Mein Partner sucht "Kontakt" im Netz

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Forum: Liebesleben

Ob Liebeslust oder Liebesfrust, ob erotische Freuden oder "technische" Probleme: Hier ist Platz für Fragen, Sorgen und Tipps. Für das Thema Verhütung gibt es ein eigenes Forum Verhütung.

Beitrag von loki. 16.06.10 - 17:49 Uhr

Hallo Allerseits! #winke


Glaubt Ihr, dass einem Mann in einer glücklichen und harmonischen, sexuell sehr aktiven und befriedigenden Beziehung etwas fehlt, wenn er anonym über soziale Netzwerke nach Kontakten sucht ( nicht oft, das muß eingeräumt werden), um Gespräche gezielt in eine sexuelle Richtung zu lenken? Oder ist da nichts dabei?
Muß dazu sagen, dass mein Freund vor mir eine langjärhige Beziehung führte, die sehr unbefriedigend und selbtwertmindernd für ihn war und dass er das mit 2-3 mal hartem Cybersex ( mit SB) die Woche kompensierte.
Nun ist alles anders für ihn mit mir, er sagt, er sei glücklich und wirkt auch so. Kann es sein, dass er sich einfach "dran gewöhnt" hat? Langeweile?
Diese "Kontakte" waren zwar nicht so deftig wie früher, aber von ihm ausgehend und doch sexueller Natur mit Komplimenten und eindeutigen Spitzen versehen. Darauf angesprochen hat er mich mehrmals angelogen, später ( nach der unumstößlichen Überführung) vielfach entschuldigt.
Ich liebe ihn und ich habe ihm direkt verziehen. Mache ihm keine Vorwürfe, auch wenn ich mit ihm über meine Gefühle rede. Vergessen kann ich es einfach nicht und träume oft schlecht.
Komme im Allgemeinen gut damit zurecht, weil ich merke, dass er mich liebt. Trotzdem bleibt die Angst.

Fehlt da evtl doch was oder ist es einfach nur "seinen eigenen Marktwert rausfinden", Langeweile, Gewohnheit?

Ich weiß es nicht.
Kennt das jemand?

Vielen Dank!

LG, Loki

Beitrag von genauso 16.06.10 - 18:37 Uhr

Hallo!!!

Genau das gleiche mach ich auch durch. mein mann sagt immer wie glücklich er ist und das er mich über alles liebt. Sexmäßig läuft es auch gut. Leider endeckte ich eines Tages das er sich im Internet nach anderen Frauen sehnt. Evtl war das noch schlimmer als bei dir denn er suchte Kontakte. gut das hat mich stutzig gemacht und ich durchsuchte den Verlauf. Was ich da sah brachte mich echt zum nachdenken. Er suchte bei google wirklich nach Kontakte und auch nach anderen Sachen.

Das ist jetzt über 1 Jahr her, wir sind noch zusammen doch habe ich das Gefühl das nicht ich die Frau bin die er will. Seidem ist nichts mehr wie es war und die Ehe wird früher oder später zerbrechen, da ich kein Vertrauen mehr habe. Ich kann es nicht beweisen, doch bin ich mir sicher das er ein oder mehrere Treffen hatte mit solchen Frauen.

Er streitet bis heute alles ab angeblich nur neugierde.

Tja ich will es nicht weiter wissen, mich hat es sehr verletzt, doch meine Meinung ist halt das wenn man alles hat was man braucht nichts anderes Vermißt.
Viele sehen es anders aber meine Meinung ist eben so.
Versuch mit ihm ausführlich zu reden evtl klärt sich alles auf.
Ich bin mal gespannt wie andere Antworten

LG von einer Frau die es nicht versteht wenn Mann noch zusätzlich was anderes braucht.

Beitrag von loki. 17.06.10 - 08:27 Uhr

Hallo!

Vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich denke tatsächlich, dass es bei uns noch nicht so schlimm ist. Denn bei meinem Partner blieb es beim "Auskundschaften". Ich weiß, dass er sich in der früheren Beziehung auch schon mit ner Frau aus nem Netzwerk getroffen hat. Lief aber nix, sie war wohl nicht so das, was er sich vorgestellt hatte. Aber ich weiß, dass seine Ehemalige nun mal anders war und konnte ihn sogar verstehen.
Ich glaube nicht, dass er das noch mal machen würde.
Aber warumlügt er mich dann an?
Also vielen Dank und alles Liebe!#klee

LG, Loki

Beitrag von jodo 17.06.10 - 10:59 Uhr

mein Beitrag untern glit auch, oder vor allem auch dir....

lg

Jo

Beitrag von ??? 16.06.10 - 18:38 Uhr

Hallo

das kann man schlecht sagen. Solange es nur beim schreiben bleibt finde ich kannst du ihm verzeihen und vertrauen, aber wie schnell kann vielleicht mehr draus werden.
Warum hat er Langeweile macht ihr zu wenig zusammen?

LG

Beitrag von loki. 17.06.10 - 08:29 Uhr

Hallo und vielen Dank erstmal für Deine Antwort!

Also langweilig wird´s ihm mit mir denke ich nicht. Wir unternehen viel zusammen, auch Dinge, die wir gemeinsam lieben ( wie z.B. Fußball).

Muß dazu sagen, dass er diese "Ausflüge" während der Arbeitszeit gemacht hat.... *schäm*....

LG, Loki

Beitrag von gustav-g 16.06.10 - 19:33 Uhr

"Fehlt da evtl doch was "

Ja sicher! Beispiele:

Die Lust, neue Partnerinnen zu angeln. Da kannst du ihm nichts mehr bieten.

Viele verschiedene Frauen poppen. In einer offenen Ehe geht das manchmal gut.

"... weil ich merke, dass er mich liebt"

Für mich ist das glaubwürdig.

"Trotzdem bleibt die Angst."

Weiss er das?
Tut er was dagegen?

Beitrag von loki. 17.06.10 - 08:43 Uhr

Hallo!
Danke für Deine sehr ehrlichen Worte! Klingt plausibel für mich.

Er weiß, dass es mich hin und wieder belastet und auch, dass es ein echter Prüfstein in unserer Beziehung ist. Ich kann und will meine Gefühle nicht verbergen, wir reden miteinander. Weil ich ihm aber nicht dauernd Vorwürfe machen will ( für ihn ist das alles ja auch nicht leicht, er wollte mich sicher nicht verletzten und leidet sicher genauso wie ich darunter), behalte ich auch öfters meine wirre Gedankenwelt für mich ( zumindest solange er mich nicht auf meine Gedanken anspricht), hilft uns ja beiden nicht weiter, wenn schon alles gesagt ist.

Was er dagegen tut? Tja.... er hört es sich geduldig an, zeigt Verständnis und dass es ihm leid tut. Glaubhaft. Und er hat seine accounts gelöscht.
Aber gibt mir das Sicherheit? Gibt ihm das Sicherheit? Was bleibt ist nicht die Tatsache, dass er Dinge getan hat, die meinem Ego nicht gut tun, sondern, dass er mich anlügen konnte, mehrfach. Und dass die Gründe bleiben.

Also vielen Dank nochmal, Deine Argumentation wird vermutlich in der nächsten Zeit in meinem Köpfchen herumgeistern und von allen Seiten beleuchtet werden.

LG, Loki

Beitrag von krokolady 16.06.10 - 20:28 Uhr

Kenne ich.....

Mein Ex war schon immer recht aktiv im Net - sobald ich nicht da war!
Pornos etc.....das übliche halt.
Als ich dann mal am PC war merkte ich das er auf Seiten wie Coupe und so gewesen ist........hab im Verlauf gestöbert und im Cache, und bekam mit das er in den Kontaktanzeigen war.
Dann las ich die Kontaktanzeigen dort, wo Männer ne Frau suchten - und fand ne Anzeige die auf meinen Ex treffen könnte.
Ich mir ne neue Mailaddy zugelegt und ihm geschrieben......gab mich als Geschäftsfrau aus, verheiratet ohne Kinder, und auf der suche nach gelegentlicher sexueller Abwechslung.....wohnte zufällig nur 30 km entfernt.
Jedenfalls antwortete er.......es gingen ein paar Mails hin- und her......und es wurde ein Treffpunkt ausgemacht zum ersten Sextreffen im Wald.

Nunja.......ich konfrontierte ihn damit....er war erst baff, dann versuchte er sich rauszureden....von wegen das war nen Joke...er täte doch nich da hinfahren blablabla.

4 Wochen später trennte ich mich....

Beitrag von loki. 17.06.10 - 08:48 Uhr

Puh, ne harte Nummer hast Du da erlebt!
Die Trennung war da das einzig Richtige ( zumindest aus fremder Sicht)!
Zum Glück sehe ich das bei uns noch nicht so drastisch, da mein Partner diese Sache nicht so weit hat gehen lassen. Zumindest weiß ich nichts davon- ich glaub´s einfach.
( Muß dazu sagen, dass ich nicht zu den Frauen gehöre, die ihren Männern Vorwürfe wegen Pornos machen- solange nicht mehr draus wird.)

Ich wünsch Dir alles Gute!!!#klee

LG, Loki

Beitrag von krokolady 17.06.10 - 08:51 Uhr

Der eigentlich Tropfen der das Fass zu überlaufen brachte war, das er nach der Sache mit den Kontaktanzeigen eine Internetfreundin von mir anmachte.......sie kam uns mal besuchen.....er schrieb ihr dann das er sie total sexy findet und sich in sie verknallt hätte und solch Blabla.
Ich bekam es mit und das wars dann für mich.

Er hat monatelang versucht mich zurück zu bekommen, aber ich hatte kein Bock mehr auf diese Verarsche.

Da stand ich dann....Mutter von 4 Kindern, alleinerziehend, ohne Auto, ohne Job..........aber mir gings prima.
Nach ein paar Monaten lernte ich dann meinen jetzigen Mann kennen.

Die Trennung vom Ex war das Beste was mir passieren konnte :-)

Beitrag von hier auch 16.06.10 - 22:51 Uhr

Hallo,

ich hab hier auch so einen Kandidaten sitzen.

Bei uns gehts mittlerweile schon 2 Jahre so und momentan habe ich wieder eine Phase, wo ich denke, dass es besser wäre, wenn wir getrennte Wege gehen.

Sicher, heutzutage ist jeder irgendwie im Internet unterwegs. Es wird einem verdammt leicht gemacht, Kontakte zu knüpfen, weil die Anonymität einen ja so schön schützt und auch hemmungslos macht. Aber ich werde es nie verstehen können, wie man sagen kann, man ist glücklich, nur um hintenrum die Partnerin/den Partner zu belügen. Für mich ist das ehrlich gesagt wie Fremdgehen.

Bei uns hilft alles reden nicht - er tuts wieder. Er hat Cybersex, er schaut sich auf eindeutigen Kontaktseiten um, schreibt Frauen an, gibt sich im Internet als ungebunden aus, schaut sich auch weiterhin schön die Nacktfotos seiner Exfreundinnen an usw. Weißt du, was mich dabei am meisten stört? Das es sowas reales ist. Wenn er sich nur einen Porno reinziehen würde - mein Gott, soll er sich einen schrubbeln und gut ist. Aber hinter diesen Profilen sitzen reale Menschen, die eben auf Kontakt aus sind und ich sehe für mich einfach die Gefahr, dass dies ausartet und der Kontakt eben nicht mehr nur via PC besteht und Gefühle eine Rolle spielen.

Ich habe meinen Mann mehrfach drauf angesprochen. Es gab Szenen, ich hab die Schuld bei mir gesucht...alles umsonst. Er tuts trotzdem klammheimlich und immer wieder. Sein Anreiz??? Er findet es geil, wenn Frauen sich als "Hobbyhuren" präsentieren. Wenn die so spitz sind, dass die alles tun würden, nur damit sie poppen können... vielleicht ist dein Freund ähnlich gestrickt. Vielleicht vermisst er aber auch nur irgendeine Spielart im Sexleben, vielleicht ist er aber auch einfach nur eines von den vielen tausend Ar***löchern da draussen!

Sorry für die harten Worte, aber ich habe hier mittlerweile aufgegeben. Bin nur noch hin- und hergerissen zwischen Wut und Gleichgültigkeit. Das Schlimme dabei ist, dass er dadurch alles kaputt macht. Ich habe kein Vertrauen mehr und ich merke auch, wie langsam der Respekt vor ihm flöten geht.

Wie es weitergehen soll? Keine Ahnung, entweder er ändert sich um 180 Grad oder aber ich bin irgendwann einfach weg...

Wünsche dir, dass diese Schatten nicht länger die Beziehung belasten!
LG

Beitrag von markolein 17.06.10 - 07:53 Uhr

Melde dich mal per PN bei mir!!!
Wäre dir dankbar
LG Karin

Beitrag von loki. 17.06.10 - 09:00 Uhr

Wow..... bin erst mal platt.
Hallo!

Vielen Dank für diesen Seelenstriptease! In vielen Dingen, die Du da beschreibst, sehe ich meine Gedankenwelt.
Einerseits muß ich ganz klar sagen, dass es bei uns noch nicht so weit ist!
( Ich habe ihn nicht weiter erwischt, er tut es laut eigener Aussage nicht mehr- gut, das hat er nach dem 1. mal auch gesagt...)
Aber er ist wohl die "abgeschwächte Form" Deines Partners.
Ich bin allerdings nicht blauäugig genug, um das für entgültig erledigt zu erklären. " Nein, das passiert nieeee wieder, er wird nieee wieder lügen! Er hat´s versprochen!". Dazu habe ich zu viel erlebt.
Trotzdem sollte ich fair sein und einer meiner Meinung nach ansonsten harmonische Beziehung ne Chance lassen. Und ihm. Schließlich könnte es ja auch stimmen- dass er es nicht wieder tut.
Aber auch wenn alles in abgechächter Form passiert ist- es war und IST ein Vertrauensbruch! Das bleibt nun mal, bei allem Respekt vor seiner eigenen Sexualität ( die er natürlich auch hat!) und aller wohlwollenden Akzeptanz.
Bei Euch sieht das tatsächlich schon anders aus. Ich glaube nicht, dass Deiner sich um 180 Grad drehen wird, nicht wenn das jetzt schon so lange so heftig passiert....

Ich wünsche Dir nur das Beste!!!#klee

Vielen Dank nochmal, Loki

Beitrag von loki. 17.06.10 - 09:02 Uhr

Wow..... bin erst mal platt.
Hallo!

Vielen Dank für diesen Seelenstriptease! In vielen Dingen, die Du da beschreibst, sehe ich meine Gedankenwelt.
Einerseits muß ich ganz klar sagen, dass es bei uns noch nicht so weit ist!
( Ich habe ihn nicht weiter erwischt, er tut es laut eigener Aussage nicht mehr- gut, das hat er nach dem 1. mal auch gesagt...)
Aber er ist wohl die "abgeschwächte Form" Deines Partners.
Ich bin allerdings nicht blauäugig genug, um das für entgültig erledigt zu erklären. " Nein, das passiert nieeee wieder, er wird nieee wieder lügen! Er hat´s versprochen!". Dazu habe ich zu viel erlebt.
Trotzdem sollte ich fair sein und einer meiner Meinung nach ansonsten harmonische Beziehung ne Chance lassen. Und ihm. Schließlich könnte es ja auch stimmen- dass er es nicht wieder tut.
Aber auch wenn alles in abgechächter Form passiert ist- es war und IST ein Vertrauensbruch! Das bleibt nun mal, bei allem Respekt vor seiner eigenen Sexualität ( die er natürlich auch hat!) und aller wohlwollenden Akzeptanz.
Bei Euch sieht das tatsächlich schon anders aus. Ich glaube nicht, dass Deiner sich um 180 Grad drehen wird, nicht wenn das jetzt schon so lange so heftig passiert....

Ich wünsche Dir nur das Beste!!!

Vielen Dank nochmal, Loki

Beitrag von krokolady 17.06.10 - 09:11 Uhr

es heisst ja..."wer einmal lügt dem glaubt man nicht"
Und da ist immer was dran.....

Mein Ex war schon immer sexuell sehr interessiert was "Neues" anbelangt.........er ging auch einmal fremd........das war aber zu nem Punkt wo unsere Ehe am Tiefpunkt war. Drum hatte ich es ihm verziehen........

Bei mir gings nach dem Motto "Verzeihen ja - vergessen nie"


Natürlich kann es sein das ein Mann nie wieder sowas abzieht.....trotzdem ist man immer misstrauisch.

Ich hoffe für Dich das Dein Mann " zur Besinnung" kommt :-)

Beitrag von loki. 17.06.10 - 09:24 Uhr

Hm... stimme voll und ganz zu.
Muß aber noch anmerken, dass es bei uns in einer Hochphase des Verliebtseins ( und zwar auf BEIDEN Seiten) das erste mal passierte.
Das zweite mal zwar etwas später, aber auch noch in der "Jubeltrubelheiterkeit- Phase". Sind noch kein Jahr zusammen....

Beitrag von jodo 17.06.10 - 10:56 Uhr

hallo du

seit mehr als 30 Jahren lebe ich mit meiner Frau in einer sehr glücklichen, harmonischen und erfüllten Partnerschaft.

Neben der Fähigkeit wirklich lieben zu können ( was nicht viel mit der sogenannten großen Liebe zu tun hat) haben ganz wichtige fundamentale Kenntnisse und Erkenntnisse unser Zusammenleben geprägt und beeinflusst, vor allem aber enorm bereichert:

Das Leben an sich und grade der Mensch im besonderen sind NICHT für die Monogamie entstanden. Monogamie ist rein menschliche Erfindung und Wunschdenken. Auf die Hintergründe will ich hier wegen der Komplexität nicht weiter eingehen.

Für dich ( und alle anderen „ Alleinbesitzdenker“ ) wäre es sehr hilfreich, deine biologischen Kenntnisse, insbesondere die soziobiologischen, zu erweitern. Vielleicht damit: David Barash „Das Flüstern in uns“ ISBN 3-10-004005-8

Wir haben uns in jungen Jahren getroffen ( 17/20 ), geheiratet haben wir aus steuerlichen Gründen.
lange vor der Ehe trafen wir folgende Abmachungen:

1. Wir bleiben ein Leben lang zusammen, komme was kommen wolle, uns scheidet der Tod.
Wir gehören zusammen, doch wir gehören uns nicht !! Lieben ist gegenseitiges Geben, vor allem der Gabe Freiheit und Selbstständigkeit, um zu wachsen und zu blühen. Das gegenseitige „für-einemder- da-sein ist eine Selbstverständlichkeit.

2. Unter dem Vorzeichen von 1. ist keiner dem andern Rechenschaft, Beichte oder Erklärung zu seinem Verhalten schuldig, es gibt dahingehend keine Erwartung !!!! Es gibt kein gegenseitiges schnüffeln, kontrollieren und „es wissen wollen“

Unser Leben ist seither eine Art Paradies auf Erden, wir haben alles erreicht, uns geht es sehr gut. Wir haben unsere Kraft und Energie für unsere Ziele verwendet und sie gegenseitig verstärkt und ergänzt, statt sie in Kleinkriegen, Missgunst und Eifersüchteleien zu vernichten.

Unsere Freiräume haben immer wieder dazu genutzt, um den andern zunächst einmal zu sehen und zu erkennen, vor allem auch die Veränderungen, denn alles ist Veränderung.
Die Freiräume waren und sind auch dazu da, um gegenseitige Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu praktizieren, was zu einem stetigen werben für einander führt.
Und natürlich ( ich kann da nur für mich sprechen, denn von meiner Frau weiß ich es ja nicht) gab und gibt es andere Frauen, doch das war und ist immer eine Zugabe, ein „ mit“ und ein „auch“.
Ich lebe meine Lebenslust mit Leidenschaft aus, ich tu das nicht aus einem Mangel oder einem Bedürfnis heraus, sondern aus einem Überschuss. Vielleicht ist mir genug einfach zu wenig??

In Klammerbeziehungen , in denen gegenseitiges oder auch einseitiges Besitzdenken entsteht, suchen die Partner aus einen Mangel oder einem Bedürfnis heraus nach Ausgleich, nach Kontakten, Affären oder oft auch nach einem Wechsel, denn solche Beziehungen sind zum Scheitern oder zur Ünglücklichkeit verurteilt. Leider sind sie, geprägt von der Unnatürlichkeit unserer Gesellschaftsordnung , zu mehr als 90% gängig und üblich.

Im Rest der Beziehungen herrscht entweder ausgeglichene Zufriedenheit oder es entsteht eben dieser Überschuss auf der Basis von Lebenslust, Leidenschaft und purer Daseinsfreude, die sich mitteilen und verströmen will, der Ursprünglichkeit des Lebens entsprechend.

Nunja, das ist dann dieser legendäre, paradiesische Zustand, aus dem uns vor noch nicht gar so langer Zeit Religionsbücher und menschliche Moralvorstellungen vertrieben haben…

Wohl dem, dem es gelungen ist, die Tür dahin wieder zu finden und vor allem auch den Mut, sie wieder zu öffnen…

In diesem Sinne


Jo

Beitrag von loki. 17.06.10 - 13:05 Uhr

Hallo Jodo ( was für ein passender Name!)

Danke für Deine umfassende Antwort! Ich habe mir Deinen Beitrag 2 mal sorgfältig durchgelesen und finde ihn faszinierend und überraschend gleichermaßen. Einiges kann ich direkt unterschreiben, ohne drüber nachzudenken. Andere Dinge werd ich mir heute Nacht im Schlaf noch mal durch den Kopf gehen lassen- unvoreingenommen.

Deine Kritik an der heute gelebten Gesellschaftsform ist mir nicht neu und ich stimme in einigen Punkten zu. ( Danke für den Literaturhinweis)
Allerdings wirft sich mir trotz teilweiser Übereinstimmung gleich eine Frage auf:
Möchte ich ( trotz Eingeständnis der "fehlerhaften Gesellschafts-u. Lebensform in puncto Beziehungen- nein mein Lieber, ich gehöre nicht zu den tatsächlich weit verbreiteten Alleinbesitzdenkern) eine Beziehung führen, in der ich meinem Partner in keiner Situation keinerlei Rechenschaft schuldig bin für mein Handeln, und sei es noch so verletzlich?
Gut, sicherlich schwimmen Grenzen der Verletzlichkeit- darüber läßt sich nicht streiten. Manche Frau ist verletzt, wenn sie ihren Mann beim Selbstbefriedigen erwischt ( dazu gehöre ich bei weitem nicht), andere ertragen vieles und lassen sich sogar schlagen. Die Spanne ist groß und für jeden gilt eine individuelle Schmerzgrenze.
ABER: Egal wo sich diese Grenze befindet- Nach dem erneuten Lesen Deines 2. Punktes kann ich Dir da nicht zustimmen.
Keinerlei Verantwortung ( nenne es Rechenschaft oder Erklärungen, wie Du willst) zu übernehmen.... das hieße ja im Umkehrschluß, dass Ihr Narrenfreiheit habt.
Ich könnte mir vorstellen, dass Du es dann in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen gerne ähnlich sehen würdest ( denn wenn Du hier Unterschiede machst, entbehrt das für mich jeder glaubwürdigen Basis).
Unsere Strukturen ( ein soziales Miteinander) funktionieren aber nun mal nur aufgrund gewisser "Regeln", an die sich der Einzelne halten muß, immerhin sind wir Rudeltiere und keine Einzelgänger. Auch hier gibt es natürlich Interpretationsfreiraum, keine Frage, dennoch...).
Wenn Du etwas mit Freunden ausmachst, Dich verabredest.... wenn Du ein Finanzgeschäft abwickelst oder einen Arztbesuch antrittst, dann erwartest Du nun mal, das man sich an gewisse Dinge hält und nach bestem Wissen und Gewissen handelt, anders funktioniert es nun mal nicht.
Klar, die Akzeptanz gewisser Freiräume ist in versch. Beziehungen unterschiedlich ausgeprägt. Ich gehöre zu dem sicher kleineren Anteil ( da geb ich Dir Recht), der seinem Partner seine Freiräume läßt.

Allerdings Deine Interpretation Deines 2. Punktes kann ich nicht mehr ( alleine für mich in meiner Beziehung) gut heissen.
Mal sehen, ob sich da im Schlaf und bei weiterem Drübenachdenken noch eine andere Sichtweise dazu mogelt... :-)

Würd mich interessieren, was Du von meiner Auffassung hälst, laß es mich bitte wissen. :-)

Ach eins noch:
Deiner Art, Dich zu artikulieren entnehme ich, dass Du Dich schon des Öfteren mit diesem o.ä. Themen befaßt hast. Es gibt hier im Forum tausende ähnlich klingender Problemchen, womit habe ich eine derart detailierte Version Deiner Auffassung verdient? ( Und das sollte jetzt keine Ironie sein, wirklich nicht, bin nur neugierig!)

Bin auf Deine Antwort gespannt!

LG und vielen Dank nochmal, Loki

Beitrag von myimmortal1977 17.06.10 - 22:22 Uhr

Für mich ist Cybersex eine Art fetisch. Genauso wie Leute, die auf Lack und Leder stehen oder/und auf Intimpiercings, andere Leute beim Sex zu beobachten und und und.

Ich denke, er lebt die Sache für sich noch aus, da Du ihm dieses Gebiet nicht bieten kannst.

Wahrscheinlich geilen ihn verbale Ansagen von wild fremden Frauen auf. Ce la vie...

Mach Dir nicht so viele Gedanken, auch wenn es schwer fällt. Zweifel nicht an seiner Liebe, lasse ihm den Raum, die Dinge auszuleben.

Eine monogame Beziehung ist ein Geschenk, dass der Partner einem freiwillig gibt. Erzwingen kann man es nicht und man kann auch Menschen, die nicht monogam leben können, nicht umpolen.

Das was bleiben wird, ist ein elendiges Versteckspiel, was nur 2 Verlierer und enttäuschte Personen hinterlassen kann.

Ich kann nur jedem anraten, gewisse Dinge so zu belassen wie sie sind. Kann man diese Dinge nicht akzeptieren, sollte man besser nach was anderem suchen. Sonst wird das ach so schöne Beziehungsleben zum Höllentripp.

Und das Leben ist zu kurz, um es sich unnötig schwer zu machen oder machen zu lassen.

LG Janette