Verzerrtes Selbstbild - krank, aber Hilfe wird abgeblockt...

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von ich_mich 20.06.10 - 10:33 Uhr

Hallo!
Es geht um meine Mutter. Sie ist 66 Jahre alt und eigentlich im besten Alter. Finanziell unabhängig (mit meinem Vater), Kinder lange aus dem Haus. Sie hat vor 10 Jahren ihre Mutter verloren, daran hat sie immernoch zu knabbern. Vor 5 Jahren hatte sie Krebs im Unterleib, den sie besiegt hat dank OP und Chemo.
In den letzten 2 Jahren baut sie extrem ab:
-Sie isst fast nichts mehr,
-sie trinkt viel zu wenig
-sie trinkt zuviel Alkohol
-hat keine Muskeln mehr, alles schwabbelt nur an ihr
-sie kann kaum laufen, wenn sie fällt, kommt sie nicht mehr hoch
-sie hat Durchblutungsstörungen
-neuerdings hat sie Einblutungen in der Haut (wie blaue Flecke, aber deutlich als Blut erkennbar)
-sie lacht nie
-jede Nacht plagen sie (Alb)Träume ihrer Mutter
usw.usf.

Sie sieht in keinster Weise aus wie 66 Jahre - eher wie 86. Auch ihr Gesamtzustand entspricht eher dem einer 86Jährigen.
Sie verfällt in rasendem Tempo. Wenn sich nichts tut, liegt sie in einem halben Jahr in einem Pflegeheim - und das meine ich auch so.
Nach monatelangem vorsichtigen Ranpirschen ist mir gestern der Kragen geplatzt und ich habe ihr die ungeschönte Wahrheit ins Gesicht gesagt. Sie hat sofort abgeblockt und meinte, sie sähe sehr gut aus für ihre 66 Jahre (das würden ihr auch andere Leute bestätigen), sie fühle sich gesund etc.pp.
Jeder (!) der es gut mit ihr meint, würde ihr sagen, dass sie todkrank und ungewöhnlich alt, kaputt aussieht. Sie will es nicht wahrhaben und hat ein völlig verzerrtes Selbstbild von sich.
Wie hilft man so jemandem?
Wäre mir die Person fremd, würde ich denken "Pech gehabt" - aber es ist meine Mutter. Wie kriege ich sie zum Arzt, wie öffne ich ihr die Augen? Ihr Mann (mein Vater) steht vor derselben Wand wie ich. Sie reagiert bei ihm genauso. Jemanden, der nicht zum Arzt will, kann man nicht zwingen, sich Hilfe zu holen. Mein Vater meint schon, wir müssen sie so nehmen, wie sie ist, aber ich kann diesen Weg nicht mit ihr gehen - so nicht. Das wäre unterlassene Hilfeleistung. Ich kann nicht resignieren und sie machen lassen.
Ich bin verzweifelt...!

Beitrag von mansojo 20.06.10 - 13:12 Uhr

hallo,

leider so gut wie gar nicht

ein süchtiger muss sein problem allein erkennen

die einblutungen nennt man petechien und sind eine folge des alkoholkonsumes

die leber ist angegriffen und bestimmte gerinnungsfaktoren können nicht mehr gebildet werden
dadurch kommt es zu blutungen in die haut


man könnte ihr ins gewissen reden
ich vermute mal das ihre leber arg angeschlagen ist
und ihr lebenserwartung nicht mehr allzu hoch ist

du kannst sie nicht zur therapie zwingen
nur positivere wege aufzeigen und hoffen das sie diesen annimmt

liebe grüße manja