ANGST: Sozialer Abstieg, wer hat Erfahrungen???

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Beitrag von hasilein71 11.06.10 - 23:08 Uhr

Bitte, ich brauche Ihre Hilfe. Ich schildere meine Geschichte und würde mich freuen, wenn jemand von Ihnen mir Erfahrungen mittelen könnte, ähnliches vielleicht auch schon mitgemacht hat.

Mein Mann udn ich haben eine glückliche Partnerschaft und Familie mit drei Kindern. Ich habe meine Berufslaufbahn unterbrochen, um mich für die nächsten Jahre, bis unser Jüngster ca. drei ist, der Familie zu widmen.

Mein Mann hat bislang sehr gut verdient, wir konnten mit einem Nettoeinkommen von 10.000 Euro sehr gut leben, haben aber nicht geprasst oder verschwendet sondern wirklich immer Maaß gehalten.

Nun ist eingetreten wovor ich mich immer gefürchtet habe, die Firma meines Mannes wurde verkauft, die gesamt Führungsriege ausgetauscht, ab Anfang August ist er ohne Tätigkeit. Er hat eine Abfindung bekommen, mit der wir auf dem Level wie bislang bis Juni nächsten Jahres leben können.

er hat verschiedene Angebote, möchte aber sehr gerne in einen bestimmten, sozialen Bereich wechseln in dem die Verdienste nicht so hoch sind. Die Tätigkeit die er anstrebt würde ein zukünftiges Nettogehalt von 3500 Euro bedeuten.

Ich möchte darum bitten nicht falsch verstanden zu werden. Auch wir haben während unseres Studiums nicht viel Geld zur Verfügung gehabt, wir tragen keine teuren Uhren spazieren und fahren normale Autos.
Was mich umtreibt ist die Sorge, dass ich vielleicht es nach einiger Zeit meinem Mann irgendwie doch übel nehmen könnte, dass sich der LEbensstil ändert? Klingt das dumm? Wir haben momentan einfach den Luxus, über Geld nicht nachdenken zu müssen und mit frei Kindern und einem gehalt von 3500 Euro auszukommen ist doch dann etwas sehr anderes.
Bitte, keine Kommentare wie "seid froh dass ihr überhaupt so viel bekommt" o.ä. Ich bin nicht undankbar, ich bin nur total verunsichert und frage mich pb er den Job jetzt für so deutlich weniger Geld wohl annehmen sollte oder auf weitere Angebote lieber warten soll. so viel wie bisher wird er wohl bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lange so shcnell nicht wieder bekommen und er sagt, der Job war ok, aber er hätte ihn nicht unbedingt bis an sein berufliches Ende machen wollen.

Ich habe einfach Ansgt und bin unsicher.
Wer hat ähnliches durch? Wir leben auf 250 Quadratmetern mit großem Garten, für 3500 Euro bekommt man in der Gegend in der wir leben kein so großes Haus (München), der Lebensunterhalt, Krankenversicherung, Kindergarten, Musikunterricht...meine Gefühle fahren Achterbahn.

Natürlich weiß ich, meine Kinder sind das Wichtigste, mein Mann und ich lieben uns und führen eine stabile Partnerschaft mit allen Höhen und Tiefen aber ohne so richtig grundsätzliche Differenzen, und trotzdem weiß ich nicht so recht weiter.

Wer kann mir Mut machen?
Danke für viele Zuschriften.

Beitrag von vwpassat 11.06.10 - 23:11 Uhr

Ich will Dir keine Angst machen, aber Du bist hier falsch.

Beitrag von hasilein71 11.06.10 - 23:17 Uhr

Warum?

Beitrag von grundlosdiver 12.06.10 - 08:54 Uhr

Naja, sie meinte sicher, dass 10 000 Euro nun nicht gerade der Durchschnittsverdienst ist... Ich würde eher sagen, die meisten hier haben deutlich weniger als wir und wir haben schon deutlich weniger als ihr. Verstehst Du?
Ich verstehe Dich aber, ich hätte genauso Angst!

Beitrag von biene81 11.06.10 - 23:20 Uhr

Hallo Du,

Das Gehalt meines Mannes liegt auch in der Gehaltsklasse, von daher kann ich gut nachvollziehen was Du meinst.
Was mich aber interessiert - warum moechte Dein Mann in eine andere Sparte wechseln? Will er was anderes machen? Einfach was "sozialeres"? Hat ihn sein Job bisher nicht ausgefuellt?

LG

Biene

Beitrag von hasilein71 11.06.10 - 23:25 Uhr

Ja, so in etwa. er würde gerne im sozialen Bereich arbeiten und hat von dort auch schon mehrere sehr konkrete Angebote.
Ich bin halt so hin- und hergerissen weil ich es einerseits natürlich besser finde wenn er etwas macht, was ihn wirklich erfüllt, ein Job, hinter dem er wirklich steht udn andererseits...ich weiß dass Geld nicht glücklich macht aber wir waren schon sehr zufrieden mit der Situation bislang.
Und es ist auch nicht so, dass er seinen Job bislang als absolute Belastung empfunden hat.
Ohne diesen Anstoß von Außen hätte er zumindest in den nächsten Jahren mit Sicherheit nicht gewechselt. er hat auch einige angebote aus seiner bisherigen Branche mit einem zumindest ähnlichen gehalt, denkt aber dass dies vielleicht eine Chance sein kann noch einmal anders und sinnhafter zu beginnen.
Ich weiß nicht ob ihc das alles plausibel wiedergeben kann, es ist schwierig, diese dinge so zu formulieren dass sie nicht abgedroschen klingen.

Beitrag von biene81 11.06.10 - 23:28 Uhr

Nee, ich versteh Dich schon.
Mit einem Gehalt von 10.000 pro Monat solltet ihr ja einiges gespart haben, oder?
Ich mein, wir leben gut, aber nicht dekandent und koennen im Monat knapp die Haelfte sparen, meisst sogar mehr.
Wir haben ein abbezahltes Haus, das macht es natuerlich einfacher.
Habt ihr ein Eigenheim?
Habt ihr mal gemeinsam eine Aufstellung der Finanzem gemacht? Wieviel ihr im Monat braucht?

Beitrag von hasilein71 11.06.10 - 23:45 Uhr

Ja natürlich haben wir ersparnisse aber die werden nicht für den Rest unseres Berufslebens reichen.
Wohneigentum haben wir nicht, da wir berufsbedingt alle zwei Jahre umgezogen sind. Somit sind die laufenden Kosten schwer zu kalkulieren. Unsere Miete (warm) beläuft sich auf 2200 Euro, bislang kein Problem aber später dann nicht mehr machbar. Der Kindergarten für alle drei (mit Krippe) kostet ca. 900 Euro mtl, Klavierunterricht, Reitunterricht, Musikschule...das kann natürlich auch alles eingespart oder gekürzt werden, aber ich habe halt noch überhaupt keinen Plan wie die Kosten dann aussehen könnten. Ich denke aber z.B. dass eine Warmmiete von mehr als 1100 Euro nicht günstig wäre bei 3500 netto weil die Lebenshaltung, Versicherungen, KV, Rücklagen etc. hinzukämen und mehr als ein Drittel des nettoeinkommens sollte ja für die Miete nicht hergegeben werden müssen.
...bin ehrlich ratlos momentan...

Beitrag von biene81 11.06.10 - 23:55 Uhr

Hm, ehrlich gesagt, ich wuesste nicht was ich sagen wuerde, wenn mein Mann ploetzlich die Richtung und damit auch den Lohn merkbar aendern wuerde. #kratz
Ich kann mir persoenlich nicht vorstellen, dass er freiwillig auf seinen Lohn verzichten wuerde.
Ihr muesstet aus jedem Falle umziehen und auch andere Kosten drastisch senken.
Ich weiss nicht was ich Dir raten soll.
Ich glaube, ich wuerde nicht gut damit klarkommen, wenn mein Mann ploetzlich unser aller Lebensstil dermassen aendern wuerde. Also ER trifft eine Entscheidung, die unser aller Leben so beeinflusst. #gruebel

Beitrag von grundlosdiver 12.06.10 - 09:15 Uhr

Seid ihr regional mobil? 900 Euro für Kiga/Krippe ist schon heftig!!! Wir zahlen 133 Euro für Krippe+Essengeld. 80 Euro kostet das Gymnasium für meine Stieftochter. München ist sicher ein sehr teures Pflaster...
Kannst mir auch gern per VK schreiben!#liebdrueck

Beitrag von jeremiaskilian 12.06.10 - 00:37 Uhr

... wohnt ihr zur Miete?

Bei 10000€ solltet ihr euch doch hoffentlich was eigenes zugelegt haben!

Habt ihr nicht noch einiges zur Seite gelegt! Sorry, aber bei so einem Einkommen frag ich mich dann doch wo das Geld so hinfließt!#kratz

Ich denke 3500€ ist immer noch ein sehr gutes Einkommen! Aber ihr müsstet euch dann doch ganz schön umstellen!

Aber die Abfindung müsste doch dann auch bei ca. 100000€ liegen! Wenn ihr euch davon jeden Monat 2000€ nehmt, seid ihr schon bei 5500€ im Monat! Und das für 50Monate!


"Was mich umtreibt ist die Sorge, dass ich vielleicht es nach einiger Zeit meinem Mann irgendwie doch übel nehmen könnte, dass sich der LEbensstil ändert? Klingt das dumm? "

Ja, find ich schon! Wann könntest du denn wieder arbeiten? Wie sehe dein Einkommen aus? Ich denke ihr beiden seid verantwortlich! Nicht nur der Eine!

LG Nadine

Beitrag von ippilala 12.06.10 - 00:40 Uhr

Wie wäre es denn mit dem Kompromiss, dass er erst in 3 Jahren die Brache wechselt, wenn du auch wieder Geld verdienst? Oder du bleibst nur 2 Jahre daheim und er wechselt dann. Kann er seine gewünschte Stelle auch teilzeit antreten? Dann eventuell 2 Teilzeitjobs, falls das möglich ist.

Beitrag von grundlosdiver 12.06.10 - 08:47 Uhr

Wir haben demnächst auch 3 Kinder zu versorgen. Mein Mann und ich gegen beide Vollzeit arbeiten, haben aber weniger als ihr bisher.
Wenn ich in Elternzeit gehe, fehlen uns ca. 1000 Euro, da wir es auf 2 Jahre verteilen wollen - wenn unser Zwerg dann 2 ist, muss ich wieder arbeiten!
Obwohl wir weniger verdienen als Dein Mann bisher allein würden wir mit 3500 Euro kaum zurechtkommen!
Ich spare eigentlich gut, aber immer wieder kommt irgendwas anderes...
Früher war ich deutlich sparsamer...#schein

Meine Tipps:
- Haushaltsbuch führen und alle unnötigen Ausgaben streichen - dann könnt ihr in Ruhe schauen, was übrig bleibt - Einschränkungen wird es geben!!!

- habt ihr Kredite? Nehmt einen Teil der Abfindung, dann seid ihr schon mal die Raten los!

- Du suchst Dir einen Teilzeitjob und verdienst dazu! Ich bin arbeiten gegangen als meine Kleine 6 Monate alt war -Vollzeit - ist nicht so toll, geht aber!!!

- was habt ihr für Freunde? Wenn die "normal" verdienen, sollte es doch kein Thema sein!

- Materieller Besitz ist nicht alles, das musst Du Dir immer vor Augen halten - ein glücklicher Mann und glückliche Kinder sind wichtiger!!! Wenn Dein Mann glücklich mit dem neuen Job ist, solltest Du auch zufrieden sein, dann gibt es auch keinen Stress! Haltet zusammen!!!

- habt ihr ein Eigenheim? Ggf. verkaufen und kleiner bauen?!?
Unser Haus hat 120 m² +Keller, das reicht völlig, auch bei 3 Kindern!

Kopf hoch, man muss sich den Bedingungen anpassen! Das packt ihr schon!
Mit Verlaub, sozialer Abstieg wäre, wenn ihr plötzlich HartzIV beantragen müsstet! Dem ist aber nicht so!#liebdrueck

Beitrag von fraz 12.06.10 - 10:08 Uhr

Hallo

Bei uns ist es nicht ganz so krass, aber wir hatten auch von einem Tag auf den anderen rund einen Drittel weniger Lohn. Zu Beginn machte mir das auch Angst, aber mit der Zeit legte sich die, da wir doch eigentlich gut leben können damit.

Macht doch mal ein Budget und schaut, was ihr wirklich an Geld braucht, was die laufenden Kosten sind, wo ihr was einsparen könnt, ohne dass euer Herz allzu sehr daran hängt....

Ihr müsst euch einfach auch im Klaren darüber sein, dass ein kleineres Einkommen auch eine kleinere Rente mit sich zieht! Und Arbeiten im sozialen Bereich kann dann auch ganz schön anstrengend und kräfteraubend sein! Hat sich dein Mann das gut überlegt? Ist nicht zu unterschätzen, ich weiss, von was ich spreche....
Und: Könnte er ev. nach ein paar Jahren in seinen angestammten, gut bezahlten Job zurück oder ist dann der Zug abgefahren?

Wichtig ist, dass ihr alle zufrieden seid mit der neuen Situation und dass der neue Job so viel Befriedigung gibt, dass er das viele Geld aufwiegt- sonst kommt dann schnell der grosse Kater.....

Alles Gute bei der Entscheidungsfindung!

Fraz

Beitrag von sini60 12.06.10 - 10:17 Uhr

Ehrlich gesagt, hätte ich auch ein Problem, wenn mein Mann sich freiwillig so stark finanziell verschlechtern will. Die Entscheidung betrifft ja nicht nur ihn sondern seine ganze Familie. Es ist ja auch nicht sicher, dass diese Arbeit ihm nachher besser zusagt. Ich glaube die wenigsten haben immer eine Arbeit, mit der sie rundum zufrieden sind. Er kann sich doch alternativ ein soziales Hobby suchen. Rede einfach nochmal mit ihm.

LG
Sini

Beitrag von marion2 12.06.10 - 10:27 Uhr

Hallo,

auch Gutverdiener mit einem Nettogehalt von 3500 Euro dürfen innerhalb der Probezeit kündigen und den Job wechseln.
Du könntest deine Lebensplanung überdenken und die restlichen 6500 Euro verdienen. Dann passts wieder.

Mein Mann darf machen was ER will und ich darf machen was ICH will. Mein Mann liebt mich auch, wenn ich kündige und Formulare ausfülle. #verliebt

Vielleicht überdenkst du einfach Mal deine Haltung? Dieser Druck den du ausübst, könnte auf Dauer deine Beziehung ernsthaft gefährden. Warum sollte dein Mann einen Job annehmen, bei dem er sehr viel verdient, aber total unglücklich ist?

Gruß marion

Beitrag von grafzahl 12.06.10 - 11:00 Uhr

Ich frage mich, ob ich mit einem um 2/3 verringerten Gehalt zufrieden sein könnte.

Da muss der Rest schon sehr stimmen.

Wenn ich zukünftig drei Tage arbeiten müsste, um den bisherigen Tagesverdienst zu bekommen, hätte ich mental ein Problem.

Wobei - um von 10.000 € netto auf 3.500 € netto abzustürzen muss es brutto ein noch viel größerer Absturz sein.

Da muss das Gehalt vorher schon quasi Schmerzensgeld gewesen sein und der zukünftige Job die Ausübung seines Hobbys.

Beitrag von karin3 12.06.10 - 13:26 Uhr

Hallo,

ich versteht dich ehrlich gesagt nicht.

In welchem sozialem Bereich gibt es denn NETTO 3500€? Ich dachte immer der soziale Bereich kennzeichnet sich vor allem durch unsoziale Gehälter. #kratz
Du hast ebenfalls Studiert? Was ist denn deine Gehaltsklasse, wenn du wieder (Teilzeit)arbeiten gehst (wenn der Kleine drei ist)?
Angenommen ihr habt immer für ungefähr 2200€ warm gelebt, dann konntet ihr doch locker jeden Monat, nur vom Gehalt deines Mannes, 5000€ sparren. Selbst wenn ihr viel gereist seid, sollte eine ordentliche Summe pro Jahr zusammen gekommen sein. 50.000€ pro Jahr?#gruebel
Wie viele Jahre hat denn dein Mann in seiner bisherigen Gehaltsklasse gearbeitet? Oder anders gefragt wie viele kleine Einfamilienhäuser habt ihr auf der hohen Kannte?
Wenn du in spätestens drei Jahren wieder arbeiten gehst, kannst du doch deinen lieb gewonnen Lebensstiel aufrecht erhalten. Deinem Mann scheint er nicht soo wichtig zu sein. Oder er war sehr frustriert in seinem Beruf.
Hast du keine Angst das wenn dein Mann dir zu liebe auf seinen Wunschberuf verzichtet, dass er dir dann irgendwann Vorwürfe macht?

Gruß Karin

Beitrag von snowy 12.06.10 - 13:41 Uhr

"eine glückliche Partnerschaft "

Wenn ich dein Partner wäre und das hier lesen würde, würde ich an der glücklichen Partnerschaft doch arg zweifeln!

Besprich das mit deinem Partner und frage ihn nach seinen Gründen und dann sucht ihr gemeinsam einen Weg! Wenn du Kinder haben möchtest dann versorg sie doch in dem du wieder arbeiten gehst. Vielleicht klappt es bei dir ja die Differenz wieder reinzubekommen.

Das ist im Übrigen kein sozialer Abstieg sondern ein finanzieller Abstieg!

Du sagst doch selbst ihr könnt euren Standard noch bis nächstes Jahr halten, dann lass ihm doch die Zeit! Aber im Grunde denke ich auch dass du etwas falsch gemacht hast bezüglich der Rücklagen, denn das sollte doch ein wenig länger halten bei so einem Nettoeinkommen!

#snowy

Beitrag von fred_kotelett 12.06.10 - 13:46 Uhr

Also ich kann dich schon verstehen.

Mit einem um 2/3 niedrigerem Familieneinkommen hätte ich ein massives Problem.
Wobei ich mir auch nicht vorstellen könnte für einen Job der mir mehr Spaß macht auf so einen großen Teil meines Gehalts zu verzichten.

Beitrag von hasilein71 12.06.10 - 14:07 Uhr

Ich danke zunächst einmal allen, die sich die Zeit genommen haben mir zu antworten.
Aus zeitlichen Gründen gehe ichauf einige der Argumente einfach mal hier gesammelt ein...
Natürlich haben wir Rücklagen gebildet, natürlich konnten wir einiges sparen, wünschen uns aber natürlich auch, dss zumindest ein Teil dieser Erspasnisse bleibt damit wir den Kindern später die Ausbildung ermöglichen können.

Sicherlich kann und werdeich wieder arbeiten gehen sobald der Kleine drei, vielleicht schon wenn er zwei ist. Aber ich denke das Problem kennen einige hier, ich komme aus einem technischen akademischen Beruf und habe jetzt (ausgenommen meine Teilzeittätigkeit als wir erst ein Kind hatten) eine Berufsunterbrechung von sieben Jahren. Es wird dauern bis ich technisch wieder so fit bin, dass ich mit den jungen und z.T. sehr gut ausgebildeten NAchwuchstalenten mithalten kann dun der Verdienst liegt dann entsprechend deutlich niedriger.

Und...nein, weder entscheidet mein Mann diese berufliche Umstellung völlig alleine, noch ist mir der materielle Aspekt so wichtig dass ich ihn über das Glück und die Zufriedenheit meines MAnnes stellen würde.
Aber eine gewisse Restunsicherheit ist auch bei meinem Mann noch vorhanden und er ist eher jemand aus der Rubrik "das klappt schon irgendwie" während ich diejenige bin, die gerne auf Heller und Pfennig weiß was auf sie zukommt.
Mir ist natürlich bewusst, dass 3500 euro netto noch immer ein gutes GEhalt sind, es ist aber dennoch ein krasser Unterschied zu dem vorherigen und die Gewissheit, dass dieser soziale Job ein Leben lang positiv erfüllt ist ja nun auch nicht gegeben.
Ich wünsche meinem Mann ein erfülltes Berufsleben, werde auch mit Sicherheit sobald es geht meinen Teil wieder zum Einkommen beitragen (wie ich es vor den Kindern und bis zur Geburt des zweiten auch immer getan habe), es stehen sich bei mir nur momentan einfach Verstand und Gefühl gegenüber.
Das Gefühl das sagt: ihr habt so viel schon miteinander durchgemacht, ihr seid glücklich, die Kinder sind gesund, wir müssen uns nur einfach daran gewöhnen dann läuft das schon...
und der Verstand der sagt...oh in diesen unischeren Zeiten in denen das Geld immer weniger wert ist bewusst auf eine solche Menge zu verzichten (auch Rente und ggf. einmal Arbeitslosengeld werden entsprechend geringer ausfallen), was machen wir wenn er feststellt, dass auch der neue Job ihm in einigen Jahren gar nicht mehr passt?

Aber wie schon gesagt, ich danke zunächst einmal für die Zuschriften und wir werden das Thema noch einige Wochen im Kopf haben bis endlich eine Entscheidung fällt.

Ihnen allen noch ein schönes Wochenende und ich lese gerne noch weitere Antworten.

Beitrag von coppeliaa 13.06.10 - 09:54 Uhr


Hallo!

natürlich sind 3500 netto im monat schon ganz schön nett. aber als familieneinkommen handelt es sich trotzdem um keine riesensumme (auch wenn einige andere familien damit auskommen müssen). noch dazu in münchen, wo wohnen und kinderbetreuung ziemlich teuer sind! soweit ich sehe kannst du da mit diesen beiden posten zusammen schon mal zb 2000 euro rechnen. nun ja....

zumal ist es ein großer unterschied, ob man "immer schon" mit solchen beträgen leben musste, oder ob man schon mehr gewohnt was und zurückschrauben muss. und das ist hart! und dann wird man doch - ob man will oder nicht - grantig, stimmung schlechter, streitgefahr größer ...

und wenn man von 3500 in münchen lebt, drei kinder hat, ein paar rücklagen für zb anderes auto etc schaffen will (ohne die alten anzugreifen), dann werdet ihr da schon ordentlich zu tun haben ... plakativ gesagt: große urlaube, disneyland und städtetrip könnt ihr dann vermutlich vergessen....

zudem sollte deine berufliche zukunft auch geklärt werden. du hast ein technisches studium hinter dich gebracht (übrigens: was genau eigentlich? gerne auch pn) und bis jetzt sieben(!) jahre draußen? ganz ehrlich: einfach wird das mit so einer großen unterbrechnung im technischen bereich (noch dazu als frau mit drei kindern) nicht werden ...

ich an deiner stelle würde eher folgendes bevorzugen: mann soll im alten job bleiben bis die kinder in der schule sind und du wieder beruflich fuss gefasst haben. dann schaut ihr euch die finanzen nochmal an und entscheidet erneut, es dürfte dann aber vermutlich schon besser für seine wünsche aussehen....

alles gute!

coppelia

Beitrag von hasilein71 14.06.10 - 13:08 Uhr

...technisches Studium ist wohl missverständlich ausgedrückt von mir. Ich bin ausgebildete Konzertpianistin und bis ich die technische Fertigkeit wiedererlangt habe um da weitermache zu können wo ich aufhörte, vergesehn sicher zwei Jahre. Ich habe immer gepielt aber es ist ein ungeheurer Unterschied ob ich daheim ein bis zwei Stunden am Tag spiele und auch mal aussetze oder ob ich auf Konzertniveau spiele und täglich 7 Stunden am Flügel sitze (was mit drei kleinen Kindern praktisch nicht möglich ist).
Aber danke für deine Antwort, hasilein.

Beitrag von joy1975 12.06.10 - 16:25 Uhr

Also für mich wäre das schon ein gewaltiger Einschnitt, wenn man sich doch um so vieles kleiner setzen muß. Ich würde auch nicht allein an mich/euch denken. Ich glaube, auch Kinder gewöhnen sich schwer um und ihr müßt euch darauf einstellen, dass es auch von der Front mehr Streß gibt als vielleicht jetzt.
Ich kann nicht für mich sprechen, ich würde nicht auf soviel Geld verzichten können. Mein Mann und ich verdienen zusammen circa 7000€ netto (haben keine Kinder) und klar könnten wir auch mit weniger hinkommen, aber es gäbe eine Schmerzgrenze so bei 4000-4500€ netto, wo wir unseren Lebensstil einschränken müßten und das würde uns nicht wirklich passen.

Umgekehrt kann ich Deinen Mann auch verstehen. Ich habe auch lange Jahre einen Job gemacht, der mich nicht wirklich erfüllt hat. Jetzt mache ich genau, was ich machen will, obwohl ich dadurch circa 1000€ weniger netto im Monat habe, aber das ist es mir wert.
Zufriedenheit im Job ist sehr, sehr wichtig.

Ich weiß nicht, was ich an eurer Stelle machen würde. Es wird ein Riesenumstellung, das steht fest. Ob ihr das verkraftet, könnt ihr nur selbst wissen. Und 3500€ netto ist in München wahrlich nicht die Welt.

Beitrag von mama2kinder 12.06.10 - 16:55 Uhr

Darf ich mal fragen, welchen Job dein Mann hatte und welchen er jetzt anstrebt?

Ist es euer Haus? Könnt ihr es dann halten?

Wäre es denn überhaupt möglich, dass dein Mann einen neuen Job mit dem Einkommen findet? Das ist ja nicht immer ganz leicht machbar...

Alles Gute!

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