Im Interesse der Kinder? (lang)

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von starshine 09.06.10 - 11:53 Uhr

Liebe Gemeinde, bitte sagt mir, ob ich zickig reagiere oder ob meine Entscheidung wirklich im Interesse meiner Kinder ist:

Mein Ex hatte waehrend unserer 11 jaehrigen Beziehung immer wieder mit Drogen (starke Kokainabhaengigkeit) und Alkohol Probleme. Er hat vor ca. 3 Jahren eine Alkoholtherapie gemacht, ich hatte ihn dabei auch begleitet, und heute benennt er es fuer sich so, dass er "kontrolliert trinkt". Kurz bevor ich ihn damals rausgeschmissen habe, habe ich auch wieder Marihuana bei ihm gefunden wie eigentlich regelmaessig ueber die vielen Jahre. Ich habe keine Ahnung, wie er heute mit diesen Dingen umgeht, aber bis anhin habe ich einfach versucht herauszuspueren, ob er "stabil" ist, wenn er die Kinder ueber's WE hat.

Er hat in den letzten 1.5 Jahren keinen Versuch unternommen die Kinder oefters zu sehen als abgemacht auch in den letzten Monaten nicht seit er arbeitslos ist und viel Zeit gehabt haette (wir haben keine gerichtliche Regelung oder sowas, denn er hat kein Sorgerecht). Er hat die Kinder jedes 2. WE und in den Ferien sprechen wir uns ab.

Nun hat er eine neue Beziehung angefangen vor ca. 3 Wochen und ich kenne die Frau. Sie hat einen Sohn und (nach eigenen Aussagen ihrerseits) grosse Probleme mit der Scheidung. Momentan befindet sie sich in der 2. Alkoholtherapie...

Nun kommt mein Ex an und moechte ploetzlich einen groesseren Anteil an der Kinderbetreuung. Ich muss dazu noch sagen, dass ich 100% arbeite und meine Mutter die Kinder tagsueber betreut.

Ich habe ihm geantwortet, dass ich seine derzeitigen Lebensumstaende nicht als stabil betrachte und eine Ausdehnung unserer Regelung nicht in Betracht ziehe. Wenn seine Freundin mit einem Kind und der Scheidung schon solche Probleme hat, dass sie bereits die 2. Therapie macht, dann moechte ich das meinen Kindern einfach nicht zumuten!

Handle ich hier wirklich im Interesse meiner Kinder oder fuehre ich mich zickig auf?

Danke fuer Eure Meinungen und fuer's lange zulesen!
star

Beitrag von jungemammi85 09.06.10 - 12:47 Uhr

Hallo,

also aus meiner Sicht würde ich sagen, du handelst im Interesse deiner Kinder.

Ich würde ihm einen begleitenden Umgang anbieten. Zumindest solange, bis er seine Probleme in Griff hat (falls es dazu mal kommt). Was sagen deine Kinder dazu? Sie sind ja schon etwas größer und können bestimmt auch was sagen.

Lg

Beitrag von starshine 09.06.10 - 12:56 Uhr

Danke fuer Deine Meinung. Die Kinder wissen nichts von seinen Abhaengigkeiten und auch nicht, dass seine neue Freundin in Therapie ist... ich moechte ihnen das auch gerne ersparen...

Beitrag von elli2803 09.06.10 - 19:34 Uhr

Vielleicht weißt du nur nicht das sie es wissen.

Mein Vater war auch Alkoholiker. Weder hat unsere Mutter mit uns darüber gesprochen, noch haben wir unserer Mutter je was davon gesagt das wir es wissen. Das kam erst sehr viel später.

Wir hatten im übrigen nie begleiteten Umgang oder ähnliches, sondern ganz "normal" alle 14 Tage von Fraeitag bis Sonntag.


Lg Elli

Beitrag von starshine 10.06.10 - 12:20 Uhr

Elli, ich denke Du hast Recht und sie wissen es bereits. Ich moechte auch keinen begleiteten Umgang, aber ich werde offen mit den kids darueber sprechen und sie muessen wissen, dass sie jederzeit nach Hause gehen koennen sollte die Situation eskalieren.

Beitrag von janamausi 09.06.10 - 18:06 Uhr

Hallo!

Die Kinder sind 8 und 12 Jahre! Außerdem daran gewöhnt, den Vater regelmäßig bei ihm - ohne Beisein von Fremden - daheim zu sehen. Erklär mir mal bitte, was zum Wohle der Kinder sein soll, wenn sie jetzt plötzlich begleiteten Umgang haben?!

LG janamausi

Beitrag von hedda.gabler 09.06.10 - 18:45 Uhr

>>> Ich würde ihm einen begleitenden Umgang anbieten. <<<

Was soll das denn???

Beitrag von manavgat 09.06.10 - 19:06 Uhr

Du machst das völlig richtig.

Kontrolliert trinken ist übrigens ein Oxymoron.

Gruß

Manavgat

Beitrag von starshine 10.06.10 - 12:26 Uhr

Danke manavgat.
Ich werde dazu noch ein offenes Gespraech mit den kids fuehren. Die Gefahr, dass die Situation "instabil" wird hat sich jetzt eben gerade verdoppelt, denn jetzt sind 2 Abhaengige zusammen... ich werde den kids erklaeren, dass es voellig ok ist seinen Vater zu lieben und trotzdem auch sagen zu koennen, dass man nach Hause gehen will. Das eine schliesst das andere nicht aus.

LG, star