Kommunikation in der Beziehung

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von InSchwarz03 18.06.10 - 10:05 Uhr

Mein Partner und ich sind so weit, dass wir keine konstruktiven Gespräche, Diskussionen mehr führen können.
Wie kann man das ändern?
Wie kann man die Diskussionen wieder so lenken, dass sie auch etwas bringen.

Ich weiss nicht genau woran es liegt.
Er hat das Gefühl er spricht mit ner Wand. Ich hingegen habe das Gefühl, er versteht nicht was ich sagen möchte.

Die Diskussionen oder Gespräche enthalten Themen, welche Probleme angehen. Also wie können wir die Probleme ändern, wenn wir nicht mal ein konstruktives Gespräch führen können?
Ich frage mich dann wirklich, hat das ganze überhaupt einen Sinn, wenn wir keine Lösung finden, weil es bereits an der Kommunikation scheitert #schmoll

Für sämtliche Tipps bin ich dankbar!

Beitrag von mamantje 18.06.10 - 11:00 Uhr

Das Wichtigste was ich mal gelernt habe ist: immer aus der Ich-Perspektive zu reden. "Ich habe mich beleidigt gefühlt" wirkt anders als "du hast mich beleidigt"...

Ausreden lassen und auf das Gesagte eingehen verhindert, dass einer denkt er spricht mit ner Wand. Das Wort "aber" vermeiden und das Gesagte annehmen und ernst nehmen ... das Gegenüber wird sich wahrscheinlich was dabei gedacht haben.

Unmißverständliche, klare Aussagen sind bei Männern auch wichtig ;-) daher lieber kurze Sätze als Schachtelsätze.

Und ich würde ernsthafte Gespräche nicht zwischen Tür und Angel führen, sondern zur ausgewählten Zeit... evtl. auch an einem neutralen Ort. Frag ihn wann er mal Zeit für ein Gespräch hat. Dann lenken Fußball, Playstation, Laptop, PC, Fernseher und Co. nicht ab ;-)

LG #klee

Beitrag von matw 18.06.10 - 11:04 Uhr

Das Harvard -Prinzip fällt mir da ein. Es beruht auf gezielter Fragetechnik und dem "Spiegeln" dessen, was der Andere gesagt hat. So kann man Missverständnisse vermeiden.Also: meintest du das jetzt soundso, Habe ich das richtig verstanden..... Sobald was unklar ist, nachfragen.Kinder machen das instinktiv richtig: wer, wie was, wieso, weshalb, warum!Manchmal hilft auch, es aufzuschreiben. Da sind die Gedanken klarer, ohne den Druck des Gegenübers (und die "Wertschätzung fällt einem auch kleichter;-))
Gruß Silly

Beitrag von asimbonanga 18.06.10 - 12:26 Uhr

Hallo,
wenn du z. b. zum "Mauern" neigst:
<<Er hat das Gefühl er spricht mit ner Wand.<<<

könnte es durchaus hilfreich sein um eine Unterbrechung des Gespräches zu bitten.Du gehst mal kurz raus und denkst nochmal in Ruhe nach ,wie du ihm entgegenkommen könntest.Kompromisse und Rettungsversuche sollten natürlich von beiden Partnern kommen.Es ist allerdings sinnvoll erstmal sein eigenes Verhalten zu ändern.


L.G.

Beitrag von elodia1980 18.06.10 - 12:58 Uhr

hallo,

es gibt einige grundregeln in der kommunikation:

- nicht "du", sondern "ich" - eigene gefühle beschreiben, z.b. statt "du verstehst mich nicht", sondern "ich fühle mich unverstanden"

- die worte des gegenübers nochmal mit eigenen worten zusammenfassen, um nachzuprüfen, ob sie richtig verstanden wurden

- sachlich argumentieren, nicht persönlich werden

- zuhören (im ernst, das können viele nicht, die hören, was sie wollen)

- den blickwinkel im gespräch wechseln, bewusst die denkweise des anderen einnehmen (das ist erstmal nicht leicht, kann aber geübt werden)

- euch klarmachen, dass ihr an einem strang zieht, nicht gegeneinander arbeiten, nur, weil es unterschiedliche meinungen gibt

- vielleicht besteht generell bei einem von euch frust oder bei beiden? das steht auch einem guten gespräch im weg, obwohl es damit gar nichts zu tun haben muss. deswegen geht mal in euch und checkt ab, was es tatsächlich ist, was euch ablenkt, unkonzentriert macht, eine mauer hochzieht und dem gespräch im weg steht. wer mit sich selbst beschäftigt ist, hat wenig ressourcen frei, um sich auf den gesprächspartner einzulassen.

weitere ideen:

- versuchsweise die rollen tauschen. er redet wie du es üblicherweise tust und du redest wie er, mit seinen argumenten - dann seht ihr mal aus der sicht des anderen, wo es hapert und könnt euch eher wieder aufeinander einlassen.

- ein gesprächsprotokoll führen. klingt fürchterlich, aber kann helfen, wenn man dazu neigt, kleinigkeiten zu zerreden und kein brauchbares ergebnis im gespräch zu fabrizieren. also alle argumente von beiden seiten auflisten, wiederum sehr sachlich und aus dieser auflistung dann ein fazit konstruieren. das würde euch helfen, das wesentliche im auge zu behalten und euch darüber hinaus nicht nur auf der persönlichen oder beziehungsschiene zu bewegen.


gute kommunikation kann man lernen. wenn gar nichts hilft, könntet ihr euch auch mal literatur dazu besorgen, um zu sehen, wie kommunikation überhaupt funktioniert und wo die fehlerquellen liegen könnten.
wenn ihr keine gemeinsame sprache sprecht, kann es schon helfen, euch genau diesen umstand einfach mal klarzumachen und auch immer wieder im klaren darüber zu sein, dass die gefahr des missverstehens einfach groß ist. wenn man das weiß, argumentiert man sensibler und eindeutiger.

alles gute, e.

Beitrag von xxtanja18xx 19.06.10 - 09:57 Uhr

Manchmal kommt man mit reden einfach nicht weiter...weil keiner keinen versteht....das kann schon mal vorkommen....

Wie wäre es dann wenn ihr es mal aufschreibt?

Ein Brief, der nicht voller vorwürfe ist, sondern wo du mal schreibst, was du fühlst.

Gruß

Beitrag von hummelinchen 19.06.10 - 20:03 Uhr

zu allererst kommt aber die innere Haltung dem Partner gegenüber an... Es ist Respekt von Nöten, sonst geht das nicht.

Vieles wurde ja schon beschrieben aber es ist oft nicht zu leisten, dass selber zu schaffen. Wie wäre es mit einer Beratung bezgl. eurer Kommunikation.
Das ist nicht peinlich, sondern höchst spanndend... und - warum nicht? was habt ihr zu verlieren...

#winke Tanja