Denkanstoß Elterngeld

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Forum: Politik & Philosophie

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Beitrag von chiara-alyssa 11.06.10 - 14:10 Uhr

Hallo!

Das sehr beliebte, viel diskutierte Thema mag ich auch einmal aufgreifen.
Da ich Kinder zwischen 14 und 2,5 Jahren habe, habe ich eine etwas andere Sicht auf diese Dinge.
Die Hetze, welche derzeit stattfindet und die selbst hier auf Begeisterung trifft, wird immer fürchterlicher.
Die Eine gönnt der Anderen nicht das Geringste und dabei reden wir hier von Müttern/Vätern.
Hat eine von euch, die auf ALG2 bedürftigen Familien so sehr herum hacken schon einmal darüber nachgedacht das es niemand, aber wirklich niemand so beschäftigt hat, als das Ganze noch Erziehungsgeld hieß?
Ihr laßt euch selbst im I-net von unseren Politikern derart verheitzen, das man sich ernsthaft fremdschämt.
Ich möchte keine Diskussion darüber anfangen wie das Geld verwendet wird, sondern einfach auf solche kleinen Dinge einmal hinweisen.
Traurig wie sich manche hier aufführen.



LG Verena, die auch arbeiten geht, der das Einkommen von anderen Menschen aber völlig egal ist: Denn nur der Mensch zählt!

Beitrag von zwiebelchen1977 11.06.10 - 14:17 Uhr

Hallo

Vielleicht liegt es daran, das das Erziehungsgeld nicht jeder bekam

Bianca

Beitrag von schachti2005 11.06.10 - 14:19 Uhr

Hi!

Da hast du sooo Recht! ;-)

Beim Erziehungsgeld hat es keinen gejuckt.
Und hätten einige Nasen von "oben" das Elterngeld nicht angesprochen, wäre nun nicht so viel Theater darum...

LG Sandy

Beitrag von lisasimpson 11.06.10 - 14:29 Uhr

nun ja.im ersten schritt wurde das "erziehungsgeld" zum elterngeld gemacht und daher für diejenigen ,die vorher 2 jahre lang 300€ bezogen, auf ein jahr verkürzt.
die idee war eine steuerung in eine andere richtung.
es sollten eben gerade diejenigen gefördert werden, die ansonsten ihren Lebensunterhalt und den ihrer kinder sichern können und diejenigen, die dies schon vor eintritt der Schwangerschaft nicht konnten, sollten weniger anreize bekommen. JETZT ein kind zu bekommen ,sonder nmehr, JETZT erst mal eine arbeit aufzunehmen.

daß nun ein schritt weiter gegangen wurde ist folgerichtig, den nweiterhin bleibt die idee bestehen, daß jemand der in einer finanziellen notlage ist, und aus dieser heraus (kurzfristig!) auf leistungen zum lebensunterhlat angewisen ist erst mal schauen sollte, aus diese misere herauszukommen und verantowertung für sich zu tragen, bevor er verantwortung für kidner übernimmt..

wo ist denn dann nicht sinnvoll?

lisasimpson

Beitrag von ostsonne 11.06.10 - 15:51 Uhr

unterschreib

Beitrag von .doctor-avalanche. 11.06.10 - 18:08 Uhr

"wo ist denn dann nicht sinnvoll? "

Weil uns die Dauergrinserin mit Namen von der Leyen vorgegaukelt hat, Politik könne tatsächlich die Fruchtbarkeit von uns Deutschen steuern.

Ich behaupte 1.) dass sich nur ganz wenige gut verdienende Frauen und Männer (vorwiegend gut Ausgebildetet, denn die hatte die ehemalige Familienministerin im Visier) durch 67% künftig 65%, höchtens aber 1800 Euro Elterngeld dazu anspornen lassen, ihren Job ruhen zu lassen und zu Hause beim Nachwuchs zu bleiben. Zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, einen Karriereknick hinnehmen zu müssen. Wenn überhaupt, können nur sehr große Unternehmen dies organisatorsich einigermaßen reibungslos stemmen.

Um die Deutschen, insbesondere die o.g. Zielgruppe, zu mehr Nachkommen zu animieren, bedarf es ganz anderer Rahmenbedingungen. Würden z.B. mehr Unternehmen firmeneigene Kinderhorte und Kindergärten einrichten und für eine Versorgung des Nachwuchses unternehmensnah sorgen, würde vielen Müttern (und Vätern) die Entscheidung wesentlich leichter fallen. Aber auch sonst sind kostengünstige Einrichtungen für Kinder Mangelware. Nicht jeder verdient so gut, das er sich 300 Euro und mehr für einen Kitaplatz leisten kann.

Aber! Die deutsche Unternehmenswelt ist insgesamt noch sehr weit davon entfernt, zu erkennen, welches Potential sie gewinnen könnten, wenn sie Möglichkeiten schaffen würden, Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden, die eingelernt sind und vielleicht auch gerne trotz Kinder im Unternehmen weiterarbeiten würden.

Des Weiteren hat Deutschland nicht umsonst den Ruf einer kinderfeindlichen Gesellschaft. Verglichsweise günstiger Wohnraum für Familien in und um Ballungsräumen sind ebenso Mangelware wie generell das Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern.

Und es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Gründe, die zum Geburtenrückgang der letzten Jahre und Jahrzehnte führen. Z.B. verweigern sich immer mehr Männer - auch meiner Generation - einer Vaterschaft. Die Risiken nach einer Trennung zum Zahlmeister und selbst zum Hilfeempfänger zu werden, ist zu groß. Das ist keine Bewertung des Rechtssystems sondern eine schlichte Beobachtung.

Wie gesagt, die Liste der Ursachen ist lang und es ist im Grunde eine Frechheit der Politik suggerieren zu wollen, mit Geld wäre dies im Ansatz steuerbar.

2.) Wenn sich die als sog. arbeitende Bildungsschicht der Vermehrung in großer Zahl vrweigert, aber Frauen, die aktuell nicht arbeiten (u.a. auch Empfänger von ALGII) Kinder bekommen, sollte man wenigstens dort ansetzen und u.a. eine finanzielle Versorgung sicherstellen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich glaube, dass sich nur ganz ganz wenige Frauen, die zeugungswillig sind, durch die Streichung der 300,-- € Elterngeld von ihrem Kinderwunsch abhalten lassen. Auch hier suggeriert uns diese Regierung etwas Falsches. (Abgesehen davon wurden und werden Elterngeld auf die anderen Transferleistungen, die jemand erhält, angerechnet, also so viel ist das übrigbleibende Elterngeld dann auch nicht).

Zusätzlich hält sich hartnäckig das Gerücht, dass wer ALGII-Empfänger ist, dieser automatisch bildungsfern aufgewachsen und ausgestattet ist. Das ist natürlich völliger Unfug aber zahlreiche Menschen, auch hier, füttern fleissig dieses Klischee. Viele Menschen finden über einen längeren Zeitraum keine Beschäftigung, trotz fundierter Ausbildung bzw. entsprechender Berufserfahrung.

Nochmal: Wir brauchen Kinder für unsere Zukunft. Selbst wenn wir uns entschliessen würden, zum Einwanderungsland für ausgebildete Ausländer zu werden, die Lücke, die innerhalb von ein, zwei Dekaden im Rentensystem entstehen wird, werden wir nicht mehr schliessen können.

Also: Lasst doch wenigstens diejenigen Kinder bekommen, die das offensichtlich auch wollen. Und dies als gesamtgesellschaftliche Aufgabe ansehen und dafür sorgen, dass die, bei denen die Umstände eventuell vorliegen, NICHT bildungsfern aufwachsen müssen.

Last not least, das Einsparpotential des Elterngeldes für ALGII-Empfänger liegt bei 400 Mio. €. Ein vergleichsweise lächerlicher Betrag. Eine Kürzung der Pendlerpauschale um 10 Cent/Kilometer und die Abschaffung des Ehegattensplittings hätte die rund 4-fache Summe eingebracht und weit weniger hitzige Diskussionen und Störung des sozialen Friedens.

Beitrag von lisasimpson 11.06.10 - 18:18 Uhr

zu punkt 1: absolut- daher bin ich für die abschaffung des Erziehungsgeldes (und am besten des kindergeldes), denn das hat sich als steuerungsintrument nicht bewöhrt.
diese frei werdenden 40 milliarden (incl. kinderlged) sollten dann lieber in bildung und erziehung gesteckt werden.

ich glaube man kann niemanden mit kinderwunsch davon überzeugen es bleiben zu lasssen und niemanden ,der keine kinder will überzeugen.
Aber ich denke daß die entscheidung für das 2. oder 3. kind durchaus von rahmenbedingungen zu beinflussen ist.
hätten eltern wirklich die möglichkeit auch mit 2 oder 3 kindern weiter arbeiten zu gehen und wüßten ihre kinder GUT betreut, dann wäre das sicherlich eher der fall als mit einem jahr elterngeld.

zu punkt 2: ich denke durchaus, daß Menschen, die aktuell im alg2 Bezug sind (also schon länger ohne arbeit) UND sich gleichzeitig in dieser Situation für kinder entscheiden, tatsächlich eher als "bildungsfernen schichten" stammen.

sollte deine Rechnung ausgehen: mehr kidner- egal woher, um unsere zukunft zu sichern, dann müßte man diese kinder früh und viel besser fördern. das ist mit geld, das an familien im alg2 bezug ausgegeben wird sicher nicht möglich.


lisasimpson

Beitrag von chiara-alyssa 11.06.10 - 21:46 Uhr

Jetzt fällt mir wirklich nichts mehr ein... und das dauert sonst eine Weile...

Beitrag von chiara-alyssa 11.06.10 - 21:44 Uhr

Hallo!


Dazu kann ich nur danke sagen! ;-)


LG Verena

Beitrag von chiara-alyssa 11.06.10 - 21:40 Uhr

Genau, sollen die mal aufhören sich zu vermehren.
Kinder gibt es nur nach Kontostand, genau so stellt es sich der Staat gerade vor.
Und der Rest?- welcher Rest? Die sollen gefälligst nicht schwanger werden, abtreiben wenn es so ist oder den gut betuchten ihre Kinder "abgeben".
Ein Anreiz, so wie du es nennen willst, sind 300€ ganz sicher für niemand.



Gruß

Beitrag von nakiki 11.06.10 - 14:31 Uhr

Hallo!

Woher willst du wissen, ob es beim Erziehungsgeld keinen "gejuckt" hat? Vor 14 Jahren wirst du wohl noch nicht in Foren dieser Art unterwegs gewesen sein.
Außerdem war das Erziehungsgeld eine Sozialleistung und für die Geringverdiener gedacht. Die Besserverdienenden haben gar nichts bekommen und es war für sie auch klar, das sie auf keine Sozialleistungen angewiesen waren.

Das Elterngeld ist jedoch keine Sozialleistung sondern eine Lohnersatzleistung! Daher stellt man sich doch zu Recht die Frage, wieso dies auch diejenigen bekommen, die vor der Geburt nicht gearbeitet haben. Hier geht es auch nicht nur um die ALGII-Empfänger sondern auch um die Hausfrauen.

Die Einstufung des Elterngeldes in eine Lohnersatzleistung löst diese Diskussionen immer wieder aus.
Und mit gönnen hat das nichts zu tun. Der Staat ist verschuldet und dann sollte man sich schon fragen dürfen, ob solche Geschenke noch zu finanzieren sind, oder nicht.

Gruß nakiki

Beitrag von icecream 12.06.10 - 13:03 Uhr

Super Antwort #pro #pro

Genau so sehe ich das auch !!!

Gruss

Beitrag von chiara-alyssa 11.06.10 - 14:37 Uhr

@ the last 2 !

Nun, ich kenne keine Familie, die sich Kinder um der 300€ wegen "anschafft".
Na und wird eine Familie von 300€ reicher?
Ich denke nicht....

Beitrag von nakiki 11.06.10 - 14:51 Uhr

Wenn sich keiner wegen der 300 Euro ein Kind anschafft, dann sollte es doch jetzt auch kein Problem darstellen, wenn dieses Geld eingespart wird, oder nicht?

Und doch, wenn man 300 Euro mehr bekommt, durch ein Kind stellt das am Anfang einen Anreiz dar. Leider wird nämlich oft unterschätzt, dass Kinder erst wirklich Geld kosten, wenn sie älter sind.

Die Geburten sind seit Jahren rückläufig. Gerade unter den Akademikern und genau von denen möchte der Staat aber Kinder haben. Daher wurde das Elterngeld eingeführt um einen Anreiz für diese Paare zu schaffen.
Die Zahlen belegen ja nun, dass auch dieser Anreiz fehlgeschlagen ist, daher könnte (sollte) man das EG ganz abschaffen und lieber in Kinderbetreuung investieren.

Ich habe mal gelesen, dass Untersuchungen belegen, dass Familien, die Kinder bekommen möchte, dies unabhängig von der finanziellen Lage tun. Daher steht meist auch vorher schon fest, wieviele Kinder es werden sollen. Finanzielle Anreize helfen dort nicht.
Akademikerpaare möchten eher eine bezahlbare gesicherte Betreuung haben.
Paare mit Kinderwunsch möchten eher finanzielle Unterstützung bei der künstlichen Befruchtung.
Und die vielen Singels mit Kinderwunsch möchten einfach nur den richtigen Partner finden bevor sie zu alt sind. Das ist wohl heutzutage das größte Problem und das einzige beim dem die Politik nicht helfen kann.

Gruß nakiki

Beitrag von mamavonyannick 11.06.10 - 15:27 Uhr

Wenn 300€ nicht reicher machen, warum dann die Diskussion? Einfach weglassen das "Bißchen"...

Beitrag von chiara-alyssa 11.06.10 - 21:37 Uhr

Das bischen war vorher auch nicht mehr, nur länger.
Lern denken, sieh die Fakten und dann tritt nach unten aus.

Beitrag von mamavonyannick 12.06.10 - 09:00 Uhr

Wenn man also nicht deiner Meinung ist, dann tritt man nach unten aus oder was?#kratz
Sorry, lern du zu diskutieren. Du kannst nicht eine Diskussion eröffnen, nach Meinung fragen und wenn diese dann von deiner abweicht, dann stellst du die anderen als dumm und blöd hin. Wie war das: "Lern denken"

Beitrag von mamavonyannick 11.06.10 - 15:24 Uhr

Doch, ich fand es schon damals zum Ko..., dass mir 450€ mtl für die ersten 6 Monate und danach nur noch knapp 300€ für die restlichen 6 Monaten "zugestanden" haben. Ich wäre niemals in den Genuß von 2 Jahren Erziehungszeit gekommen. Auch 450 € mtl ein Jahr lang war nicht drin. Aus diesem Grund bin ich dann nach 7 Monaten Vollzeit arbeiten gegangen.
Und nenn mir mal einen VERNÜNFTIGEN Grund, warum jemand, der sowieso zu hause ist, 300€ im ersten Jahr mehr bekommen sollte? #kratz

m.

Beitrag von hexlein77 11.06.10 - 22:00 Uhr

Und sowas nennt sich dann wohl Neid! :-P

Nun wissen wir ja, warum jede ALGII-Bezieherin von dir gelüncht wird wenns ums Thema Elterngeld oder Gelder im Allgemeinen geht!

LG

Beitrag von mamavonyannick 12.06.10 - 08:57 Uhr

Wer wird wo gelYncht? Das hättest du wohl gern.#rofl
Und nein, es ist kein Neid. Nennen wir es damals Unverständnis. Und jetzt... tja, jetzt gehe ich arbeiten und bekomme mehr, WEIL ich arbeiten war#huepf

Beitrag von hexlein77 12.06.10 - 12:59 Uhr

na dann herzlichen Glückwunsch! Freut mich für dich! :-D

Beitrag von mamavonyannick 12.06.10 - 14:27 Uhr

Danke

Beitrag von violettavioline 13.06.10 - 11:06 Uhr

unsympathischer zynismus.ekelhaft.

gibt ja menschen,die sich wertlos fühlen weil sie gerade auf jobsuche befinden.die nicht oma und opa im haus haben,die rentner sind und nach der geburt das kind betreuen.

Beitrag von tapsitapsi 11.06.10 - 16:11 Uhr

Hey,

ich finde es auch traurig, wie manche sich hier aufführen.

Zum Thema Elterngeld: Wir hätten das Erziehungsgeld nur das halbe Jahr bekommen und danach nichts mehr, weil wir beide zu viel verdienen. Allerdings können wir auch nicht mit nur einem Gehalt leben wegen der Kredite (Haus, Küche, Autos) und so.

Wobei wir aber sicherlich unser Leben mit dem Erziehungsgeld etwas anders geplant hätten. Wir hätten bestimmt kein Haus zwischen den beiden Kindern gebaut, weil es so nicht funktioniert hätte.

LG Michaela

Beitrag von engelchen-158 14.06.10 - 12:40 Uhr

da geb ich dir sooooooooooooooooooo recht! einige führen sich hier unmöglich auf... hab ich jetzt erleben dürfen als ich eine umfrage startete zu dem thema "hartz IV und elterngeld" in der kat. FINANZEN und BERUF. ich bin zu dem entschluss gekommen hier nicht mehr zu posten es hat keinen sinn und es kann nicht sinn und zweck einer diskussion sein die anderen fertig zu machen und die worte im mund herumzudrehen! auf so ein niveau lass ich mich nicht runter!:-p

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