Naturkindergarten?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von wattwurm08 12.06.10 - 19:32 Uhr

Hallo,
wir überlegen gerade, wo wir unsere kleine Maus im Kindergarten anmelden.
Wir wohnen auf einer Insel in der Nordsee.
Nun haben wir hier einen Naturkindergarten, in dem die Kinder den ganzen Tag an der frischen Luft sind. Falls es mal regnet oder einfach zu kalt ist, haben sie einen bunten Bauwagen... fast so wie bei "Löwenzahn".
Der Standort des Kindergartens wechselt ab und zu. Mal sind die Kinder im Wald und der Förster kommt dazu, oder sie sind ein paar Wochen am Strand und erleben dort tolle Abenteuer.
Die alternativen sind halt ganz normale Kindergärten... evangelisch oder Awo.
Was haltet ihr denn von so einem Naturkindergarten?
Liebe Grüße
Simone

Beitrag von nana141080 12.06.10 - 19:45 Uhr

Würde ich, ohne nachzudenken , meine Jungs anmelden!

LG Nana

Beitrag von christinapuchinger 12.06.10 - 19:53 Uhr

Find ich klasse, ledier gibt es sowas bei uns nicht .

Gruß christina

Beitrag von seiseralmfee74 12.06.10 - 20:01 Uhr

Also ich würde in einen normalen Kiga gehn wollen. Es ist zwar schön für Kinder viel draußen zu sein , doch finde ich spielen drinnen genauso wichtig für die entfalltung eines Kindes. Normale Kigas bieten ja auch immer wieder mal Waldtage an.

Liebe grüße Andrea

Ps. Natur härtet zwar ab, aber ich hätte da ach Angst das meine Kinder öfters krank sind

Beitrag von engelchen28 12.06.10 - 20:30 Uhr

im gegenteil, die kinder sind viel seltener krank, eben weil sie abgehärtet sind und sich nicht so leicht anstecken wie in einem überfüllten beheizten raum.

Beitrag von ratpanat75 12.06.10 - 20:39 Uhr

Hallo,

wie schon meine Vorschreiberin sagt, die Kinder sind viel seltener krank.
Frische Luft ein bißchen Schmutz ist gut für das Immunsystem und in einem geschlossenen Raum steckt man sich eher an.
Außerdem können Lärm und Raumenge für manche Kinder ein Stressfaktor sein und Stress wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus.

Mein Sohn geht seit 9 Monaten in den Wald-Kiga und hatte noch keine einzige Erkältung.

LG

Beitrag von samcat 12.06.10 - 20:02 Uhr

Würd ich sofort machen. LG

Beitrag von moisling1 12.06.10 - 20:21 Uhr

finde ich klasse
meine tochter soll auch in eine naturgruppe nur müssen wir sehen wie wir das finanziell auf die reihe bekommen weil der halbtagplatz 148 euro kostet und mein mann alleinverdiener ist

Beitrag von engelchen28 12.06.10 - 20:24 Uhr

viiiiiiiiel! immer wieder! meine große ist in einem naturkindergarten (wald), die kleine kommt im august auch hin. ist das beste, was wir je machen konnten! es wird alles das gemacht, was in regelkigas auch gemacht wird - nur noch viel mehr..! und das, was viele als nachteile erachten, erachte ich als vorteile.

Beitrag von lilo123 12.06.10 - 20:27 Uhr

Hallo Simone,

meine Tochter geht seit Oktober 2009 in einen Naturkindergarten.
Ich würde es auf jeden Fall wieder machen und kann es nur empfehlen.

Dieser Winter war zwar sehr kalt aber meine Tochter war kein einizges Mal krank. Sie hat sich seitdem sehr gut entwickelt, isst gut, ist ausgeglichen und körperlich noch fitter. Es sind meist kleine Gruppen (bei uns 9 Kinder um die sich 2 Erzieher kümmern).

Auch hat sie ein ganz anderes Verhältnis zur Natur bekommen. Wir waren zwar früher auch häufig draußen aber sie kennt jetzt schon viele Pflanzen und Tiere, weiß dass sie mit diesen rücksichtsvoll umgehen muss.
In diesem Kindergarten gibt es keine Spielsachen (nur Stifte, Farben, Schnitzwerkzeuge und Bücher) aber davon hat sie ja zu Hause genug.

Im Winter sind sie einmal in der Woche in eine Hallenbad gegangen, waren mal in einem Konzert und gehen öfters in den Zoo.

Wenn du die Chance auf einen Platz bekommst, würde ich ihn auf jeden Fall nehmen.

Lilo

Beitrag von ratpanat75 12.06.10 - 20:43 Uhr

Hallo,

das hört sich toll an!
Wenn das Konzept dazu stimmt (davon gehe ich mal aus), dann würde ich das sofort machen.
Mein Sohn geht in den Waldkiga und es war die beste Entscheidung, die wir getroffen haben.
Wenn ich mir vorstelle, dass wir Wald UND Strand hätten....wooww!

LG

Beitrag von perserkater 12.06.10 - 20:57 Uhr

Das würde ich mir für meine Kinder auch wünschen!

LG

Beitrag von krokolady 12.06.10 - 20:57 Uhr

Frische Luft und Natur und so sind schön und gut....

aber was ich mit der anderen Förderung? Feinmotorisches Zeug wie basteln, malen, kneten, ....Dinge für die Wahrnehmung....also Kleister, Rasierschaum, Malseife etc?
Wie soll das mit der Vorschule klappen?
Also so Dinge wie kleiner und größer....hinter und vor.....

Das ganze Zeug halt was die Kinder wissen und können müssen zur Einschulung?

Wie schauts aus mit den Sanitären anlagen dort?
Also Toiletten, Zähne putzen, Hände waschen etc?

Beitrag von ratpanat75 13.06.10 - 08:42 Uhr

Hallo,

Basteln, malen, kneten, schneiden...all das wird auch in Naturkindergärten gemacht.
Die Feinmotorik wird dort besonders gefördert, denn gerade die Natur bietet Material, das vorsichtig und geschickt angefasst werden muss modellieren mit Lehm, kleinste Samen sammeln, Grashüpfer fangen, etc)

Dinge für die Wahrnehmung...geht prima im Wald. Ich kopiere mal :

"Der Wald bietet jederzeit und überall reichhaltige Erlebnisse. Somit können die sinnlichen Erfahrungen, Tasten, Fühlen, Riechen, Hören und Sehen fast selbstverständlich gewonnen werden. Dieses unmittelbare Erleben gibt Selbstwertgefühl und emotionale Stabilität."

Dinge wie kleiner und größer, hinter und vor, Farben, Zählen, etc. lernen die Kinder nicht nur, sie erleben es auch.

Bücher lesen, singen, musizieren, Puppentheater, Ausflüge, etc. wird auch alles angeboten.

LG

Beitrag von nana141080 13.06.10 - 14:42 Uhr

Studien belegen das Kinder aus Naturkindergärten viel sozialer sind und viel länger konzentriert!

Alels andere schrieb ja schon Ratpanet.:-)

VG Nana

Beitrag von krokolady 13.06.10 - 15:35 Uhr

keine Ahnung - meine gingen alle nur in normale KiGas.

Frag mich halt nur wie das funzen soll mit Vorschulsachen und so......Blätter sammeln, Ameisen beobachten etc ist ja schön und gut.
Aber mit Scheeren schneiden, Perlen auffädeln......halt die typischen Standart-Sachen.......durch was wir das denn ersetzt?

Und wie ich bereits schrieb: für mich wäre die mangelnde Hygiene nen Grund solch KiGas abzulehnen........da bin ich sehr pingelig.

Beitrag von nana141080 13.06.10 - 19:58 Uhr

Die Kinder dürfen z.B. mit Messern schnitzen, mit Scheren nat. auch.

Hast du noch nie einen Waldkiga gesehen?
Haselnüsse durchbohren und auffädeln wird gemacht.

ALLES wird ersetzt. Und meistens besser.;-) NAtürlich MUß der Naturkiga echt gut sein um einen guten Ersatz darzustellen.

Mangelnde Hygiene?
Im Wald gibts den "Donnerbalken";-) und einen Bauwagen/alte Mühle/Leuchtturm etc.... mit sauberen#aha Toiletten.

:-)

LG

Beitrag von krokolady 13.06.10 - 20:25 Uhr

nein - einen Wald-KiGa hab ich noch nie erlebt....kenne den nur aus Erzählungen.
Bei uns im Nachbarort wurde vor einigen Jahren einer gegründet - aus Verzweiflung weil halt keine anderen Plätze zu finden waren.

Die Gruppe wo meine Tochter grad hingeht war vor Kurzem für eine Woche im Wald-KiGa zu Besuch..........zum Glück wurd das in die Woche gelegt wo meine Tochter eh im KKH war.....aber sie hätte ansonsten eh nicht mitgekonnt - ausser ich wäre mitgegangen.
Ist halt nur was für richtig gesunde Kinder.

Allerdings hat unser Wald-KiGa mittlerweile ein richtiges Gebäuse, mit Strom, Tolietten, Waschbecken etc.
Bei wirklich schlechtem Wetter sind sie drin - ansonsten auch nur draussen.

Wie gesagt.....ist halt Ansichtssache.
Ich für meinen Teil könnte es mir nicht vorstellen....ok....bei mir stellt sich die Frage auch nicht mehr........

Beitrag von kerstim 12.06.10 - 22:02 Uhr

Find ich total super. Wir haben hier einen Waldkindergarten, der hat erst letztes Jahr im September eröffnet. Hab 2 Wochen nachdem man sich anmelden konnte angerufen u wollt meinen Sohn für Mai 2011 anmelden u jetzt sind wir auf der Warteliste auf Platz 15, also eigentlich keine Chance. Finde ich total schade, weil das eine einmalige Möglichkeit ist seinem Kind die Natur nahe zu bringen. Kommt aber natürlich auch auf das Kind an, meiner ist so ein richtige Rabauke, der immer bei jedem Wetter gerne draußen ist u sich gerne dreckig macht, etc. Ich denke für zarte Kinder, die bei schmutzigen Händen gleich das schreien anfangen ist sowas gar nix...

Beitrag von marialara 12.06.10 - 22:25 Uhr

Hallo Simone,

dort hätte ich meine auch angemeldet wenn wir nicht ne stunde Fahrtzeit bis zum nächsten Waldkindergarten hätten.

Ich denke aber das man so etwas gut abklären muss.

Weil so ein spezieller Kindergarten ist nicht für jedes Kind das richtige.

Meine Jungs sind am liebsten den ganzen Tag draußen im Garten oder im Wald.

Auf der anderen Seite möchten Sie auch sehr viel anhand von Büchern erklärt bekommen.

Es macht ihnen auch nichts aus bei Wind und Wetter draußen zu sein.
Aus diesen Gründen hätte ich diesen Kindergarten einem normalen Kindergarten vorgezogen.

Schau einfach mal wo die Schwerpunkte bzw. Vorlieben deiner Maus liegen und danach würde ich dann entscheiden in welchen Kindergarten du sie gibst.

VG

maria

Beitrag von tomama 12.06.10 - 22:44 Uhr

Hallo,

ich habe selber mal in einem Naturkiga gearbeitet und ich hätte mein Kind sofort bei einem angemeldet, wenn wir hier einen in der Nähe gehabt hätten.

Die Kinder sind viel weniger krank, sie sind im Schnitt fein- und grobmotorisch ihren Altersgenossen weit voraus. Die soziale Kompetenz, Selbstbewußtsein und Kreativität werden immens gefördert. Das alles im Einzelnen zu beschreiben würde hier den Rahmen sprengen.

Die Bedenken, die hier einige, wenige Texterinnen haben, die hatten wir verständlicherweise bei jedem Info-Elternabend in der Anfangszeit. "Werden die Kinder dann in Schule überhaupt mit Stiften und Scheren umgehen können? Sind sie nicht viel häufiger krank? Fehlt ihnen nicht alles was ein Regelkiga bietet".

Dazu: Der Kiga, in dem ich mitgearbeitet habe, hatte vor kurzem 15 jähriges Bestehen. Viele der Kinder sind auf Gymnasien, haben teils sogar Klassen überspringen können. Die Grundschullehrer aus dem Ort sind richtiggehend begeistert von den Fähigkeiten, die die ehemaligen Naturkids mitbringen.

Denn in der Natur wird die Feinmotorik sehr stark geschult. Heb mal ein kleines Stöckchen hoch, male damit im Sand, sammel Steine, Blätter, Nüsse, Eicheln usw. Das schult die Feinmotorik. Und diese widerum ist wichtig zum Schreiben, Basteln und Schneiden. Außerdem werden in den meisten Naturkigas auch Projekte angeboten, wo man mit Stiften, Kleber und Scheren hantiert.
Und daß Naturkids weniger häufig krank sind, liegt auf der Hand - Abhärtung.

Den absoluten Vorteil, den ich noch bei einem Naturkiga sehe ist, daß der Personalschlüssel klasse ist. Normalerweise mind. 2 Erzieherinnen pro 15 Kinder plus große Anzahl von Praktikanten und Hospitanten.
Außerdem lernen die Kinder in einer überschaubaren Gruppe gemeinsam "Probleme" zu erkennen, Lösungen zu suchen und gemeinsam zu agieren. Beispiel: Man kommt an einen Bach "Wie kommen wir dort rüber?"...Kinder bauen gemeinsam eine Brücke aus Stämmen etc., dann gehen sie gemeinsam rüber, helfen sich gegenseitig, die ängstlichen werden von der Gruppe unterstützt. Nur ein sehr verkürztes Beispiel, aber das sind Dinge, die Kinder stark machen und auf das spätere Leben bestens vorbereiten.

lg Tomama

Beitrag von ratpanat75 13.06.10 - 08:45 Uhr

Kann ich absolut brstätigen :-).
Der Waldkiga war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten.

LG

Beitrag von amanda82 12.06.10 - 23:41 Uhr

Hallo!

Ich wäre froh, wenn wir hier einen hätten #schein

Meine Jungs lieben die Natur und ich finde es sehr wichtig, dass Kinder die Natur kennen lernen und sich auskennen in Flora und Fauna! #schein

Würde ich ohne zu zögern machen!!!

Halte sehr viel davon.

Hier sind wir gefragt und gehen oft mit den Jungs raus und erklären alles Mögliche :-p Finde, das kommt in der heutigen Zeit alles viel zu kurz #schmoll Dabei ist es doch sooooooo wichtig!!!

LG Mandy mit Joel (3,5) und Noah (1,5)

Beitrag von stern1974 13.06.10 - 06:42 Uhr

Hallo,

also ich persönlich kenne mich nicht aus, aber ich habe eine Freundin, die ihr Kind aus dem Naturkiga, rausgenommen hat, weil sie es schrecklich fand.

Den ganzen Tag draussen, ist zwar auch schön, aber das war echt zu viel. Alles, einfach alles womit die gespielt haben, war aus der Natur, selbst die Rutsche, war ein Hügel, und wenn es matschig ist, kannst Du dir vorstellen, wie die Kinder aussahen. Die hatten fast gar kein Spielzeug. Ich persönlich fand es seltsam und so ein Kiga, ist der erste in dieser Gegend.

Immer draussen, finde ich bei jedem Wetter zwar gut, aber bei Naturkiga ist dann nicht für 1 Std. sondern mehrere Stunden bzw. den ganzen Tag. Das stelle ich mir heftig vor.

Wobei es wahrscheinlich auf der Insel bestimmt schöner ist :)

Es muss bei euch nicht gleich sein :)

Wir haben Glück, ein kleiner Kiga, die ständig und jeden Tag rausgehen. Somit haben wir quasi beides.

Ich würde es aber trotzdem versuchen vielleicht ist es tatsächlich super auf der Insel. Und jeder Kiga ist trotz des gleichen Konzepts immer verschieden.

lg
stern

Beitrag von kati543 13.06.10 - 16:15 Uhr

Wir haben hier einen. Ich finde das Konzept toll. Allerdings passt es nicht für alle Kinder. Für meine Jungs wäre es wahrscheinlich tödlich. Die haben nämlich alles in den mund gesteckt. Mal abgesehen davon haben meine Jungs I-Status und so eine Förderung ginge im Naturkiga nicht. Es gibt auch sehr viele Kinder, die diese geregelten Tagesabläufe im normalen Kiga ganz einfach brauchen und super finden. Ach ja...für Allergiker ist so ein Kiga eine Qual.
Es kommt also immer auf das Kind an und auf die Umstände.