Wie soll ich mich verhalten? (sorry lang)

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von minimal2006 13.06.10 - 08:30 Uhr

Guten Morgen

In diesem Forum bin ich ganz selten ;-) möchte aber dennoch eine Frage stellen.

Es geht um folgende Situationen: (ja gleich zwei Probleme ;-))

Kindergeburtstag:

Es wurde über Einladungsverpflichtung gesprochen.#schock
So richtig nachvollziehen kann ich das nicht, denn immerhin war mein Sohn derjenige, der ausgeschlossen wurde und nun wird ihm eine Fresse gezogen, weil er Kind X nicht eingeladen hat!

Meine Freundin sagt z.B. das die Verpflichtung mit der Übergabe des Geschenks abgegolten wäre und die Kinder von jahr zu Jahr entscheiden, mit wem sie feiern möchten. (sehe ich eigentlich auch so)

Wir hatten hier 10 Einladungen. Ich habe meinen Sohn gefragt:
"Wen willst du einladen?" und genau diese genannten Namen kamen auf die Umschläge! Es war seine Entscheidung! Es ist sein Geburtstag!

Laßt ihr eure Kinder das auch selbst entscheiden?
Oder achtet ihr darauf "wer war bei uns, den musst du zurück laden!"


Problem 2 :-P

Letzten Sommer !!! hat er ein Spielzeug mit einem Mitschüler getauscht. Jetzt wollte mein Sohn das wieder haben (falsch.. hab ich ihm auch erklärt, er hätte es nicht tauschen dürfen, wenn er es noch hätte haben wollen!)
Mit der Mutter des Mitschülers hatten wir eine Fahrgemeinschaft.
Mein Zwerg ist von dem anderen jungen Mann oft genervt und das sagt er ihm dann auch unverblümt.
"Geh mir nicht auf die Nerven, laß mich in Ruhe"
Vor kurzem hat er beim Sport zu ihm gesagt:
"Wenn du mir mein Spielzeug nicht wieder zurückgibst, dann musst du heute Mittag eben zu Fuß nach Hause gehen!" (weiter Weg, der andere Junge ist total unselbstständig, darf auch nirgendwo allein hingehen, wird immer zu gefahren!)
Der Mitschüler kam Mittags ans Auto gerannt.. mein Sohn kam entspannt daher geschlürft und grinste sich einen.

So.. und Abends klingelt dann immer das Telefon:
"Dein Sohn hat das zu meinem Sohn gesagt!"

Das J. ihm angedroht hat, ihn nicht mit nach Hause zu nehmen, war nicht ok. Darüber haben wir auch gesprochen!
Er hat sich auch dafür entschuldigt.

Aber ich kann mich doch nicht neben ihn setzen und vor allen Dingen kann ich ihm morgens nicht sagen, was er aussprechen darf und was nicht.

Ich bin Mama von drei Kindern. Meine Kinder sind völlig unterschiedlich.
Von schüchtern bis frech ist alles dabei ;-)

Der Mitschüler ist ein Einzelkind und der Prinz der Familie!
Ist ja auch ok... aber macht man seinem Kind nicht selbst das Leben schwer?

Sie werden 9 Jahre alt und mein Sohn darf Mittags raus zum spielen.
Viele andere dürfen das nicht.
Ein bissel Selbstständigkeit muss ich meinem Kind doch zugestehen.
Immerhin wechseln sie auch mal die Schule und müssen dann mit Bussen fahren.

Könnt ihr mir mal ein paar Tips geben?

LG minimal (danke fürs lesen)


Beitrag von zaubertroll1972 13.06.10 - 09:51 Uhr

Hallo,
mein Sohn ist 7 und die Zeiten wo ich noch bestimmt habe wer zum geb.tag kommen darf sind lange vorbei.
Mein Sohn bestimmt alleine und das ist ok.
Getauschtes Spielzeug ist weg. Ich würde da wohl schauen was getauscht wird. Also teures Spielzeug würde ich gar nicht erst erlauben.

Das mit der Fahrgemeinschaft stelle ich mir stressig vor und ich bin froh daß wir sowas nicht haben.
Ich würde meinem KInd aber klar machen daß er sich mit solchen Sprüchen anderen gegenüber zurückhalten soll und er schließlich auch mal mit anderen mitfährt und die ihn ja auch nicht laufen lassen.
Wenn Dein Sohn schnell mit den Sprüchen ist dann wird sicherlich auf jedes Wort bei ihm geachtet, gerade wenn Du nicht dabei bist.

Ob andere nachmittags rausgehen oder Einzelkinder sind und unselbständig tut nichts zur Sache. Das sind andere Dinge und können Dir ja wurscht sein.

Ich glaube unter solchen Umständen würde ich lieber alleine fahren. Da wäre mir das Risiko zu hoch daß ich mich noch mit den Müttern verzanke wo es gar nicht nötig ist!

LG Z.

Beitrag von 3wichtel 13.06.10 - 09:52 Uhr

Zum Thema Geburtstag:

Meine Kinder dürfen einladen, wen sie wollen. Manchmal frage ich dann noch mal nach ("was ist denn mit xy?"), denn oft fehlt ihnen einfach der Überblick. Wenn sie dann aber einen Grund haben, warum sie xy nicht einladen wollen, dann ist das für mich auch okay.

Eine Freundin von mir hat aber auch den Kontakt abgebrochen, nachdem mein Sohn ihren Sohn nicht zum Geb. eingeladen hat.
Er durfte 8 Kinder einladen und hat ganz klar gesagt, dass ihm eben andere 8 Kinder wichtiger sind (er hat den Sohn der Freundin auch max. 2x im Jahr gesehen. Die anderen 8 Kinder sieht er täglich (weil Mitschüler und/oder beste Freunde).


Zum Thema "kleiner Prinz":

Jede Familie handhabt es anders. Ich gestehe meinen Kindern auch viel Selbständigkeit zu. Und ich bekomme auch die Krise, wenn unsere Nachbarin morgens ihre Tochter und meinen Sohn zur Schule fährt, nur weil es regnet (eigentlich laufen beide Kinder zusammen). Ich meine: Wozu gibt es Regenjacken?
Aber letztlich kann es mir ja auch wurscht sein, hauptsache die Kinder sind pünktlich in der Schule. Und ich habe auch schon klargemacht, dass ich die Kinder nicht fahren würde.

Sag Deinem Sohn einfach, dass er nunmal eine Fahrgemeinschaft mit dem anderen Kind hat und dass man gewisse Dinge einfach nicht sagt (Höflichkeit kann man ja üben).

Beitrag von himbeere_11 13.06.10 - 10:48 Uhr

beim Kigeburtstag sollten meiner Meinung nach das Geburtstagskind die Kinder einladen, die seine/ihre Freunde sind. Aber sicherlich kann man hier als Eltern nochmal nachhaken, falls vielleicht jemand vergessen wird, der nur gerade diese Woche nicht so aktuell ist.

Ansonsten finde ich, dass Du Deinem Sohn hinsichtlich Sozialverhalten schon etwas auf die Sprünge helfen solltest. Du scheinst aber den anderen Jungen irgendwie selber blöd zu finden und rechtfertigst damit anscheinend das unverschämte Verhalten Deines Sohnes. Vielleicht ist es sinnvoll, wenn Ihr die Fahrgemeinschaft abbrecht. Ich würde dies wohl ohnehin nur mit Leuten machen, die ich und auch meine Kinder mögen. Ich kann übrigens gut verstehen, dass das andere Kind aufgeregt an Dein Auto gelaufen kam. Die Kinder sind doch erst 9 - finde es eher merkwürdig, dass Dein Sohn so lässig daher geschlurft kam. Er musste doch davon ausgehen, dass Du seinen Spruch alles andere als lässig findest. Gruß H.

Beitrag von jazzbassist 13.06.10 - 11:26 Uhr

Zum Thema Kindergeburtstag gab es bei uns immer eine Anzahl von Kindern, die unser Sohn einladen durfte. Wen er einladen wollte - durfte natürlich er selbst entscheiden. Ist ja auch sein Geburtstag. Bis vor fünf Minuten hätte ich es sogar für unvorstellbar gehalten, dass es das Wort „Einladungsverpflichtung“ gibt oder es Eltern gibt, die bestimmen, welches Kind dabeisein „muss“. Wenn ein Kind hier Schwierigkeiten mit der Entscheidungsfindung hat oder man als Elternteil der Meinung ist, dass ein Kind möglicherweise vergessen wurde, kann man ja unterstützend unter die Arme greifen oder einfach noch mal nachfragen. Aber entscheiden sollte das m.E. schon das Kind.

Zum Thema „Selbstständigkeit“. Im letzten Sommer habe ich einen Freund meines Sohnes kenngelernt (damals 10), wo ich mir ziemlich sicher war, dass dieses Kind vor einer geöffneten Konservenbüchse verhungern würde. Wir hatten Samstagmittags im Garten gegrillt und das arme Kind saß die ganze Zeit vor einem leeren Teller. Wir hatten ihn 2-3 Mal gesagt, dass er sich bedienen soll, gefragt, ob er wirklich kein Hunger hat oder, ob er das nicht mag, dann würde meine Frau schnell etwas anderes für ihn machen. Er hat nur ganz schüchtern mit den Kopf geschüttelt. Am Abend hatte meine Frau dann eine hysterische Mutter am Telefon, wie wir ihr Kind denn verhungern lassen konnten. Es stellte sich dann heraus, dass dieses Kind die ganze Zeit gewartet hatte, dass ihm jemand das Essen auf den Teller legt. #kratz War übrigens kein Einzelkind :-p

Ich denke, Eltern haben einfach völlig unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung und davon, was ein Kind kann und was ein Kind nicht kann oder was ein Kind eigentlich tun dürfte und was ein Kind auf gar keinen Fall tun darf. Bei einigen Eltern habe ich den Eindruck, dass sie „gute Erziehung“ dadurch definieren, je weniger ein Kind darf und eine „gute Mutter“ dadurch definieren, vor wie vielen nur irgendwie denkbaren Gefahren man ein Kind beschützt. Ich habe hier auf Urbia im Erziehungsforum schon über 13-Jährige gelesen, die keine Stunde alleine zu Hause bleiben dürfen oder über 15-Jährige, wo Mama noch die Süßigkeiten rationieren muss. Genau so, wie Sie scheinbar „viele?“ Eltern kennen, die die Meinung vertreten, dass ein 9-Jähriges Kind Mittags nicht draußen spielen darf. Ich kenne da im realen Leben glücklicherweise kein einziges Kind, dass in diesem Alter noch immer nicht Mittags zum spielen raus darf. Sind das die gleichen Eltern, die dann in einem Erziehungsforum schreiben: „Ich krieg mein Kind nicht vom Fernseher und Computer weg“ oder "Hilfe, mein Kind hängt mir von morgens bis abends auf der Pelle"?

Das Fahrgemeinschaftsproblem hatten wir nicht; typische kleine Seelengemeinde, wo die Grundschule nur ein paar hundert Meter entfernt waren und die Kinder dort diesen Weg schon als I-Männchen alleine gemeistert haben. Widerspricht auch keiner Verkehrsstatistik, da die meisten Schulkinder im Straßenverkehr als Beifahrer sterben. Außerdem war das den Kindern mit 6 schon peinlich, von Mama noch zur Schule gebracht werden zu müssen. Mit der weiterführenden Schule dann genau das gleiche Problem: Erreichbar nur in der nächsten Stadt mit Bus und Bahn. Es gibt dort sicherlich noch genügend 11-Jährige, die täglich mit dem Auto gebracht oder abgeholt werden und sich diese Eltern sich dann damit profilieren.

Ansonsten kann man da immer mal eine Ausnahme machen. Wenn ein 5. Klässler heute Abend das Deutschlandspiel gucken möchte und die Uhrzeit für ihn eigentlich etwas zu spät ist, wenn er morgen um 6 aufstehen muss, um Bus und Zug zur Schule zu kriegen bin ich natürlich gerne bereit, ein Kind da eine Stunde länger schlafen zu lassen und es dann mit dem Auto zu bringen. Auch bei starken Umwetter darf man sich da sicherlich mal zu überreden lassen, die Kleinen doch mal etwas zu verwöhnen. Aber als Dauerzustand fände ich das nicht mehr altersgerecht. Kommt aber auch sicherlich auf das Kind und die Wohngegend an.

Tip: Geben Sie die Fahrgemeinschaft einfach auf :-p

Beitrag von minimal2006 13.06.10 - 15:20 Uhr

Hallo

Die Fahrgemeinschaft wude meinerseits bereits aufgehoben!
Natürlich hatte die Äußerung meines Sohnes auch Konsequenzen!
Wir haben lange darüber gesprochen (auch wie er sich fühlen würde, wenn das jemand zu ihm sagen würde!) und er hat sich am nächsten Tag auch entschuldigt.

Ich habe davon doch selbst gar nichts mitbekommen, bis mich Abends die Mutter des Mitschülers angerufen hat.

Und.. ich finde den anderen Jungen nicht blöd!
Ich glaube eher, das hier einiges aus dem Zusammenhang gerissen wurde.

Nein, wenn ich ehrlich bin, dann tut er mir leid.
Er wird zur Unselbstständigkeit erzogen. Flennt für alles (für eine schlechtere Note, wenn er im Sport dies oder das eben mal nicht als erster machen darf, wenn kein Toilettenpapier auf der Schultoilette ist)

Dennoch danke für die Antworten, die für mich aussagekräftig waren!

Beitrag von grizu99 13.06.10 - 16:03 Uhr

Meine Jung (5 und 7 Jahre alt) haben schon immer selber ausgesucht, mit wem sie ihren Geburtstag feiern möchten.

Ich hasse diese gegenseitigen Einladungsverpflichtungen :-[



Beitrag von sassi31 14.06.10 - 14:07 Uhr

Hallo,

also ich finde, es gibt keine "Verpflichtung" bestimmte Kinder zum Geburtstag einzuladen. Ein Kind sollte das selber entscheiden dürfen. Ist doch schließlich sein Ehrentag. Da würde ich mich auch auf keine Diskussionen einlassen. Ein Freundeskreis kann sich auch schnell verändern und warum sollte man dann Kinder einladen, mit denen man eigentlich nichts mehr unternimmt?

Das Problem mit der Fahrgemeinschaft würde ich ganz einfach aus dem Weg räumen. Du bist der Fahrer, also entscheidest du auch, wen du mit nach Hause nimmst. Da hat dein Sohn schlicht und ergreifend nichts zu melden. Und das würde ich sowohl deinem Sohn, dem anderen Jungen und auch dessen Mutter so sagen. Außerdem würde ich der Mutter sagen, dass du dich nicht in jeden Konflikt zwischen den Kinder einmischen wirst, weil die auch lernen müssen, alleine damit klar zu kommen. So lange der Konflikt nicht böse ausartet, sehe ich keinen Handlungsbedarf.

Gruß
Sassi

Beitrag von minimal2006 14.06.10 - 17:54 Uhr

Hallo Sassi

SO hatte ich es auch geregelt.
Aber dennoch klingelte ständig das Telefon und sich beschwert.
Aber der Käse ist gegessen!
Ich fahre mein Kind nun allein und sie kann ihr Kind allein fahren, dann brauche ich Abends nicht zu zittern ;-)

LG minimal

Beitrag von sassi31 14.06.10 - 22:04 Uhr

Hallo minimal,

das ist natürlich auch eine Lösung.

LG
Sassi