Mein Leben... evtl. gehört es nicht hier her... Sorry, sehr lang

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von zoora2812 16.06.10 - 22:16 Uhr

Hallo,

mein Mann ist arbeiten und ich denke die letzte Zeit sooft an einen Menschen, der nicht mehr da ist. Mir kommen blöde Gedanken, die ich einfach mal aufschreiben möchte... also:

Im Januar 1996 hat mein Bruder sich das Leben genommen. Er war 18, ich gerade 11 geworden. Selbstverständlich habe ich das verstanden, geschrien, getrauert, aber wie man sagt immer: Wie in Trance. Irgendwie habe ich es nicht wahr genommen, keine AHnung wie man sowas beschreibt, ich glaube solche Gefühle kennen nur Betroffene... was aber kein Angriff sein soll.
Mein Leben war sonst eher nicht so toll, mein Erzeuger war starker Alkoholoker, hat uns das Leben zur Hölle gemacht mit seinem Jähzorn, ist im Suff ausgerastet, hat aber nie jemanden geschlagen oder so!! Er hat meine Mutter Jahre lang betrogen, es lief vieles schief. Ich hatte nach dem Tod meines Bruders massive Schulangst, meine Klassenkameraden mieden mich, machten mir Schuldgefühle, es war einfach nur schrecklich. Es waren so ca. 1 1/4 Jahr denke ich, wo ich nicht zur Schule ging. Ich war über 3 Monate in stationärer Therapie, zuvor hatte ich auch schon x Psychologen und therapeutische Sitzungen hinter mir - mir haben diese Gespräche nur leider nie etwas gebracht. Keine Ahnung warum. Naja, nach dem 3-monatigem Aufenthalt ging ich dann auf eine neue Schule, danach machte ich sogar noch eine 2-jährige höhere Handelschule, eine Ausbildung brachte ich allerdings nicht zu stande, nach 8 Monaten brach ich sie ab wegen erneuter Schulangst, was aber keine weiss bis heute. Ich habe einen anderen Grund hervorgebracht...

Bis heute leide ich an depressiven Verstimmungen, nach der Geburt meiner Tochter nahm ich erneut Antidepressiva, sonst hätte ich es nicht überstanden.

Ich denke sooft an meinen Bruder, jeden Abend, es vergeht kein Tag an dem ich ihn vergesse. Aber ich erinnere mich nicht mehr an ihn. Es macht mich so traurig, ich schäme mich richtig. Ist es die Zeit?? Ist es, weil ich so jung war?? Ich weiss es nicht. Ich fühle mich richtig schlecht.

Manchmal denke ich darüber nach warum ich in meinem Leben so gestraft bin. In meiner Kindheit und Jugend ist soviel schief gelaufen, warum?? Womit hat man das verdient?? Ich habe schon so viele schreckliche Dinge erlebt, wegen meinem Vater, Erlebnisse die ich nie mehr aus meinem Gedächtnis bekomme.

Ich weiss auch nicht, warum es mir im Moment so zu schaffen macht, es kommt so hoch in mir. Ich mache mir so viele Gedanken, keine Ahnung warum. Keine Depris, einfach so. Ich denke über die unmöglichsten Dinge nach...

Meine Tochter wird nie einen Onkel oder eine Tante haben, mein Mann hat keine Geschwister und ich auch keine weiteren.

Es ist alles so traurig, so... ich finde keine Worte.

Entschuldigt bitte meine Ausschweifungen, es musste einfach mal raus. Vielleicht tut es ja mal ein wenig gut sich mit zu teilen.

LG von Jennifer

Beitrag von xuxu1986 17.06.10 - 09:12 Uhr

Hey...


Fühl dich erstmal gedrückt#liebdrueck.

Hast Du es mal mit Hypnose probiert?

NEIN - ich rede hier nicht von irgendwelcher Showhypnose wo man mit dem Finger schipst und der andere dann auf allen vieren durch den Raum kriecht#augen:-).

Meine richtig professionelle Hypnose.
Du befindest dich dann in einem so tiefen Entspannungszustand das dein Unterbewusstsein "hochkommen" kann. Das, was wir über Jahre in uns hineinfressen und verdrängen, hat eine Chance verarbeitet zu werden.

Auch Dinge, an die wir uns bewusst gar nicht erinnern können#aha.


Ich denke irgendwas schlummert noch in dir, was Du nicht richtig verarbeitet hast!?

Habe selber Erfahrung mit Hypnose und kann es deshalb echt nur weiterempfehlen.



LG und viel Kraft#klee!