Horrende Stornogebühren bei Absage Location

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Beitrag von knoepfchen77 16.06.10 - 10:40 Uhr

Hallo zusammen,

ich hoffe mir kann hier jemand weiter helfen.

Und zwar haben wir eine Location für unsere Hochzeit gemietet. Das haben wir auch unterschrieben, allerdings steht dort nichts drin von Stornogebühren, bzw. einer Frist bis wann man unentgeltlich zurücktreten dürfte.

Wir wollten die Hochzeitsfeier nun verschieben, weil ich schwanger geworden bin. Das hat verschiedene Gründe: mein gekauftes Kleid (800,- ) würde nicht mehr passen (ich wäre dann im 6. Monat, eine derartige Änderung wäre nach Rücksprache mit dem Brautladen bei diesem Kleid eher nicht machbar, zumindest nicht so, dass es noch nach was aussieht. Umtauschen kann ich es nicht! Sind ja alle wirklich sehr kulant beim Thema Kinderkriegen!). Ich weiß nicht, wie es mir dann geht, kann ja auch sein das ich liegen muss, etwas passiert, ich mich dann durch die Feier "quälen" muss, etc. Aus diesen Gründen und auch weil ich einfach lieber nach der Entbindung heiraten möchte, möchten wir das ganze verschieben.

Nun gibt uns unsere Location genau zwei Möglichkeiten zur Auswahl: entweder wir ziehen die Hochzeit im 6. Monat durch, komme was will und ohne Rücksicht auf Verluste, oder wir bezahlen 850,- (!) € Stornogebühren und verschieben das ganze bei ihm um ein Jahr.

Die Feier wäre in drei Monaten gewesen, bzw. ist in drei Monaten. Also jetzt auch nicht so ganz kurzfristig abgesagt.

Ist so etwas zulässig? Ich habe ja fast die Befürchtung, das er tatsächlich machen kann, was er will, sprich diese Gebühren von uns verlangen, oder eben verlangen das die Feier bei ihm stattfindet.

Für uns finde ich das allerdings beides unglücklich gelaufen und ich fühle mich in eine Situation von ihm gedrängt, die in keinem Fall eine akzeptable Lösung für uns bietet.

Kennt sich hier evtl. jemand aus?

Ich danke für Vorschläge, Rat und Kritik.

Gruß, Knopf

Beitrag von litalia 16.06.10 - 10:50 Uhr

hallo

in eurem vertrag mit der location steht also NICHTS von einem rücktritt? also von keiner gebühr oder sonstigen??

vor was hast du dann angst? ich würde absagen und die sache hat sich erledigt.

er kann euch weder verpflichten 850 euro zu zahlen (was rechtfertigt diese summe?)noch kann er euch verpflichten in einem jahr oder sonstwann in dieser location zu feiern.


keinen müden cent würde ich zahlen! und erst recht nicht mehr dort feiern.

habt ihr eine rechtschutzversicherung? dann würde ich seine lächerliche forderung gleich einem anwalt übergeben.

ihr müsst nichts zahlen, ihr habt dahin gehend nichts vereinbart.

wenn ihr einen tag vor der hochzeit abgesagt hättet und das buffet (oder was auch immer) wäre schon vorbereitet... ok, dann könnte ich die schadensersatz forderung verstehen aber dann auch keine 850 euro.

was hätte denn die location für euch gekostet? bei dieser forderung muss es ja ein schloss sein für was ihr 10000 euro hinlegt :-)

also, ruhig bleiben, genieße deine schwangerschaft und plage dich nicht mit solchen witzfiguren ab, gibt wichtigeres.

Beitrag von aeffchen77 16.06.10 - 10:55 Uhr

Klar kann er Schadenersatz verlangen. Der Vertrag wird ja nicht eingehalten.

Beitrag von lebelauter 16.06.10 - 10:56 Uhr

schonmal was von schadensersatz gehört?

Beitrag von mamavonyannick 16.06.10 - 11:25 Uhr

Hallo,

Schadensersatz muss aber dargelegt werden und ist abhängig von dem zu erwartenden Gewinn/Umsatz. Weiterhin ist zu prüfen, ob der Termin durch die Wirtschaft andersweitig vergeben werden kann, denn dann wäre der zu erwartende Schaden auch geringer.

Ich würde zum Anwalt gehen und das prüfen lassen, ob die Höhe gerechtfertigt ist

vg, m

Beitrag von lebelauter 16.06.10 - 11:32 Uhr

es geht hier tatsächlich allein um die höhe... Hochzzeiten werden eben sehr lange im voraus geplant, deswegen ist eine absage 3 monate vorher (wegen eines kleinen 20. woche-bäuchleins) schon recht kurzfristig.

Beitrag von mamavonyannick 16.06.10 - 11:37 Uhr

Rein rechtlich kann ich aber nur den Schaden geltend machen, der mir auch tatsächlich entstanden ist. Es ist vorab zu prüfen, inwiefern eine Schadensersatzpflicht entstanden ist. Ist diese dem Grunde nach gegeben, dann kann man eine Aufschlüsselung verlangen, die darlegt, WELCHER Schaden entstanden ist. Dabei flißet auch mit ein, ob der Termin weitergegebn werden kann (an jemanden Fremdes, zum Beispiel eine andere Hochzeitsgesellschaft) Ist dies möglich, dann mindert das die Höhe des zuzahlenden Schadensersatzes.

vg, m.

Beitrag von zwiebelchen1977 16.06.10 - 12:10 Uhr

Hallo

Natürlich kann er das. Kennst du das Wort Schadensersatz??

Er hätte den Raum ja auch an andre Leute vermieten können. Ob das so kurzfristig möglich ist, weiss man ja nicht.

Also hat er Verlust, sprich Schaden und kann das sehrwohl verlangen

BIanca

Beitrag von litalia 16.06.10 - 14:08 Uhr

nun ja.....

er VERLANGT ja die 850 euro UND das sie nächstes jahr genau dort feiern. er stellt dies als bedinungen laut ihren aussagen.

und das kanns ja nun nicht sein.

die summe würde ich genaustens durch einen anwalt prüfen lassen und seine bedinungen kann er schonmal garnicht stellen.

Beitrag von carrie23 16.06.10 - 14:21 Uhr

Nein sie schrieb sie würden es verschieben-wenn er mal Stornogebühren verlangt hat kann er nicht mehr verlangen dass sie dort feiern.

Beitrag von lebelauter 16.06.10 - 10:55 Uhr

Erstmal Glückwunsch zur Schwangerschaft!

6. Monat ist aber noch meist alles super erträglich, da wärst Du ja noch nichtmal im Mutterschutz. Es ist also nicjht zwingend notwendig, dass Du die Hochzeit verschiebst... und mit baby zu heiraten ist viel stressiger, glaub mir :-)

Du hast einen Vertrag unterschrieben und bist zur erfüllung (zahlung) verpflichtet. wenn der Inhaber der 2Location" so nett ist und euch aus diesem Vertrag entlässt, wenn ihr eine gewisse zahlung leistet, ist das reine Kulanz von ihm. Er könnte nämlich auch auf Erfüllung bestehen, denn es ist dir ja eben nicht absolut unmöglich, zu heiraten.

dass dein kleid nicht umgearbeitet werden kann oder du evtl geschwollene Füße hast, ist juristisch kein Grund.

da die meisten Paare ihre Hochzeit länger als 3 Monate im Voraus planen, wird der Inhaber der location es schwer haben, die Location für diesen tag zu vermieten, sodass er einen Ausfall hat.

mein rat:

Lass die Hochzeit wie geplant stattfinden. wenns geht, lade ein paar gäste weniger ein oder verzichte auf einen gang beim Essen oder mach es sonst günstiger, sodass du die kosten fürs kleid wieder raushast. kauf dir stützstrümpfe (gibts auch in sexy) und trink genug wasser an deinem hochzeitstag.

wird schon alles gut gehen.

du bist doch nicht die einzige, die mit bauch heiratet.
in welcher ssw wäre die hochzeit denn?

LG

LL

Beitrag von kisa1983 17.06.10 - 00:01 Uhr

Hallöchen,
ich denke absolut genauso und rate dir auch, lieber jetzt das Ganze durchzuziehen, anstatt später den ganzen Stress aber dann mit Baby obendrein, was extrem viel schwieriger sein wird.
UND wenn du jetzt heiratest, brauchst du nach der Geburt nicht die ganze Lauferei zu den Ämtern (ich meine, dass mit dem Nachnamen fürs Kind und andere Kleinigkeiten, die damit zusammenhängen), da Rechtlich alles sicher sein wird.

Liebe Grüße und alles gute für die SS.
kisa1983

Beitrag von vwpassat 16.06.10 - 11:10 Uhr

Vertrag ist Vertrag, allerdings solltest Du auf die Stornokosten hingewiesen worden sein. Ist dies nicht der Fall, dann wird der Wirt es auch nicht durchsetzen können.

In Anbetracht dieser horrenden Forderung und der wirklich rechtzeitigen Absage würde ich diese tolle Location auf Lebzeiten meiden.

Beitrag von lebelauter 16.06.10 - 11:15 Uhr

"allerdings solltest Du auf die Stornokosten hingewiesen worden sein"

DAS sehe ich anders. Er muss gar nicht drauf hinweisen, evtl. ist das aber in seinen agb geregelt.

ob 850 € zuviel, gerade richtig oder gar zu wenig sind, lässt sich wegen fehlender infos nicht sagen.

er könnte aber auch ohne hinweis auf stornogebühren auf schadensersatz klagen und bekommt da auch aller wahrscheinlichkeit recht:

Hochzeiten werden lange zeit vorher gebucht.. so hat die TE es ja auch getan-

LG

Beitrag von aeffchen77 16.06.10 - 11:18 Uhr

Kannst du das bitte auch nochmal im Hochzeits-Forum unter dem Fotografen-Thread schreiben. ;-)

Beitrag von lebelauter 16.06.10 - 11:22 Uhr

schon passiert

Beitrag von vwpassat 16.06.10 - 11:20 Uhr

Dann soll sich die TE eben die AGB's aushändigen lassen und/oder einen Anwalt damit beauftragen. Einfach so zahlen würde ich hier keinesfalls raten. Der Wirt kann sicher nicht nachweisen, dass ihm aufgrund der 3 Monate vorher erfolgten Storno 850 € Schaden entstanden sind.

Ich finde die Forderung auch im Hinblick auf die Verschiebung des Termins unfair und ungerechtfertigt. Wer zahlt denn 850 € und feiert 1 Jahr später trotzdem in dieser Wirtschaft?

Beitrag von biene81 16.06.10 - 11:23 Uhr

Wenn Der Wirt nachweisen kann, dass andere Leute das Lokal fuer den Tag mieten wollten und er aufgrund der TE abgesagt hat, dann kann er das sehr wohl nachweisen. Mit solchen Aussagen sollte man vorsichtig sein, Rudi.

Beitrag von vwpassat 16.06.10 - 11:36 Uhr

Warum vorsichtig?

Der Wirt ist ja mit seiner Forderung auch nicht "vorsichtig".

Beitrag von biene81 16.06.10 - 11:49 Uhr

Rudi, Deine "Tips" werden immer verrueckter.
Der Wirt kann ohne weiteres durch die Absage einen Verlust von 850 Euro haben.
Wenn er dies nachweisen kann, hat die TE moeglicherweise schlechte Karten.
Wenn ich unsere Location abgesagt haette, waere der Wirtin weitaus mehr als nur ein Schaden von 850 Euro entstanden.

Beitrag von mamavonyannick 16.06.10 - 11:39 Uhr

Aber er muss die Höhe belegen können. Und das dürfte für ihn ja auch nicht schwierig sein.

Beitrag von lebelauter 16.06.10 - 11:29 Uhr

hallo,

ein Jahr später dort feiern würde ich keinesfalls machen.

Aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Wirt genau das nachweisen kann. denn wie gesagt plant man die location etwa 6-9 monate Vor der Hochzeit. deswegen wird sich keine andere hochzeitsgesellschatf so schnell finden, die diese umsatzeinbuße wieder wett macht.

wie gesagt, die Höhe der Zahlung ist wahrscheinlich strittig, kommt aber eben auch auf das vereinbarte Honorar an.

DASS eine Zahlung geleistet werden muss ist für mich aber recht klar...

der wirt wird also klagen und es endet im vergleich...

RA-Kosten pro nase dann etwa 400 €, plus gerichtskosten etwa 50 € plus Auslagen... ob sich das nun lohnt?

LG

Beitrag von vwpassat 16.06.10 - 11:40 Uhr

Es kann durchaus so herauslaufen, ich würde hier aber dennoch nicht einfach zahlen, sondern das Ganze einem Anwalt übergeben.

Vom Wirt ist es mies, da die TE ja dennoch die Feier bei ihm ausrichten wollte, nur halt später. Aber vielleicht ist der auch selbst sein bester Gast.

Beitrag von lebelauter 16.06.10 - 12:28 Uhr

sich anwaltlich beraten zu lassen, ist IMMER sinnvoll!

einer meiner kunden ist ein Hochzeitsplaner, ich habe etwas Einblick in die Materie...

Ob die TE die Hochzeit mit baby dann tatsächlich stattfinden lässt ist ja wieder ne ganz andere Frage...Erfahrunsggemäß (von mir, und von vielen selbstständigen Partnern/Freunden/Bekannten) werden solche "aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben"-Termine eben doch völlig gecancelt...

denn wenn die TE jetzt schon wegen eines 22. woche-Bäuchleins so einen Aufriss macht ("ohne Rücksicht auf Verluste"), dann wird das mit einem Baby sicherlich nicht einfacher...

ich kann den Wirt also durchaus verstehen.

Und da wir hier ja auch keine angaben über das veinbarte honorar/die zu erwartenden einkünfte haben, ist alles weitere wirklich nur spekulation.

sicherlich muss ein schadensersatzanspruch detailliert dargelegt werden, aber im endeffekt wirds wohl auf diese oder eine sehr ähnliche summe hinauslaufen, wenn die sache vor Gericht geht und man die dort entstandenen Kosten mit einrechnet... dann ist eben die Frage, wie viel einem der Ärger wert ist?!

schwanger...

und eine Hochzeit planend...

LG

Beitrag von knoepfchen77 16.06.10 - 11:44 Uhr

Danke schon mal für Eure Antworten.

Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich mir denke, dass er da im Recht ist. Allerdings finde ich die Summe echt utopisch. Wir haben 60 Gäste zu je 50,- €/Gedeck, dazu noch vereinzelte Flaschenpreise. Wir kommen also auf einen Betrag für die Location von ca. 3500,- €, wenn wir feiern würden.

Ich persönlich denke 10% wären in dem Fall angemessen. Wir reden hier allerdings von einem viertel der eigentlichen Kosten der Feier, in dem Fall zusätzlich zu den Kosten von 3500,- für das nächste Jahr, in dem wir dann ja tatsächlich feiern würden.

Gruß, Knopf

Noch eine kleine Anmerkung: es geht hier nicht um das kleine "süße 20.-Woche-Bäuchlein", sondern auch um weitere Kosten, die damit verbunden wären. Ich häng mir doch kein 800,- €-Kleid in den Schrank und kauf noch ein neues, dann kann ich auch die Stornogebühren zahlen und nächstes Jahr so feiern, wie wir es wollen.

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