Erfahrung..."offener" Kiga!!!

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von trixie04 16.06.10 - 22:16 Uhr

Mein kleiner kommt im Februar in den Kindergarten #schwitz, heute war Elternabend und und wurde die Einrichtung vorgestellt.
Der kiga hat ein offenes konzept, wo es keine festen Gruppen mehr gibt sondern Kreativ, Sport und Technik-Bereiche.
Die Kinder suchen sich morgens einen Bereich aus und bleiben dort bis sie keine Lust mehr haben, zu etwas gezwungen werden sie nicht mehr!#kratz

Ich hab da so ein gemischtes Gefühl, weil ich den kiga aus meiner Zeit anders aber net schlecht in Erinnerung habe!#schein
Wer hat den Erfahrung mit dem offenen kiga und kann mir davon erzählen!?

Danke...#winke

Beitrag von bine3002 16.06.10 - 22:32 Uhr

Was mich ein wenig wundert: Dein Sohn geht ab Februar in diesen Kindergarten, aber Du beschäftigst dich erst jetzt mit dem Konzept? Gibt es denn noch eine Alternative, falls dir dieses Konzept nicht zusagt?

Ein offenes Konzept ist nicht jedermanns Sache und auch nicht für jedes Kind gut geeignet. Gerade für kleinere Kinder halte ich es auch nicht unbedingt für gut. Sie neigen häufig dazu, den geringsten Widerstand zu suchen und wenn ihnen etwas schwerer fällt, dann tun sie es einfach nicht, auf jeden Fall nicht freiwillig. Ich bin jedoch der Meinung, dass manchmal gerade die Dinge, die einem schwer fallen zu einem besonders positiven Erfolgserlebnis führen und es somit manchmal gar nicht schlecht ist, sich zu überwinden bzw. mit sanftem Druck in diese Richtung geschoben zu werden.

Nur ein Beispiel (aus einem anderen Bereich): Meine Tochter wollte sooo gerne zum Ballett. Die erste Stunde lief völlig problemlos. In der 2. Stunde gab es aber gleich am Anfang ein kleines Problem. Sie wurde von einem Kind "gemaßregelt", dass sie sich (angeblich) falsch in eine Liste eingetragen hatte. Das brachte sie völlig aus der Fassung, sie weinte und klammerte sich an mich und wollte sofort nach Hause. Nur mit viel Überredungskunst und sanftem Druck meinerseits, konnte ich sie dazu bringen doch zu bleiben. Nach der Stunde war sie stolz wie Oskar, weil sie sich überwunden hatte und weil sie obendrein auch noch ein Lob von der Lehrerin bekommen hatte.

In einem Kindergarten mit offenem Konzept passiert das nicht (oder eher selten). Bastelt ein Kind nicht gerne, weil es das vermeindlich nicht gut kann, entzieht es sich, übt es nicht und kann sich somit auch nicht verbessern oder ein Lob kassieren. Ich finde das schade.

Beitrag von trixie04 16.06.10 - 22:44 Uhr

Wir müssen den kleinen in diesen kiga tun, leben auf dem
Land und da gibt's net die riesen Auswahl!
Der kiga hat erst vor paar Monaten das Konzept eröffnet und dascwußte ich nicht, außerdem hab ich noch gut 8 Monate Zeit mich darauf einzustellen!

Danke trotzdem...

Beitrag von joel-laurin 16.06.10 - 22:33 Uhr

Hallo,

bei uns ist der Kiga halb offen. D. h. die Kinder gehen morgens um 8:00 Uhr in Ihren Gruppen machen um 8:30 Uhr begrüßung und danach können die sich aususchen wo sie spielen möchten. Kurz vorm rausgehen treffen die sich wieder in Ihren Gruppen zum Abschlusskreis.

Ich finde dieses Konzept ganu gut, da sich die Kinder selbst aussuchen können was sie machen wollen. Es gibt bei uns aber auch bestimmte Dinge die mal jeder machen muss. Z.B. etwas basteln zum Muttertag oder die Einladungen basteln zum Großelternnachmittag u.s.w.

Ständig wechseln dürfen die bei uns auch nicht. Nicht das ein Kind 10 min in einer Gruppe ist danach zur nächsten möchte. Soetwas wird nicht geduldet und es sollte auch immer vorher gefragt werden ob sie in die Gruppe bzw. in den Raum dürfen.

Bei uns gibt es: Forscherraum, Bauraum, Rollenspielraum, Krativraum, Bewegungsraum (ist nicht immer geöffnet), Krippe und die Wasserspielecke (ist nicht immer geöffnet).

LG Sandra

Beitrag von liesschen_1980 16.06.10 - 22:51 Uhr

hallo,
ich habe dir mal etwas von der Homepage unseres KiGa herauskopiert, einfach, weil es das Konzept gut erklärt (in meinen Augen):

"Der "offene Kindergarten"

Ein Lebens- und Erfahrungsraum zum Wohlfühlen
für Kinder, Eltern und MitarbeiterInnen

Was bedeutet "offener Kindergarten"?

"Offener Kindergarten" ist ein zusammenfassender Begriff, der für viele Bereiche der pädagogischen Arbeit im Kindergarten steht. Insofern ist dies nicht mit einem Satz zu beantworten. "Offene Arbeit" verwirklicht sich in allen Bereichen der Begleitung der Kinder.

An erster Stelle stehen die offenen Türen: Sie stehen offen für die "Freiräume" der Kinder unseres Kindergartens. Im Gegensatz zu anderen Kindergärten, wo es feste Gruppenräume gibt, in denen alle Spielbereiche vorhanden sind, haben wir unsere Räume als Funktionsräume gestaltet, die für alle Kinder gleichermaßen offen stehen. Unsere Kinder können den gesamten Kindergarten als Spielbereich nutzen, denn jeder Raum hat seine eigene Funktion. So haben die Kinder größtmögliche Chancen, nach ihren eigenen Neigungen und Wünschen zu spielen und ihre Umwelt zu erfahren. Durch die größeren Entfaltungsmöglichkeiten erfahren die Kinder eine Bereicherung ihres Umfeldes und werden offener für Neues und Anderes.

Offenheit bedeutet vor allem offen sein für die Bedürfnisse der Kinder, ihre Wünsche, ihre Entwicklungsstufen, ihre Entfaltungswünsche. Sie bieten uns allen einen Lebens- und Erfahrungsraum zum wohlfühlen. Unsere verschiedenen Erlebnisbereiche führen dazu, dass die Kinder mit viel Eigenständigkeit ihre Ich-, Wir- und Sachkompetenz entwickeln können und ungestört in einer entspannten und ruhigen Atmosphäre spielen und lernen. So ist jeder Tag für die Kinder interessant, spannend und aufregend.

Zur offenen Arbeit gehört weiterhin ein offener Umgang der Erzieherinnen, die durch den wichtigen täglichen Austausch und die gemeinsame Arbeit einen reichen Erfahrungsschatz gewinnen und damit eine hohe Qualität der Arbeit.

Auch das Verhältnis zur Kirchengemeinde, zur politischen Gemeinde und zum Dorf ist sehr offen, die Gemeinschaft und gegenseitige Verbundenheit wird an vielen Stellen zum Ausdruck gebracht.

Wenn wir im Folgenden die einzelnen Bereich der Arbeit darstellen, werden sie merken, dass das Konzept der Offenheit überall sichtbar wird, wir aber dennoch eine Einrichtung sind, in der es klare Vorstellungen und Grenzen gibt.

Warum arbeiten wir hier im Kindergarten nach dem Konzept der "offenen Arbeit"?

Die Lebensbedingungen von Familien haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Die Lebens- und Spielräume der Kinder werden immer enger, sie wachsen heute in einer gefahrvolleren Umwelt auf als ihre Eltern.

Folgende Veränderungen sind in unserer Umgebung zu beobachten:

* viel befahrene Straßen bieten zu wenig Chancen zur freien Entfaltung
* trotz dörflicher Struktur gibt es wenig Naturerfahrungen auf Grund der Bepflasterung der Grünflächen und angelegten Gärten

* Stillsitzen vor vielen verschiedenen Medien (Fernsehen, Videos, Cassette, Computerspiele)
* die Freizeit der Kinder wird durch viele feste Angebote, vor allem am Nachmittag ( Musikschule, Ballett, Vereine usw.) verplant.
* es gibt ein Überangebot an vorgefertigtem Spielmaterial (die Kinder haben weniger Möglichkeiten eigene Spielideen zu entwickeln)
* Überbehütung, die Kindern kaum Raum lässt, eigene Erfahrungen zu machen ("Das darfst Du nicht!", "Das kannst Du noch nicht!", "Dazu bist Du noch viel zu klein!")
* sehr frühe Vorbereitung auf die Schule, so dass die Kinder schon vor der Einschulung unter Leistungsdruck stehen.

All dies wirkt sich stark auf das Verhalten unserer Kinder aus. Die Kinder sind häufig unausgeglichener und dadurch aggressiver als früher, sie haben einen stärkeren Bewegungsdrang, es treten vermehrt Konzentrationsschwächen und Wahrnehmungsstörungen auf. Auch Haltungsschäden sind häufiger zu verzeichnen. Durch unsere räumliche Gestaltung haben die Kinder die Möglichkeit ihre Bedürfnisse eigenständig auszuleben und vielfältige Erfahrungen zu machen. So finden die Kinder eine herausfordernde Umgebung zum Spielen und Handeln vor. Dadurch kann sich die Ich-Stärke und Soziale Kompetenz (Gemeinschaftsfähigkeit) der Kinder gut entwickeln. Der "offene Arbeit" in unserem Kindergarten bietet daher einen günstigen Entwicklungsrahmen für unsere Kinder in der heutigen Zeit.

"Wir sind genau in derselben Situation wie der törichte Frosch, wenn wir es nur sehen könnten. Dieses kleine Leben, das wir zu modellieren bemüht sind, braucht kein Drängen und Quetschen, kein Verbessern und Bemäkeln, um seine Intelligenz und seinen Charakter zu entwickeln. Die Schöpfung achtet auf die Kinder ebenso, wie sie dafür sorgt, dass die Kaulquappe zu einem Frosch wird, wenn die Zeit dazu da ist. 'Aber', höre ich Sie sagen, 'sollen wir die Kinder tun lassen, was sie wollen? Wie können sie wissen, was das beste für sie ist, wenn sie keine Erfahrung haben? Und denken Sie, was für kleine Wilde sie würden, wenn wir sie nicht Manieren lehrten'. Und ich würde antworten: `Haben Sie jemals Ihren Kindern auch nur an einem Tag die Chance gegeben zu tun, was sie möchten, ohne dass Sie sich einmischten?' Versuchen Sie es und Sie werden erstaunt sein."

(Maria Montessori)"

Bei uns sieht das ganze so aus 8ich weiss ja nicht, ob man das mit Eurem Kiga vergleichen kann?):
Unser Kindergarten ist evangelisch, offen, ist als Bewegungs-KiGa zertifizierter und arbeitet nach Montessori (-wenn man das so sagt).
Es gibt zwei Freispielphasen, zwischendrin eine Phase mit Angeboten (jeder darf wählen) und am Ende des KiGa-Tages wird sich in der Stammgruppe getroffen zum Abschlusskreis. Frühstück findet während der Freispielzeit statt ("offenes Buffet" quasi), einmal die Woche wird gemeinsam gekocht.
Es gibt einen Begegnungsraum, einen Ruheraum, einen Bewegungsraum (fast eine kleine Sporthalle), einen Werkraum (bzw. "Kreativraum") und ein Aussengelände mit vielen Spiel-/Betätigungsmöglichkeiten.

Es gibt (wie oben im Text erwähnt) wenige klare, feste Regeln und durch die einzelnen 'Phasen' sind die Kinder eben nicht einfach ohne "Begleitung" sich selbst überlassen (schwierig auszudrücken/zu beschreiben, ich hoffe, du verstehst, was ich meine #schwitz, offener KiGa bedeutet -bei uns- nicht, alle Kinder zusammengefercht auf einen Haufen einfach 'machen lassen').

Wir sind sehr zufrieden.

LG Anne

Beitrag von trixie04 16.06.10 - 22:59 Uhr

Danke, dein Beitrag hat mit wirklich geholfen!
Ich glaub es ist einfach ungewohnt und neu, aber das wird schon werden!

Mein kleiner soll sich ja wohlfühlen und das wird er bestimmtvauch, da er sehr flexibel ist! ;-)

Beitrag von cherry-habel 17.06.10 - 11:22 Uhr

Mein Sohn geht auch in eine Offene Kita zum anfang fand ich ds ganz schön bist ich mitbekommen habe das die erzieher nicht darauf achten wo welches Kind hingeht.
das heißt wenn mein Sohn Montag,dienstag beim sport war ist das keinem aufgefallen das er mittwoch auch da war.
Das ging ein halbes jahr so ann hat die Kitaleitung gewegselt und jetzt ist das alles sehr toll geworden.
Für kinder die Sprach oder kontakt schwierigkeiten haben ist so eine kita nichts.
Wir hatten ein mädchen in der gruppe die verlustängste hatte für die war das auch nichts die ging dann in eine andere kita mit festen gruppen.
,man muß bei soeiner kita immer das für und wieder sehen.
Ich persönlich würde ein zweites Kind nicht in eine Offene Kita stecken.

In unserer Stadt heißt es auch das die Kinder der KIta Biberburg den ganzen tag machen durfen was sie wollen.
Das ist ja so auch nicht richtig sie dürfen sich halt aussuchen was sie machen möchten