Wir brauchen bitte Hilfe Erziehung 22 Monate alter Tochter + Säugling

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von la-rina 14.06.10 - 20:29 Uhr

Hallo,

unsere Tochter ist 22 Monat, ein lebhaftes Kind. Seit 3 Wochen gehört auch ein kleiner Junge zu unserer Familie. Mein mann ist selbstständig und hat deswegen nicht so viel Zeit bzw. keinen festen Feierabend.
Unsere Tochter hatte schon immer den Spleen zu beißen, hab dann irgendwann raus gefunden, dass sie dass macht wenn sie müde oder hungrig ist und so konnte ich mit der Situation jeweils umgehen.

Seit zwei Wochen jedoch wissen wir nicht wie wir reagieren sollen.
Wir sind uns bewusst, dass sie wohl völlig normal reagiert und sie auch erst mit der neuen Situation klar kommen muss.
Wir bitten um Hilfestellung, wie wir in den verschiedensten Situationen handeln sollen, wir sind teilweise echt am Ende.

1) Sie haut und beißt uns. Hauptsächlich mich, die Mutter. Das Baby gar nicht. Meistens wenn ich stille. Wie soll ich da reagieren?

2) Sie rennt dauernd weg. Wenn wir zB ein Eis essen gehen rennt sie hinter die Theke oder versteckt sich auf der Toilette. Natürlich findet sie es total lustig wenn wir wie die bekloppten hinter her rennen.
Ist es eine Idee, sie dann im Kinderwagen fest zu schnallen?

3) Manchmal bekommt sie richtige Ausraster wenn sie etwas nicht darf oder bekommt. Sie kriegt sich nicht mehr ein. Ist es richtig, sie dann ihr Zimmer zu schicken, Gitter zu aber Tür auf, bis sie aufhört zu schreien?

Generell haben wir es so gemacht, wenn sie etwas angestellt hat haben wir sie für ca. 30 Sek. aus dem Zimmer geschickt. Mittlerweile interessiert sie dass nicht mehr, sie spielt dann dort weiter.

Ich hoffe ihr habt ein paar Tipps und Ideen für uns, wir wollen dass es ihr und uns wieder besser geht und wir wieder ein harmonisches Zusammenleben haben.

Danke,

la-rina

Beitrag von koni 14.06.10 - 21:19 Uhr

Hallo,
hm, ich denke es ist zur Zeit nicht leicht für deine Tochter da ja jetzt der kleine Bruder mehr und mehr im Mittelpunkt steht und dass merkt so ein kleines Kind auch. Auf einmal muss sie Mama und Papa mit jemanden teilen das past ihr wahrscheinlich nicht.
Deine Tochter sucht sich die Aufmehrksamkeit dadurch, dass sie die dinge macht die euch aufregen.
Gib ihr einfach mehr Zeit sich an die "NEUE" Situation zu gewöhnen.

Auch ich hatte Schwierigkeiten mit meinem erstem Kind als das zweite kam, es wird schon. Man braucht dazu einem langem Athem.

Alles wird gut, glaube es mir.#winke

koni

Beitrag von lisasimpson 14.06.10 - 21:35 Uhr

hallo!

Also meine beiden sind 18,5 monate auseinander- ich kenne die Situation also gut.
allerdings war uns von anfang an bewußt, daß das ne harte zeit für uns alle sein wird- besonders auch für den großen bruder.

wir haben uns also viiiiiel Zeit genommen und versucht dem großen so wenig Veränderungen wie möglich zuzumuten.
er ging weiter 3-4 stunden in die krippe, er behielt sein zimmer, seine turngruppe, er hatte viel zeit mit einem elternteil fü sich alleine usw...

von daher konnten wir vieles abfangen und die anfangszeit war nur halb so schlimm wie befürchtet.
nach recht kurzer zeit war alles wieder recht entspannt.
beim fütter des kleinen hat er seine puppe gefüttert oder wir haben vorgelesen, wenn er traurig oder wütend war habe nwir ihn in den arm genommen, bis es vorbei war und er durfte helfen wo er wollte, mußte aber nicht zwanghaft der "helfende große bruder sein".
mit weglaufen hatten wir nie probleme- kann dir daher nicht viel sagen, außer daß ich nicht hinter her rennen würde, denn das ist tatsächlich ein lustiges spiel.

ein kind , fü das sich gerade dei welt verändert, das angst hat, die lieber der mutter zu verlieren, daß ploätzlich so´n kleinen plagegeist als bruder hat, der perment was von der mutter will, die zuvor nur für sie da war- die komplette veränderung der familie.. all das ist so viel für ein kleines kind- niemals würde ich es wegschicken, wenns ihm gerade nicht gut geht.

sucht euch rituale fürs stillen, die auch für deien große schön sind. auch ihre bedürfnisse wollen gestillt werden- das wirste nicht mit anschnallen oder wegschicken schaffen.
sie ist ein kleines kind- noch nicht mal 2 jahre alt- behandle sie auch so. sie kann ncihts dafür, so früh schon große schwester geworden zu sein- gib ihr also bitte nicht die verantwortung dafür..

alles liebe
lisasimpson

Beitrag von kess79 14.06.10 - 22:53 Uhr

Hallo,

Meine beiden sind knapp 18 Monate auseinander.

Marie hatte auch mal eine Phase wo sie uns und auch ihren Bruder gehauen hat. Meistens wenn sie "zu wenig" Aufmerksamkeit hatte. Was tatsächlich am Besten geklappt hat war ihr ganz klar "Nein" zu sagen und mit ihr irgendetwas anderes zu machen. Z.B. ein Buch ankucken o.ä. Ich muss aber auch gestehen, dass sie auch einige Male in ihrem Zimmer gelandet es (auch wenn das hier ein absolutes No Go ist), aber ihr tat die Auszeit immer ganz gut und sie wusste auch warum sie in ihrem Zimmer war.

Der größte Blödsinn wird natürlich gemacht, wenn man stillt, weil wir da so schön handlungsunfähig sind. Kannst Du nicht versuchen von vornherein ein Buch oder ein Spiel mit ihr zu spielen während Du stillst?

Die Phase kenne ich auch zu gut! Ich mochte schon gar nicht mehr alleine mit beiden Kindern unterwegs sein. Ich habe mir den Stress auch nicht angetan. Es gibt sich von alleine. Marie läuft nicht mehr weg.

22 Monate ist wirklich eine schwierige Phase, witzigerweise war sie bei uns pünktlich zum 2. Geburtstag vorbei.

Ich habe in diese Phase versucht Marie möglichst viel Aufmerksamkeit zu schenken und wenn sie total bockig und trotzig war habe ich versucht irgendwas anderes zu machen. Draussen war sie dann immer wie ausgewechselt.

Liebe Grüße
Kerstin mit #stern, Marie-Theres (25 Mon.) + Jakob (7 Mon.)

Beitrag von grundlosdiver 14.06.10 - 23:01 Uhr

Ausraster sind normal... Unsere Tochter wird demnächst 2 und wenn sie ihren Willen nicht bekommt, gibt es großes Geschrei und/oder sie legt sich auf den Fußboden mit dem Gesicht nach unten. Ich ignorier das, ist die wirkungsvollste Methode... Sie bekommt ihren Willen trotzdem nicht, auch keine Aufmerksamkeit und beruhigt sich meist sehr schnell! Ich würde sie also nicht ins Zimmer schicken, sondern an Ort und Stelle liegen lassen und ignorieren.

Thema Weglaufen - das geht nicht, denn was ist, wenn ihr sie nicht mehr wiederfindet??? Fangen spielen wir schon, aber nur in unserem Garten! Woanders darf sie nicht weglaufen! Wenn sie wegläuft, bleibt sie an der Hand oder wird im Wagen festgeschnallt!!! Kurze Erklärung"Du bist weggelaufen, dann müssen wir Dich festschnallen!" und gut. Gibt's Gebrüll, ignorieren...

Beißen... Unsere hatte mal eine kurze Phase. Einmal hat sie mich richtig doll gebissen, das tat so weh, dass ich sie doll geschimpft habe. Das mache ich wirklich nicht gern, wir haben beide geweint, uns entschuldigt und seit dem hat sie es nie wieder gemacht.
Mmh, Du schreibst, dass es meist beim Stillen ist - viell. kannst Du sie in der Zeit ablenken, so dass sie auf solche Ideen nicht kommt?!?

Beitrag von bine3002 15.06.10 - 11:48 Uhr

1. Entziehe dich bzw. ignoriere sie, wenn sie das tut. Sie hat ja sicher einen Grund, z. B. möchte sie irgendwas durchsetzen oder ist wütend. Bleib bei der eigentlichen Sache und lass dich nicht auf eine Eskalation ein. D.h. wenn sie beispielsweise eine Schokolade wollte, sie nicht bekommt und dich dann deswegen haut, drehst Du dich weg und sagst: "Du brauchst mich nicht hauen, die Schokolade gibt es trotzdem nicht!" Haut sie dich wieder, halte ihre Arme fest, begib dich auf Augenhöhe und sag mit fester Stimme: "Ich möchte nicht gehauen werden! Also lass es jetzt BITTE sein!"

2. Wenn sie weg rennt, dann muss sie an der Hand bleiben. Festschnallen würde ich sie nicht. Ich würde viel mit ihr üben, dass Wegrennen sie in eine blöde Situation bringen kann. Im schlimmsten Fall ist sie dann nämlich alleine und das kann sie ruhig mal spüren. Sowas übt man am besten an einem sicheren Ort, wie z. B. einem Park, wo wenig Leute sind. Du sprichst mit ihr ab, dass sie nur so weit läuft, bis Du sie rufst oder bis zu einem verabredeten Punkt. Dort soll sie dann warten. Klappt das nicht, versteckst Du dich. Warte den Moment ab, wo sie kurz in Panik gerät, dann zeige dich. Tröste sie und erinnere sie an die Absprache. Wenn es klappt, lobe sie.

3. Nein, ich finde das nicht richtig. Sie kann nichts für ihre Ausraster. Sie kann ihre Emotionen nicht kontrollieren. Mit dem Einsperren signalisierst Du ihr: "Lass mich mit deinen negativen Emotionen in Ruhe!" Das willst Du aber sicher nicht. Diu möchtest, dass sie später in der Lage ist, über ihre Gefühle zu sprechen. Deswegen ist es jetzt wichtig, diese Gefühle zu benennen. Da sie das noch nicht kann, braucht sie dich dafür. Deswegen würde ich eher in der Nähe bleiben und mit ihr beruhigend sprechen: "Ja, ich weiß Du bist jetzt wütend. Das verstehe ich. Soll ich dich trösten?" Bitte nicht mit Inkonsequenz verwechseln, denn obwohl Du tröstest, kannst Du trotzdem auch bei einem NEIN bleiben.

Beitrag von twiggy05 15.06.10 - 12:08 Uhr

1)Sie haut und beißt uns. Hauptsächlich mich, die Mutter. Das Baby gar nicht. Meistens wenn ich stille. Wie soll ich da reagieren?

Dann kommt noch dieser Junge dazu. Naheligend, dass sie auf dich sauer ist. Sie fuehlt sich auf die seite geschoben.
Da solltest du dich um sie vorwiegend kuemmern

2)Sie rennt dauernd weg. Wenn wir zB ein Eis essen gehen rennt sie hinter die Theke oder versteckt sich auf der Toilette. Natürlich findet sie es total lustig wenn wir wie die bekloppten hinter her rennen.
Ist es eine Idee, sie dann im Kinderwagen fest zu schnallen?

Sie versucht aufmerksamkeit zu erregen, weil sie sich wie gesagt nicht mehr wichtig fuehlt durch den bruder.
Auf den kinderwagen schnallt man kein kind.
Geh es mit zuneigung und liebe an.

3) Manchmal bekommt sie richtige Ausraster wenn sie etwas nicht darf oder bekommt. Sie kriegt sich nicht mehr ein. Ist es richtig, sie dann ihr Zimmer zu schicken, Gitter zu aber Tür auf, bis sie aufhört zu schreien?

Der ausgangspunkt des verhaltens ist, dass sie sich ungerecht behandelt, bzw. zu wenig beachtet fuehlt. Vor dem bruder war die der mittelpunkt und alles dreht sich um sie. Auf einmal bekommt sie konkurrenz.
Da hast du schon davor was falsch gemacht, du haettest sie nicht sollen so sehr in den mittelpunkt stellen.
Naja egal.
Auf jeden fall darfst du sie jetzt nicht einsperren, nur weil sie zeigt, dass sie damit nicht klarkommt.
Da ist es noch besser, du gibst ihr mal einen leichten klaps und nimmst sie dann auf den schoss.
Dann kannst du sie mehr bei ihrem bruder miteinbeziehen, dass sie zu ihm einen bezug aufbauen kann.

Sorry, das ist deine tochter, du wirst doch wissen, wie du mit ihr umgehen kannst.

lg

Beitrag von marion2 15.06.10 - 14:17 Uhr

Hallo,

zu eins: Lies ihr aus einem Buch vor, während du das Baby stillst. Also: Widme ihr Aufmerksamkeit. Mit Übung klappt das.

zu zwei: normales Verhalten, nein, anschnallen ist auch keine Lösung. Sie wird lernen sich abzuschnallen.

zu drei: Das Zimmer soll ein Ort zum Wohlfühlen bleiben? Dann lass das Einsperren sein.

Harmonisch mit zwei Kindern kannste knicken. Sobald du dich von dieser abstrusen Idee verabschiedet hast, wird es funktionieren.

Gruß Marion

Beitrag von annja70 15.06.10 - 16:21 Uhr

Hallo,

ja das ist eine schwere Phase, durch die Ihr da durch müsst. Meine beiden sind 16 Monate auseinander - und der Große hat eine Zeit lang alle Register gezogen...

Bei uns hat Wegschicken/ Aufmerksamkeit entziehen/ Stiller Stuhl und wie sie alle heißen nichts genutzt, sondern die Situation ins Gegenteil verkehrt und verschlimmert, weil der Kleine dann oft erst richtig ausgerastet ist.

Irgendwann bin ich dann auf den Trichter gekommen, dass es für uns besser war die Dinge zu trennen und die Situation einfach so hinzunehmen und mein Ding weiter zu machen und höchstens ein kleinen Kommentar dazu ab zu geben. Dann beruhigte sich die Situation ziemlich schnell und unaufwendig.
Den "Lern- und Erziehungteil" habe ich dann abgetrennt und in andere unaufgeregte Situationen verlegt, dass er dies oder das erst wieder darf, kriegt, etc., wenn er nicht mehr beißt/schreit/ sich anständig verhält etc.

Bei uns hat das gut funktioniert, denn unser Sohn war in den Beiß-Situationen immer so aufgeregt und erregt, dass ihn unmittelbare Konsequenzen total verunsichert und hilflos gemacht haben und alles verschlimmert haben. Die Verbindung von Fehlverhalten und Erziehungsmaßnahme hat er mühelos und ohne weiteres hingekriegt.

Good Luck und gute Nerven!
Annja

Beitrag von bessi 16.06.10 - 14:33 Uhr

Hallo,

Kinder zu erziehen ist kein einfaches Unterfangen. Zumal der Trotzkopf immer mal wieder durchkommen wird. Was ja auch gut so ist, denn die Kinder lernen so die Wirkung ihrer Person auf andere, einzuschätzen. Natürlich ist bei Euch jetzt auch viel Eifersucht im Spiel.

Zu Deinen Fragen:

1. Zum Stillen braucht man ja in aller Regel Ruhe...aber wie wäre es denn für die nächste Zeit, wenn Du Dein Töchterlein beim Stillen mit einbindest. Z. B. kannst Du ihr vorher sagen, dass Du gleich stillen wirst und Du es schön finden würdest, wenn sie ihrem Brüderchen ganz behutsam den Kopf streichelt oder das sie Dir ein Bilderbuch zeigt, damit es Dir nicht ganz so langweilig wird.

2. Was das Wegrennen angeht, würde ich ihr vorher sagen, bevor ihr losgeht, dass wenn sie nochmal wegrennt, ihr sofort nach Hause fahrt. Du hättest keine Lust, Dir immer Sorgen zu machen oder hinter ihr herzurennen. Natürlich musst Du diese Androhung dann auch im Fall der Fälle durchziehen. Dann gibt es eben kein Eis oder oder für sie, sondern ihr fahrt unverrichteter Dinge nach Hause. Sie wird sich dann beim nächsten Mal überlegen, ob sie nochmal abhaut.

3. Normalerweise schicke ich meine Tochter auch in ihr Zimmer, wenn sie die totalen Ausraster bekommt, aber sie ist auch schon vier. Ich weiß nicht, ob man ein Kind von nicht 2 Jahren allein mit seinen Gefühlen lassen kann. Deiner Tochter klar machen, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung ist, musst Du natürlich schon, auch rausschicken ist in Ordnung. Ich würde jedoch nach kurzer Zeit hinterhergehen und sie wenn nötig in den Arm nehmen. Kleine Kinder finden aus ihrem Gefühlschaos erst mit Hilfe der Eltern wieder raus.

Schlagen der Mutter geht gar nicht. Das würde ich mir verbieten. Wenn meine das mal versucht hat, habe ich ihren Arm ganz fest in die Hand genommen und ihr mit festen Ton gesagt, dass ich das nicht möchte und das sie das nicht nochmal tuen soll. Ihre Augen wurden immer größer...sie hat verstanden, dass das nicht geht.

Manchmal muss man im Ton lauter werden, damit die Kinder verstehen, dass es jetzt kein Spass mehr ist, sondern bitterer Ernst.

Nimm Dir speziell jetzt, wo der Kleine da ist ganz besondere Auszeiten für Deine Tochter, die Du dann nur ihr widmest. Sie soll sehen, dass sie Dir genauso wichtig bist, wie das Brüderchen!!!

LG Bessi