Meine Nachbarin. Rat!?

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Beitrag von sunnyswift 20.06.10 - 20:41 Uhr

Guten abend.

Ich brauch mal einen Rat, wegen meiner Nachbarin. Ich hoffe ich bin hier richtig.

Meine Nachbarin ist eine total liebe, sie hilft wo es nur geht und ist immer da.

Nun habe ich festgestellt, dass sie wieder trinkt.:-(
Es war wohl schon vor einigen Jahren, da hab ich hier noch nicht gewohnt, dass sie sehr viel getrunken hat. Sie ist da wohl auch raus gekommen, alleine. Ich hab sie vor 5 Jahren jedenfalls "trocken" kennengelernt.

Wir hatten sehr viel kontakt, viel unternommen, da merkt man ja irgendwann ob sie eine Fahne hat oder nicht.

Jetzt ist es so und das tut mir in der Seele weh.#schmoll

Ich denke, der Grund sind ihre Eheprobleme. Sie hat mir viel erzählt und ein Stück weit kann ich sie ja verstehen aber ich weiss auch, dass Alkohol keine Lösung ist. Sie weiss sich auch selbst nicht mehr zu helfen, in Bezug ihrer Ehe, dass hat sie mir gesagt aber sie kämpft trotzdem so sehr weiter. Ich denke aber, dass ist der falsche Weg und sie macht sich dadurch und grad duch den Alkohol selbst kaputt.

Ich würde ihr so gerne helfen. Hab ihr auch angeboten, sie kann jeder Zeit rüber kommen zum reden und auch bei uns Schlafen, wenn sie es möchte.

Nur weiss ich jetzt nicht, ob ich sie auf ihre Fahne ansprechen soll und mit ihr drüber reden soll oder lieber nicht. Es ist heute auch nicht das erstemal gewesen, dass ich es bemerkt habe, dass sie etwas getrunken hat.

Wie sollte ich mit ihr drüber reden? Sie wird es bestimmt abstreiten und eine Ausrede finden.

Ich bin selbst mit einer Alkoholokerin gross geworden und weiss das Menschen in dieser Situation viele Ausreden finden.

Ach Mensch, ich weiss einfach nicht was ich machen solll, es tut mir so unendlich leid, weil sie so eine liebe Frau ist. Ich bin so durcheinander und so traurig darüber. Vieleicht sollte ich mich da auch einfach raus halten!?

Hat hier jemand Erfahrung mit so einer Situation und kann mir einen Rat geben? Ich wäre euch sehr dankbar.

LG
sunny

Beitrag von gunillina 20.06.10 - 21:21 Uhr

Wenn ihr so eng miteinander seid, dann sprich sie offen und direkt darauf an. Sag ihr, dass du siehst, was passiert, sag ihr, dass sie sich gut überlegen soll, was sie da tut. Dass sie Hilfe kriegen kann. Von Suchtberatungsstellen etc.
Ansonsten würde ich ihr sagen, dass ich da bin, sie aber nicht aus der Gosse ziehe, wenn sie abstürzt.
Sie muss das selbst schaffen, sonst machst du dich mit abhängig.
Alkoholiker benötigen oftmals einen Menschen, an dem sie sich festhalten können, der sie "rettet", wenn es ganz schlimm ist. Dadurch rutschen sie aber nur noch tiefer in ihre Misere. Und ziehen ggfs. den anderen mit.
So grausam es klingt, Alkoholiker müssen es allein schaffen, sie müssen in sich den Antrieb haben, trocken zu werden.
Trotzdem kannst du deine Bereitschaft, da zu sein, signalisieren, solltest du vielleicht sogar.
Aber trocken werden muss sie allein.
Alles Liebe für sie und dich!
G

Beitrag von lapillus 21.06.10 - 14:24 Uhr

Hallo,

wenn Du sie wirklich so gerne hast, dann sprich sie offen an!
Die kannst ihr anbieten, sie das erste mal zu den Anonymen Alkoholikern zu begleiten damit der erste Schritt gemacht ist.

Streitet sie ab, oder will sie nichts unternehmen, würde ich freundlich aber bestimmt den Kontakt abbrechen bis sie wieder trocken ist.

Alles andere ist nicht ehrlich und führt zu nichts.

Alles Liebe,

Lapillus

Beitrag von oberhuhnprillan 21.06.10 - 17:37 Uhr

Den Kontakt abbrechen? #kratz

Beitrag von lapillus 21.06.10 - 20:00 Uhr

Ja was den sonst? Einem Alki kannst Du nicht einfach so da raushelfen. Entweder sie will das selber und holt sich Hilfe - oder sie geht unter - so hart das klingt. Da kann ihr dann aber auch niemand helfen.

Lapillus

Beitrag von oberhuhnprillan 21.06.10 - 20:36 Uhr

Übertreibst du nicht etwas? Natürlich sollte man aufpassen, dass man nicht in Coabhängigkeit gerät ... aber als Nachbarin?#gruebel

Meinst du, es hilft ihr, wenn sich alle von ihr abwenden? Dann bleibt ihr doch erst recht nichts anderes als Saufen.

Wenn die TE sie mag, kann sie doch mit ihr weiter befreundet bleiben, ohne dass irgendjemand Schaden nimmt. Es klingt ja auch nicht so, als ob sie ständig vollstramm durch die Gegend läuft.

Ich kenne diese Weißheit (die du da meiner Meinung nach irgendwie in den falschen Hals bekommen hast) auch, dass ein Alki von selbst trocken werden wollen muss, aber das beinhaltet doch nicht, dass ihn alle fallen lassen müssen wie eine heiße Kartoffel #schock

Beitrag von lapillus 21.06.10 - 23:27 Uhr

Du, die TE schreibt, sie sei selber mit einer Alkoholikerin aufgewachsen.
Auch erwähnt sie durcheinander und traurig zu sein.
Da kann ich ihr doch nicht allen Ernstes anraten den Kontakt aufrecht zu erhalten, wenn die Nachbarin weitertrinkt.
Auch wenns traurig ist - die Nachbarin ist erwachsen.
Das ist keine Weißheit-ich nenne es gesunden Menschenverstand.

Lapillus

Beitrag von oberhuhnprillan 22.06.10 - 13:17 Uhr

Ich finde es gedankenlos, ihr anzuraten, den Kontakt abzubrechen. Meinst du etwa, dann geht es irgendwem besser?

Wenn das gesunder Menschenverstand ist - dann verzichte ich lieber darauf.

Beitrag von sunnyswift 22.06.10 - 20:34 Uhr

Hallo ihr zwei,

erstmal vielen dank für eure Antwort.

Ich muss euch irgendwie beiden ein Stück weit recht geben. Ein Alkoholiker muss wirklich erst ordentlich auf die Nase fallen um es wirklich zu schaffen. Denn schluss endlich muss diese Person es ALLEINE schaffen.

Aber den Kontakt ganz abbrechen finde ich auch nicht so richtig. Ich denke besser ist es, sich erstmal eine weile zurück ziehen.

Nun in meinem Fall, hat meine Nachbarin das von alleine gemacht.

Ich sollte sie gestern noch wo hin fahren. Stand dann zu besagter Zeit mit Auto vor der Tür, hab versucht sie anzurufen und geklingelt. Nichts...

Ich war schon sehr enttäuscht, denn eine SMS hätte ja genügt um mir abzusagen.

Ich denke, ich werde jetzt einfach warten bis sie sich von alleine wieder meldet und dann versuchen mit ihr zu reden.

Lieben dank nochmal für eure Antworten.

sunny