Wenn einer dran arbeitet und der andere schweigt...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von mini-sumsum 17.06.10 - 22:27 Uhr

Hallo zusammen,

eigentlich ist es eine sehr lange Geschichte, aber ich versuch es kurz zu machen. Ich bin seit über zehn Jahren mit meinem Mann zusammen, davon verheiratet, wir haben einen knapp 4jährigen Sohn.

Wie ich nach der Geburt unseres Sohnes damals erfahren habe, wollte er eigentlich nie heiraten, und auch niemals Kinder haben. Er hat sich aber wohl drauf eingelassen, weil er mich sonst früher oder später verloren hätte.

Wir waren beide die ganze Zeit über vollzeit berufstätig, dennoch hab ich mich die ersten 2 Jahre mehr oder minder alleine um unseren Sohn gekümmert. Dann wurde es etwas besser. Nach einem weiteren Jahr merkte ich, dass das nicht mehr die Beziehung war, in der ich leben wollte. Es war alles so verfahren, wir hatten keine gemeinsamen Pläne mehr, unternahmen alles getrennt. Eigentlich waren wir nur noch eine WG.

Ich entschied mich irgendwann zur Trennung, er wäre diesen Schritt niemals gegangen, war ja alles "so bequem und doch eigentlich ganz in Ordnung".

Naja, eine Weile später merkten wir, dass wir uns einander wieder annähern, auch wenn wir getrennt wohnen, wir waren beide der Meinung, dass wir irgendwann wieder zueinander finden. Etwa 8 Monate nach der Trennung entschieden wir uns, es noch einmal zu versuchen, und wir fassten den Entschluss, wieder zusammen zu ziehen. Das war vor etwa 3 Monaten.

Kurz nach dieser Entscheidung wurde ich völlig ungeplant schwanger. Ja, wir hatten auch während der Trennungszeit hin und wieder Sex, allerdings haben wir immer verhütet, denn die Familienplanung war (von der Trennung ganz abgesehen) abgeschlossen.

Es war für uns beide schwer, mit dieser Tatsache erstmal klar zu kommen. Wir führten viele Gespräche. Und ich fragte ihn auch, ob wir es, nicht WEGEN des Babys, sondern TROTZDEM nochmal versuchen sollen, denn für ihn war es viel schwieriger damit klar zu kommen, dass wir erneut Eltern werden.

Er sagte immer wieder, dass er trotzdem wieder mit mir - und mit uns - zusammen sein will. Also kündigte er vor guten 2 Wochen seine Wohnung. Da ich bei mir noch am renovieren war, war die Vereinbarung, dass er solange noch bei sich schläft.

Nun ja, und seit diesem Tag ist irgendwie alles anders. Er hat sich total zurückgezogen, wir reden kaum miteinander, wir verbringen kaum Zeit miteinander. Er ist ständig müde, erschöpft oder hat irgendwelche Wehwechen, mit diesen Aussagen zieht er sich dann zu sich nach Hause zurück.

Und ich komm kaum an ihn ran. Er will nicht drüber reden, ist halt im Moment so.

Und damit komme ich nicht klar. Sicher macht mich die Schwangerschaft (jetzt 15. SSW) auch etwas sensibler, aber ich habe einfach Angst vor der Zukunft. So langsam hatte ich mich an das Leben als alleinerziehende Mama gewöhnt, auch wenn es mir doch schwerer viel, als erwartet, denn schließlich war ich diejenige, die sich getrennt hat. Ich habe Angst davor, dass er nun wieder hier einzieht, und dann nach ein paar Monaten doch merkt, dass es nicht das ist, was er will. Und auch dann wäre er niemals derjenige, der sich wieder trennen würde, es würde solange gehen, bis ich wieder diesen Schritt gehe.

Ich / Wir waren uns so sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, doch in den letzten 14 Tagen ist es so schwer für mich.

Doch wie soll ich herausfinden, was los ist, wenn er nicht drüber reden will.

Sorry für den doch sehr lang gewordenen Text, aber ich fühl mich grad gar nicht gut, und musste das alles einfach mal niederschreiben.

Für eure Ratschläge bin ich euch natürlich sehr dankbar.

Beitrag von sandee222 18.06.10 - 08:05 Uhr

Hallo!

Schwer,dir was zu raten.
Wenn Kinder im Spiel sind... Ich glaube,man versucht instinktiv,dem KV eine neue Chance zu geben-auch wenn man innerlich über eine endgültige Trennung nachdenkt.Hin-und hergerissen eben...
Ich bin selber in einer ähnlichen Situation-meiner zieht sich zwar nicht zurück in dem Sinne,aber er ist auch" komisch"-er verdrängt so vieles.
Dein Mann hat ja auch mit dir einen Sohn gezeugt und dich geheiratet,obwohl er das eigentlich gar nicht wollte???!!!
Meiner fing auch damit an,als ich schwanger war,er wollte das Kind nicht ,von heiraten keine Rede mehr.(Irgendwann,vielleicht....):-[
Habe Sodbrennen,wenn ich dran denke.
Warum ziehen die den Sch...ein,wenn es drauf ankommt???
Du "ahnst" ja anscheinend schon,dass es nicht laufen wird-aber nun hat er seine Wohnung gekündigt-also ist er laut Abmachung auf dich angewiesen.Ich würde ihn einziehen lassen-WENN das für mich und die Kinder keine Nachteile! hat-,aber etwas vorsichig sein,und mir selber ein Ultimatum stellen-etwa ein halbes Jahr warten,was passiert.Is tvieleicht blöd,andere würden sagen,papperlapapp,du bringst das Kind auch noch durcheinander-lklar,schwer zu verstehen für deinen Jungen-ABER:wenn er älter wird und dann fragt,was mit Papa ist,falls das nicht geklappt hat,kannst DU wenigstens reinen Gewissens sagen,dass du es ernsthaft versucht hast.
Meine Meinung.

Zu seiner Zurückgezogenheit fällt mir auch nichts ein-lass ihn in Ruhe,bis er von selber reden will,alles andere bringt ja nichts.Mach`ihm aber deutlich,dass es dir wichtig ist und es dir nicht egal ist,was in ihm vor geht-aber dann würde ich erstmal "Sendepause" vorschlagen.

#bla
Männer....sorry,bin auch so fertig,hatte eine schlimme Nacht.
Ich hoffe,ich konnte dir ein bischen helfen.
LG,sandee

Beitrag von nick71 18.06.10 - 08:40 Uhr

Sofern die Möglichkeit besteht, sollte dein Mann die Kündigung für seine Wohnung zurückziehen und ihr solltet es (zumindest zunächst) bei getrennten Wohnungen belassen.

Ich gehe davon aus, dass er mit seiner Entscheidung, wieder mit euch zusammen zu wohnen, nicht glücklich ist. Auch wenn er das nicht kommuniziert...sein Verhalten spricht Bände, und es geht ja offensichtlich auch erst (wieder) seit dem Tag der Wohnungskündigung bergab.

Ob es grundsätzlich noch Sinn macht, an der Beziehung festzuhalten, vermag ich natürlich nicht zu beurteilen...aber auch das wird die Zeit zeigen.

Beitrag von elodia1980 18.06.10 - 13:06 Uhr

hallo,

warum wieder zusammenziehen? lasst es doch erstmal eine weile mit getrennten wohnungen laufen?

generell: wenn ein partner das gespräch geradezu verweigert, dann hat es auch keinen sinn, eins zu führen. aber ohne gespräche miteinander kann man keine gemeinsame ebene finden. deshalb würde ich die beziehung erstmal "einfrieren" und, wie gesagt, auf keinen fall in dieser situation zusammenziehen. lass ihn doch erstmal zu einer eigenen entscheidung kommen, wie er sein zukünftiges leben sieht und konzentriere dich derweil auf dich selbst und dein(e) kind(er).

alles gute für dich, e.