie für kurze Zeit in ihr Zimmer(offene Tür)und das ohne Klaps.
Nur eine Konsiquenz für ein "Vergehen"....
Ich denke da hilft nur reden,reden,reden.

Lg Sabine

Beitrag von andersmachen 08.06.10 - 22:25 Uhr

Wie oft sie abends rauskommen, möchte ich nicht festlegen, sie kommen ja wirklich nur, wenn es nötig ist, also nicht aus Spaß.
Dass er Konsequenzen bitte ankündigen soll, habe ich ihm schon häufig gesagt, wenn ich da bin, klappt das auch ganz gut, klar, da kann ich dazwischen springen, aber wenn er allein mit ihnen ist, habe ich kienen Einfluß drauf, ich lege Termine schon so, dass ich die Kids nicht allein mit ihrem Papa lassen muß, das ist doch aber kein Familienleben....

Beitrag von babybaer4 09.06.10 - 13:17 Uhr

Hallo,

ohoh du hörst dich an als ob du aufgeben hast und nur noch die Trennung was bringt.
Wenn das so ist setzt ihm die Pistole auf die Brust "Entweder Therapie für euch beide oder?"
Ohne dich jetzt angreifen zu wollen,den was dein Mann macht ist Mist,aber manchmal haben auch die lieben Männer ein wenig recht.Vielleicht bist du sehr nachgiebig deinen Kindern gegenüber wegen deiner Vergangenheit?Gibst du deinem Mann das Gefühl eh alles falsch zu machen und er resigniert?
Ihr müsst einen Weg finden mit dem ihr beiden leben könnt ,was die Erziehung eurer Kinder angeht anders wird es nicht gehen.

Lg Sabine

Beitrag von xyz74 09.06.10 - 10:20 Uhr

Zu Euren Problem würde ich Dir gern folgendes Buch empfehlen:

http://www.amazon.de/Vergiftete-Kindheit-Elterliche-Mi%C3%9Fbrauch-elterlicher/dp/3442124425

Als Gedankenanstoß für Dich.
Wie wäre es wenn Ihr BEIDE eine Therapie macht um zu reflektieren ob ihr beide Eure Kindheit wirklich verarbeitet habt.
Denn es gibt oftmals zwei Extreme nach solchen Erfahrung.
Die einen wie Dein Mann, die vom Opfer zum Täter werden.
Und dann gibt es noch das andere Extrem, das komplett unfähig Grenzen zu setzen und Kinder auf diese Art zu misshandeln.
Will ich Dir gar nicht unterstellen.
Aber ich denke, es ist nicht verkehrt sein eigenes Verhalten zu hinterfragen und auch mal mit Profis an einem Tisch zu sitzen und deren Meinung einholen.

Wenn Du nur Deinem Mann zur Therapie rätst, stellst Du ihn an den Pranger. Das er sich dagegen wehrt ist sicher verständlich.

Ein WIR-Haben ein Problem weicht verhärtete Fronten sicher schneller auf, als ein DU-hast ein Problem. DU-bist der böse!