Ich kann einfach nicht mehr...

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von mela05 13.06.10 - 16:19 Uhr

Ich muss mir ein bisschen hier von der Seele schreiben.

Ich habe Gott sei Dank noch beide Elternteile die ich überalles liebe.

Leider ist mein Vater sehr krank.
Vor 2 Wochen habe ich meinen Vater ins KH gefahren weil es ihm nicht gut ging. Die erste Diagnose fiel auch sehr schnell, denn ich wusste das mein Vater schon seit langem mit seinem Bluthochdruck zu kämpfen hat.
Aber es ging ihm nicht besser nachdem die Ärzte im KH ihm seine Tabletten geändert haben. Ich schob das alles auf seinen erhöhten Blutdruck bis ein Arzt auf die Idee kam, einen CT seiner Lunge durchzuführen.
Vor gut einer Woche also wurde festgestellt, das mein Vater Lungenkrebs hat. eine Welt ist für mich zusammengebrochen. Ich versuche schon die ganze Zeit ihm gegenüber stark zu sein aber es funktioniert einfach nicht.
Gott sei Dank haben wir schon morgen einen Termin in der Thoraxklinik in Herne da wird der Operationstermin festgelegt. Wie die Ärzte in unserem KH gesagt haben, ist sein Tumor operabel.
Trotzdem habe ich tierische Angst, Angst vor morgen, Angst vor der OP und überhaupt Angst, das mein Vater nicht mehr gesund wird. Mir tut es im Herzen weh. Was müssen wir denn noch alles durchmachen?

Die letzten 2 Jahre waren schon hart genug. Erst bekam meine Mutter im Juni 2008 ein neues Knie, 2 Monate später wurde mein Vater an der Bandscheibe operiert, im Januar 2009 bekam dann meine Mama einen Herzbypass und jetzt mein Vater mit der Diagnose.

Am liebsten würde ich einfach wegrennen. Mein Vater ist zwar sehr stark aber ich spüre wie sehr ihn das alles mitnimmt, ich weiß ganz genau das er genauso viel Angst hat wie ich. Ich weine und weine und weine, aber dann merke ich das ich mit Weinen nichts tun kann. Ich kann ihm einfach nicht helfen. Wieso hat er nur Krebs, warum?????

Ich wünsche mir sooo sehr, das mein Vater meinen Kleinen Sohn kennen lernen kann, noch wünsche ich mir das mein Kleiner an seinem Geburtstag zur Welt kommt, damit könnte ich ihm das schönste Geschenk geben.

Ich habe einfach nur Angst. Das schlimme ist nur, das ich die einzige bin, die die komplette Diagnose kennt, meine Schwestern haben sich mit den Ärzten gar nicht unterhalten und ich konnte ihnen die ganze Wahrheit einfach nicht sagen. Meinem Vater habe ich große Hoffnung gemacht, das er schnell wieder gesund wird. Aber nachdem ich mich im Internet über die Krankheit schlau gemacht habe, ist Lungenkrebs wohl die häufigste Todesfolge.

Ich kann einfach nicht mehr, wieso muss uns das alles passieren? Als wenn wir schon nicht genug durchgemacht haben.

Ich wünsche mir sehnlichst das mein Papa wieder lachen kann und wieder gesund wird und noch lange leben kann.

Beitrag von ninikuh 13.06.10 - 21:01 Uhr

hallo
es tut mir echt leid das dein papa an lungenkrebs erkrankt ist, der opa meines mannes hatte auch über jahre lungenkrebs und ist leider daran gestorben, er lag zum schluss in einem hospitz unter morphium und ist dann irgenwann erstickt ganz shclimm ich wünsche das meinem schlimmsten feind nicht.

ich hoffe das dein papa wieder geheilt werden kann, mein papa ist leider am 6.5.2010 gestorben an einem herzinfarkt und er kann sein enkelkind das im dez. kommen soll nicht mehr kennenlernen :(
mir wurde nur klar das man den menschen die man über alles liebt es viel zu selten sagt.

ich wünsche dir und deiner familie alles erdenklich gute und hoffe ganz fest für dich das dein papa geheilt werden kann

lg nina

Beitrag von ili_luis 13.06.10 - 22:13 Uhr

Dieser Sch... Krebs immer wieder! Aber die Ärzte haben doch gesagt, der Tumor sei operabel, ich kenne mich mit Lungenkrebs nicht so aus, aber versuche positiv zu denken, sei für deinen Papa da, du mußt sicher auch nicht immer stark sein, er weiß bestimmt, wie dich das mitnimmt. Ich wünsche euch, dass dein Papa die OP gut übersteht und es dann nur noch bergauf geht bei euch!

Mein Bruder hatte letztes Jahr Lymphdrüsenkrebs, ihm gehts jetzt gut, meine Tante bekommt momentan Chemo, ihr wurden beide Brüste abgenommen. Aber das wird wieder, da glaube ich ganz fest dran.

Vielleicht gibst du deinem Kleinen den Namen deines Papas als Zweitnamen? Damit würdest du ihm zeigen, wie sehr du ihn lieb hast.

Mein kleiner Sohn und meine kleine Tochter haben je die Namen meiner Eltern, als Drittnamen. Ich finds schön, auf die Idee bin ich bei meinen beiden Großen nicht gekommen.

Ich wünsche euch alles Gute! Liebe Grüße Ili

Beitrag von fisch1956 14.06.10 - 06:25 Uhr

Hallo.

Ich kenne das Gefühl. Bei meinem Papa hatten die Ärzte vor fast 4 Jahren einen Gehirntumor festgestellt.Erst hieß es, der Tumor ist zu früh erkannt worden und Sie können nichts tun. Und fast 3 Jahre später meinten die Ärzte zu meinen Eltern Sie können jetzt nichts mehr machen.Er war größer geworden. Meine Eltern sind quer durch Deutschland gefahren, in der Hoffnung das man etwas machen kann .Leider ohne Erfolg.Mein Papa hat noch letztes Jahr einen Port eingesetzt bekommen, damit die Adern durch die Chemo nicht kaputt gemacht werden. Er hat die Chemo knapp 3 Monate bekommen.Wurde dann, da der Tumor auf den Linken Nerv lag ein Pflegefall.Er konnte nichts mehr alleine machen. Meine Mama war in der Zeit eine rießen große Stütze für meinen Papa und für uns. Wir haben alle zusammen geglaub das es wieder wird. Mein Papa hatte den Wunsch geäußert gehabt, gegen über meine Mama, das mein Freund und ich doch die Standesamtliche Trauung vorziehen sollten , da er Angst hatte ,er würde es dieses Jahr nicht mehr mitbekommen. Das war sein einziger Wunsch und denn haben Wir ihn selbstverständlich auch Erfüllt.Wir versuchen schon seit vorletztes Jahr ein Kind zu bekommen, in der Hoffnung das mein Papa es noch erleben würde.Ich wollte das mein Papa mich in die Kirche zum Altar führt. Leider soll das nicht sein. Am 27.08.2010 findet die Kirchliche Trauung statt, so wie Wir es auch eigentlich vorhatten. Mein Papa hätte es gewollt, das wir die Kirchliche Trauung trotzdem machen.Ich konnte Ihn leider nur einen einzigen Wunsch erfüllen und das war die Standesamtliche Trauung zu Hause.Mein Papa ist am 10.12.2009 in bei sein von uns Friedlich eingeschlafen.( Er hatte zu dolle schmerzen gehabt und so hatte er ganz lansam Schmertzmittel bekommen).Er ist im KH eingeschlafen
Mein Mann und ich sind richtig Froh das wir den letzten Wünsch von meinem Papa noch erfüllen konnten. Es war eine schöne Trauung im engsten Familienkreis gewessen.

Ich bin froh das mein Papa nicht mehr leiden muss.Er wollte nie ein Pflegefall werden.Wir sind nicht böse oder sauer auf Ihn das er gegangen ist, sonder froh das er nicht mehr leiden muss.Natürlich fällt ein immer es schwer los zu lassen. Ich kämpfe heute noch mit den Tränen und er fehlt mir sehr doll.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen und hoffe das dein Papa schnell wieder gesund wird.

Du kannst was für Ihn tun. Sei einfach in den schweren Stunden bei Ihm und Ihr müsst zusammen halten. Das gibt euch gegenseitig wieder neuen Mut un Kraft.

Beitrag von myimmortal1977 18.06.10 - 00:05 Uhr

Hallo :-)

Mach Dir erstmal nicht zu viele Köppe. Ich weiß, bei der Diagnose leichter gesagt, als getan.

Wenn es sich nur um einen Primärtumor handelt, der noch nicht gestreut hat und der sich gut operativ entfernen läßt, ist die OP meistens die einzige Therapie, die man machen muss.

Die OP ist nicht einfach, aber man übersteht sie! Meine Mutter wurde 00 an der Lunge operiert. Es war damals auch nur ein Herd. Allerdings ganz mini klein. Unter 1 cm. Es war nur die OP mehr nicht. Ein Lungenlappen wurde komplett entfernt.

Der Mensch hat 5 Lungenlappen. Nicht zu verwechseln mit Lungenflügeln. Davon hat man nur 2. Und man kann auch mit 4 Lungenlappen gut atmen und gut leben.

Wichtig ist nur, dass der Krebs nicht gestreut hat. Und dabei ist bei Lungenkrebs, bei nicht kleinzelligem LK besonders auf die Leber und auf die Nebennieren zu achten. Neben den Lymphknoten natürlich.

Beim Kleinzeller muss man besonders auf das Gehirn achten.

Hat man schon eine Biopsie veranlaßt? Wahrscheinlich ja, wenn Du das Wort Krebs in den Mund nimmst. Wichtig ist die Klassifizierung der Pathologie. Nicht Kleinzellig, Kleinzellig, ist es ein agressiver Krebs oder langsam wachsender Krebs.

Das alles steht in dem Gutachten der Pathologie. Das sollte man sich auch noch mal reinziehen.

Und dann.... Je nachdem, wie groß der Tumor war und sonstige Voraussetzungen wird ggf. noch eine Chemo hinter her geschoben. Aus Sicherheit, denn es gibt Mikrometastasen, die keine Untersuchungsmethode der Welt erkennen können. Und um das auszuschließen, schiebt man in manchen Fällen noch eine Chemo hinter her.

Ich wünsche Euch alles Gute!!!

LG Janette