Sozial Schwache=Bildungsfern & sozial vernachlässigte Kinder?

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Beitrag von siina 11.06.10 - 11:05 Uhr

Hallo ihr Lieben,

angeregt von den vielen Diskussionen über Elterngeld und Sparmaßnamhem des Staates, möchte ich Euch folgendes fragen:

Mir ist zunächst aufgefallen, dass sich in den Diskussionen bestimmte "Typen" hervortun:

Diejenigen, die die Sparmaßnahmen bejubeln und auf die Hartz IV Empfänger schimpfen und bekannte ( RTL) Klischees focussieren, die da lauten: Hilfebedürftige sind faul, bekommen Kinder um Geld zu beziehen ( übrigens die größte Milchmädchenrechnung schlechthin, oder wer bekommet von den bisschen Geld ein Kind großgezogen?) Schmarotzer sind sie sowieso und gehören immer einer Bildungsfernen Schicht an.

Grad läuft eine Diskussion darüber, dass auch das Kindergeld abgeschafft gehöre und es ist mehr als ersichtlich, dass sich diese Leute bewusst abgrenzen wollen, um zu zeigen, dass sie nicht zu den Hilfbedürftigen zählen. Die meisten schwingen hier Parolen, ohne den gesamten Zusammenhang zu erfassen, was sie in meinen Augen als schlichtweg "dumm" erscheinen lässt.

Was mich zu einer Frage führt: Warum werden in Deutschland, ärmere Menschen, gleich als Bildungsfern betitelt, die ihre Kinder auch gleichzeitig sozial vernachlässigen?

Es gab schließlich auch mal eine Bildungsschicht, die nichts mit den Vermögenden beisammen hatte, die auch kein großes Geld, dafür aber Bildung besaß.

In manch anderen Ländern ist "arm sein" nicht mit diesen hier genannten Klischees verbunden, woran mag das liegen?

Wenn ich mich in meinem Umkreis umschaue, -wir haben das Glück gut zu verdienen, haben beide studiert - haben Akademiker ( ja, auch manche die an der Armutgrenze leben) weniger Vorurteilen den Armen gegenüber, ich denke eben, weil sie in der Lage sind, die Zusammenhänge zu erfassen. Solche die zwar Geld, dafür aber keine Bildung besitzen, kommt eher die "Hau zu" Mentalität zum tragen....was ich da manchmal höre, möchte ich ungern wiedergeben.

Natürlich ist mir der Zusammenhang zwischen schlechter Bildung und Armut bewusst, aber es gibt genauso viele Menschen, die trozt guter Bildung arm, andere die ohne Bildung Geld haben. Für mich also mehr eine Frage der Bildung und nicht des Geldes.


Eure Meinung dazu, würde mich sehr interessieren, auch weil ich mich im Rahmen eines Seminars damit beschäftigen möchte.

Vielen Dank dafür!


Sina


Beitrag von scrollan01 11.06.10 - 11:12 Uhr

Jepp!

Genau!

Ich kann mich noch genau an ein Geschwisterpaar erinnern - beides Mädels und eng mit meiner Schwester und mir befreundet!

Wie arm die waren und wie vernachlässigt - unglaublich!
Aber: sie waren klug und haben es geschafft, gute Noten zu bekommen!

Nur muss ich sagen, dass es u.a. auch an meiner Familie lag:
bei uns durften sie baden, sich die Haare mit Shampoo waschen und ab und an mit essen!
Meine Mutter hörte denen auch mal zu!
Dies war sicher eine kleine emotionale Stütze für sie!

Vielleicht sollten wir heute mal daran denken, dass man ohne Geld sondern einfach genau durch solche Kleinigkeiten solchen Kinder helfen könnte?!

LG Scrollan

Beitrag von mamavonyannick 11.06.10 - 11:12 Uhr

Dumme Menschen findet man in jeder sozialen Schicht.

vg, m.

Beitrag von emmapeel62 11.06.10 - 11:14 Uhr

"Was mich zu einer Frage führt: Warum werden in Deutschland, ärmere Menschen, gleich als Bildungsfern betitelt, die ihre Kinder auch gleichzeitig sozial vernachlässigen? "

Weil die Mehrzahl der Urbia Klientel ihre Meinung aufgrund von RTL und Co. bildet.

Gruß
emmapeel

Beitrag von emmapeel62 11.06.10 - 11:33 Uhr

und hier das passende Beispiel http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=42&tid=2671823

Beitrag von simone_2403 11.06.10 - 13:42 Uhr

#schock

Wobei...eigentlich garnicht #schock wir sind schon lange genug Bei Urbia um es eigentlich wissen zu müssen Emma #schein

Beitrag von emeri 11.06.10 - 11:18 Uhr

hey,

also ich denke, dass hier viele faktoren in einen zusammenhang gesetzt werden, die nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben müssen. wenig bildung, armut, vernachlässigen der kinder kann bei jemanden so vorkommen, muss aber nicht.

es gibt genügend menschen, die gut verdienen, intelligent sind, eine gute bildung haben und dennoch ihre kinder (auf ihre art) vernachlässigen. eine gute bildung ist nicht zwangsweise eine vorraussetzung für ein hohes einkommen (obwohl es meist nicht schadet). eine gute bildung heißt auch nicht zwangsläufig, dass derjenige soziale kompetenzen besitzt.

also, eine solche diskussion ist sehr schwierig allgemein zu führen. außerdem: kürzt man das kindergeld bzw. streicht man es, bekommen die leute, die ohnehin unterstützt werden müssten, dennoch immer noch kinder. also erspart man damit weder der gesellschaft etwas noch den kindern.

lg emeri

Beitrag von altehippe 11.06.10 - 11:27 Uhr

nur der dumme denkt in schwarz und weiß.

Beitrag von meckikopf 11.06.10 - 19:23 Uhr

#pro#pro:-)#freu#cool

BRAVO - besser hätte man es nicht ausdrücken können!

Beitrag von suny123 11.06.10 - 11:35 Uhr

Ich denke Kinder in sozial schwachen Familien haben es schon schwerer. Da bleibt meist kein Geld über, für Hobbys oder Vereine der Kinder, wo man sich auch neben der Schule etablieren kann. Da bleibt wenig Geld für Museumsbesuche oder teurere Ausflüge am Wochenende. Wenn ich manchmal daran denke, was mein Kind auch außerhalb des Kindergartens noch geboten wird, hat er es schon gut. Er lernt sehr viel auch dadurch, dass wir uns viele Unternehmungen leisten können und viel unterwegs sind und ihm erklären. Sozial vernachlässigt, bedeutet für mich auch sozial ausgegrenzt, dass passiert wenn für einige Kinder außerhalb der Schule nichts anderes übrig bleibt, als die Freizeit daheim bei den vielleicht arbeitlosen Eltern zu verbringen.

Ich kenne aber auch einige Kinder aus "besseren" Verhältnissen, wo leider bei der Erziehung auf Respekt, Rücksichtnahme anderen gegenüber, Höflichkeit kaum Wert gelegt wurde.

Beitrag von wasteline 11.06.10 - 22:25 Uhr

Warum benötigt man viel Geld um Kindern etwas zu bieten?
Gemeinsame Ausflüge in die Natur, ein Picknick, den Kindern die Natur erklären.......und das regelmäßig, das kostet nicht viel. Es müssen nicht unbedingt Museumsbesuche und teure Ausflüge sein. Es sind die Zuwendung, das Miteinander, Kindern zeigen, dass man Interesse an Ihnen hat. Das können auch - oder besonders - arbeitslose Eltern leisten.

Leider ist es heute bei vielen Besserverdienenden an der Tagesordnung, sich die "Unterhaltung" der Kinder zu erkaufen, statt ihren Kindern Zeit zu schenken. Und glaube mir, Kinder lernen nicht nur aus vielen Unternehmungen, die man sich "leisten" kann. Und es ist nicht verwerflich, wenn Kinder ihre Zeit mit den arbeitslosen Eltern verbringen, sofern diese Eltern Interesse an den Kindern haben. Arbeitslos heißt nicht gleich asozial.

Du solltest Deine Sicht mal überdenken.


Beitrag von inrosa 11.06.10 - 11:37 Uhr

Sogar die Philospohen, Dichter und Literaren verdienen mittlerweile Geld Sinnieren in der Öffentlichkeit? Ohne Geld geht in einem Industriestaat nichts mehr.

Soviel zur Zeitgeschichte.

Beitrag von flogginmolly 11.06.10 - 11:39 Uhr

Hi,

ich denke dass es eben auch ein Teil der Bildung ist ein Wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein. Natürlich kann man nicht sagen

''Komm wir kloppen ein Ei über alle ALG2 Empfänger''

Aber, bis es soweit kommt, dass man ALG2 bekommt, muss ja schon einiges passieren. Man fällt da nicht von heute auf Morgen als z.B. Verwaltungsfachangestellte die in einer Ehe Lebt und der Partner Berufstätig ist dort rein.

Wenn man denn dann doch ALG2 Empfänger ist, fehlt natürlich in der Kindererziehung ein Teil, den andere haben. Man lebt seinem Kind nicht vor morgens zur Arbeit zu gehen, sein Gehalt durch erbrachte Leistung zu bekommen etc. Es besteht schnell die Gefahr, dass das Kind den Eindruck bekommt, nicht arbeiten gehen zu müssen und sich mit der Situation wenig zu haben zufrieden gibt - Ergo auch die Schulische Bildung als nebensächlich ansieht.

LG

Beitrag von king.with.deckchair 11.06.10 - 15:35 Uhr

"Man fällt da nicht von heute auf Morgen als z.B. Verwaltungsfachangestellte die in einer Ehe Lebt und der Partner Berufstätig ist dort rein."

Och du, 12 Monate, eine Erkrankung wegen Burnout, eine völlig unerwartete Arbeitslosigkeit des Ehemannes und eine IT-Business-Flaute reichen da durchaus...

Aber als Verwaltungsfachangestellte, die in einer Ehe lebt, hat man es dann doch einfacher, da wieder rauszukommen als als Ungelernte, die vereinsamt und dadurch unsicher und verhaltensgestört ist...

LG
Ch.
Verwaltungsfachangestellte, die in einer Ehe lebt ;-)

Beitrag von flogginmolly 11.06.10 - 16:42 Uhr

Hu hu,

1 Jahr ist ja nun auch nicht von heute auf morgen :-)
Natürlich gibt es einzelne Schicksals fälle in denen es weder am Wollen noch an der Bildung liegt dass man ALG2 bekommt.
Mein Bruder hat ein Abi mit 1,2 gemacht, dann eine Lehre zum Fernsehtechniker, danach Physik studiert und was war? Kein Job bekommen-> ALG2 bezogen, hat dann an einer Privat Uni noch Informatik studiert und ist nach diesem Studium dann endlich ins Berufsleben eingestiegen.
Er ist wirklich überaus Intelligent (Mitglied bei Mensa), aber war kurzzeitig trotz alledem Arbeitslos. Aber er hat den Hintern hoch bekommen und sich bemüht und hat vor allem solange er kein Einkommen hatte keine Kinder in die Welt gesetzt. Wenn die Kinder da sind und sowas passiert, was ja auch vorkommen kann, sollte man aber zusehen das man ihnen ALG2 zu beziehen nicht als Dauerzustand vorlebt.

Beitrag von lisasimpson 11.06.10 - 11:44 Uhr

hmm- um ehrlich zu sein, kann ich dir nicht ganz folgen..

hier geht es doch vornehmlich um Menschen, die zu den Langzeitarbeitslosen zählen UND trotzdem genau in dieser finanziell schwierigen zeit Kinder bekommen.

da muß ich (als akademiker und daher deiner meinung nach gefeit vor billigen clichees) sagen, daß ich wenige menschen aus anderen sozialen schichten kenne, die genau dies praktizieren.
ja, es gitb viele akedemiker, die nicht viel verdienen. ABER ich kenne keine harz-4 beziehenden Akamenikerpaare, die in DIESER Zeit ein kind planen- du etwa?
wenn ja, - wie beurteilst du das im hinblick auf soziale Verantwortung?

nein- bildung und geld haben nicht zwingend einen zusammenhang- aber bildung und verantwortung für sich, seinen lebensunterhalt und seien kinder haben meiner meinung nach schon einen zusmamenhang.

jemand, der ofenabr sher schwer nur ins berufsleben kommt, wird doch ZUERST versuchen dort fuß zu fassen, bevor er kinder plant, die es zusätzlich erschweren einzusteigen.

"Es gab schließlich auch mal eine Bildungsschicht, die nichts mit den Vermögenden beisammen hatte, die auch kein großes Geld, dafür aber Bildung besaß. "

na klar- und jedem studenten geht es so- über mindestens 5 jahre leben sie am Existenzminimum (und manchmal sogar weit darunter)- aber sie erleben sich nicht als ARM- das ist der unterschied.
daher werden sie versuchen ihrem Selbstbild weiterhin gerecht zu werden und nach dem studium sich selsbt zu finanzieren.
jemand der aber vielleicht schon in einer familie groß geworden ist, in der der staat für den Unterhalt aufkam, erlebst sich selbst ganz anders und wird auch diesem bild gerecht werden wollen..
das zu durchbrechen ist ein wichtiger Bestandteil dabei, solche "Dynastien" um die es heir ja häufig geht, aufzubrechen..

alles liebe
lisasimpson

Beitrag von flogginmolly 11.06.10 - 12:06 Uhr

#pro#pro#pro#pro#pro


#winke

Molly

Beitrag von raena 11.06.10 - 12:32 Uhr

Das hast du wieder mal gut ausgedrückt!

.... deshalb lese ich deine Beiträge immer so gerne!

LG
Tanja

Beitrag von nele27 11.06.10 - 12:38 Uhr

Mmmm...

Es ist doch logisch, dass ein Student sich nicht als arm empfindet. Er hat eine Perspektive!! Da ists doch wurscht, wenn es mal eine Zeitlang ab dem 20. des Monats nur noch zu Nudeln mit Ketchup reicht!

Und was das Kinderkriegen angeht: Wenn man nichts hat, also weder Bildung, noch Geld, noch Unterstützung durch die Familie und im Prinzip weiß, dass es sich ohne sehr große Anstrengung nicht ändert (wozu nicht jeder Mensch in der Lage ist - es gibt immer leistungsfähigere und solche, die es nicht sind) dann könnte man schnell zu dem unterbewussten Schluss kommen, wenigstens eine "heile" Familie haben zu wollen.
Ein Baby, was eigenes, was nur einem selbst gehört. Eine innere Leere und Perspektivlosigkeit kompensieren, ist der Drang. Dazu kommt eine Tendenz zur frühen Bindung an einen Partner um gewisse emotionale Defizite aus dem Elternhaus loszuwerden...

--- und schon ist die nächste Hartz4-Familie geboren :-(

Mir tut sowas eher unglaublich Leid, als dass ich drauf rumhacken würde. Und ich denke, es gehört zu den Staatsaufgaben (oder der Gesellschaft, wenn man es so nennen will), eben an diese Familien nicht nur Geld zu überweisen, sondern ihnen eine echte Hilfe zu sein!

LG, Nele

Beitrag von brautjungfer 11.06.10 - 12:51 Uhr

huhu,

ich schon wieder;-) les dich nur gerne weil du meist durchdacht schreibst.

ich würde den Familien auch nicht ncoh mehr Aufgaben abnehmen die sie eigentlich selbst zu erledigen haben. Je mehr Aufgaben der Staat ihnen abnimmt desto mehr kommen auf die Idee sich lieber darauf auszuruhen anstatt selbst dafür zu Sorgen. sei es um simple Dinge wie Essen zubereiten.....

lg

Beitrag von nele27 11.06.10 - 13:04 Uhr

#danke #hicks

Ich habe vor ein paar Jahren Gelächter geerntet, als ich vorschlug, statt Geld in Bewerbungstrainings für arbeitslose 55-jährige Lkw-Fahrer zu stecken, lieber den langzeitarbeitslosen jungen Familien einen Kochkurs aufdrücken wollte...

Ich bin auch gar nicht auf dieser Sanktionsschiene - aber ich denke, mit einer engmaschigeren Betreuung im lebenspraktischen Bereich könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Den Hartz4-Familien wird geholfen, sie werden gleichzeitig im positiven Sinne überwacht und der Steruerzahler spart langfristig. Ist doch eine Win-Win-Situation :-D

LG

Beitrag von brautjungfer 11.06.10 - 14:05 Uhr

brauchst dich nicht schämen ;-)

lg

Beitrag von king.with.deckchair 11.06.10 - 15:30 Uhr

"als ich vorschlug, statt Geld in Bewerbungstrainings für arbeitslose 55-jährige Lkw-Fahrer zu stecken, lieber den langzeitarbeitslosen jungen Familien einen Kochkurs aufdrücken wollte..."

Ich hab' da im Moment so eine Idee im Kopf - ich betreue inzwischen "50plus-Frauen". Da sind viele gestandene "Muttis" drunter, die Kochen und Hausarbeit noch aus dem FF beherrschen. Und wir haben seit neuestem bei uns etwas für die Alleinerziehenden. Ich würde gern etwas auf die Beine stellen, um meine "Muttis" und die anderen "Muttis" zusammen zu bringen. Die einen aktivieren und in die Gesellschaft zurückholen (viele, viele habe sich zurückgezogen und eingeigelt), ihnen die Möglichkeit geben, wieder etwas zu tun und den Effekt ihrer Arbeit direkt zu sehen und den anderen Rüstzeug zum besseren Leben (= gut und günstig kochen lernen) an die Hand geben. Synergieeffekt nutzen, vielleicht kommt auch die eine oder andere "Leihomaschaft" dabei heraus, mal gucken. Ich hoffe sehr, dass ich nach den Sommerferien eine solche Aktion starten kann.

Ich lache dich also nicht aus.

LG
Ch.

Beitrag von lisasimpson 11.06.10 - 12:56 Uhr

nun ja. im grunde hab ich ja auch nichts anderes gesagt, oder?!

klar tun mir die kidner leid- und ich bin mir druchaus bewußt, welche muster ("heile familie") da häufig ablaufen.
aber mitleid ist glaub ich da wirklich nicht das angemessene wort.

rumhacken.. hm, weiß nicht- ich habe bisher (bis auf einem al, da konnte ich nicht anders:) grundsätzlich auf die "harz-4 threads nicht geantwortet.
aber ich bin doch tatsächlich immer wieder sehr verwundert, wie wenig reflektiert die beiträge oft sind.
entweder sind es die armen harz- 4 empfänger, denen der böse, böse staat und die ganz fiesen "reichen" ihnen schon wieder etwas streichen (und dann kommen so umschreibungen wie: ich hab ja wengistens noch meinen 165€ zuverdienst- aber wie machen das andere familie dann, die nicht NEBENBEI arbeiten gehen- da dachte ich ich fall vom glauben ab)
oder eben wie hier zu sehen die andere naivität:
nicht alle armen sind bildugnsfern- es ist doch eher umgekehrt- sind doch alles bloß studeten, die grad auf Jobsuche sind- was wollt ihr eigentlich..

aber gerade im rahmen der Elterngeld-diskussion wird dabei doch vergessen ,daß das von Anfang an ein Steuerungsinstrument sein sollte, daß eher die Mittelschicht unterstützt, beim Verdienstausfall im ersten jahr und keinesfalls dazu gedacht war, neben dem Grundbedarf (der ja ohnehin gedeckt wird) zusätzlich finanzielle anreize zu stellen, die eltern dazu ermutigen sollten in einer finanziellen Notlage auch noch kinder zu bekommen.
vielmehr sollten familien ,die sich (hoffentlich kurzzeitig) in einer solchen befinden dazu befürdert werden erst mal wieder beruflich fuß zu fassen und finanzielle Verantwortung für ihre familie zu übernehmen.
von daher ist es folgerichtig, die anrechnungsfreiheit des Elterngeld zu streichen...

wenns nach mir ginge wäre ich sowieso für eine vollständige streichung des eltern. und kidnergeldes, diese 40 milliarden € wären besser in der kinderbetreuung investiert, wo sie allen kindern zu gute kämen.
denn wenn es wirklich für eltern die möäglichkeit gäbe, ihre kidner GUT betreut zu wissen, könnten diese nach einem oder zwei jahren wieder in den beruf einsteigen, damit wieder steuern zahlen, und ihnen selsbt wäre sicher mehr geholfen als mit dem lächerlichen elterngeld und dem kidnergeld...

lisasimpson

Beitrag von nele27 11.06.10 - 13:08 Uhr

Ich hab es anders verstanden - für mich klang es, als ob Du an der Stelle auf dieser Sanktionswelle mitschwimmst. Sorry.
Ich denke halt, durch engmaschige Betreuung im lebenspraktischen Bereich + Qualifizierung im Beruf muss man zwar Geld in die Hand nehmen, hätte aber langfristig gewonnen.

Naja, und die ALG2-Empfänger bekommen die Betreuung und damit auch die Kontrolle, die ihnen und ihren Kindern gut tut...
Heutzutage bleibt manch einem ALG2-Empfänger doch nur die Freunde, ein Kind zu bekommen bzw. die Genugtuung, wenn irgendein Antrag außer der Reihe bewilligt wird #schock Die sind doch oft gar nicht mehr drin im deutschen Durchscnittsleben....

Die Bildung - wie Du auch schreibst ist wichtig - ist ein Grundpfeiler. Wir brauchen auch diese Kinder, da unser Land schrumpft. Aber wenn sie nichts können, kann der anspruchsloseste Handwerksmeister nichts mit einem solchen Lehrling anfangen...

LG