Rechtschreibschwäche/Nachilfe/Kann die Kosten nicht tragen

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von bloedli 18.06.10 - 13:59 Uhr

Hallo!

Habe heute meine Tochter,die im 2ten Schuljahr ist,testen lassen.

Bei ihr wurde eine Rechtschreibschwäche festgestellt.
Vermutung war schon länger,nun wissen wir es genau.
Lesen kann sie super.

Das Problem darin liegt das es im Monat 170€ kostet.
Das Geld habe ich nicht wirklich über....
Mein Mann ist im Krankengeld drin und ich weiß nicht wielange er noch krankgeschrieben ist.

Wir haben auch ja monatliche Kosten und nach allen Abzügen bleiben uns dann noch 570€ über.
Wir sind 5 Personen.
Ich weiß echt nicht,wo ich das hernehmen soll.
Könnte ich irgendwo dafür einen Zuschuß beantragen?
Ist mir zwar peinlich aber ich weiß keinen anderen Weg.
Rücklagen habe ich leider keine mehr.

Bin um jeden Rat dankbar!

Gruß Steffi

Beitrag von luka22 18.06.10 - 14:01 Uhr

170 Euro?

Das habe ich noch nie gehört! Ist das ein privates Nachhilfeinstitut?

Beitrag von bloedli 18.06.10 - 14:03 Uhr

Hallo!

Ja,

Es nennt sich LOS.

http://www.losdirekt.de/

Hier ist mal der Link.

Gruß Steffi

Beitrag von butler 18.06.10 - 15:21 Uhr

Mein Kind hat mit dem "labyrinth der Wörter" gelernt und lernt noch damit. Kosten je Schuljahr: 79,-€ und meiner hat damit Erfolge. Da es hier kein wirkliches LRS Training gibt war der Tipp von der Schulpsychologin Gold wert.
Frag mal Manavgat! Die hat bestimmt einen Tipp für Dich!
LG

Beitrag von manavgat 18.06.10 - 16:08 Uhr

Wir - Nachhilfeinstitut - haben uns mal den Spaß gemacht, ganz normale Kinder zum Testen da hin zu geben.

Was glaubst Du wohl, was dabei rausgekommen ist?

Alle hätten Förderbedarf gehabt.

und nun?

Dieses Programm bringt wenig bis nichts, bindet mit 2 x 90 Minuten in der Woche zu viele Energien und ist mit einer Dauer von 2 Jahren eindeutig zu lange angelegt. Für das Geld kann man auch was anderes machen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von butler 19.06.10 - 09:00 Uhr


??? Meinst Du LOS? Oder das Lernprogramm von Labyrinth?#gruebel

Wir haben das Programm zu Hause und meiner kommt damit Super klar.
Darum habe ich ja auch geschrieben das es für uns das beste war.
LG.

Beitrag von manavgat 19.06.10 - 11:02 Uhr

ich meine LOS

Gruß

Manavgat

Beitrag von 3erclan 18.06.10 - 14:20 Uhr

Hallo

wer hat sie geteste???

Meine großte auch Legasthenie

Wenn du Fragen hast meld dich

lg

Beitrag von reethi 18.06.10 - 14:48 Uhr

Hallo!

Also ich halte von dieser "Kette" nicht soviel, weil sie mir zu sehr auf Gewinn ausgerichtet sind.
Du hast evtl die Möglichkeit Dir eine Kostenübernahme über das Jugendamt zu holen. Allerdings machen die das meist nicht ganz freiwillig, und auch nur bei bestimmten Instituten. Du kannst Dich ja mal bei Euch erkundigen.
Was sagt denn die Lehrerin oder Lehrer dazu?


VG
Neddie

Beitrag von bloedli 18.06.10 - 14:52 Uhr

Hallo!

Die Lehrerin hat mir das ja empfohlen,das ich sie dort testen lasse.
Ich kenne 2 die dort íhre Kinder haben und es sich sehr gebessert hat.
Normale Nachilfe bringt mir bzw.meinem Kind nicht viel.

Danke für den Tipp mit dem Jugendamt.
Da werde ich am Montag direkt mal nachfargen!

Gruß Steffi

Beitrag von tarosti 18.06.10 - 15:30 Uhr

Hi Steffi

Verstehe ich das richtig: Wurde deine Tochter von den selben Leuten getestet, die sie dann auch fördern würden?
Das fände ich nämlich fragwürdig, denn da würde ich persönlich das Testresultat eher anzweifeln, denn die hätten ja einen Vorteil, wenn sie möglichst vielen Kindern eine Therapie oder Nachhifestunden verschreiben würden. NIemals sollte dieselbe Institution den Test machen wie diejenige, die danach allenfalls fördert. Dafür gibt es bei uns unabhängige Dienste, die keinen (finanziellen) Vorteil haben, wenn ein Kind positiv auf eine (Rechtschreib-, Rechen-)Schwäche getestet wird.

Gibt es bei euch keinen Schulpsychologischen Dienst, welcher unabhängig ist?
Und wenn wirklich ein Förderbedarf ausgewiesen wird (von einer offiziell anerkannten Stelle), dann wird es sicherlich auch Möglichkeiten geben, dir finanzielle Unterstützung zu gewähren.
Gäbe es auch die Möglichkeit von privater Nachhilfe (ältere Bekannte, Gymnasiasten im Bekanntenkreis etc.)?

LG
Tarosti

Beitrag von manavgat 18.06.10 - 16:10 Uhr

Gäbe es auch die Möglichkeit von privater Nachhilfe (ältere Bekannte, Gymnasiasten im Bekanntenkreis etc.)?


Das bringt in diesem Fall nichts.


Kinder mit Verdacht "LRS", d. h. mit erheblichen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben sollten schon von jemand unterstützt werden, der etwas davon versteht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von tarosti 18.06.10 - 16:43 Uhr

Da gebe ich dir als Pädagogin natürlich recht.
Aber wenn sie die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung nicht hätte (ich habe keine Ahnung, wie das in Deutschland geregelt ist) und auch die Schule selber kein Angebot für das Kind hat, dann wäre private Unterstützung (evtl. mit entsprechend auf LRS ausgerichteten Lehrmitteln) immer noch besser als gar nichts, wie ich meine.

Aber wie gesagt, ich weiss nicht, wie die Förderung bei euch in Deutschland geregelt ist.

LG
Tarosti

Beitrag von gismomo 18.06.10 - 15:41 Uhr

Hallo Steffi,

wende dich an den Beratungslehrer eurer Schule, am besten über die Klassenlehrerin, die kann dir die Adresse geben bzw. einen Termin vereinbaren.
Lass dein Kind beim Beratungslehrer testen. Wenn der Test ergibt, dass eine LRS festgestellt wird, kannst du eine Kostenübernahme bzw. einen Zuschuss beantragen. Sprich mit dem Beratungslehrer, er hilft dir, den Antrag auf Kostenübernahme zu stellen.

Ich hatte einen ähnlichen Fall bei uns an der Schule. Voraussetzung ist allerdings, dass eine LRS sicher vorliegt. Deshalb muss auch der Beratungslehrer der Schule testen. Wenn ein Institut wie LOS getestet hat, wird das, so weit ich weiß, nicht anerkannt, da sie natürlich finanziell davon profitieren, wenn deine Tochter dorthin geht, und sie deshalb sehr großzügig mit ihren Diagnosen sind...

Mein Rat deshalb: Wende dich an die Lehrerin und bitte sie um ein Gespräch mit dem Beratungslehrer.

lg und alles Gute,
K.

Beitrag von bloedli 19.06.10 - 08:23 Uhr

Hallo!

Ich danke euch für eure Antworten!
Hab viele private Nachrichten bekommen
und da waren auch hilfreiche Sachen dabei!

Gruß Steffi

Beitrag von bastimaus06 27.06.10 - 19:50 Uhr

Hallo Steffi, das habe ich ja noch nie gehört, dass Eltern 170,- für Nachhilfe zahlen sollen. Wer hat getestet? Normalerweise ein niedergelassener Kinder- und Jugendpsychiater und der Schulpsychologe. Nachhilfe musst du nicht in Anspruch nehmen. In unserer Schule wird kostenloser Förderunterricht angeboten. Ansonsten kann ich dir als Lehrer nur sagen, dass ich die Rechtschreibleistungen (bei vorliegendem Attest) zurückhaltend bewerte. Übe selber mit deinem Kind, das ist das A und O. Lass nicht nach, arbeite kontinuierlich, auch wenn's schwer fällt. Viel Glück der kleinen Maus#blume

Beitrag von manavgat 28.06.10 - 10:28 Uhr

Dieses Lehrerargument: üben, üben, üben - kann ich nicht mehr hören/lesen. Bei uns laufen Kinder auf, bei denen wir in der Testung erhebliche Probleme feststellen, in allen möglichen Bereichen, so dass wir sie erstmal an medizinische Fachleute weiterverweisen müssen. Seh-, Hörschwierigkeiten, Wahrnehmungsprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten usw.

Highlight war ein Drittklässler, wo die Ansage der Lehrkraft: der ist nur faul und unkonzentriert, dazu führte, dass eine völlig entnervte und schreiende Mutter mit Diktatübungen ein heulendes Kind quälte und das jeden Nachmittag, bis sie sich dann schließlich an uns wendete. Aufgrund der signifikanten Fehlerhäufung im akustischen Bereich habe ich den Jungen an einen HNO verwiesen.

Und? Was war? Der arme Junge hatte ein Restgehör von 10 %!

Diese bescheuerte Überei mit Diktaten bringt gar nichts. Dass ein Kind Diktate schreiben kann, halte ich persönlich für einen Kollateral-Gewinn, es ist keine Fähigkeit, die - für sich genommen - irgendeinen Wert hat. Davon abgesehen, dass man darauf basierend eine Note vergeben kann.

Förderunterricht in der Schule fasst Kinder mit völlig verschiedenen Defiziten zu einer Gruppe zusammen, wo dann (meistens) jeder das Gleiche übt - völlig egal, was er gerade an Schwierigkeiten hat. Ähnlich übrigens in dem von der TE besuchten Institut.

Man kann sich schon fragen, was Schule für ein Ort ist. Hier haben angeblich 50 % der Schüler LRS?! Als wäre es eine Krankheit und das Kind wäre irgendwie kaputt.

Letztendlich: leider sind nicht alle Lehrer bereit, die Notengebung auszusetzen, was imho für den Zeitraum, in dem das Kind ein Training zur Behebung der Schwierigkeiten macht, durchaus sinnvoll ist. Ich habe einen Schüler, der in der 3. Klasse schon mal bei uns war - damals ging er auf eine Sprachheilschule. Jetzt ist er in der 5. Klasse, hat in allen Fächern eine 3. Problem ist Englisch, da hat er eine 5. Die Lehrerin meinte: er wird mit dieser Leistung gar nichts, nicht einmal einen Hauptschulabschluss würde er schaffen.

Kein Wunder. Im Vokabeltest schreibt er: Flughafen = erpott - und ähnliches. Für ein Kind, dass wegen der Hörproblematik in Behandlung ist, ist es sehr demotivierend, wenn es da keinen Punkt gibt. Der Erlass ist klar formuliert (Hessen) und es gibt eine runterladbare Handreichung vom Ministerium, die auch Passagen zur Bewertung von Leistungen im Fremdsprachenunterricht enthält. Angeblich habe er ein Speicherproblem. Ist es zuviel Arbeit mal zu schauen, was der Junge in den anderen Fächern hat, bes. in Deutsch? Ich habe ihn getestet. Im Bereich Speicherung war kein einziger Fehler, in der Konzentration (bemängelte sie auch) war nur 1 Fehler.

Die Lehrerin weigert sich, das zu lesen, die Direktorin weigert sich, ihren Laden zu leiten.

Was soll man dazu sagen?

Was die Kosten für Nachhilfe anbelangt: die Preise sind meistens gleich, es variiert die Qualität. Ausgegeben werden pro Jahr 1,3 Milliarden Euro auf dem gewerblichen Sektor, da sind die schwarzarbeitenden Lehrer, die im Schuldienst sind, nicht miteingerechnet, ebenso nicht wie das Heer der "Privatlehrer" (auch schwarz). Die Kinder die 2 x wöchtentlich kommen, das ist der Durchschnitt, zahlen in der Regel 160 Euro monatlich. Die letzte Studie zum Thema ergab, dass dieser Nachhilfeunterricht Erfolge zeitigt. Davon kannst Du ableiten, dass die Pisa- und ähnliche Testergebnisse verfälscht sind, was die Leistung der öffentlichen Schule - das sollen sie ja untersuchen - anbelangt.

Die Hauptschulen, Du unterrichtest ja an einer, sind hiervon kaum berührt. Das ist kein Markt. Das sagen sowohl die Nachhilfeanbieter wie auch die Herausgeber von Lernhilfen (auch ein Riesenmarkt). Daran liegt es auch, dass Du kaum gute Lernhilfen für diesen Bereich bekommst, es lohnt nicht eine Redaktion an diese Bücher zu setzen, da die Eltern dieser Schüler entweder bildungsfern sind und somit kein Interesse besteht oder aber sie sind selbst in prekären Verhältnissen, was dazu führt, dass für Bücher oder gar Nachhilfe kein Geld ausgegeben wird.

Meine Kritik richtet sich in erster Linie nicht an die Lehrer, sondern an die Politik, die hier - wie leider in vielen Bereichen - völlig versagt.

Gruß

Manavgat