Was soll ich ihm (5 Jahre) vermitteln- Umgang mit anderen Kindern???

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von nicky2308 16.06.10 - 10:07 Uhr

Guten Morgen,

kurz zur Info, unser Sohn Jannik wird im September 6 Jahre und wird im August eingeschult. Er geht seit seinem 2.Lebensjahr in die Kita und ist zu Hause ein sehr ausgeglichener, kleiner Kerl.
Um den 2. Geburtstag begann er andere Kinder im Streit zu beissen, hauen und zu schubsen. Er war das Kind, was genauer beobachtet wurde und wenn ein Kind weinte, war es stets Jannik, der ihm weg tat, egal in welcher Situation.

Mich hat das Ganze damals sehr beschäftigt und ich habe versucht "dieses" Verhalten zu änders. Wir haben viel mit ihm gesprochen, aus den jeweiligen Situationen genommen, sind auch nach Vorankündigungen gegangen und, und und.

Mit 3 Jahren legte sich dieses Verhalten und Jannik wurde zu einem (von anderen empfundenen) liebenswürdigen Kerlchen, der nie wieder "Gewalt"anwendete, sondern redete, redete und erklärte, wenn es zu Streitsituationen kam. Alle waren begeistert, sowohl die Erzieherinnen, wie auch Außenstehende.

Nun haben wir seit etwa einem Jahr das Problem, dass die Kinder alle älter werden und das Reden schon lange nicht mehr beachtet wird.
Das wird alterstypisch provoziert, gehänselt und auch mal geschlagen.
Jannik äußert sich dann immer lautstark, dass man dies nicht macht und er nicht will, dass sie ihn so provozieren.
Dies spornt die anderen Kinder (vorallem sein Kitafreundeskreis) dann immer mehr an und es werden schnell Grenzen überschritten.
Jannik beginnt dann meist aus Verzweifelung zu weinen, da er nicht versteht, warum seine Worte nicht fruchten.

Und nun???
Soll man seinem Kind raten, sich auch mal anders (als verbal) zu verteidigen?

Ich bin ratlos. Verstehe auch die anderen Kinder, Jannik ist natürlich ein gefundenes Opfer, da er sich so lange provozieren lässt, bis die Tränen kullern und er die Situationen verlässt.

Die Erzieherinnen empfinden ihn als zu empfindlich (betonen oft, was er heute wieder für einen schlechten Tag habe) und er solle sich mal ordentlich wehren, schließlich müssen die Kinder das untereinander regeln.

Was kann ich ihm raten, damit er aus diesem Teufelskreis kommt?

Zu Hause und im Sport kommt es nur selten zu den beschriebenen Situationen, sondern hauptsächlich in der Kita mit den gleichen Kindern.

Nicole mit Baldschulkind Jannik.

Beitrag von wort75 16.06.10 - 10:20 Uhr

ja, so ist das.
diese regeln mit dem "alles bereden" - - die funktionieren meist nur begrenzt unter geschwistern und dann, wenn erwachsene da sind. sprich im sport, in einer aktivität, daheim...

aber eben nicht auf dem hof, auf dem spielplatz und dem schulhof. jedenfalls nicht, wenn dort auch kinder sind, dies anders gelernt haben, und so ist das eben.

sag ihm, dass er erst "stopp, das habe ich nicht gern" sagen soll. auch schreien oder so. er darf auch einfach mal schreien. einem kind zu sagen, dass er schlagen soll fände ich falsch. gerade wenn es ein kind ist, dass nicht dazu neigt. sag ihm eher, wenn er möchte, kann er auch mal zurück schubsen. aber dass er nicht muss, wenn er nicth will und dann heimkommen oder zur erzieherin gehen soll.

wenn er gerne mal zurückschubst muss man das nicht unterbinden - aber wenn es ihm nicht liegt, kann man ihn nicht dazu zwingen. dann muss er eben durch diese triezereien durch auf seine art. er kann auch lernen zu sagen "dann spiele ich nachher nicht mit dir" oder "dann zeige ich dir mein neues frisbee nicht" oder so. er wird seinen weg finden. schwer zuzusehen, aber so ist es...

da du deine geschichte damit eingeleitet hast, dass er früher mal eine "natürliche" lust am raufen, unterdrücken und beissen hatte - und jetzt überhaupt nichts mehr davon verwendet... - da du die geschichte so eingeleitet hast habe ich das gefühl, dass du fürchtest, ihm diese seine art "abgewöhnt" "ausgetrieben" "unterdrückt" zu haben. und dass du gerne hören würdest, dass das nicht so ist. es also nicht "dein fehler" ist, dass er sich nicht mehr wehren kann. auf die jungsspiele nicht eingehen kann.
das kann man aber so nicht sagen. du hast ihm das abgewöhnt, weil es nicht geht, dass kleine kinder sich städnig beissen etc. du hast ihm das aber abgewöhnt, als er knapp zwei war - das war sehr früh. wenn du jetzt befürchtest, dort zu grob vorgegangen zu sein, dann könnte die befürchtung richtig sein. man kann in dem alter viel unterdrücken. wenn du aber einfach nach ankündigung gegangen bist, ohne ihn nacher noch zu beschimpfen oder zu bestrafen, dann war das sicher nicht falsch...

erziehen ist immer so eine sache - selbst "nichts machen" ist was machen. selbst "nicht reagiern" ist was machen - und man kann es nicht rückgängig machen. aber wenn man im besten wissen mit sich und der welt nun mal einem kind lernen will, nicht zu beissen - - - dann ist das so. ich finde, ein zweijähriges dass beisst und kratz und haare reisst auch nicht toll. aber ich hab eins daheim,d ass dies gelegentlich (beim bruder) tut. ich könnte es ihm "austreiben" aber das tue ich nicht. ich lerne ihm auch mit ankünden und weggehen, dass es das nicht darf. ich finde, damit unterdrücke ich nichts. ich sozialisiere. und das muss man ja wohl.

fühl mal in dich rein... warst du zu intensiv mit deinem "zahm bekommen?" dann kanns auch heute noch helfen, wenn du ihm die geschichte von sich selber als baby erzählst. ihm sagst, was für ein "hau-drauf" er mal war und dass du ggf. etwas zu sehr darauf geachtest hast, dass er keinem weh tut. und dass jetzt ggf. der moment ist, seine alten ressourcen wieder zu mobilisieren.

klingt doof, so naochmals nachgelesen. aber ich hoffe, dich richtig verstanden zu haben.

Beitrag von nicky2308 16.06.10 - 10:43 Uhr

Guten Morgen,

danke erst einmal für deine Worte.

Es war damals grauenvoll, egal wo man mit seinem Kind (damals ja noch Einzelkind) hinkam, man wurde gemieden und auf dem Spielplatz wurden die Kinder vor Jannik "beschützt", da gab es für mich einfach einen Punkt, wo ich sagte, so kann es nicht weitergehen, mein Sohn soll Freunde und Spass im Alltag haben.

Rückblickend würde ich nicht von einem Abgewöhnen des Verhalten sprechen, er wurde halt einfach älter und bemerkte dann, dass man sich in bestimmten Situationen auch anders mitteilen kann. Wir hatten damals auch eine tolle Erzieherin, die uns immer unterstützte und von seinem Alltag in der Kita erzählte.

Ich möchte ihm halt eine gute Grundlage für die Schulzeit schaffen, da ich als Lehrerin weiß, wie gerade dieses Altersgruppe miteinander agiert.
Manchmal fällt es mir sehr schwer, ihn so verzweifelt zu sehen. Seine Augen schreien doch immer nur : "Aber Mama hat gesagt, man soll sich nicht schlagen ect."

Liebe Grüße
Nicole, die bei Sohnemann Nummer 2 schon eine andere Einstellung zur Erziehung hat (Gewalt aber nicht toleriert).

Beitrag von lisasimpson 16.06.10 - 10:22 Uhr

andere frage:
was würdest du MIR raten, wenn ich dir folgende situation schildere:

ich war auf einen grillfest mit vielen bekannten.
ich bin eignetlich ganz gerne mit den meisten zusammen, aber in der kombination wars einfach ne explosive mischung.
wir gerieten in ein streitgespräch und dabei wurden dann mir gegenüber grenzen überschritten.
ich wies darauf hin, daß ich das so nicht akzeptiere und einen anderen umgang mit mir wünsche.
sie haben trotzdem weiter gemacht.
was sollte ich tun?

lisasimpson

Beitrag von nicky2308 16.06.10 - 10:48 Uhr

#klee Danke

Du solltest durch rumdrehen und gehen!
So würde ich es machen, ich würde nicht darauf bestehen, dass man mit mir anders umgeht, da die "Streiterei" immer heftiger werden und am Ende bei mir persönlich in Tränen enden würden, ich wäre sehr verzweifelt, dass man so mit mir umgeht.

Vielleicht hat er dies ja von mir;-)

Meine Ansicht zum Thema kennt Jannik, es gibt zahlreiche andere Spielsituationen und Kinder in der Kita mit denen er sich beschäftigen könnte, aber er behaart auf jenen Freundeskreis und fühlt sich mehr als schlecht, wenn sie ihn ausschließen.

Was würdest du raten?

Liebe Grüße
Nicole.

Beitrag von lisasimpson 16.06.10 - 11:03 Uhr

natürlich würde ich ebenso wie du raten zu sagen :das ist mir jetzt aber zu blöde und zu gehen.

dann würde ich mit ihm besprechen, was freundschaft für ihn bedeutet- ich würde vielleicht im rollenspiel mit ihm einüben, wie er mit seinen freunden einzlen im gespräch ds klären kann ,daß er das nicht mehr so möchte und warum sie dsa mit ihm machen.

ich würde mit ihm besprechen, daß man auch befreundet sein kann, auch wenn man sich mal übereinander ärgert und daß es der freundschaft keinen abbruch tut, wen ner mal sagt ihr könnt mich mal gern haben" und sich umdreht und geht.

ich würde mit ihm an den sachen arbetien, die er gut kann und die ihn stark machen. ich würde ihn bestäkren drain, daß der gewaltlose weg auf lange sicht der erfolgreichere sein wird.
ich würde ihn die freunde einzeln (oder zwei zusammen) nach hause einladen und vielleicht mal ein spiel mit ihnen machen., bei dem sie mit kooperation weiter kommen als wenn sie gegeneinader spielen (durch seile klettern o.ä.)..

aber vor allem würd ich meine sohn zugestehen, daß es ihn traurig macht, wenn er geärgert wird, daß er sauer sein darf in diesen situationen, daß gruppenleben auch manchmal bedeutet der ausgeschlossene zu sein und daß streiten auch gelernt sein will.
ich würde versuchen auf allen ebenen seinen selbtswert zu stärken und ihn unabhängiger von der meinung andere machen..

und wenn ich das gefühl hätte, er wird dort zum "opfer" würde ich die erzieher bitten, ein solches thema (umgang mit konflikten, andere ärger, ausschließen, hauen) vielleicht mal zum thema zu machen um allgemine das sozialverhalten der kinder zu stärken

alles liebe
lisasimpson

Beitrag von mauskewitzki 16.06.10 - 11:07 Uhr

Hallo lisasimpson,

interessante Antwort!

Leider ist es ja so, dass man nicht immer gehen kann. In der Schule/Kita z.B. müssen meine Kinder mit den anderen der Klasse eine bestimmte Zeit zusammen sein.

Würdest du deinen Kinder nie raten, sich zu wehren?
Sollen sie eher "petzen", was ja auch nicht gut in so einer (Klassen)Gemeinschaft ankommt?
Außerdem ist es doch auch so, dass sie lernen sollen, sich Konflikten zu stellen, oder wann und wie meinst du lernen sie sowas?

LG

Beitrag von lisasimpson 16.06.10 - 11:29 Uhr

"Leider ist es ja so, dass man nicht immer gehen kann. In der Schule/Kita z.B. müssen meine Kinder mit den anderen der Klasse eine bestimmte Zeit zusammen sein. "

in infern soll ich das verstehen?
muß ein kind bei der gruppe stehen bleiben, die ihn gerade drangsaliert oder kann es sich in eine andere ecke stellen und mit den anderne kindern spielen?
ich haben ebenfalls eine schule besucht, habe ebenfalls Kommilitonen gehabt und auch schon einige kollegen, die ich nicht mochte.
ich mußte selbstverständlich mit denen zusammen arbeiten/ lernen/ studieren. ich bin ein großer freund von konflikten und lasse mir nur serh selten einen entgehen.
ich finde die meisten auseinandersetztungen bereichernder als ein seichtes geplänkel, mir ist ein cleverere feind lieber als ein dummer freund..
ABER: ich mußte mich komischerweise noch nie prügeln um meine konflikte auszutragen- UND ich lasse mir die option (zumindest im privaten) immer offen zu gehen ,wenn mir das niveau eines konfliktes zu sehr absackt.

ich habe nicht geschrieben, er solle "petzen" (was für ein dämliches wort- würdest du jemanden bei der polizei verpetzen, wenn du bestohlen wurdest, wenn du angegriffen, beleidigt oder bedroht wirst? ICH schon!), ich habe mehrer idee geschreiben, wie ich ihn stärken würde, welche anderen mglichkeiten ich anbieten würde.
Nur eben ist EINE möglichkeit auch, sich aus dem konflikt zurückzuziehen..


"Würdest du deinen Kinder nie raten, sich zu wehren? "

aber natürlich- wie oben beschreiben setzt ich mich auch leidenschafltich mit meinen kindern auseinander- wir brauche nauch dazu keine prügel.


"Außerdem ist es doch auch so, dass sie lernen sollen, sich Konflikten zu stellen, oder wann und wie meinst du lernen sie sowas? "
ja, kinder müssen lernen konfikte zu LÖSEN - das geht aber in den seltensten fällen mit gewalt.
oder was verstehtst du unter begriff "wehren" oder sich einem konfikt zu stellen?
ich stelle mich wie gesagt wirklich gerne konfikten. ich habe gelernt, wie ich konflikte friedlich lösen kann. und ich habe gelernt, daß ich mich nicht in jedem scheißhaufen suhlen muß, der sich mir auf dem weg bietet.

Wie lernst du deinen kinder konfliktlösung?

lisasimpson

Beitrag von mauskewitzki 16.06.10 - 12:02 Uhr

Liest sich, als fühltest du dich angegriffen? Was gar nicht meine Absicht war. Dein zweiter Beitrag war noch nicht zu lesen, als ich meinen schrieb und die Fragen darin waren erlich gemeint ohne Ironie.

Petzten ist für mich kein "dämliches" Wort. Kinder kann man doch nicht mit Erwachsenen vergleichen und wie sie handeln würden. Du würdest doch auch nicht zu Polizei gehen, weil dir einer den Parkplatz weggeschnappt hat oder?
Petzten ist für mich wenn Kinder alles was andere machen weiter sagen (jeden Pups) und dann noch gerne daneben stehen und grinsen, weil der andere Ärger bekommt.
Kinder verstehen unter petzten aber meistens das Weitertsagen und darum habe ich dieses Wort auch verwendet.
Hilfe holen ist natülich in Ordnung, wenn das Kind mit der Situation überfordert ist.
Kinder sehen es leider oft als petzten an und können dann noch gemeiner werden, wenn Erwachsene dazu geholt werden.

Ich würde meinen Kinder auch nie sagen, dass sie sich prügeln sollen. Natürlich ist Gewalt keine Lösung. Ich sage ihnen sie sollen laut und deutlich sagen, dass sie dies oder das nicht möchten. Wie in deinem zweiten Beitrag geschrieben, finde ich auch, die TE sollte das Selbstbewustsein ihres Kindes stärken.

Ich renne aber nicht zu jedem Konflikt dazu und regel das für meine Kinder. Ich finde auch, dass Kinder selber veruchen sollen Lösungen zu finden und ihnen nicht alles vorgesagt werden sollte.

Es gibt auch in der Schule nicht immer die Möglicheit zugehen, wenn z.B eine Teamarbeit gemacht wird und die Sticheleien eben nicht in der Pause stattfinden.

LG

Beitrag von lisasimpson 16.06.10 - 12:48 Uhr

petzen find ich ziemlich daneben.
es geht ja offenbar um ein problem, daß seit längerem ebsteht. es gerht darum, daß ein kind sich nicht zu helfen weiß, wenn es in einen konflikt mit seinen freunden gerät.
da ist es natürlich angebracht, sich hilfe zu holen.


Ich renne aber nicht zu jedem Konflikt dazu und regel das für meine Kinder. Ich finde auch, dass Kinder selber veruchen sollen Lösungen zu finden und ihnen nicht alles vorgesagt werden sollte.

das eine schließt das andere nicht aus.
ich gehe sehr oft in die Konflikte zwischen (klein-) kindern - ohne daß ich den Konflikt dann auch für sie lösen muß.
wenn sie es alleine können. wunderbar- wenn nicht, dann bin ich eher schneller dabei und versuche darauf aufmerksam zu machen, daß es nun einer Einigung bedarf, als daß ich daneben stehe und warte bis der konflikt eskaliert.

und ja- man muß manchmal mit menschen zusammenarbeiten, die einem nicht liegen.
aber man muß sich weder "sticheleien" noch sonstiges gefallen lassen- auch nicht in der "teamarbeit". ein wichtiges elemekt der teamarbeti sollte nämlich sein, daß kinde lernene ZUSMMEN-zu arbeiten und nicht gegeneinander.
wenn die kider das alos nicht ohne sticheleien können wäre es wichtig den lehrer hinzuzuzehen um dies zu vermitteln- oder würdest du es besser finden, wenn sich keiner einmischt und die kinder so weitermachen?

ich kann den ansatz nicht so recht versehen, der besagt, daß es ein wichtiges gut ist, daß erwachsene sich nicht einmischen.
kein klar denkender erwachsener wird sich in einen konflikt einmischen, der auf dem weg ist gut gelöst zu werden.
nur zu denken, daß es am besten ist, sticheleien, beschimpfung, bedrohung... hinzunehmen wäre ein guter weg. jemanden hinzuzuholen, der mithilft zu kläre nwäre ein zeichen von schwäche und würde "petzen" bedeuten-das kann ich nicht verstehen.

kinder kenne nicht von anfang an die regel unseres zusmamnelebens hier und manche bekomme noffenbar auch zu hause anderes vorgelebt (wenn ich bedneke was ich hier alles zu lesen bekomme, dann kommen da schon kider mit völlig unterschiedichen sichten auf konfiktlösung zusammen). sie also anzuleiten, zu schauen, daß es eine "win-win" situation geben kann, ihnen die möglichkeit zum ausporbieren vieler möglichkeiten zu geben, zu erfahren, wie man im team erfolgreich ist und zu erleben, wie man sich durchsetzt auch ohne den anderne zu verletzten- das ist wohl eines der wichtigsten grundsteine, die wir unseren kindern mitgeben können.

lisasimpson

Beitrag von bine3002 16.06.10 - 23:17 Uhr

Das ist meiner Meinung nach graue Theorie. Es gibt Situationen im Leben, die nicht gewaltfrei zu lösen sind. Wenn dich jemand bedroht oder dir an die Unterhose will, dann wirst Du es wohl auch kaum über dich ergehen lassen und dann erst zur Polizei gehen. Es könnte nämlich sein, dass Du dazu keine Gelegenheit mehr hast, wenn derjenige mit dir fertig ist. Also solltest Du dich schon vorher wehren und zwar richtig.

Es gibt auch Situationen, wo man die Erfahrung machen muss, dass niemand da ist, der einem helfen kann oder will. Oder dass gewisse Dinge auch von anderen gedeckt werden und schon lange ein offenes Geheimnis sind. Ich rede z. B. von sexueller Belästigung. Und in solchen Situationen muss man sich unter Umständen auch mal "handfest" Respekt verschaffen. Glaub mir... manchmal ist das nötig. Nur würde ich das einem Kind nicht unbedingt als erste Möglichkeit an die Hand geben.

Beitrag von lisasimpson 17.06.10 - 10:09 Uhr

hä?!

Jetzt mußte ich kurz überlegen, ob ich weiter argumentieren sollte oder ob das niveau schon unterschritten ist..
ich probiers also einfach nochmal...


es geht hier um einen Kindergartenzwist, der wie folgt beschrieben wird:
"Das wird alterstypisch provoziert, gehänselt und auch mal geschlagen."

da steht nichts von sexueller belästigung oder von gealttätigen übergriffen, die das leben bedrohen.

selbstverständlich gehe ich davon aus, daß es sich auch um ein ganz normales kind handelt, bei dem die ureigenen impulse "kampf- oder flucht" bei existentieller Bedrohung über jeder erziehung stehen.

selbstverständlich erkenne ich das prinzip des gewaltmonopols an und auch dies hat in in unserem rechtssystem die Notwehr in angemesener form eingeschlossen.

selbstverständlich bedarf es eines enorm hohen moralischen Niveaus und enormer strategischer Cleverness um Gewaltlosigkeit auch in den ansonsten zum "kampf- oder flucht- impuls" führenden Ereignissen hoch zu halten.
nur wenige menschen, die uns allen meist ein leuchtendes vorbild sind (siehe: jesus, ghandi, martin luther king) haben dies stringent praktiziert.

und ich weiß nicht, ob mit der Diffamierung des "petzens" nicht mehr solcher "offneer geheimisse" unter der dekce bleiben als mit meiner idee der flucht und des zu hilfe holens vertrauter erwachsener.
denn ob eine gegenwehr immer funktioniert in den bereichen, die du beschreibst, ist fragwürdig.
daß jedsoch viele dieser geschehnisse nicht angezeigt werden aus SCHAM (des Opfers!!) hat sehr viel mit der gesellschaftlichen Einstellung zu gewalt zu tun

lisasimpson

Beitrag von mauskewitzki 18.06.10 - 13:31 Uhr

Hallo lisasimpson,

das ist zwar nicht die Antwort auf einen meiner Beiträge aber ich möchte trotzdem gerne was dazu schreiben.

Ich stimme dir zu, dass es hier "nur" um einen Streit zwischen Kindern ging und deshalb der Beitrag von bine3002 nicht ganz zum Thema passt. Dennoch finde ich, dass man bei dir einen Unterton rausliest, nur weil dir nicht zugestimmt wird und man anderer Meinung ist. Tolleranz ist doch ein wichtiges Gut. Mit Fremdwörtern und deiner sehr gewählten Wortwahl willst du demjenigen wahrscheinlich vermitteln, dass du überlegen bist?!
So ähnlich hast du mir ja auch das erste Mal geantwortet und bist anschließend nicht darauf eingegangen, was ich zurück geschrieben habe. ( Dass dein erster Beitrag noch nicht zu lesen war.... dass man auch keine Polizei ruft, wenn einer den Parkplatz wegschnappt....)

Meinen Beitrag wirst du auch zu niveaulos finden um zu antworten, denke ich mal an, da ich dir ja auch nicht nach dem Mund rede.

Ich finde deine Einstellung zu Kinder gut und deine Beiträge bereichern das Forum auch. Die Art und Weise, andere zu vermitteln, sie seinen nicht auf dem gleichen Level/Niveau wie du, finde ich aber nicht gut.

LG

Beitrag von lisasimpson 18.06.10 - 19:50 Uhr

hallo!

ich kann dir jetzt leider nicht ganz folgen.
ich habe dir doch geantwortet, oder?!
worauf bin ich deiner meinung nach zu wenig eingegangen? hab jetzt natürlich nicht alles im kopf...

welchen "unterton" liest du bei mir raus?
natürlich gehe ich gerne in eine Auseinandersetzung, aber die ist natürlich nur so lange interessant, wie der partner auch etwas wertvolles beizutragen hat.

wo verwende ich denn "fremdwörter"? Vielleicht sind es einfach wöter, die aufgrund meiner "tastaur-beherrschungs-schwäche" als solche aussehen;-)

"Die Art und Weise, andere zu vermitteln, sie seinen nicht auf dem gleichen Level/Niveau wie du, finde ich aber nicht gut. "

wo (abgesehen von kommentaren an biene30...) hast du das jemals bei mir rausgelesen?

aber selbstverständlich kannst du das gut oder nicht gut finden.
wenn ich hier jedoch den vierzigsten thread zum thema "soll ich mal auf die finger klopfen" oder "ach das sind doch nur schulhofkeilereien. sollen die sich doch die köppe einschalgen" lese, dann muß ich tatsächlich sagen, daß ich mich nicht auf eine stufe stellen möchte mit einigen Diskutanten hier..


Alles Liebe
lisasimpson


Beitrag von alpenbaby711 16.06.10 - 19:48 Uhr

Aufstehen und gehen und diesen Rotzlöffeln klar machen das du bei sowas nicht mehr mitmachst wenn sich Erwachsene wie Baby verhalten.
Ela

Beitrag von kaffetante 16.06.10 - 10:29 Uhr

Morgen Nicole,

wir hatten das mit unserem Großen auch, mich hat das Ganze auch sehr belastet und wir haben es auch mit viel Reden und auch Rollenspielen geschafft, dass er verstanden hat, dass man anderen Kindern nicht weh tut. Dass man Konflikte auch durch Worte lösen kann, dass kommt ihm jetzt erst langsam, denn meistens geht es bei so einem Streit ja alles so schnell und viel passiert aus "Reflex".

Bei uns ist es jetzt so, dass er keinen mehr angreift und wenn er gehauen wird, dann sagt er, dass er das nicht will, oder geht weg. Hören die Kinder nicht auf, haut er aber auch mal zurück. Das möchte ich nicht, mache ihm deswegen aber keinen Vorwurf.

Ich denke, dass es bei Deinem vor allem Verzweiflung ist, dass seine Worte nicht fruchten. Ich würde ihm an Deiner Stelle nicht unbedingt raten, zurück zu hauen, eher würde ich versuchen sein Selbstbewusstsein in der Richtung weiter zu stärken. Dass er, wenn sie nicht aufhören, dass er sich einfach umdreht und geht. Da es ja altersgemäße Rangeleien sind, denke ich, dass sie dann aufgeben würden.

Was ich immer wieder feststelle, dass mein Großer sich den Kindern, die im Spiel auch mal "rabiat" werden grundsätzlich besser unterordnen kann und nicht immer der "Bestimmer" sein muss. Wenn er "ruhigere" Kinder um sich hat, lässt er sich von seinem Stuhl nicht so leicht verdrängen. Ich denke, die Kinder sehen das in dem Alter schon ganz genau.

Liebe Grüße

Beitrag von jazzbassist 16.06.10 - 13:29 Uhr

Wir haben unseren Spatz einfach beigebracht, dass er versuchen soll, selbst keinen Streit anzufangen. Wenn ein Streit existiert, zu versuchen, diesen friedlich zu lösen aber sich selbstverständlich auch angemessen wehren darf, wenn er sich bedrängt fühlt oder selbst körperlich angegriffen wird.

Denn das, was Ihr Sohn momentan erlebt, kann ich aus meiner eigenen Kindheit nur bestätigen. Es wird durch reden nicht besser, ein "aus dem Weg gehen" funktioniert auch nicht, da man im Kindergarten und Schule zwangsläufig aufeinander stößt und diese Kinder dann oft zielgerichtet genau diese Konfrontation auch suchen, dass Erzieher/Lehrkräfte absolut überfordert mit solchen Situationen sind und dass es nur schlimmer wird, wenn ein Kind weint und sich nicht wehrt. Auch ein Hilfesuchen bei Erwachsenen hatte nie langfristig geholfen und es im Schlusseffekt nur schlechter gemacht hat.

Ich weiß nicht, wie Mütter hier die Kindheit als Mädchen erlebt haben, als Papa sah die als Junge aber leider so aus. Ich finde es zum teil auch ziemlich normal, da Kinder halt noch keine Erwachsenen sind und sich - was wir bei der Erziehung sehr gut gelernt haben - oftmals nur mit Grenzen aufhalten lassen. Bekommt ein Kind diese Grenzen nicht, macht es weiter.

Beitrag von jenx 16.06.10 - 13:57 Uhr

Hallo,

wir haben die gleiche Kleinkinderfahrung wie ihr gemacht. Jamie fing mit 1,5 Jahren extrem an zu hauen und zu schubsen. Wir haben - genau wie du - zuviel erzogen und er wusste irgendwann gar nicht mehr, wie er sich verhalten soll. Er ist aber auch kein Kind, das dann weg geht. Man sieht richtig, wie es in ihm arbeitet. Die Hände zucken, er will hauen, tut es nicht, will reden, sagt, er mag das nicht, wird ausgelacht, kann nicht weggehen und...fängt an zu weinen! Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass er zweimal sagt: Hör auf, ich will das nicht!, dann weggeht und wenn ihm das Kind hinterher kommt oder ihn eine Gruppe von Kindern drangsaliert, dann darf er schubsen. Klappt sehr gut...

Wir hatten letztens eine Situation, wo ihm ein dreijähriger immer hinterher ist und ihm was abnehmen wollte. Er hat mehrmals gesagt: Nein, ich möchte damit spielen, lass mich in Ruhe! Der Junge immer hinterher und genervt. Am Ende hat er ihn sogar angespuckt. Da ist Jamie der Kragen geplatzt und er hat ihm eine gescheppert! Und das kann ich verstehen! Er kam sogar vorher zu mir und selbst da hat der Junge weiter gemacht. Selbst als ich ihn gebeten habe aufzuhören - keine Reaktion!

Jamie hat vorher in solchen Situationen immer geweint, weil er das Gefühl hatte nichts mehr entgegenzusetzen zu haben. Kinder, die provozieren, die lassen ein Weggehen nicht zu! Die laufen hinterher und hänseln weiter! Das ist einfach halt bei Kindern so! Wenn Erwachsene streiten, dann finde ich ist das etwas völlig anderes. Die kommen einem selten hinterher und beschimpfen einen immer weiter.

Wobei...ganz ehrlich...ich bin ein total friedlicher Mensch! Aber...auch ich habe eine Grenze. So wie jeder andere auch. Und wenn man mir die ganze Zeit hinterher laufen würde und mich verarschen und hänseln würde...dann würde auch ich irgendwann nicht mehr weggehen!

Rede mit ihm. Biete ihm an, sich bedingt körperlich zu wehren. Damit nimmst du ihm das Gefühl von Hilflosigkeit. Ob er es dann tut, ist die andere Frage. Aber uns hat das geholfen. Jamie ist kein Kind, das gerne oder oft Gewalt anwendet. Aber er kann einen Konflikt beenden. Zur Not mit Gewalt. in dem er den anderen schubst. Das allerdings eben nur als letzte Lösung.

LG
Jenny

Beitrag von bessi 16.06.10 - 14:18 Uhr

Hallo Nicole,

diese Situationen werden immer mal wieder kommen. Es gibt genügend Kinder, die Worte nicht verstehen oder nicht verstehen wollen...es sogar darauf anlegen, handgreiflich zu werden.

Eine schwierige Situation...auf der einen Seite möchte man nicht, dass sein Kind gehänselt oder gemoppt wird, aber zu sagen, es soll zurückhauen will man ja auch nicht.

Ich würde an Deiner Stelle Deinem Sohn sagen, dass er gar nicht mehr großartig rumdiskutieren soll. Mach ihm klar, dass es immer Kinder geben wird, die soetwas nicht gelernt haben und auf Worte nicht reagieren.

Ich habe meiner Tochter (sie ist jetzt vier) immer gesagt, wenn ihr gegenüber jemand frech wird oder sogar handgreiflich soll sie schreien "Lass das sein!". Sie hat ein ziemlich durchdringendes Organ ;-) und in aller Regel half das dann auch.

Bei Jungen ist das wahrscheinlich noch etwas anderes. Die kebbeln sich ja gerne mal und werden dann dabei auch handgreiflich. Vielleicht kannst Du Deinen Sohn ja für Win Tzung (???) begeistern. (Habe ich auch mal eine Zeit lang gemacht vor unendlichen Jahren). Dies ist eine Verteidigungsart, bei der man lernt, nicht anzugreifen, sondern nur abzuwehren. Vielleicht stärkt das sein Selbstbewußtsein und er muss dann nicht immer gleich weinen, wenn die Situation kritisch wird.

Alles Gute Bessi

Beitrag von manavgat 16.06.10 - 21:09 Uhr

Ich hab meiner Tochter immer gesagt: du ! fängst nicht an. Aber wenn Dich einer schubst oder gar tritt (wir hatten da einen kleinen Kotzbrocken im Kiga, der trat immer so gern gegen die Schienbeine) dann knall ihm eine und zwar fest genug, dass er sich nicht noch mal traut.

Das ist im übrigen die beste Devise, auch im späteren Leben. Spiel fair. Wenn es jemand nicht tut, dann wehr Dich!

Gruß

Manavgat

Beitrag von bine3002 16.06.10 - 23:11 Uhr

Ich würde ihm erstmal raten, zu gehen, wenn es ihm zu blöd wird: "Lasst mich in Ruhe, das ist hier echt gerade Babykram!" ;-)

Sollte er gehauen werden, würde ich ihm raten, dass er laut und offensiv werden soll: "DU haust mich nicht. Ich MÖCHTE das nicht. Klar?" Dazu gehört natürlich auch eine gewisse Körpersprache, die kann man üben.

Sollte er darüber hinaus weiter geärgert und geschlagen werden, soll er sich Hilfe holen.

Sollte auch das nichts nützen, würde ich selbst das Gespräch mit Erziehern/Lehrern suchen und sie bitte, ein Auge darauf zu haben.

In letzter Instanz, wenn also das alles nicht hilft, dann dürfte sich meine Tochter auch körperlich wehren. Wenn ich mir vorstelle, dass mir jemand jeden Tag auf der Arbeit erstmal einen auf die Mütze gibt oder mir mein Frühstücksbrot abzockt und weder eine deutliche Ansage, noch ein Gespräch mit dem Vorgesetzten etwas bringt, würde ich mir denjenigen auch zur Brust nehmen oder zumindest mal ordentlich bedrohen. Und ich bin wahrlich kein gewaltätiger Mensch. Ich musste in meinem Leben einmal einem Menschen eine scheuern. Das war mein Chef, der mich sexuell belästigt hat. Er hatte es echt verdient und danach war Ruhe. Wem dafür eine andere Lösung einfällt... schön. Ich habe damals keinen anderen Ausweg gesehen.