5. Klässler in die Hausaufgabenbetreuung geben ja oder nein?

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Beitrag von snowwhite1974 15.06.10 - 16:28 Uhr

Hallo,

mein Sohn kommt nach den Ferien aufs Gymnasium. Dort wird eine günstige Hausaufgabenbetreuung angeboten, die von Oberstufenschülern, die speziell dafür "geschult" wurden, geleitet.

Da uns die Hausaufgaben bislang immer viel Nerven gekostet haben (ständige Aufschieberei, immenser Zeitaufwand für wenig Arbeit etc.) überlege ich nun, ihn dort anzumelden, da er sich mit dem Arbeiten in der Gruppe leichter tut (also wenn alle das gleiche machen) und ich denke, er wäre effektiver dort (zuhause ist es oft so, dass er sich drüber ärgert, dass seine Schwester in der Zeit was anderes macht).

Andererseits denke ich dass in der Betreuung weniger drauf geschaut werden kann, wie etwas gemacht wird, sondern nur, dass es gemacht wird. Dann wieder denke ich, dass er vor älteren Schülern tendenziell eher gut dastehen will und seinen Kram ordentlich erledigt und das spräche wieder für die Betreuung.

Da seine Schwester dieses Jahr eingeschult wird und wahrscheinlich auch erstmal eine ruhige Zeit nach der Schule braucht, wäre das vielleicht keine schlechte Lösung. Andererseits bleibt er dann jeden Tag bis mindestens 15h in der Schule...

Beitrag von manavgat 15.06.10 - 16:31 Uhr

Wie Du schon selbst festgestellt hast, es ist eine Betreuung, die sicherstellt, dass die Hausaufgaben gemacht werden. Sicher können die Kinder auch mal nachfragen, wenn sie die Aufgaben nicht verstehen, aber es ist keine Nachhilfe.

Die brauchst Du aber auch gar nicht. Wenn Dein Sohn dort die Hausaufgaben regelmässig macht, dann gibt es vielleicht gar kein Problem. Melde ihn an, dann hast Du weniger Stress und er lernt seinen Kram zu festen Zeiten zu erledigen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von shorty23 15.06.10 - 18:35 Uhr

Hallo,

ich würde das auf jeden Fall in Anspruch nehmen. Bei uns am Gym. gibt es das auch und es funnktioniert ziemlich gut. Die Kinder setzten sich nach der Mittagspause gleich hin und erledigen die Sachen und wenn sie heimkommen, ist alles fertig und man kann nach Lust und Laune anderes tun. Außerdem sind dort ja auch seine Mitschüler und er kann nachfragen, wenn er was nicht versteht oder (was öfter vorkommt) vergessen hat, dass in X HA auf sind, dh in der HA Betreuung sind haben viel seltener HA nicht gemacht ... Ich würd's machen!!

LG

Beitrag von miss-snowflake 15.06.10 - 19:06 Uhr

Meine Tochter kommt nach den Ferien in die 4. Klasse.

Ich habe Sie ab Herbst für die Hausaufgabenbetreuung angemeldet. Sie hat dann von Mo-Fr bis 15.30 Uhr. Freitags endet der Unterricht normal.

Meine jüngste kommt im September auch in die Schule und meine große macht momentan was Sie will. Deshalb hat Sie auch derzeit schlechte Noten, Ihre Hausaufgaben fertigt Sie nicht zuverlässig, Sie lügt mich an.

Erst heute wieder: Geometrie. Sie zeichnet alles OHNE Lineal und dann auch noch mit Tintenkiller. :-[ Und das innerhalb von 2 min. ich wollte mir nur schnell eine andere Hose anziehen.

Daraufin hat Sie die Hausaufgaben erneut auf ein Blockblatt machen müssen.
Ich mußte mich schon sehr zusammenreissen, damit Ich Ihr nicht an den Hals springe. Für mich ist das pure Absicht. Wir haben erst seit der 3. Klasse solche Probleme mit Ihr. Ich kann einfach nicht mehr. Deshalb die Ha-Betreuung, auf die Sie sich aber freut. (ich mich auch ;-))

Ich heisse die Betreuung für gut, da ich derzeit mit Ihr überfordert bin.
Ich hoffe, daß Sie da dann auch lernt, Ihre HA ordentlich zu erledigen. Die ersten 2 Klassen war Sie so ordentlich und auch fleissig. Und jetzt? Sie hat nur andere Sachen im Kopf...

Sorry, daß es so lange geworden ist #hicks

Beitrag von jazzbassist 15.06.10 - 19:18 Uhr

Gäbe es denn Schwierigkeiten, ihren Sohn nachträglich in diese Hausaufgabenbetreuung zu kriegen?

Wenn nicht, würde ich das zunächst einmal meinem Sohn entscheiden lassen. Denn ein 10/11-Jähriges Kind, dass ein Gymnasium besuchen wird, wird sicherlich die notwendige Reife besitzt, einzusehen, dass die Hausaufgaben nun mal (irgendwie) am nächsten Schultag fertigsein müssen. Wenn ein solches Kind mir verspricht, sich darum zuverlässig alleine kümmern zu können, ohne das Eltern hier genervt hinterherrennen müssen, sollte es diese Chance auch bekommen, wenn es das möchte. Dann würde ich diese Verantwortung auch einfach gänzlich aufs Kind übertragen und eben nicht mehr hinterherrennen. Dann kostet das auch keine Nerven mehr :-p Wenn er die Hausaufgabenbetreuung für eine bessere Lösung hält, kommt er eben in diese Hausaufgabenbetreuung.

Sie können ihm ja sämtliche Vor- und Nachteile (die Sie sehen) aufzeigen. Grundsätzlich finde ich nämlich, dass Schule in erster Linie mal Spass machen muss. Wenn ich ein Kind also täglich dazu nötige, bis 15 Uhr in der Schule zu bleiben und Pflichtaufgaben zu erledigen, die er viel lieber erledigen würde, nachdem er erst einmal mit seinen Freunden Fussball gespielt hat, trägt das sicherlich nicht dazu bei, den Spass an der ganzen Schulgeschichte zu fördern. Man Spatz hat die Hausaufgaben immer Abends vor dem Schlafengehen oder vor Simpsonsfolgen gemacht. Er hat’s mit diesem System mühelos aufs Gymnasium geschafft (Ihr Sohn doch auch); warum also ein funktionierendes System ändern?

Neurologisch betrachtet kann das Gehirn Hausaufgaben wesentlich besser bewältigen, wenn man vorher nicht schon 5 anstrengende Schulstunden hatte, sondern einfach mal 1-2 Stunden vorher rumtoben konnte. Außerdem sähe ich bei solchen Gruppensituationen immer die Gefahr, dass sich ein Kind zu schnell Hilfe sucht, sobald eine Aufgabe etwas schwieriger wird. Dann werden zwar die Hausaufgaben spielerisch fertig, aber, spätestens, wenn ein Kind dann vor einer Klassenarbeit sitzt (also dann, wenn es wichtig wird), kann er halt auch niemanden mehr fragen, wie man die Aufgabe nun rechnet. Und gerade das macht die guten Noten aus. Die Fähigkeit, nicht nur Aufgaben lösen zu können, die man vorher schon lösen konnte, sondern dieses Wissen auf Aufgaben anwenden zu können, die man eben noch nicht im Unterricht hatte. Dazu gehört knobeln, verstehen und erlerntes Wissen auf neue Gebiete anzuwenden. Da ist es doch einfacher, mal kurz zu gucken, welche Lösung der Nachbar geschrieben hat; zu Hause funktioniert das weniger gut.

Beitrag von shorty23 16.06.10 - 14:22 Uhr

Also ich stimme jazzbassist zu, dass es bestimmt eher der Fall ist, dass man bei der HA Betreuung auch mal was "abschreibt" oder schnell mal beim Nachbarn schaut. Das stimmt bestimmt!

Aber mit der Pause stimme ich nicht so ganz zu, bei uns ist es zB so: Schule bis 13 Uhr, danach gehen die Kinder Mittagessen und haben bis 13.45 Uhr Pause. Dann fängt die HA Betreuung an.

Ich würde mein Kind lieber mal anmelden und wenn ich sehen, es klappt nicht so toll oder ist nicht das richtige, dann lieber wieder abmelden. Bei uns ist es zB nicht möglich, im Nachhinein noch reinzukommen bzw. nur in Ausnahmen, aber da muss man sich eventuell mal informieren. Außerdem muss man ja auch nicht 5x die Woche hin so dass man auch mal vergleichen kann, wie es besser geht, oder?

Beitrag von supikee 16.06.10 - 08:03 Uhr

Hallöli,

also mein Sohn kommt auch in die 5. Klasse und in die Hausaufgabenbetreuung. Auch, weil ich dann wieder arbeite.
Zum anderen hatten wir auch immer Stress damit...
Er konnte sich nicht richtig konzentrieren, ich durfte ihm nicht helfen, weil er ja nicht weiß, "ob ich auf dem aktuellen Stand" bin #aerger.

Bei uns ist es so, dass extra zur Hausaufgabenbetreuung einige Tutoren aus der 10. Klasse die Kinder betreuuen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das hört sich gut an!

Grüßle

Verena

Beitrag von emmapeel62 16.06.10 - 10:18 Uhr

Mein Sohn, 5. Klasse Gymnasium, geht 2 x pro Woche in die Hausaufgabenbetreuung. An unserer Schule ist von 13.00 - 14.00 h "Pausenstunde" zum Essen, Hausaufgaben machen etc.

An zwei Tagen besucht er in der 8. Stunde eine AG, deshalb geht er in der Pausenstunde zur Hausaufgabenbetreuung. Sicherlich wird er das in der 6. Klasse auch so machen. Er kommt an diesen beiden Tagen dann um 15:30 nach Hause.

Ich kontrolliere übrigens keine Hausaufgaben etc. Mein Sohn hat nun 4 Jahre lang in der Grundschule gelernt, seine Hausaufgaben alleine und vollständig zu erledigen und einen Überblick über die zu erledigenden Aufgaben zu haben (in der Schule ist ein Jahresplaner/Terminkalender Pflicht). Wenn er Hilfe braucht, kann er natürlich jederzeit fragen und selbstverständlich gebe ich bei Referaten/Präsentationen noch Hilfestellung, höre Vokabeln ab etc. Aber im Großen und Ganzen arbeitet er selbständig.

Gruß
emmapeel