Was würdet ihr tun? Schulstress

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von luka22 18.06.10 - 09:33 Uhr

Folgender Sachverhalt:

Meine Nichte geht in die erste Klasse und war schon immer lebhaft und hat eine überbordende Phantasie. Ansich ist sie für Außenstehende nicht auffällig. Sie macht schon Unsinn, aber für eine 7jährige ist es noch einigermaßen im Rahmen und sie ist trotz allem auch ein liebenswürdiges Kind - also nicht der Typ "verzogener Rotzlöffel", zumal mein Bruder und meine Schwägerin in ihrer Erziehung streng und konsequent sind.
Seit sie nun in der 1. Klasse ist, hängt in der Familie meines Bruders der Haussegen schief. Die Klassenlehrerin ist älter und vom alten Schlag. Sie verlangt Ruhe und Disziplin, was meine Nichte in dem Maß einfach nicht leisten kann. Sie kann nicht ewig ruhig sitzen oder länger als 15 Minuten konzentriert an einem Arbeitsblatt dranbleiben. Das Ergebnis: Jeden Tag muss sie einen Berg an Aufgaben abarbeiten, die sie in der Schule nicht geschafft hat. (Ihre Klassenlehrerin schreibt meiner Schwägerin auf jedes einzelne Blatt Kommentare, z.B. 2 Zeilen in 45 Minuten!!) Und dann kommen zusätzlich die Hausaufgaben, die an ihrer Grundschule auch nicht gerade knapp ausfallen.
Meine Schwägerin ist am Verzweifeln. Jeden Tag spielen sich mittags furchtbare Dramen ab. Ich meine: wenn eine strenge Lehrerin es vormittags auch nicht "hinbekommt" dass S. den Großteil der vorgegebenen Aufgaben erledigt, wie soll das die Mutter machen? Ich finde es einfach nicht in Ordnung, dass die Lehrerin meine Schwägerin so hängen lässt und dass keine Lösungen gefunden werden. Denn eins muss man sagen: Trotz dass meine Nichte anscheinend so wenig mitbekommt, sind ihre Leistungen super. Sie liest flüssig und in Mathe gibt es auch keine Probleme. Überfordert ist sie geistig auf keinen Fall. Ich leide mit meiner Schwägerin mit, weil unter dieser Situation die ganze Familie leidet.

Mich würde es interessieren, was ihr in so einem Fall machen würdet! Gespräche mit der Lehrerin haben stattgefunden. Diese hat meine Nichte richtig niedergemacht und kein gutes Wort über sie verloren. Sie sei laut, könne sich nicht konzentrieren, vergesse ständig Dinge, (nachsitzen musste sie auch schon oft) ist dann auch noch frech u.s.w. Die einzige "nette" Bemerkung war, dass sie sich über die trotz allem guten Leistungen von S. wundert. Das war es.

Grüße
Luka

Beitrag von malwiederich 18.06.10 - 09:42 Uhr

Hallo Luka!

Diese Lehrerin wird doch nicht die einzige Person sein, welche deine Nichte unterrichtet?! Was sagen denn die anderen Lehrer dazu? Mein erster Gang wäre der zur Schulleitung, dort würde ich um ein Gespräch mit allen Lehrern bitten.

Gruß Loli

Beitrag von luka22 18.06.10 - 09:55 Uhr

In Mathe und Deutsch ist es diese Lehrerin. In den anderen Fächern weiß ich es nicht genau, aber die sind auch nicht hausaufgabenrelevant!
Ich glaube Schulleitung würde meine Schwägerin scheuen. Das sorgt auch nicht gerade für eine bessere Atmosphäre zwischen Lehrerin - Eltern und Kind.

Grüße
Luka

Beitrag von malwiederich 18.06.10 - 10:10 Uhr

Ob hausaufgabenrelevant oder nicht, finde ich mal gar nicht primär. Ich würde mich darum kümmern, ob es vielleicht eben doch an DIESER Lehrerin liegt, oder aber falls die ihre Aussagen von anderen Lehrern bestätigt werden , wie dem Kind geholfen werden kann. Wie du es beschreibst, hat diese Lehrerin schon ein ziemliches ABER gegen deine Nichte, der Schuss kann auch nach hinten losgehen. Das Kind wird diese Abneigung spüren und vermutlich noch auffälliger werden. Hier ist nicht Heilung erforderlich, sondern im Vorfeld würde für mich Ursachenforschung stehen. So oder so, die Lehrerin ist mit ihrem Gequängel einfach nur kontraproduktiv. Mag das Kind kein Engel sein, aber dieses hätte ich der Lehrerin schon längst gesagt.

VG Loli

Beitrag von schokostreusel 18.06.10 - 10:07 Uhr

Hallo!

Wurde schon mal darüber nachgedacht, dass Deine Nichte evtl. unterfordert ist und sich langweilt?

Wenn sie trotz Hibbelei , Träumerei und Unruhe im Unterrichtsstoff sgut mitkommt, könnte das ein Zeichen dafür sein.

Beitrag von luka22 18.06.10 - 10:20 Uhr

Also ich denke sie ist nicht hochbegabt, aber sie braucht sicher nicht diese Menge an Übungen, wie sie die Lehrerin vorgibt. Aber ist es gerecht, dass sie nur einen Teil erledigen muss, während andere alles abarbeiten müssen? Das ist echt schwierig.
Ich für meinen Teil würde es nicht akzeptieren, dass mein Kind jeden Tag stundenlang am Schreibtisch festsitzt und nach einer Stunde abbrechen. Meine Schwägerin ist da nicht so mutig, zumal die Lehrerin wahrscheinlich keinerlei Verständnis für nicht gemachte Hausaufgaben hätte. Ihr ist es egal wie lange das Kind am Schreibtisch sitzt. Vor allem ist ja nicht sie Schuld an der Misere sondern das Kind.

Grüße
Luka

Beitrag von binnurich 18.06.10 - 10:28 Uhr

ich glaube ob hochbegabt oder nicht läßt sich durch Laien nicht einschätzen.

Meine Freundin arbeitet mit ADS / ADHS - Kindern.
Sie sagt, sie haben immer wieder Kinder, wo Tests eindeutigen belegen, dass Kinder überdurchschnittlich begabt sind und die durch mangelnde Förderung sich so verhalten, wo aber sowohl Eltern als auch Lehrer das einfach nicht als Ursache erkennen können oder wollen.

Insofern würde ich vielleicht trotzdem das Problem mal bei einer externen Fachstelle überprüfen lassen

Beitrag von schokostreusel 18.06.10 - 11:32 Uhr

Wir hatten auch ein Kind auf der Schule, das eigentlich ( auch aufgrund von Unaufmerksamkeit) eher schlechte Noten hatte. Niemand wäre auf die Idee gekommen, dass eine Hochbegabung dahinter steckt- außer der noch jungen und engagierten Klassenlehrerin, zum Glück....
Es ist ja nur eine Möglichkeit und man sollte diese auf jeden Fall mit Hilfe von Profis abklären lassen, bevor man andere Schritte in Erwägung zieht.

Auszug aus Wikipedia:

"Viele Hochbegabte werden nicht als solche erkannt. Häufig wird die Diagnose erst gestellt, nachdem soziale oder psychische Probleme aufgetreten sind.

Manche Hochbegabte werden als Kind erkannt, wenn ihren Eltern oder anderen Kontaktpersonen, etwa Lehrern oder Erziehern, typische Besonderheiten auffallen, wobei viele erst durch auftretende Probleme, etwa in der Schule oder im sozialen Umfeld, darauf stoßen.Die psychologische Diagnostik besteht im Allgemeinen zunächst aus Gesprächen mit dem Betroffenen oder den Eltern, in denen es vor allem darum geht, die Ursachen für die geäußerte Vermutung zu analysieren, die eventuell vorhandenen Probleme zu lösen und offene Fragen zu beantworten....


Auffälligkeiten in Kindergarten und Schule :
Ständige Langeweile aufgrund dauernder Unterforderung
Kein Interesse an altersgemäßen Beschäftigungen bzw. am Schulstoff der Jahrgangsstufe
Stören der anderen Kinder, um Aufmerksamkeit zu erlangen (Klassenclown)
Außenseiterposition, das Kind fühlt sich unverstanden
Gilt als Streber oder Besserwisser
Auffällig gute Noten (es gibt eine sehr starke Korrelation zwischen Intelligenz und Schulnoten, gleichwohl ist nicht jeder Hochbegabte ein guter Schüler und nicht jeder gute Schüler hochbegabt)..."

Beitrag von luka22 18.06.10 - 13:14 Uhr

Ja, das ist wahr, dass das Laien wohl schwer erkennen können. Ich meine sie hat nie außerordentliche Fähigkeiten gezeigt. Weder besonders früh sprechen oder lesen können oder rechnen. Alles ganz normal.
In der Feinmotorik hat sie eher große Probleme. Kann erst seit einem Jahr Fahrrad fahren und schreibt auch sehr hakelig und verkrampft.
Natürlich ist eine Hochbegabung deswegen nicht ausgeschlossen. Es ist halt nicht so, dass es irgendwie offensichtlich wäre.

Grüße
Luka

Beitrag von binnurich 18.06.10 - 21:55 Uhr

vielleicht kann man sich trotzdem - zwar nicht unbedingt mit dem Verdacht "Hochbegabung" - aber irgendwie so mit dem was du geschrieben hast mal an eine externe Fachstelle wenden.

Beitrag von manavgat 18.06.10 - 11:24 Uhr

Du irrst.

Gerechtigkeit bedeutet nicht: jeder macht das Gleiche. Sondern jeder macht das, was er braucht.

Man nennt das diffenzierten Unterricht.

Gruß

manavgat

Beitrag von binnurich 18.06.10 - 11:31 Uhr

das klingt aber intelligent ;-)




Beitrag von manavgat 18.06.10 - 12:58 Uhr

und noch mit Schreibfehler:

differenzierter Unterricht

natürlich.

Gruß

Manavgat

Beitrag von luka22 18.06.10 - 13:21 Uhr

Ich kenne differenzierten Unterricht und befürworte diesen. Aber diese Lehrerin gibt keine differenzierten Hausaufgaben. Jeder muss das Gleiche machen. Bzw. jedes muss dieses Pensum erfüllen. Für die guten gibt es dann noch Zusatzaufgaben. Unsere Lehrerin differenziert auch, aber wenig sinnvoll. Die Lehrerin gibt den Kindern z.B. jeden Tag 15 Minuten schreiben im Schreibheft auf. Im ersten Moment scheint das auch eine Art Differenzierung zu sein, denn der eine schreibt in dieser Zeit 1 Seite und der andere 2 Zeilen. Dann kommt aber der Tag x und dann heißt es: Bis zum Tag x müssen alle bis Seite 90 fertig sein. Dann haben die Schüler, die immer nur 2 Zeilen geschrieben haben ein riesiges Pensum zu bewältigen. Das Problem von langsamen Schülern, wird also nur verschoben.

Grüße
Luka

Beitrag von muggles 18.06.10 - 11:14 Uhr

Hallo,

ich kenne das Maedchen natuerlich nicht, aber die Beschreibung passt auf die Freundin meiner Tochter (fast 7, 1. Klasse).

Eigentlich ein nettes Maedchen: Grosszuegig, sozial, sehr gut in der Schule - meint aber, dass Regeln prinzipiell nur fuer andere gelten. Schwatzen in der Stunde, Herumlaufen waehrend des Unterrichts, andere Ablenken, will IMMER im Mittelpunkt stehen - darin ist sie die Beste der Klasse.

Auch ausserhalb der Schule ist sie oft schwer ertraeglich, weil sie einfach nicht hoert: In Geschaeften wird IMMER ALLES angefasst, unsere Katze gejagt, "Self-Service", wenn sie bei anderen zu Gast ist. Sie bedient sich sogar an den Pausensnacks der anderen Kinder (die in den Ranzen sind, die vor dem Klassenzimmer sind).

Wie gesagt, ich mag das Maedchen eigentlich gern - mir geht nur furchtbar auf die Nerven, dass sie einfach nicht hoert - man muss sie regelrecht anschreien, bevor man zu ihr durchdringt. Den schlechten Einfluss auf die anderen Kinder kannst Du Dir sicherlich vorstellen. Einige Muetter lehnen es mittlerweile ab, dieses Kind zu sich einzuladen. Wie gesagt, kein schlechter Kern - aber einfach nur unerzogen.

Die Eltern? Ja, die geben sich Muehe und lassen auch nicht alles durchgehen (aber so ziemlich fast alles). Geschrien wird viel (in Italien allerdings normal), aber spuerbare Konsequenzen (damit meine ich kein Schlagen) gibt es nicht (auch typisch fuer Italien). Deshalb macht die Kleine immer weiter. Und was ich finde, was schlimm ist: Sie luegt und macht lustig weiter. Sie ist in der Lage, andere Kinder und ihre Eltern zu manipulieren. Die Eltern glauben vorbehaltlos alles. Denen ist der Auftritt ihrer Tochter oft sichtbar peinlich, prinzipiell wird das schlechte Verhalten aber herunter gespielt.

Die italienischen Grundschulen sind sehr streng, was Disziplin und Ordnung angeht. Das bekommt den Kindern allgemein gut, wie ich finde. Die Klassenlehrerin ist eine sehr erfahrene Lehrkraft (auch schon aelteren Semesters), die die Bande gut im Griff hat und auch sehr geliebt (von den Kindern) und geschaetzt (von den Eltern) wird.

Mein Tipp fuer Euch: Die Nichte muss begreifen, dass fuer sie keine Extrawurst gilt. Die Regeln muss sie befolgen. Frech sein geht gar nicht. Dein Schwaegerin soll die Hausaufgaben mit "Incentives" belohnen, nach dem Motto: "Wenn Du die HA ohne Theater machst, gehen wir hinterher ins Schwimmbad, Eis Essen etc." Klappt bei meiner Tochter immer.

Davon abgesehen, sollten Erstklaessler in der Lage sein, sich 30 Minuten lang zu konzentrieren.

Ich glaube, bei der Erziehung Deiner Nichte ist etwas schief gelaufen. Meine Tochter (6 1/2, kommt in die 2. Klasse) ist auch sehr lebhaft und bewegungsbeduerftig (lief mit 10 Monaten, fuhr mit 3 Inliner, konnte mit 3 Schwimmen und ist jetzt mit 6 in der Leistungsgruppe rhythmische Sportgymnastik), trotzdem gab es in der Schule nie Probleme mit der Konzentration oder Stillsitzen oder Disziplin allgemein. Ich habe ihr naemlich beigebracht, dass man Obrigkeiten (Erzieherin, Lehrerin, wir, andere Eltern - je nach dem, wo sie gerade ist) zu gehorchen hat.

In die Diskussion, ob Deine Nichte hochbegabt ist oder nicht, kann ich mich nicht einklinken, da ich nicht genug davon verstehe. Aber selbst wenn sie hochbegabt ist, muss sie sich an die Regeln halten.

Viel Glueck,

Claudia

Beitrag von luka22 18.06.10 - 13:10 Uhr

Tasächlich gibt es viele Überschneidungspunkte mit der Tochter deiner Freundin. Meine Nichte möchte auch immer im Mittelpunkt stehen und macht dafür auch andere Kinder runter, z.B. "deine Schuhe sind so hässlich" - obwohl ihr die Schuhe sicher gefallen, sie aber neidisch ist. Dann lügt sie auch viel. Sie kommt bei Besuch alle 5 Minuten zu uns gerannt, weil die Kinder böse Worte zu ihr sagen. Da ich aber dabeisaß wusste ich, dass es nicht stimmt. Sie beginnt auch des öfteren einen theatralischen Weinkrampf, wenn etwas nicht nach ihrer Nase geht. Aber wie gesagt: Sie ist nicht einfach hat aber auch total nette Seiten. Aufgrund der oben aufgeführten Dinge jedoch wenig Freundinnen. In der Klasse wird sie eher ausgeschlossen, was meine Schwägerin erzählt.
Das alles sieht mein Bruder. Das ist auch der Grund, warum er nicht ernsthaftere Schritte einleitet. Er ist eigentlich froh, dass sie diese strenge Lehrerin hat, die ihr "Zucht" und "Ordnung" beibringt. Nun ja, er kann leicht reden. Den ganzen Hausaufgabenstress darf meine Schwägerin ausbaden. Und Regeln sind für sie wirklich schwer zu ertragen. Sie arbeitet motiviert, wenn sie Dinge tun darf, die sie will. Natürlich muss sie auch noch viel lernen. Aber so, wie es jetzt ist, endet es bald im Disaster .

Danke für deine Antwort. Die Ähnlichkeiten sind verblüffend :-).

Grüße,
Luka

Beitrag von muggles 18.06.10 - 14:01 Uhr

Das mit dem "Herunter-Machen" kennen wir leider auch zu gut. Die Freundin meiner Tochter sagt sogar noch viel schlimmere Sachen ("Stronzo", bzw. "Stronza" ist ein schlimmes und obszoenes Schimpfwort) - sogar zu ihrer eigenen Mutter und auch zu mir - da hat sie aber kraeftig Gegenwind bekommen.

Die Eltern ziehen leider nicht am gleichen Strang. Einzelkind, Eltern schon etwas aelter (aehnliche Konstellation wie bei uns). Beide vergoettern das Kind. Die Mutter sieht die Probleme schon, aber ein lautes Auftreten (sprich mal Schimpfen) kommt nicht vor, weil sie kein Aufsehen erregen moechte. Der Vater tritt aufgrund einer Behinderung (er hat nur eine Hand) kaum in der Oeffentlichkeit auf, er bekommt die Probleme also nicht so mit. Und im Zweifelsfall haben die anderen Schuld.

Wir haben alle keine Engel als Kinder, und ich habe kein Problem, Dinge aus- und anzusprechen, die bei meiner Tochter eben nicht so gut laufen. In der Familie. Aber in dieser Familie wird das schlechte Benehmen der Tochter eben als "spirito libero" abgetan. Die Wut- und Trotzanfaelle, die Beschimpfungen, das Weglaufen - alles wird auf den "freien Geist" geschoben.

Ich bin froh, wenn meine Tochter sich nicht nur an diesem Maedchen orientiert. Eben, weil diese wirklich gemein sein kann, wenn Dinge nicht so laufen, wie sie will.

Ehrlich gesagt, sehe ich dieses Maedchen in ein paar Jahren als Anfuehrerin einer Gang, die spaeter anderen Kindern Geld und andere Dinge abpresst. Das macht sie naemlich schon - andere Kinder zum Luegen verleiten, Suessigkeiten wegnehmen... .

Ich hoffe, dass die Eltern vor den Problemen nicht mehr die Augen verschliessen, sondern ihrer Tochter einmal die Konsequenzen ihres Verhaltens aufzeigen.

Vielleicht koennen Dein Bruder und Deine Schwaegerin einmal an die Intelligenz des Maedchens appellieren. D. h. wenn sie soviel Zeit bei den HA vertroedelt, bleibt eben keine Zeit mehr fuer Freizeit. Regeln haben ihren Sinn: Wenn sie in der Klasse stoert, koennen die anderen nicht lernen. Wenn sie luegt, wird keiner mit ihr spielen wollen. Ist sie frech zur Lehrerin, traegt dies nicht zur guten Beziehung bei.

Viel Glueck!

Claudia


Beitrag von manavgat 18.06.10 - 11:22 Uhr

Ich würde mich an die zuständige Schulpsychologin am örtlichen Schulamt wenden. Die gehen auch mal in die Schule und sehen sich die Klassensitutation an. Wenn sich dann herausstellt, dass es so ist, wie Du sagst, dann wird sie die Lehrerin schon darauf ansprechen.

Wie geht es denn den anderen Schülern der Klasse?

Gruß

Manavgat

Beitrag von luka22 18.06.10 - 13:26 Uhr

Ja, das werden sie jetzt wohl auch tun!
Die anderen Schüler der Klasse wurschteln sich halt irgendwie durch. Die Lehrerin hat an der Schule die Rolle der grauen Eminenz. Ich weiß nicht, was man da ausrichten kann. Einige Dinge sind vorgefallen, verbale Entgleisungen. So hat sie meine Nichte als "freche Göre" bezeichnet und letztens sagte sie zu ihr ob sie alle "Tassen im Schrank" habe. Das ist mir allerdings ein absolutes Rätsel, dass meine Schwägerin da nicht nachhakt. Manche Eltern sind immer am Motzen und manche Eltern haben wohl eine Engelsgeduld. Es ist wohl schwierig den Mittelweg zu finden.

Grüße
Luka

Beitrag von barbarelle 18.06.10 - 11:54 Uhr

Hi Luka,

meine Tochter - gleiche Kandidatin. Vor 2 Jahren und durch Zufall, kam beim Kinderpsychiater heraus, dass unser Kind intellektuell weit über dem Durchschnitt läge . Wir wollten eigentlich nur wissen, warum sie so ruhig und verschlossen in ihrer Kindergartenzeit war und haben ihn auf Anraten der Kindergartenerzieherinnen konsultiert.

Nun ist mein Kind in der zweiten Klasse und verhält sich genau so, wie das Kind von dem du erzählst. Ihrer Lehrerin hatten wir erst ende der ersten Klasse von dem Testergebniss erzählt.

Nun rief mich erst vor kurzem ihre Klassenlehrerin an. Bat um unser Einverständnis, weil sie die Schulpsychologin an ein paar Unterrichtsstunden teilnehmen lassen wollte. Diese soll das Kind beobachten und ihre Schlüsse ziehen.

Wenn ich das hier so lese, singe ich innerlich Loblieder auf unsere engagierte und motivierte Klassenlehrerin die kein Kind hängen lässt.

Lasst es bitte abklären.

Viele Grüße
Barbarelle

Beitrag von luka22 18.06.10 - 13:29 Uhr

Ja, das ist für mich auch das Schlimme. Und so anstrengend meine Nichte auch sein kann, hat auch sie ihre liebenswerten Seiten. Die Lehrerin reagiert auf sie nur mit Rüge, Nachsitzen und Ablehnung. Was soll da nach 2 Jahren von ihrem Selbstwertgefühl übrig bleiben?

Grüße
Luka