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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von christianeundhorst 12.06.10 - 21:57 Uhr

Ihr Lieben,


Ich möchte hier auch viele meiner Gedanken, Erfahrungen und Erlebnisse zum Thema stillen mit Euch teilen. Wir haben da viel erlebt und mitgemacht und ich bin sehr froh, daß wir durchgehalten haben und nun - mit 23 Monaten - noch immer gern stillen.

Als Frieda geboren wurde dachte ich alles wäre "nur" Übungssache. Ich hatte ein ganz gutes Buch zu dem Thema gelesen und wußte über mögliche Probleme bescheid und kannte auch ein paar Fehler, die man nicht machen sollte. Dann legte ich sie so schnell es ging an und war optimistisch. Da Frieda nachts kaum schlief und meine Hormone mich prima aufgeputscht haben haben wir die ersten 2 Nächte ihres Lebens dauernd gestillt. Auch tagsüber, wenn sie wach war stillte sie. Der berühmte Busenboom beim Milcheinschuß blieb aus, aber ich hatte gelesen, daß das auch so ist wenn man vom ersten Moment an immer ganz häufig anlegt und das hatte ich getan. Irgendwann am 3.Tag weinte Frieda und gingen zu den Säuglingsschwestern. Diese meinten, daß sie nicht satt würde und gaben uns "Babywasser" aus der Flasche mit. Das wollte ich gar nicht, weil ich um die Gefahr einer Saugverwirrung wußte. Die Schwestern taten das als belanglos ab und drängten mich dazu, so daß ich schliesslich dieses Wasser fütterte. Ich wollte ja auch nicht meine süße Frieda mit leerem Bauch lassen. Meine Frage, ob sie denn richtig trinken würde bejaten alle im KH ohne richtig danach zu schauen. 4 Monate später stellte sich heraus, daß sie nicht richtig an die Brust ging und gar nicht genug Milch bekommen konnte! Nicht weil zu wenig Milch da war, sondern weil sie die Brust falsch erfasste........... Das ganze spitzte sich so zu, daß wir schon im KH ( wo ich nur 6 Tage - wegen kaiserschnitt - war ) begonnen mit Pre Nahrung zuzufüttern. In mir sträubte sich alles gegen das zufüttern,aber ich wollte auch nicht daß Frieda Hunger hat. Meine beste Freundin Sabine riet mir sofort dazu eine Stillberaterin aufzusuchen. Hätte ich nur auf sie gehört!!! Nach 4 Monaten mit viel stillen und immer wieder etwas Pre aus der Flasche nach dem stillen kam der Punkt, wo Frieda stillen wollte und sobald ich sie anlegte brüllte sie verzweifelt die Brust an. Das war total schrecklich. Es war so als ob sie verlernt hätte wie man trinkt. Den Eindruck hatte ich zumindest. Sofort hörte ich auf mit der Flasche zuzufüttern und machte das auf ungewöhnlichem Wege: Ich nahm eine Ernährungssonde ( in Apotheke zu bekommen, ich hatte alles von meiner besten Freundin ) und klebte mir diese an die Brust, dann nahm ich eine 20ml Spritze und setzte die an der Sonde an und gab beim stillen langsam Premilch über diese Sonde. Wie ein selbstgebasteltes Brusternährungsset, nur viel mühsamer, da man nach 20 ml immer wieder die Spritze neu aufziehen und ansetzen musste. Erst da riefen wir eine Stillberaterin, die zu uns kam und sehr helfen konnte. Es war glücklicherweise keine Saugverwirrung, aber trotzdem war es schrecklich. Die Stillberaterin konnte uns sehr gut helfen und 2 Tage danach konnte ich plötzlich voll stillen und Frieda war nach dem stillen zufrieden ohne noch eine Flasche zu brauchen. Ich war überglücklich!

Eine ganze Weile später dann fiehl beim Kinderarzt auf, daß sie nicht mehr an Gewicht zunahm. Der Kinderarzt war nicht so fürs stillen und wollte mir dann sofort die Flasche empfehlen. Das wollte ich möglichst vermeiden, aber natürlich wollte ich meinem Kind nicht schaden, was - bis auf dasstagnierende Gewicht - aktiv, ausgeglichen und gut entwickelt war. Ich habe also Himmel und Hölle befragt, jeden den ich packen konnte, Mütter mit Stillerfahrung, Hebammen, Stillberaterinnen, Ärzte etc etc So gerne hätte ich meine Stillberaterin wieder im Haus gehabt, aber uns fehlte es am Geld und wir haben - dummerweise - einfach am falschen Ort gespart. Nichts half und der Druck wuchs und natürlich wollte ich nicht unserer Frieda schaden, aber mit der Flasche zuzufüttern kam für mich nicht mehr in Frage. Also bekam ich von einer sehr lieben Hebamme, zu deren Stilltreff ich ging, ein Brusternährungsset geschenkt. Das Brusternährungsset ( BES ) besteht aus einer flachen Plastikflasche, die man sich an einer Kordel um den Hals hängt. Unten befindet sich ein abschraubbarer Filter, aus dem 2 dünne Schläuche kommen, die man sich dann an die Brust klebt. Die Schläuche gibt es in 3 unterschiedlichen Stärken und sie lassen sich an dem Filter abklemmen. In die Flasche füllt man dann Milch ( Pre Milch in meinem Fall ) und das Kind trinkt dann beim stilllen sowohl die Muttermilch als auch die Milch aus dem BES.

Damit begann ich also sofort und weil ich so unter Druck stand machte ich einen großén Fehler: Ich holte mir keine Anleitung einer Stillberaterin dafür, sondern machte alles selbst und bedachte daher im Stress nicht, daß ich die Schläuche des BES bis zum Einsetzen der Milchspendereflexes (MSR )abgeklemmt lassen sollte.......... Ich hatte also die Schläuche immer sofort offen wenn ich mit BES stillte. Zuerst stillte ich nur 1-2mal am Tag mit dem BES und ansonsten ohne. Es klappte prima. Frieda nahm wieder zu und es gab keine Stillprobleme. Doch nach einer Weile verlangte sie nach dem BES und meckerte wenn ich es nicht angeklebt hatte. Erst da fiehl mir auf, daß ich die Schläuche hätte abgeklemmt lassen müssen. Da war es dann zu spät. Frieda hatte verlernt auf das einsetzen des MSR zu warten und hatte sich daran gewöhnt, daß beim stillen sofort Milch fliesst.......... Immer wieder versuchte ich, ihr das wieder beizubringen. Leider hatte ich zuviel Sorge, sie könnte dadurch wieder aufhören zuzunehmen oder es könnten erneut Stillprobleme auftreten und so war ich zu halbherzig mit meinen Versuchen und sie hat es bis heute nicht mehr gelernt.

Doch eins ist uns geblieben: wir stillen noch! Nach fast 2 Jahren ist es nun für uns selbstverständlich so lange zu stillen wie Frieda dies möchte. Wir haben dafür gekämpft und ich sehe wie gut ihr das heute noch tut. Es hilft ihr Ängste zu überwinden oder sogenannte "Trotzphasen", sie konnte sehr früh schon gut sprechen und es hat ihr sehr dabei geholfen gut schlafen zu lernen. Es hilft in 1000000000 verschiedenen Situationen. Als sie einmal krank war und nicht essen wollte hat sie trotzdem gestillt und war dadurch schnell wieder gesund. Sie ist überhaupt ein sehr gesundes Kind und beim Kinderarzt wurden wir schon gefragt was für ein "Rezept" wir dafür haben. Ganz klar:stillen grins1
Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 23 Monate


Beitrag von jumarie1982 12.06.10 - 23:22 Uhr

Donnerwetter!
Gut durchgekämpft #pro

Ich kann zwar nicht von so vielen Problemen berichten, hoffe aber auch mal von einer so langen Stillzeit sprechen zu dürfen ;-)

LG
Jumarie (& Stillkind Alex - 13 Monate alt)

Beitrag von grisufamily 13.06.10 - 16:26 Uhr


wow, Respekt. ich glaube die Geduld hätte ich nicht aufgebracht - und wir haben am Anfang auch arge Schwierigkeiten beim Stillen gehabt (haben im KH nach KS unter Vollnarkose mit FF gefüttert, nachdem unser kleiner von 3570g auf 3380g runter war)

jetzt klappt es meistens ganz gut.

lg grisufamily mit Stillkind Fino (13,5 Wochen)