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Forum: Forum für Väter

Ob ihr gerade Vätermonate nehmt, werdender Vater seid oder einfach eine engagierte Vaterrolle einnehmt: Hier ist der Platz für männerspezifische Fragen und Probleme. Mütter sind in dieser Rubrik als antwortende Gäste willkommen. Neu: Unser Newsletter für werdende Väter.

Beitrag von hilfesuchend5 12.06.10 - 08:01 Uhr

Hallo liebe Gemeinde,

Mein Name ist Steve, bin 23 Jahre und meine Freundin ist gerade in der 7. Woche schwanger.

Ich habe mir schon einige Beiträge hier durchgelesen, da man sich als werdender Vater ja auch gerne informiert, was nun auf einen zukommt und was man während der Schwangerschaft zu erwarten hat.

Eigentlich war ich bis vor kurzem noch der glücklichste Mensch auf der Welt. Ich habe die liebste und tollste Freundin auf der Welt und werde auch noch Vater.

Leider hat sich die Situation ziemlich schnell ins Gegenteil verkehrt und nun bin ich wie am Boden zerstört!

vor ca. 3 Wochen haben ich und meine Freundin erfahren, dass sie schwanger ist. Jetzt werdet ihr denken: "Na Glückwunsch", aber so war es leider nicht. Wir hatten nämlich nicht vorgehabt so früh schon ein Kind zu bekommen, da unsere Beziehung auch erst ein paar Monate alt war. Ich bitte euch mir jetzt nicht mit Belehrungen bezüglich "Verhütung" zu kommen, denn verhütet hatten wir ja. Sie hat immer die Pille eigenommen, aber dass diese kein 100%ig sicheres Verhütungsmittel ist hört man ja immer wieder. Dass es natürlich uns erwischt, konnte ja niemand denken.

Nun war es aber nunmal passiert und war nicht mehr rückgängig zu machen. Wir waren beide sehr geschockt, vor allem da sie noch in ihrer schulischen Ausbildung steckt und ich auch noch studiere. Allerdings standen die ganze Zeit lang ihre und meine Eltern immer hinter uns und hätten uns auch unterstützt. Leider studiere ich in einer anderen Stadt und habe in den Ferien erfahren, als ich sie besucht hatte. Wir hatten uns einige Tage lang darüber unterhalten, was wir nun tuen sollen und haben uns nach einigem hin und her gesagt, dass wir das schon gemeinsam schaffen werden. Am Ende meiner Ferien waren wir sogar fast schon glüclich, obwohl noch nicht alle dinge geklärt waren. Sie nannte mich schon Papa und ich sie Mama und wir haben uns wirklich geliebt.

Als ich wieder zurückgefahren bin, haben wir auch oft telefoniert und alles schien in Ordnung. Allerding hat sie sich nun seit einigen Tagen total von mir distanziert.Vor einigen Tagen sagte sie, dass sie mich am liebsten bei sich hätte, da aber gerade meine Prüfungen bevorstehen ist das nicht so einfach für mich. Ich habe mich dann aber doch dazu entschieden, mal übers Wochenende zu ihr zu kommen und habe es ihr auch gesagt. Sie meinte aber, dass das jetzt nicht so gut sei und sie erstmal Zeit für sich braucht, um über die ganze Sache nachzudenken.

Ich war natürlich schon enttäuscht, weil ich dachte, dass sie sich freuen würde und ich meiner Freundin in dieser Zeit auch so gut es mir eben möglich ist zur Seite stehen wollte.

Sie hatte dann gesagt, dass sie einige Tage Abstand braucht und sie sich bei mir wieder melden würde. Nach 2 Tagen hat sie sich auch gemeldet, war aber wie schon die Tage zuvor so eiskalt am Telefon. Sie machte mir immer Vorwürfe und drhete mir jedes Wort im Munde herum. Ich wollte ihr ja nichts Böses, sondern wollte nur Verständniss zeigen. Sie sagte dann auch nicht mehr, dass sie mich liebt oder vermisst, wie sie es früher immer getan hatte. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass sie eigentlich nicht wirklich mit mir reden wollte, sondern es nur aus Pflichtbewusstsein tat. Wir redeten immer nur das nötigste und wie gesagt, konnte ich sowieso nichts richtig machen. Sie sagte dann zu mir, dass sie auch ernsthaft über eine Abtreibung nachdenkt, sich aber noch nicht sicher sei. Das war natürlich ein totaler Schock für mich. Sie sagte, dass sie in den nächsten tagen ihre Entscheidung treffen will, dass ich dabei kein Mitspracherecht habe und es ganz allein Ihre Entscheidung wäre. SIe war regelrecht genervt von mir. Danach dachte ich mir, dass ich nun verstehen kann, warum sie mich nicht sehen will. Sie ist halt in den Tagen zuvor so beschäftigt gewesen mit dieser schweren Entscheidung, dass sie für mich natürlich keine Zeit hatte, bzw. habn wollte.

Heute habe ich von einer guten Freundin von ihr (welche auch eine gute Freundin von mir ist) erfahren, dass sie mit ihr geredet habe und meine Freundin sich sicher ist, dass sie das Kind abtreiben will. Sie meinte, dass unsere Beziehung noch zu jung sein, für so eine Verantowrtung und dass es Zeitlich grad garnicht passen würde. SIe möchte ja immerhin auch Karriere machen und ihr Leben genießen.

Ich meine, ich würde das Kind wirklich sher gerne haben, aber ich sehe natürlich ein, dass sie das letzte WOrt hat, immerhin trägt sie den größtenteil der Verantwortung für das Kind und wird ihr Leben daran gebunden sein. Ich möchte auch nur das Beste für meine Freundin und nicht egoistisch sein und sie dazu drängen das Kind zu bekommen, nur weil ich das gern hätte. Ich will auch das Beste für meine Freundin und nicht, dass sie sich ihr Leben damit "versaut". Ich würde sie im Falle einer Abtreibung natürlich weiterhin unterstützen und für sie da sein, was ich ihr auch zu verstehen gegeben hatte.

Das ist allerding noch nicht alles. Zu ihrer Freundin meinte sie weiterhin, dass sie gerade keine Gefühle mehr für mich hatt und sie der Meinung ist, dass ich ohne sie glücklicher wäre. Sie meint, dass unsere Beziehung nach der Abtreibung wohl nicht mehr funktionieren würde. Sie miente ich bedränge sie zu sehr und dass sie das so nicht könnte und nie gedacht hätte, dass ich mal so bin.

Ich wollte sie keinesfalls bedrängen, ich wusste nur nicht, dass sie sich emotional in solch einer Zwickmühle befindet. Natürlich wollte ich daher oft Kontakt mit ihr haben, da sie ja auch schwanger ist und ich wisen wollte, wie es ihr geht. Als sie dann so abweisend zu mir war, habe ich mir natürlich noch viel mehr Gednaken gemacht.

Ich dachte immer es liegt an den Hormonen, da ich auch schon von Schwangeren gelesen hatte, die in der Frühschwangerschaft keinen Kontakt mehr zum werdenden Vater haben wollten, oder sich distanziert hatten, bzw. sie am Partner einfach nur alles gestört hat.

FÜr mich hat das perfekt ins Bild gepasst. Jetztmache ich mir allerdings schon große Sorgen, ob unsere Beziehung vielleicht den Bach runter geht. Kann es denn wirklich sein, dass sie mich in so kurzer Zeit nicht mehr Liebt? Kann es vielleicht wirklich an den Hormonen liegen?

Ich meine, mit dem Gedanken, dass sie nun wahrscheinlich abtreibt, muss ich mich wohl anfreunden, aber ich will sie nicht auch noch verlieren. Unsere Beziehung wahr vor der Schwangerschaft so harmonisch und sie wollte immer ständig Kontakt zu mir haben, was ich auch toll fand, aber nun ist alles anders. Liegt es nur an der Situation, kannich damit rechnen, dass sie sich nach der Abtreibung wieder fängt und unsere Beziehung wieder harmonisch verlaufen könnte?

Ich habe solche Angst! Ich liebe meine Freundin mehr als alles andere!

Habt ihr auch solche ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich weiß nicht, was ich noch glauben soll.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

LG, Steve

Beitrag von nana-k 12.06.10 - 08:21 Uhr

Hallo Steve,

ich finde es toll wie du mit der sutuation umgehst!
deine situation kommt mir sehr bekannt vor.
ich bin 22 und mein freund ist 23 und er studiert auch.
ich bin trotz 100% ordentlicher einnahme der pille auch schwanger geworden...ungeplant.

also ich kann deine freundin auf eine art verstehen.
ihr leben wird sich , wenn sie sich für das kind entscheidet, massiv ändern.
sie wird ihre lehre vorerst beenden müssen und die nächsten jahre erstmal nach eurem kind auslegen.
wenn sie der "karriere"-Mensch ist, fällt ihr dieser gedanke wohl sehr schwer.
Man hat in dem alter einfach das gefühl, dass doch noch sooo viel vor einem liegt und man ohne baby einfach frei ist.

bei mir kam abtreibung nicht in frage, weil ich das seelisch nicht geschafft hätte.
und ich bereuhe nicht einen moment meine entscheidung.
in 9 tagen werde ich mutter und ich kann mir nichts schöneres vorstellen.

aber ich hatte auch zwischenzeitlcih das gefühl, dass mir alles über den kopf wächst.
wollte meinen freund nicht an mich ranlassen, habe nur mit ihm gezankt und ihn mehrfach aus unserer gemeinsamenwohnung vertrieben.
Ihm keinerlei liebe entgegen gebracht ( und wir sind schon 5 jahre zusammen und mittlerweile verlobt)

ich bin einfach mit mir selber nicht klargekommen.
Hormone? Darauf kann man es vllt schieben.

Dir jetzt einen Rat zu geben ist schwer.
Da ich weiß, wie es ist mitten in der Klausurenzeit zu stecken ( ich leide tag täglich mit meinem freund :-) ) ist es für dich eine doppelbelastung.
aber suche auf jedenfall das gespräch.
schreib ihr genauso wie du es hier getan hast!
Schütte ihr dein herz aus.

Ich wünsche dir alles Gute, dass es klappt mit euch und ihr das Kind zusammen schaukelt.

Ganz lieben Gruß, Nana mit Nila unterm Herzen

Beitrag von holy_cow 14.06.10 - 02:36 Uhr

Hola Steve,

aus der Ferne und nur mit deiner Schilderung eine eindeutige Diagnose zur Beziehung zu stellen ist sehr schwierig.
Es gibt natuerlich Frauen die auf Hormone extrem reagieren, jedoch denke ich auch, dass es vielleicht gerade da Unsicherheiten zu Tage foerdert.
Manche Frauen lassen sich auch gehen und schieben bequem alle ihre Launen darauf hin zurueck. Schwangerschaft ist keine Krankheit und man muss auch niemanden mit Samthandschuhen anfassen und uebermass schonen. Es sei man hat eine med. Indikaton. Eine Frau ist von Natur sehr robust.

Ich selber war schon 4 mal schwanger ( 2 FG ) aber kann nicht behaupten, dass ich meinen Partner dann weniger liebte. Auch aus meinem Freundeskreis kenne ich keine Frau die derart auf ihren Mann reagiert hat.
Es widerspricht auch der Natur.
Sicher ist eine Frau dann besonders empfindlich, dass war ich auch. Als Frau macht man sich dann natuerlich auch sehr viele Gedanken. Vorher war eure Beziehung unbeschwert, ohne grosse Lebens und Alltagsbelastungen.
Vielleicht sieht sie jetzt einfach, dass sie mit einem Kind und Partner ueberfordert ist, vom Leben sich anderes verspricht und vorstellt.
Ich mutmasse, es kann viele Gruende geben fuer ihr Verhalten.
Ihr Beide seid sehr jung und wenn man gesund bleibt und keinen Schicksalschlag erleidet, bedenke kannst du und sie noch gute 60 bis 70 Jahre vor euch haben.
Jetzt denke dir einfach mal, wie kurz die Jugendzeit im Vergleich zu der Erwachsenenzeit ist. Angefuellt mit Pflichten und Verantwortung. Daher habe ich meinem Sohn geraten, dass er sich moeglichst spaet fest bindet und seine junge Zeit geniesst, reist, erlebt und lernt.

Nun gut, mein Rat an dich: Zieh dich erst mal zurueck. Schreibe ihr eine kurze Mail, dass du ihr alle Zeit gibst die sie braucht und du fuer sie da bist. Schreibe nicht wie sehr du sie liebst und vermisst, damit koennte sie sich wieder unter Druck fuehlen.
Melde dich nicht, lass sie auf dich zu kommen.
Macht sie das nicht, obwohl du ihr klar signalisiert hast, dass sie auf dich zaehlen kann, dann wird sie fuer sich erkannt haben, dass die Liebe doch nicht so gross ist.
Manchmal wird einem das erst in Extremsituationen klar
Ein gemeinsames Baby zu bekommen ist eine schoene Sache. Aber es veraendert das Leben fuer mind. 18 Jahre grundlegend. Es gibt so viele Kinder die getrennt von ihren Vaetern gross werden.
Fuer mich gehoeren Kinder in eine funktionstuechtige Familie hineingeboren. Eltern die stabil Mitten im Leben fest stehen. Leider ist es oft nicht realisierbar.

Sollte es jetzt fuer euch keine gemeinsame Elternzeit geben, dann muss das nicht unbedingt ein grosses Unglueck sein.

Egal wie es ausgehen wird, versuche es anzunehmen und das Beste daraus zu machen.
Manchmal versteht man das Leben rueckwaertz gesehen viel besser.

Alles Gute dir und deiner Freundin!

saludes!