Verdacht auf Rheuma? Blutwerte? Erfahrene hier?

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Beitrag von geelinde 14.06.10 - 15:02 Uhr

Hallo,

vorweg: klar kann mir hier keiner eine Ferndiagnose stellen. Aber vllt. kann mir ja jemand mit Erfahrung oder Ahnung von Blutwerten helfen, meine Gedanken zu ordnen...

Zur Sache: Meine Tochter ist noch keine 3 Jahre alt. Im November/Dezember hat sie öfters mitten im Spiel angefangen zu weinen, dabei immer auf die rechte Hüfte gezeigt. Da sie auch sehr blass war und dicke Augenringe hatte, wurde ein Blutbild gemacht. Hier waren alle Werte wohl OK, nur der Rheumawert CCP war überraschend auf 2,4. Da es der Kurzen dann aber besser ging, entschied die KiÄ, erstmal abzuwarten.

Nach Ostern hatte die Kurze dann aber zwei heftige Fieberanfälle. Beim ersten Mal über 5 Tage bis 40,7° hoch, ohne ersichtliche Infektionsquelle. Der CRP war bei 100, also extrem hoch. AB schlug nicht an, Fiebermedikamente auch nur seeeehr verzögert. Dann waren anderthalb Wochen Ruhe und dann kam das Fieber wieder. Diesmal konnten wir am 1. Tag zum Arzt, CRP 40, wieder AB, diesmal Besserung nach drei Tagen.

Ich habe dann eine Blutwertkontrolle angeregt, diesmal lag der CCP wohl bei 1,8. Die anderen Werte waren lt. Ärztin OK. Ich habe nun die Werte in die Hand bekommen, das Labor hat bei einigen Werten low bzw. high hintergeschrieben. Die Ärztin hält kindliches Rheuma für unwahrscheinlich.
Wir waren jetzt beim Orthopäden zum Fehlstellungsausschluss, der hat uns gleich eine Überweisung zum Rheumatologen gegeben (er ist unter anderem auch auf Rheumaorthopädie spezialisiert und drängte auf schnelle Abklärung). Die Hüfte wurde geschallt, rechts war wohl ein kleiner Erguss an der Gelenkskapsel.

Was meint Ihr? Müssen wir uns wohl an den Gedanken Rheuma gewöhnen? Oder woher könnte der auffällige CCP sonst kommen? Wie läuft die Diagnostik bei einem Rheumatologen ab? Was bedeutet die Diagnose Rheuma im täglichen Leben?

Danke für Eure Antworten,
Gerlinde (etwas durch den Wind...)

Beitrag von vivia 14.06.10 - 22:56 Uhr

Unser Problem war ganz anders aber ich kann dich gut verstehen #herzlich
Meine Tochter (damals 9) hatte Gelenkschmerzen (sie war damals nicht mal mehr zum Schulbesuch fähig), Rheuma wurde zwar ausgeschlossen, dennoch sollte sie beim Rheumatologen auf Schmerzmittel eingestellt werden. Und das, obwohl die Ärzte (und ich war bei vielen !) ratlos waren und nicht wußten, was die Ursache ist.
Ich habe nicht aufgegeben und gekämpft und gesucht wie eine Löwin. Letztendlich bin ich mit ihr in Österreich "gelandet" in einer Privatklinik! Dort wurde festgestellt, daß sie diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat. Sie wurde auf Diät gesetzt, Magen und Darm wurden behandelt, sie bekam ein homöopathisches Medikament und ihre Beschwerden wurden tatsächlich besser, besser, besser bis ganz weg. Das ist jetzt 4 Jahre her und sie ist seitdem gesund!
Warum ich Dir das erzähle? Du klingst recht verzweifelt, ich möchte Dir Mut machen weiter zu suchen. Selbst wenn die Diagnose "Rheuma" lautet, mach Dich schlau und lass Dir von den Ärzten nichts einreden. Hör dir noch andere Meinungen an, geh Deinen Weg und hör auf dein Bauchgefühl.
Liebe Grüße
vivia

Beitrag von geelinde 15.06.10 - 22:06 Uhr

Danke Dir für Deine Antwort.
Nein, verzweifelt bin ich nicht. Rheuma ist keine Wunschdiagnose, aber es gibt sicherlich schlimmeres.
Was mich etwas durcheinanderwirft ist halt diese Warterei zwischen den Terminen und die Ungewissheit. Meine Ärztin hätte die Werte übrigens ohne meine eindringliche Bitte gar nicht weiter untersucht, der Verdacht kommt also nicht von ärztlicher Seite. Zumindest nicht ursprünglich. Erst jetzt, nachdem eben keine Fehlstellung aus orthopädischer Sicht besteht und dieser eben eine genauere Untersuchung rheumatologischer Art befürwortet, scheint auch die Kinderärztin hier genauer hinschauen zu wollen.

Und nein, ich lasse mir da nicht viel einreden, lasse mir auch immer alles sehr genau erklären, auch gerne mal von einem anderen Arzt. Mein Bauchgefühl ist diesbezüglich nicht das Schlechteste ;-)

LG, Gerlinde

Beitrag von simian 15.06.10 - 21:54 Uhr

Sei erstmal #liebdrueck

Ich würde sagen für eine Diagnose Rheuma ist es noch viel zu früh. Versuch dir erstmal nicht allzuviele Sorgen zu machen. Ja ich weiss, das ist echt schwer wenn die eigenen Zwerge betroffen sind.

Ich kenne mich also in der Thematik ziemlich gut aus.

Aaaalso erstmal:
Das CRP alleine sagt gar nichts darüber aus, ob man Rheuma hat oder nicht. Das CRP (C-reaktive-Protein) bedeutet nur, dass im Körper eine Entzündung vorhanden ist - nicht mehr und nicht weniger. Wenn bisher kein Rheumafaktor nachgewiesen wurde ist schon mal nicht schlecht - wobei es natürlich auch Rheumaformen gibt, die einen negativen Rheumafaktor haben.

Trotzdem, ich würde das jetzt nicht gleich allzu schwarz sehen. Es ist eher möglich dass es sich bei deiner Maus vielleicht um ein "rheumatisches Fieber" handelt - wobei ich mich da jetzt wirklich nicht mit einer Ferndiagnose aus dem Fenster lehnen möchte. Ein rheumatisches Fieber verursacht zwar auch Gelenksbeschwerden und dolle Schmerzen, aber das ist in der Regel gut behandelbar und kann auch vollständig ausgeheilt werden.

Ansonsten kann es tatsächlich für diese Symptome viele Ursachen haben. Infekt? Zeckenbiss? (verursacht auch Rheuma - kann aber wenn rechtzeitig behandelt ausgeheilt werden) Auch können tatsächlich Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten die Ursache sein.

Also nicht verzweifeln, lass alles gründlich abklären. Würde mich da mal wegen "Rheuma" noch nicht allzu verrückt machen.

Kopf hoch und deiner Maus alles Gute
#herzlich

Beitrag von geelinde 15.06.10 - 22:17 Uhr

Auch Dir vielen Dank für Deine Antwort.

Dass das CRP ein Entzündungswert ist, weiß ich. Das Problem dabei bestand ja, dass wir keine Entzündungsquelle finden konnten und auch die verordneten Medis nicht anschlugen.
Das CCP ist halt ein Rheumawert und der ist eben auch auffällig und das schon VOR dem Fieber.

Ein Zeckenbiss ist mir nicht aufgefallen (muss ja auch nicht zwangsweise), ein Infekt bestand auch nicht, soweit ich mich erinnere. Lebensmittelallergien sind natürlich auch so ein Ding, bin ja selbst Allergiker.

Wenn Du Dich aber etwas auskennst: Wie läuft denn die Diagnosestellung beim Rheumatologen? Und wie lange brauchen solche Blutwerte (vor allem der CCP), um wieder im Normbereich zu landen?

Verrückt machen will ich mich nicht, aber wie Du schon so schön sagst: bei den eigenen Zwergen...
Nein, es gibt Schlimmeres, Rheuma wäre nicht schön, aber damit kann man leben, denke ich. Was mich etwas wuschig macht, ist halt die Wartezeit, in der man nichts weiter tun kann. Wobei ich schon recht schnell alle nötigen Termine bekommen habe. Bin erstmal froh, in den Diagnoseprozess gekommen zu sein (die Kinderärztin wollte ja nicht so recht, da hab ich etwas gedrängelt...).
Wenn man mal weiß, WAS es ist, dann kann man behandeln und verarbeiten.

LG, Gerlinde

Beitrag von simian 16.06.10 - 08:54 Uhr

Ja das mit den Ärzten ist so ne Sache für sich ;-), könnte da endlos Horrorstorys erzählen #augen

Lass dich nicht abwuseln und mach ruhig Druck, auch wegen den Terminen. Mir ist das inzwischen völlig schnuppe ob ich meinem Arzt lästig falle oder nicht, wenn ich was brauche und mir gehts schlecht warte ich sicher nicht tagelang auf einen Termin .

Dass das CRP oder CCP nicht runtergeht bevor die Ursache lokalisiert und beseitigt ist, das ist natürlich klar.
Aber wenn sie ansonsten keine weiteren Symptome zeigt würde ich persönlich mal auch eher nicht auf Rheuma tippen.
Rheuma ist ja ne systemische Erkrankung, da sind dann meist auch noch ne Menge anderer körperlicher Begleiterscheinungen vorhanden. Totale Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und und und.

Ich weiss ja nicht wo ihr wohnt (reine Stadt oder eher ländlich) aber ich würde einen Zeckenbiss nicht komplett ausschliessen. Nicht jeden Zeckenbiss bemerkt man und es gibt auch nicht immer die typische kreisrunde Rötung. Manchmal fällt die Zecke dann einfach ab und hinterlässt keine (sichtbaren) Spuren.

Ich würde auf jeden Fall beim Arzt darauf drängen, dass zusätzlich auch auf Borreliose untersucht wird. Es gibt echt viele Ärzte, die sowas total ignorieren oder gar nicht daran denken, dass rheumatische Gelenksbeschwerden von daher stammen können. Wird die Borreliose rechtzeitig erkannt, lässt sie sich relativ einfach mit Antibiotika behandeln und kann vollständig ausgeheilt werden. Wird sie allerdings verschleppt können die rheumatischen Beschwerden chronisch werden und gehen dann auch nicht mehr weg, selbst wenn dann irgendwann die Borreliose behandelt wird.

Also ne Diagnosestellung bzw. Untersuchung läuft in der Regel mal als kompletter Check ab. Blutuntersuchung als grosses Blutbild (mit Rheumafaktor, ANA-Muster, SS-Ro Werte etc), Harn, eventl. auch Ultraschall der Organe etc.
In der Regel sollten die Laborwerte aber in spätestens 2, max. 3 Tagen vorliegen.

Bezgl. Lebensmittelallergien solltest noch eines bedenken. Man unterscheidet zwischen LebensmittelALLERGIE und LebensmittelUNVERTRÄGLICHKEIT. Probleme aller Art verursachen beide, aber die ALLERGIE kann schulmedizinisch im Blut (durch Bildung von Antikörpern) oder über die Haut ("Pieks"-Test) nachgewiesen werden. Eine UNVERTRÄGLICHKEIT kann schulmedizinisch nicht nachgewiesen werden und viele Ärzte leugnen dass es sowas überhaupt gibt. Hab aber schon Ärzte getroffen die tatsächlich zugegeben haben, dass es das gibt ;-) Bei einer Unverträglichkeit ist ein Heilpraktiker gefragt, die haben ihre Methoden sowas austesten zu können.

Ich wünsch dir viel Glück und hoffe für deine Maus, dass alles gut wird.
#blume

Beitrag von vivia 16.06.10 - 19:16 Uhr

Wegen der Nahrungsmittel-UNVERTRÄGLICHKEIT wollte ich Dir noch von meiner Tochter erzählen. Bei ihr wurde das von einem Arzt kinesiologisch ausgetestet. Dabei stellte er sämtliche glutenhaltigen GEtreide (also Weizen, Dinkel, Hafer, Gerste...) sowie Kuhmilch als unverträglich fest. Meine Tocher hielt dann ein Jahr strikte Diät (was gar nicht so einfach war aber sie hat es mit eiserner Disziplin geschafft). Nach einem Jahr wurde sie von diesem Arzt erneut kinesiologisch ausgetestet. Danach sagte er zu ihr "Du machst mich arbeitslos" ;-) Das war der schönste Satz, den ich je gehört habe ;-) Sie durfte von da an - langsam einschleichend - wieder alles essen.
LG
vivia

Beitrag von simian 16.06.10 - 22:36 Uhr

Joo genauso war es bei uns auch! Mein Sohn hatte Unverträglichkeit auf Kuhmilch, Weizen, Soja, Eier und Bananen. #schmoll Frag mich nicht was ich ihm überhaupt noch zu essen geben konnte, denn eines oder mehrere dieser Sachen ist ja praktisch überall drinnen (Eier, Wurst, Brot, Backwaren, etc.) #schwitz Besonders Soja ist echt grauslig. Das würde man gar nicht glauben, wo das überall drinnen steckt.

Hat auch ein Kinesiologe festgestellt. Wir mussten auch 1 Jahr strickte Diät halten und dann war es ausgeheilt. #huepf An dem Tag hab ich ein Freudentänzchen veranstaltet. Heute kann er alles Essen, ohne Probleme.

Beitrag von vivia 17.06.10 - 00:54 Uhr

Das ist ja prima :-)

Was mich so ärgert: Wir waren (meine Tochter hatte ja starke Gelenkschmerzen) wirklich bei allen möglichen Ärzten, aber es kam niemand auf die Idee, mal nach diesen Unverträglichkeiten zu fahnden :-( Das war wirklich ein Riesenzufall, dass wir da in Österreich bei diesem Arzt gelandet sind.
Wir waren auch bei ner Heilpraktikerin, die mit einem Bioresonanzgerät? ausgetestet hat und sie hegte dann den Verdacht, dass irgendwelche Allergien vorliegen, konnte das aber nicht näher definieren. Ich hatte das dann mal dem Kinderarzt vorgetragen und der meinte nur, eine Allergie könne nicht die Ursache sein. Gut, wie Du schon gesagt hast, es ist ja letztendlich eine UNVERTRÄGLICHKEIT gewesen. Dennoch wäre es doch einen Versuch wert gewesen, mal auf Allergien zu testen, aber das wurde, wie gesagt, ausgeschlossen. Ich hatte das Gefühl, dazu reicht gerade sein Budget nicht :-( Die hatten alle überhaupt kein Interesse, meiner Tochter zu helfen. Ich fühlte mich damals sowas von ausgeliefert. Ich wage gar nicht daran zu denken wie alles gelaufen wäre, wenn ich sie damals auf Schmerzmittel hätte einstellen lassen :-( In einem Krankenhaus, in dem sie dann weiterhin Lebensmittel bekommt, die sie gar nicht verträgt. Wow, der Supergau! Grusel.
Ich wünsch Dir alles Gute
Vivia

Beitrag von simian 17.06.10 - 09:13 Uhr

Ich habe mit unserem Sohn eine Ärzteodysee hinter mir, das glaubt mir keiner :-[
Seit ich abgestillt hatte, ging bei meinem Sohn das Erbrechen los, manchmal bis zu 5x am Tag :-(#zitter Wir sind von Pontius zu Pilatus gerannt, kein Arzt hat das ernst genommen. Überall konnte ich mir blöde Sprüche "Speikinder sind Gedeihkinder" anhören oder wurde als hysterische Mutter abgetan.

Mit 14 Monaten wog er ganze 7 Kilo#schwitz dann kam er für eine Woche in die Kinderklinik, wurde auf Herz und Nieren überprüft und schliesslich hat man uns wieder nach Hause geschickt mit dem Kommentar "dem fehlt nichts" und noch was von Reizmagen gefaselt #aerger

Lebensmittelallergie wurde komplett ausgeschlossen, und Unverträglichkeit? "Alles Quatsch sowas gibts gar nicht" Ne ist klar #klatsch denn was die hohen Herren nicht finden können, kannst ja schlicht nicht geben.

Dann sind wir in letzter Verzweiflung zum Kinesiologen. Ich kann dir sagen, die Diagnose eine einzige Erlösung. Zwei Tage später hat das Erbrechen komplett aufgehört und von da an gings nur noch aufwärts.

Beitrag von vivia 18.06.10 - 00:06 Uhr

Wow, ist ja wirklich unglaublich. War bei uns - zwar mit anderem "Problem" aber trotzdem - ähnlich.

Ich wage gar nicht daran zu denken, wieviele Krankheiten falsch behandelt werden wo es "nur" an der Ernährung liegen würde :-(

Da könnten die Krankenkassen wirklich mal Geld sparen.

*seufz*

Liebe Grüße
vivia