ständig Stress wegen Liebesleben

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von binechttraurig 18.06.10 - 11:47 Uhr

Hallo,

mein Freund und ich führen eine harmonische und sehr schöne Beziehung...wenn da das Thema Sex nicht wäre....

Bei ihm schwankt die Libido total stark, bei mir nicht so, nach zahlreichen Versuchen und Gesprächen ist es mittlerweile recht komisch....

Nun habe ich meinem Freund gesagt, dass ich die Pille absetze, ich seh es einfach nicht mehr ein, dass ich doch einige Nebenwirkungen ertragen muss, es sauviel Geld kostet für sehr wenig Sex....finde ich einfach nicht mehr rentabel

Natürlich müssen wir weiterhin verhüten, haben nun Gummis bestellt, aber er rührt mich nicht mehr an :-(

Wie bescheuert sind wir? Es gibt so viele andere Sachen, die nicht passen könnten (geld, Kleidungsstil etc.) und bei uns liegt es nur am Liebesleben, wobei ich es ehrlich gesagt auch nicht verstehen kann, warum da keine Annäherung möglich ist??? er ein bissl mehr Sex, ich für meine Verhältnisse und Bedürfnisse weniger, und schon wärs ok, aber bisher gehts nur "auf meine Rechnung".

Puh, wem gehts ähnlich?

Beitrag von similia.similibus 18.06.10 - 11:53 Uhr

Meinst du, dass man Lust erzwingen kann? Was soll er denn machen, wenn er keine Lust hat?

Beitrag von sunshine... 18.06.10 - 12:07 Uhr

In meiner vorigen Beziehung hatte ich das gleiche Problem. Ich dachte auch alles wär ok und wir hätten nur dieses eine Problem.

Am Ende stellte sich raus das es doch ein zwei Problemchen mehr gab die man irgendwie weggedrückt hat oder als gegeben hingenommen hat. Und das drückte auch auf die Sexlust meines Freundes. Und diese Unlust erschuf wieder neue Probleme mit der Zeit...

Wir haben ab und zu mal darüber gesprochen woran es liegen könnte, aber er konnte es sich nicht erklären (sagt er). Ich glaube das im Endeffekt gar nicht mehr genügend Gefühle da waren. Das bezieht sich jetzt aber nur auf unsere gewesene Beziehung und kann/ist natürlich bei jedem anders.

Für mich war es MIT(!) ein Trennungsgrund.

Nun habe ich einen Freund der mich begehrt wie noch kein anderer Mann zuvor. Alleine für diese Erfahrung hat es sich gelohnt diesen Schritt zu gehen nach 6 Jahren Beziehung in der wir manchmal nur 3 x Sex im Jahr hatten.

Beitrag von unilein 18.06.10 - 13:48 Uhr

Also ich hatte auch mal eine Beziehung, in der ich deutlich weniger Sex wollte als mein Partner. Ich finde, dass es deutlich mehr kostet, Sex zu haben, den man nicht will, als auf Sex zu verzichten, den man gerne hätte. Deswegen ist deine Rechnung nicht so einfach, wie du sie dir vorstellst.

Mit Kondom hat er bestimmt noch weniger Lust :-/

Probiers doch mal mit NFP?

Beitrag von bitte?? 18.06.10 - 15:27 Uhr

Was ist NFP??

Beitrag von cracker 18.06.10 - 17:16 Uhr

Hi. Deine Aussage, was da deutlich mehr kostet, würde ich so nicht unterstreichen. Kein befriedigendes Sexualleben zu haben, das ist mindestens so zermürbend wie das ständig abwehren müssen.
Das viel zentralere scheint mir aber, dass sowas auf Dauer nicht geht, wenn die Bedürfnisse zu weit auseinander liegen.
Ich würde nie von meiner Partnerin verlangen, mit mir intim zu werden, nur meinem grösseren Verlangen wegen. Das wäre der Lustkiller sondergleichen für mich. Auf der anderen Seite kann man nie die Meinung vertreten, dass erheblicher Verzicht ein Kinderspiel für den Partner ist.

Das ist es eben grad nicht und darum birgt sich darin so grosses Konfliktpotenzial. Ich meine, dass zu grosse Bedürfnissunterschiede in der Beziehung, im sexuellen Bereich, sehr schwer zu handeln sind.

Beitrag von binechtraurig 18.06.10 - 18:28 Uhr

Dies denke ich halt schon auch! :-(

Ich möchte zwar nicht, dass er mit mir intim wird, "nur" weil ich größeres Verlangen habe, es erstaunt mich allerdings immer wieder, dass er es dann ja auch schön findet, er braucht halt einen anderen Anlauf.

Spontan Sex, dann wenn ich grad Lust habe, fände ich mal wieder saustark!

Es ist unglaublich schwer und tut sehr weh, wenn man immer wieder abgewiesen wird ...
Und man seine Sexualität klein halten muss und nicht frei ausleben, so kommt es mir leider langsam vor.

Ob was sonst an unserer Beziehung nicht stimmt? Kann ich eben grade nicht sagen, wir sind sonst absolut auf einer Wellenlänge...

hm, da kann ich wohl nix machen, hm?

Beitrag von unilein 18.06.10 - 19:20 Uhr

>>>Kein befriedigendes Sexualleben zu haben, das ist mindestens so zermürbend wie das ständig abwehren müssen. <<<

Da gebe ich dir völlig recht. So habe ich das auch nicht gemeint. Die TE schrieb aber:

"[...] wobei ich es ehrlich gesagt auch nicht verstehen kann, warum da keine Annäherung möglich ist??? er ein bissl mehr Sex, ich für meine Verhältnisse und Bedürfnisse weniger, und schon wärs ok, aber bisher gehts nur "auf meine Rechnung"."

In ihrem theoretisch Modell, das sie sich wünscht, hätte ihr Freund mehr Sex als er eigentlich will und sie weniger. So, dass beide einander zu gleichen Teilen entgegenkommen. Dazu meinte ich, dass das nicht so einfach wäre, weil man 'mehr Sex haben als man will' nicht gleichsetzen kann mit 'weniger haben als man will'. Es mag enttäuschend sein, wenn man nicht bekommt, was man will, aber es ist erniedrigend, wenn man (sexuell) geben muss, was man nicht will.

Ich finde, man sollte in einer Beziehung überhaupt keinen Sex haben bzw. sexuelle Handlungen durchführen, wenn man dies nicht will. Nicht umsonst sagt man ja: "ok ist, was beiden gefällt."

Wie natürlich das Problem zu lösen ist, wenn beide unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse haben, weiß ich auch nicht. Nur eben mMn nicht dadurch, dass ein Partner sich zum Sex 'zwingt'. In meiner damaligen Beziehung war eine Trennung der beste Ausweg.

Bei mir lag die nicht vorhandene Lust auf Sex allerdings daran, dass meine Wünsche nicht erfüllt wurden. Diese habe ich selbst erst besser kennen gelernt, als ich in einer neuen Beziehung war. In der alten waren schon die Grundzüge davon nicht erfüllbar.

Vielleicht könnte die TE ja mal in dieser Richtung weiterüberlegen. Ob es da sexuelle Neigungen gibt, die sie ihrem Partner nicht/zu selten erfüllt, die er ihr vielleicht auch noch gar nicht gebeichtet hat oder die er selbst auch noch gar nicht so genau herausgefunden hat.