Waldkindergarten, jemand schlechte Erfahrung ?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lillebro 15.06.10 - 09:53 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

wir sind momentan auf der Suche nach dem richtigen Kindergarten für unseren Lennart. Wir wohnen direkt am Waldrand, in dem es einen Waldkindergarten gibt. Die Öffnungszeiten sind nicht schlechter wie in den Gemeindekitas. Der Preis ist fast der selbe. Es gibt 2 Bauwägen, die im Winter beheizt werden, in´denen sich die Kinder auch immer wieder Aufwärmen können. Ich habe mir jetzt alles Kitas angeschaut, und am ehesten reizt mich der Waldkindergarten.
Gibt es jemanden der keine guten Erfahrungen gemacht hat? Mein Mann ist noch nicht überzeugt davon.

Liebe Grüße

Yvonne

Beitrag von kati543 15.06.10 - 10:01 Uhr

Ich kann es nur immer wieder sagen: Es kommt ganz allein auf das Kind an. Waldkindergarten kann super sein. Wenn dein Kind aber alles mögliche in den Mund steckt und nicht hört, wenn es gerufen wird, ist es eher gefährlich. Wenn dein Kind Regelmäßigkeit braucht und Rituale wichtig sind, dann ist ein klassischer Kiga besser. Im Waldkiga wird Kreativität und Naturverbundenheit extrem gefördert. Andere, ebenso wichtige Dinge, werden dafür eher vernachlässigt (z.B. alles die Dinge, die man eben an einem Tisch macht).

Beitrag von engelchen28 15.06.10 - 13:44 Uhr

huhu kati!
woher hast du denn dein wissen? bist du mal mitgelaufen für 1/4 jahr im waldkiga? oder ist es nur hörensagen, vorurteile, unwissenheit? damit werden mamas von waldkindern häufig konfrontiert #;-).
in einem regelkiga muss ein kind auch hören, ansonsten kann es das gelände nie verlassen. im wald herrschen dieselben regeln wie im regelkiga, man bleibt in der gruppe, sagt bescheid, wenn man woanders hingehen möchte, jeder hat immer sichtweite zum erzieher...etc.!
regelmäßigkeit und rituale stehen mit an oberster stelle in unserem waldkiga...wie kommst du darauf, dass dies nicht stattfindet im wald?
dinge, die man an einem tisch macht, werden vernachlässigt? welche dinge denn? schneiden, basteln, malen, perlen auffädeln, bücher angucken / lesen, vorschulunterricht? wird alles völlig normal gemacht. bei uns wird nichts vernachlässigt - im gegenteil, viele dinge sind im vergleich zum regelkiga sogar ausgeprägter.
sicher gibt es solche und solche waldkigas - genau wie regelkigas...vielleicht bist du auch an einen nicht so guten geraten?!
lg
julia mit waldkind sophie (5) & fast-waldkind paulina (3) #freu

Beitrag von maggelan 15.06.10 - 14:04 Uhr

Oh mein Gott, was ist das denn für ein vorurteil behaftetes Halbwissen?

Wenn man nichts von der Materie weiß, sollte man einfach mal still sein!

Beitrag von ratpanat75 15.06.10 - 18:49 Uhr

Hallo,

wie kommst du denn darauf?

Mein Sohn geht in den Waldkiga und dort sind feste Rituale ganz wichtig (u.a. Morgenkreis, Abschiedslied, etc)!

Tische gibt es dort übrigens auch (nur halt im Freien) und es werden die gleichen Sachen angeboten wie in einem Regelkindergarten (malen, basteln, kneten, schneiden, Bücher, Spiele).

lg

Beitrag von spatzerl1980 15.06.10 - 10:03 Uhr

Ich habe selbst keine guten oder schlechten Erfahrungen - kann hier nur wiedergeben, was eine Grundschullehrerin dazu sagt. Sie hat wirkliche Probleme in der ersten Klasse mit Kindern, die vom Waldkindergarten kommen. Die Kinder sind es nicht gewohnt so 'lange' in einem 'beengten' Raum still zu sitzen und sich ruhig zu verhalten. Das macht schon 'Probleme'.... Doch jede Waldkindergarten-Mutter, die ich kenne (auch nur 2), ist völlig begeistert.....

Schwierige Entscheidung!

Beitrag von renes.engelchen1 15.06.10 - 10:18 Uhr

Hallo...

ich stand auch mal vor dieser Entscheidung und habe überlegt was für mich wichtig ist und auch Gespräche mit ner lehrerin geführt und danach stand für mich fest klares nein für den Waldkindergarten!

Du mußt wissen was dir bei deinen kind wichtig ist, zb. das es dir jede Baumart und Vogel nennen kann oder das es z.b. sich konzentrieren kann und einen strukturierten Tagesablauf hat. Im Waldkindergarten kommen viele Dinge wo für kinder wichtig sind einfach zu kurz, das streiten selbst erzieherinnen vom Waldkindi nicht ab!

Ich muss sagen ich bin auch kein Freund von kindis wo strikt nach orientierungsplan gearbeitet wird und jeder zweite Satz endet mit wir richten uns nach den Bedürfnissen der Kinder.

Auch wenn ich damals mit drei jahren dachte das mein Kind so ein Kind ist wo immer draußen sein will belehrte mich mein kind eines besseren und auch das zeigt das der waldkindi nichts gewesen wäre.

Das Mütter die einen waldkindi besuchen natürlich begeistert sind verstehe ich aber ich würde grundsätzlich nach meinen eigenen empfinden und wünschen für mein Kind gehen!

Beitrag von ratpanat75 15.06.10 - 19:15 Uhr

Hallo,

auch im Waldkiga gibt es einen strukturierten Tagesablauf und feste Rituale.

Übrigens, laut einer wissenschaftlichen Studie von Dr. phil. Häfner schneiden Waldkinder in der Schulfähigkeit (Konzentration, Motivation, Kommunikation etc.) besser ab als Kinder aus Regelkindergärten.
Die Ruhe und Stille des Waldes zusammen mit der stets abwechslungsreichen Umgebung fördert wissenschaftlich nachgewiesen Konzentration, Motorik und Sprachvermögen.

"Du mußt wissen was dir bei deinen kind wichtig ist, zb. das es dir jede Baumart und Vogel nennen kann..."
Meiner Meinung nach ein sehr belustigendes Vorurteil gegenüber Waldkindern.
Natürlich kennen sie sich mit der Zeit sehr gut aus mit der Natur, aber das ist ganz sicherlich nicht das erste Anliegen eines Waldkindergartens.

Es ist ein Kindergarten, der den gleichen Regularien , z.B. BEP (Bildungs- und Erzeihungsplan) und (in unserem Fall) dem bayerischen Kinder Bildungs- und Betreuungsgesetz wie ein Regelkindergarten unterliegt.
Der BEP listet unter anderem folgende zu erreichende Basiskompetenzen des Kindes auf:
personale Kompetenzen, Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext, Kompetenzen der Lernmethodik und der Umgang mit Veränderungen und Belastungen.

Ich denke, man muss sich schon intensiv mit dem Konzept beschäftigt haben, bevor man solche Behauptungen aufstellt.


LG

Beitrag von renes.engelchen1 15.06.10 - 21:50 Uhr

danke für die umfangreiche aufklärung.. Ich gab die meinungen wieder die mir lehrer wiedergegeben haben und ich glaube die wissen wovon sie reden. Und daraufhin wurde meine persönliche entscheidung getroffen. Ich denke jeder muss wissen was er für sein kind will und das richtige zu entscheiden in unserer gesellschaft heute ist sehr schwer. Früher gab es eine art von kindi und geschadet hat es keinen meiner meinung nach, wald hin oder her.

Beitrag von crumblemonster 15.06.10 - 12:34 Uhr

Hallo,

hier bei uns gibt es keinen Waldkindergarten, sondern lediglich eine Waldgruppe. Das finde ich sehr gut, weil eben auch die Möglichkeit besteht, daß die Kinder bei unter minus 10 Grad bzw. im Hochsommer (so ab 27 Grad im Kindergarten bleiben können.

Aber wenn ich nur die Wahl zwischen 'normalem' oder Waldkindergarten hätte - eindeutig Wald.

Du mußt damit rechnen, daß Deine Kinder abends oftmals nicht zu erkennen sind und einige Hosen/Jacken 'auf der Strecke' bleiben, viele Flecken sich nicht rauswaschen lassen und Zeckensuche zu Deinen täglichen Pflichten gehört. Meine Jungs haben eine Allergie gegen Mückenstiche (hätte mir das einer erzählt, daß es so etwas gibt, ich hätte es nicht geglaubt), aber das bekommen wir auch ganz gut hin.

Seit die Jungs in der Waldgruppe sind, haben sie natürlich trotzdem weiterhin von Herbst bis Frühling eine Schnuppernase und in diesem Winter hat der Husten nicht verschwinden wollen, aber insgesamt verlaufen Erkältungen deutlich harmloser.

Mein Mann wollte auch erst nicht (die malen nicht, die lernen nichts für die Feinmotorik und dieser ganze Quatsch), aber ich habe mich durchgesetzt.

Aber Du mußt bedenken - wenn du einen 'Stubenhocker' hast, der gern malt, singt und drinnen spielt, wird er wenig Freude am Waldkindergarten haben. Hast Du jedoch ein Kind, was sich gern bewegt, gern draußen ist, dann ist es genau das richtige.

LG

Beitrag von crumblemonster 15.06.10 - 12:39 Uhr

Ach so ... einige schrieben ja was von wenig Struktur usw.
Das kann ich nicht bestätigen. Die Kinder müssen sich an Regeln halten (schon auf dem Weg zum Wald), sie bekommen zur gleichen Tageszeit ihr Mittag/Vesper (allerdings ist es bei uns eben so, daß sie vormittags gut 4 Stunden draußen sind und dann zum späten Mittag in den Kindergarten zurückkehren).
Es gibt Zeiten im Wald, wo sie allein (innerhalb der festgelegten Grenzen) herumstreifen können und auch Zeiten, wo sie sitzen und sich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren müssen.

Was sicherlich eventuell schwieriger ist bei Übergang in die Schule - der erhöhte Bewegungsdrang. Die Konzentration und ähnliches wird im Waldkindergarten aber genauso gefördert.

LG

Beitrag von maggelan 15.06.10 - 14:11 Uhr

Hallo Yvonne,

ich kann den Waldkiga nur weiterempfehlen. Und zwar für jedes Kind.

Kinder die alles in den Mund stecken, dürften danna uch nciht in einen Regelkiga gehen, da dort auch die gleichen Gefahren lauern. Kinder die nicht hören, bekommen die Erzieher schon in den Griff. Ist was anderes als zu Hause und im Wald läuftz einfach vieles einfacher ab, da die Kinder nicht unter enormen Stress stehen.

Gebastelt, gemalt und Vorschularbeit findet auch im Waldkiga statt.
Die Kinder haben dort auch ihre Bastalsachen, Stifte, Scheren und Kleber wie in jedam anderen Kiga auch.

Vorschularbeit ist ein Muss und findet natürlich statt.
ebenso wie sich die Erzieher immer wieder weiterbilden und an Schulungen teilnehmen.

Am besten mal öfters in den Wladkiga gehen und dein Kind dort mitmachen lassen.
Dann weißt du schon ob das was für euch ist:-)

Gruß
Sandra

PS:
Ich würde die Entscheidung jederzeit wieder treffen.

Beitrag von ratpanat75 15.06.10 - 19:20 Uhr

Hallo,

ich würde mich an deiner Stelle genau über das Konzept informieren, einen Schnuppertag mitmachen, etc. und wenn ihr euch damit identifizieren könnt, dann los :-)!

Für uns war es die beste Entscheidung, die wir treffen konnten.

LG