Steuererklärung muss?/darf?/kann?/ wie?

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Beitrag von serlyn 19.06.10 - 20:02 Uhr

Hallo und guten Abend zusammen!!!

Echt peinlich, aber ich habe im Leben noch nie eine Steuererklärung gemacht, habe null Ahnung von der Materie und würde mich über Tipps sehr freuen.

Ich arbeite 50 % im ÖD, Steuerklasse 1, ein Kind, in Partnerschaft lebend und beziehe sowohl Kindesunterhalt als auch nachehelichen Unterhalt für mich. Ist es nötig, lohnenswert eine Steuererklärung zu machen? Muss ich das eventuell sogar?

Ich weiß nicht, welche sinnvollen zusätzlichen Angaben ich noch machen könnte. Vielleicht kann mir jemand schonmal vorab ein wenig Input geben.

Vielen Dank,
S.

Beitrag von kati543 19.06.10 - 21:50 Uhr

Die Pflicht zur Abgabe einer Einkommenssteuererklärung hast du nur, wenn du Lohnersatzleistungen beziehst oder wenn du verheiratet bist und ihr z.B. 3/5 habt als Lst-Klasse. Du kannst durch eine Lst-Erklärung nur Geld gewinnen, nichts verlieren. Trau dich einfach mal ran. Online kannst du alles bei dem Programm der Finanzämter - Elster - finden. Ansonsten kannst du dich auch vom Lohnsteuerhilfeverein beraten lassen ... oder von einem Steuerberater, der dann aber richtig teuer ist.
Helfen kann dir hier niemand, denn es gibt keine pauschale Lohnsteuererklärung. Die ist individuell für jede Familie für jedes Jahr.
Kannst dich per VK melden, vielleicht kann ich dir so noch ein paar Tipps geben.
LG
Katrin

Beitrag von snowy 19.06.10 - 22:01 Uhr

"Du kannst durch eine Lst-Erklärung nur Geld gewinnen, nichts verlieren."

In welchem Glaskugellehrgang lernt man so etwas denn?

#snowy

Beitrag von kati543 19.06.10 - 22:28 Uhr

Durch Logik. Sie ist nicht verpflichtet eine abzugeben, also gibt sie sie nur ab, wenn sie Geld wieder bekommen würde ;-)
Sie zahlt ja schon den höchsten Steuersatz. Also kann sie durch alles, was sie ansetzen kann nur Geld wieder heraus bekommen.

...ok "gewinnen" ist vielleicht etwas irreführend - ein Restguthaben ausgezahlt bekommen ist der korrekte Begriff dafür, aber furchtbar lang...

Beitrag von snowy 19.06.10 - 23:54 Uhr

Also nehmen wir mal an, sie würde jetzt einen abgeben und entgegen der Glaskugelweisheit doch Geld zahlen müssen, denkst du dann ist es ihre Entscheidung nächstes Jahr zu überlegen ob sie einen abgibt?

Was wäre denn, wenn sie in einer Insolvenz steckt, Schulden beim Finanzamt hat und sie Guthaben rausbekommen würde. Würde sie dann auch Geld bekommen? Nein, denn da hält das Finanzamt die Hand drauf.

Das alles weisst du also nur durch ein Schreiben der Themenstarterin?

Da zieh ich doch glatt einen nicht vorhandenen Hut.

#snowy



Beitrag von wemauchimmer 20.06.10 - 10:45 Uhr

Du bist nicht zufällig in der Steuerberatungsbranche tätig und ärgerst Dich prinzipiell über alle Steuerbürger, die sich erfrechen, ohne professionelle Hilfe eine Steuererklärung abzugeben? Weil das ja so waaaahnsinnig kompliziert ist?

Beitrag von kati543 20.06.10 - 13:56 Uhr

Danke. Aber selber dir müsste klar sein, dass sie schon den absoluten Höchstbetrag an Steuern zahlt. Nur und ausschließlich bei der Kombi 3/5 und bei dem Bezug von Lohnersatzleistungen kann es passieren, dass man im Jahr zu wenig Steuern zahlt. Sie ist in der LStKl. 1. Sie zahlt das Maximum. Und da sie angegeben hat, bisher nie eine Steuererklärung abgegeben zu haben, wird sie auch keine Schulden beim Finanzamt haben. Allenfalls fürs Auto. Was würde dann passiern? Sie könnte direkt ihre Schulden abtragen - mit dem Geld, was sie sonst nie bekommen hätte. Oh das wäre natürlich richtig tragisch. Soll sie lieber dem Finanzamt mehr Geld schulden (Finanzamtschulden verfallen ja noch nicht mal durch eine PI, aber das weißt du ja sicherlich auch) und das später in mühevoller Kleinarbeit abtragen. Welche Logik ist denn das bitte? Also wenn du wirklich im Bereich der Steuerberatung tätig bist, beweist mir das nur einmal mehr, wie Recht ich damit habe, mich jedes Jahr vor Elster selber zu setzen. Ein Steuerberater ist absolut sinnlos. Er weiß nichts von meiner Familie und unserem Leben. Alles, was er in der Steuererklärung ansetzt, habe ich ihm vorher mitgeteilt. Und falls es um das Problem geht, WIE die ganzen Werte in die Steuererklärung geschrieben werden und WOHIN, dafür habe ich ja Elster. Ein wunderschönes, kostenloses, sich selbst erklärendes Programm, das sogar noch auf Pauschbeträge hinweist, die jeder problemlos geltend machen kann. Ebenso nennt Elster eine ganze Menge Beispiele, was noch so angesetzt werden kann.