Ist das eine sittenwidrige Klausel?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von joy1975 17.06.10 - 09:40 Uhr

Gestern abend war ich mit einer Freundin weg, die sich gerade auf eine Stelle bewirbt, die sie wohl auch haben kann.
Der potentielle neue Arbeitgeber hat ihr einen Arbeitsvertrag zugeschickt. Dieser enthält neben dem üblichen Zeug auch eine Klausel, die ich noch nie gesehen/gelesen habe.
Darin wird ihr untersagt, zu Geschäftspartner des Unternehmens sexuelle Beziehungen zu unterhalten. Hat sie jetzt nicht, hat sie auch nicht vor, aber sie ist Single und bekanntermaßen verbringt man nirgendwo soviel Zeit wie am Arbeitsplatz. Da kann man ja immer mal jemanden kennenlernen, vielleicht auch jemanden der in einer der Firmen arbeitet, mit denen man Geschäftskontakte unterhält.
Darf ein Arbeitgeber so etwas untersagen?
Bin nur neugierig. Ich habe ihr geraten, zu unterschreiben, da ich der Ansicht bin, diese Klausel wäre so oder so sittenwidrig.

Beitrag von vwpassat 17.06.10 - 09:45 Uhr

Ich finde schon, dass diese Klausel keinen Bestand hat. Ist das Papier nicht wert.

Beitrag von altehippe 17.06.10 - 09:58 Uhr

les dir das mal durch, zum kleinen vergleich

http://www.123recht.net/Verbot-von-Liebschaften-bei-Wal-Mart-gesetzeswidrig-__a14995.html

Beitrag von anja676 17.06.10 - 12:45 Uhr

Hallo,

diese Klausel ist bei amerikanischen Unternehmen durchaus üblich, hat aber in Deutschland keinerlei Bestand. Mich würde wirklich interessieren, was ein Richter dazu würde, wenn aufgrund eines sexuellen Verhältnisses jemand ein Job gekündigt wird.

Wenn der Rest des Arbeitsvertrages stimmt, würde ich den unterzeichnen.

LG Anja

Beitrag von kati543 17.06.10 - 13:10 Uhr

Zu meinen Vorrednern:
Ihr lest nicht richtig... es geht nicht um Beziehungen AM Arbeitsplatz, sondern um eine Beziehung zu Kunden/Lieferanten des Unternehmens.
Aber das Resultat ist das selbe. Es ist sittenwidrig. Die Klausel in diesem Vertrag ist also nicht gültig.
Allerdings kann es durchaus sein, dass sie Probleme bekommt, wenn dieser Fall tatsächlich eintreten würde. Die Firma hat einfach Angst vor "Datenklau".