Grundsatzerziehungsfragen....Vorsicht lang und etwas konfus

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von sahnebine 09.06.10 - 09:47 Uhr

ich hatte am Monatg so etwas wie einen Streit mit meiner besten Freundin, leider über das Thema der erziehung unserer Jungs. Der Streit ist schon fast vergessen , lässt mich aber dennoch grübeln.
Mein Sohn wird im November 4 und sein allerbester Freund wird im Juli 3.
Er ist recht groß und kräftig und hat leider ein etwas aufbrausendes gemüt ( leider von mir). Besonders wenn er müde ist, ist es nahe an einer Eskalation.
Sein freund ist etwas kleiner und zierlicher und eher etwas zurückhaltender , hat es aber auch faustdick hinter den Ohren.
Leider ist es so, dass der Wechsel zwischen heißer und inniger Liebe und Streit mit schreien und Schubsen recht schnell geht. Dabei ist es ungefähr ausgeglichen, wer anfängt, wobei sich meiner öfter erwischen lässt
Bei diesem Streit ging es also um ein sehr nervendes Hin und Her , wobei Claas schon den Auslöser gab. Es endetet mit dem totalen NOGO, das gebissen wurde. Meine Freundin reagierte mit einem gnervten "es reicht jetzt" und setzte meinen Sohn weg. Grundsetztlich total angemessen, allerdings stand ich daneben wollte grade eingreifen und bestrafte meinen Sohn quasi doppelt indem wir dann den Spielplatz verliesen. Beim Gespräch darüber, sagte sie, dass ihr Sohn auch mal sehen muss, dass sie ihn schützt. und dass es nicht sein kann dass claas immer gewinnt( macht er m.e. nicht)
Nun zum Problem: Ich bin nicht die Mutti, die das Kind ständig schützt und ich denke er muss seine Kämpfe auch mal selber ausfechten- grade unter Jungs- wo wie ich denke eine Konkurenzsituation herrscht und es vielleicht auch mal ruppiger zugeht( Nochmal Beissen und hauen ist ein nogo- das sehe ich auch so).
Ich bin jederzeit bereit alles für mein Kind zu tun, allerdings bin ich zugegeben auch eher eine der Banksitzenden statt Burgenbauenden Speilplatzmuttis. Wenn er fragt nach schaukeln o.ä mache ich das natürlich, allerdings sehe ich mich nicht als full time unterhalter meines Sohnes.
Nun mein dilemma:
Liegt es vielleicht daran, dass ich meinen Sohn erstmal laufen lasse und nur im äußersten Notfall eingreife, dass er so eskaliert? Lasse ich ihn also im Stich?Oder ist es richtig ihn seine Erfahrungen machen zu lassen und ggf. auch mal ne Niederlage zu riskieren? Braucht er mehr Aufmerksamkeit?
Danke fürs zuhören und ich hoffe auf antworten s,

Beitrag von engelchen28 09.06.10 - 09:59 Uhr

hallo!
ich persönlich greife nur ein, wenn es zu handgreiflichkeiten kommt. wenn es sich "nur" um streit, diskussionen handelt, lasse ich die kinder machen. wenn ich merke, meine damen (3 & 5 jahre alt) werden zu zickig, weil sie müde sind (dann eskaliert ein streit auch leichter mal), verlasse ich auch mal den spielplatz.
du solltest dich mit deiner freundin zusammensetzen (ohne kinder) und ihr die situation aus deiner sicht nochmal schildern. ich vermute, dass ihr im grunde genommen dieselben ansichten habt. einigt euch darauf, dass wenn ihr beide anwesend seid, dass jeder sein kind "rügt" und jeder für sich die konsequenzen zieht.
lg
julia

Beitrag von raena 09.06.10 - 10:28 Uhr

Hallo Sabine,

also konfus ist der richtige Ausdruck! ;-)

Ich finde du vergleichst Äpfel mit Birnen.

1. Zu der Tatsache das deine Freundin in einem ganz konkreten Fall am Spielplatz eingegriffen hat

Ich hab auch zwei Freundinnen mit denen ich mich regelmäßig treffe. Die eine hat einen Sohn der ein 3/4 Jahr älter ist, die andere zwei Töchter, 1 Monat jünger als meine die andere 1,5 Jahre älter.
Grundsätzlich spielen die dann gut miteinander aber Konflikte gibt es immer wieder mal, das ist normal. Wenn ich daneben stehe und es eskaliert (dazu noch später wann ich eingreife) greife ich ein, egal ob es meine Tochter ist oder die Kinder meiner Freundin. Wenn sie daneben steht greift sie ein. Wir agieren dann sozusagen als "Team". Wenn das erste Eingreifen erledigt ist, übernimmt die jeweilige Mama die weiteren Maßnahmen (sofern notwendig). Das funktioniert gut und keine von uns fühlt sich von der Anderen angegriffen und in ihrer Rolle als Mutter beschnitten.

2. In Situationen zwischen Kindern eingreifen.
Wenn zwei Kinder grundsätzlich gut miteinander auskommen, dann ist es auch wichtig, dass sie miteinander streiten. Die Fähigkeit sich mit anderen auseinander zu setzen muss erst gelernt und trainiert werden und das geht nunmal am besten mit anderen Kindern, also Freunden und Geschwistern. Daher ist es ok wenn Kinder streiten, insbesondere wenn es ein Gleichgewicht gibt. Eingreifen tue ich nur dann wenn das Gleichgewicht nicht gewährleistet ist (also großer Altersunterschied, gorßer Unterschied in der Entwicklung und Ausdrucksmöglichkeit,) und einer den anderen permanent drangsaliert und dieser sich nicht wehren kann, oder wenn "Gefahr für Leib und Leben" droht.
Ich versuche aber gerade bei Konflikten präsent zu sein, um a) schnell eingreifen zu können und b) meiner Tochter den Rücken zu stärken bzw. wenn sie mich um Hilfe bittet. Die Hilfe sieht aber meist dann so aus, dass ich ihr eine Lösungsmöglichtkeit für ihren Konflikt anbiete und nicht das ich den Konflikt für sie austrage.

3. Wenn Kinder müde sind ....
.... dann sind sie ein bißl wie Betrunkene also nicht so recht zurechnungsfähig und sie benötigen mehr Anleitung und mehr steuernde Eingriffe. Da braucht es dann auch mehr Grenzen und man muss mehr eingreifen.

LG
Tanja

P.s. bzgl. 1) ..... man muss wirklich genau unterscheiden ob die andere Mama eine wirkliche Freundin ist (mit der man auch ohne Kinder befreundet wäre) oder ob es eine "Spielplatzbekanntschaft" .......

Beitrag von jenny-79 09.06.10 - 10:57 Uhr

Hallo,

meiner Meinung nach hat das Verhalten deines Sohnes nichts damit zu tun, dass Du nicht sofort springst. Ich persönlich finde Mamas, die sofort springen etwas nervig. Kinder sollten in diesem Alter schon lernen Konflikte alleine zu lösen. Hauen/ beissen/ spucken etc. geht natürlich gar nicht, und da würde ich auch sofort eingreifen.

Und ein full time Unterhalter sollte eine Mutter auch nicht sein, schon gar nicht auf dem Spielplatz, wo andere Kinder sind. Denn die Kinder sollen ja lernen mit anderen Kindern zu spielen und zu teilen.

Ich denke, jedes Kind sollte seine eigenen Erfahrungen machen, und "Niederlagen" und natürlich auch "Siege" gehören nunmal dazu.

Dass sich Deine Freundin eingemischt hat, finde ich gar nicht so schlimm. Wahrscheinlich hat sie nur ein paar Sekunden eher wie Du reagiert und wenn Dein Sohn gebissen hat, ist ihr Verhalten auch völlig OK. Und ich finde es sogar sinnvoll, dass Deine Freundin ihn "bestraft" hat, so hat sie einerseits ihr eigenes Kind geschützt und andererseits Deinem Sohn klare Grenzen gesetzt. Diese Grenzen hast Du dann noch verstärkt, indem Du mit ihm den Spielplatz verlassen hat. Wenn Du ihm ruhig erklärt hast, warum ihr dann nach hause gegangen seid und warum Deine Freundin sauer auf ihn war, wird er sich das bestimmt schon merken und auch verstehen.

So, das ist erstmal meine Meinung dazu. Ich hoffe, ich habe es einigermaßen verständlich geschrieben.

Bin mal auf andere Antworten gespannt.

Liebe Grüße
Jenny

Beitrag von kaffetante 09.06.10 - 11:23 Uhr

Hallo,

ich denke nicht, dass es daran liegt, dass Du ihn laufen lässt. Eher im Gegenteil, wenn ich ständig auf meinem Sohn rumglucke, dann entstehen schon deswegen Streitereien, weil die Kinder die Aufmerksamkeit erhaschen wollen. Ich beobachte das aus sicherer Entfernung, bin aber beim Geschehen dabei, d.h ich lese kein Buch o.ä.

Zum Verhalten Deiner Freundin kann ich verstehen, dass Du das seltsam findest, vor allem, weil ich rauslese, dass Du es ungerecht findest, dass immer Deiner der Schuldige sein soll, nur weil er mehr Temperament hat.

Ich stand mal fast vor dem gleichen Problem. Gleiche Charaktere, gleicher Altersunterschied. Meiner wie Deiner. Die Freundschaft wäre fast daran zerbrochen, weil irgendwann meiner nur noch der Buhmann war und die Mutter noch hämisch grinste, wenn ihr Sohn meinen verbal attackierte, was auch sehr weh tun kann. Ich habe sie eine Weile als Mutter (nicht als Freundin gemieden), denn ich war der Überzeugung, dass es das nicht wert ist unsere Freundschaft aufs Spiel zu setzen.

Ich sollte Recht behalten. Heute, ein jahr später spielen sie wieder toll zusammen und nehmen sich trotz der unterschiedlichen Charaktere nicht viel. D.h mal schubsen und schimpfen tun beide. In Anbetracht der vergangenen Ereignisse greife ich da allerdings etwas früher ein, als ich es sonst tun würde. Es kommen zwar immer wieder verbale Spitzen von meiner Freundin, die sich einfach nicht daran gewöhnen kann, dass ihr "Schätzen" die "Jungssachen" ganz von selbst lernt und nicht von schlechten KIGA-Vorbildern.

Ich kann da mittlerweile drüber schmunzeln.

Liebe Grüße

Beitrag von anira 09.06.10 - 11:55 Uhr

ihr habt beide recht und richtig gehandelt
es ist richtig das sie deinen sohn auch bestraft hat
damit ihr sohn sieht es passiert etwas
1jahr ist eine menge
dazu 2 verschiedene charakter
wenn ihr sohn der stille ist ist er auch eher ein beobachter
sprich ihm wurde es gut tun als opfer zu sehen wie das andere kind bestraft wird wie z.b. zu sehen das er 5mins nebne seiner mama sitzen muss während das opfer weiter spielen darf
das verlassen des Spielplatz fällt leider nicht unter dem bewusst sein
da ist es dann aus den augen aus denn sinn

dein ansatz ist ja auch vollommen richtig aber
du sagst selber du hast da eher den kleinen frechen kräftigeren typ
aber würdest du ihm nicht auch zur seite stehen wenn da dann ein 6 jähriger steht?

und das du eher die bank sitzerin bist hat doch nix mit erziehung zu tun

zu deinen Dilemma
kannst du nicht erkennen das es auf eine eskalastion hinausläuft?