An arbeitende Mamis mit Kind bei Tagesmama - Erfahrung

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lemue75 21.06.10 - 09:56 Uhr

Hallo an alle Mamis, die wieder im Arbeitsalltag stehen und ihr kleines Kindlein (unter 3) bei der Tagesmutter haben,

ich habe mich dazu entschlossen, ab Herbst meinen Sohn (ist dann eineinhalb) zu einer Tagesmutter zu geben und mir wieder eine Teilzeitstelle zu suchen (was hoffentlich auch funktioniert, da ich neu suchen muss, aber im Moment bin ich noch sehr zuversichtlich). Meine Tochter (fast 4) geht in den Kiga und ist sehr happy dort. Die Tagesmutter, die ich gefunden habe, macht einen tollen Eindruck (wir haben ja auch noch die Eingewöhnung). Es wäre also alles wunderbar.

ABER: Wenn ich meinen Kleinen anschaue, dann blutet mir das Herz bei dem Gedanken, ihn ab Herbst abzugeben. Ich habe zwar bei meiner Tochter bereits die Erfahrung des "Abgebens" gemacht, aber bei meinem Kleinen ist es irgendwie schlimmer, oder ich habe vergessen, wie es bei der Großen war (verdrängt???). Bei meiner Großen war ich ja auch immer da, ja genau genommen bis jetzt und bei meinem Kleinen habe ich nun das Gefühl, ihn im Stich zu lassen. Vielleicht bin ich noch nicht bereit, ihn in eine Betreuung zu geben???#zitter Aber ich will ja auch irgendwann wieder arbeiten und ich kann ja auch nicht warten, bis die beiden in der Schule sind (es geht ja dann auch wieder weiter mit Hausaufgaben, etc.). Außerdem denke ich mir, dass mir das Arbeiten als Ausgleich gut tun würde. Zum einen würde ich gerne wieder mein eigenes Geld verdienen, zum anderen sehe ich es als Ausgleich (unter dem Motto: nicht die Quantität sondern die Qualität der Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe, zählt).

Wie geht / ging es euch? Konntet ihr eure Kinder "leicht" (vielleicht ein blöder Ausdruck, aber ihr wisst, was ich meine) abgeben? Wie schaut das bei euch organisatorisch aus (z.B. wer bringt das Kind / die Kinder zur Betreuung? wie schaut das mit dem Haushalt aus?)? #kratz

Ich weiß gar nicht genau, was ich von meiner Frage hier erwarte, vielleicht einfach nur Zuspruch und auch einen Austausch mit Mamis in ähnlicher Situation.

Ich freue mich auf Antworten von euch.

lemue75 mit Franzsika (08.09.2006) und Julius (09.03.2009)

Beitrag von kaffetante 21.06.10 - 10:04 Uhr

Morgen,

muss zwar arbeiten, will Dir aber trotzdem fluchs antworten.

Mein Kleiner ist seit knapp einem Jahr bei einer TAMU und ich hatte Anfangs die gleichen Gedanken wie Du.

Der Große war drei Jahre zu Hause und ich hatte dem Kleinen gegenünber ein schlechtes Gewissen. Aber ich hatte beim Großen (wir sind selbstständig) soviele NAchtschichten hingelegt, die konnte ich mit zwei Kindern nicht mehr stemmen.

Heute, nach einem Jahr geht er bereits dreimal in der Woche hin, fühlt sich superwohl und hat, mal abgesehen davon, dass Kinder verschieden sind, ein weitaus besseres Sozialverhalten, weil er sich dort halt auch Gruppe einfügen muss.

Für uns ist es bis jetzt eine Bereicherung gewesen, wir sind alle weniger getresst und am Nachmittag kann ich mich ja immer noch intensiv kümmern. Dafür habe ich mir eine Putzfrau zugelegt, sodass die Kinder am Nachmittag nur Mama haben und an den anderen Tagen nur noch die üblichen "Kleinigkeiten" wie Wäsche, Garten und Alltagsdinge tun muss.

Liebe Grüße und alles Gute bei der Entscheidungsfindung

Beitrag von lemue75 21.06.10 - 10:12 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort. Ein guter Punkt, über den ich auch schon nachgedacht habe, ist das Sozialverhalten. Ich denke (kann mich natürlich auch irren), dass es meinem Kleinen gut tut, mit anderen Kindern zusammen zu sein und es auch früh lernt, sich in eine Gruppe einzugliedern.

Meine Große hat zwar ihre zwei/drei besten Freundinnen, aber sie tut sich in größeren Gruppen oder mit fremden Kindern etwas schwerer. Ich glaube, das ist z.T. Charakter, aber auch z.T. die Erfahrung, die sie gemacht bzw. nicht gemacht hat.

Frohes Schaffen

lemue75

Beitrag von sandra1610 21.06.10 - 10:21 Uhr

Hallo!

Ich bin in einer ähnlichen Situation...
Meine Große wird im August 4 und geht seit September in den Kiga. Meine Kleine ist 20 Monate alt und wird bald von einer Tagesmutter betreut.

Ich selber bin Erzieherin und beginne nächsten Montag wieder zu arbeiten (35 Stunden). Da es aber bei uns (Österreich) die letzte Kindergartenwoche vor den Ferien ist, hat sich für diese eine Woche der Papa Urlaub genommen und paßt auf die Kleine auf, die Große ist ja vormittags im Kiga.
Nach den Ferien beginnen ich mit 16. August zu arbeiten. Und dann wirds "ernst" für meine Kleine. Ab Anfang August starte ich die Eingewöhnungsphase bei der Tagesmutter. Meine Kleine kennt die Tagesmutter allerdings schon ganz gut, weil meine Große vor dem Kiga ebenfalls dort war und wir mittlerweile befreundet sind und uns ca 1x pro Woche treffen. Alleine, also ohne mich, war die Kleine allerdings noch nie dort. Daran muß sie sich dann ab Anfang August gewöhnen.

Einerseits freue ich mich darauf, wieder "raus" zu kommen, etwas Abwechslung vom Mutterdasein zu haben - andererseits hab ich auch ein bisschen schlechtes Gewissen meinen Kindern gegenüber. Ich habe Angst, nicht mehr genug Zeit für sie zu haben, weil ich ja 35 Stunden arbeiten muß (weniger geht leider nicht - wir haben ein Haus gebaut und brauchen das Geld...). Ich weiß noch nicht, was da wirklich auf mich zu kommt, aber es wird schon irgendwie klappen.
Dass meine Kleine zu einer Tagesmutter geht, finde ich nicht so schlimm, weil ich die Tagesmutter ja sehr gut kenne und weiß, dass meine Tochter dort sehr gut aufgehoben ist (sehr liebervoller Umgang!). Zwei Mal die Woche (wenn ich meine langen Tage im Kiga habe) wird die Tagesmutter meine Große vom Kiga abholen und meine Mädels verbringen den Nachmittag dann gemeinsam dort.

Morgens bringt mein Mann meine Kinder in den Kiga, bzw. zur Tagesmutter. Ich muß schon früh im Kiga sein und würde das morgens nicht schaffen. Mein Mann kann sich frei einteilen, wann er morgens im Büro sein möchte (bis spätestens 9 Uhr). Die Zeit, die er später kommt, muß er dann hinten dranhängen. Er kommt dann dafür etwas später nach Hause (ca 17.15 Uhr), geht aber nicht anders.

Der Haushalt wird, denke ich, nicht so ein Problem werden. Ich habe zum Glück einen Mann, der mir sehr viel hilft. Wir teilen uns die Arbeit. Alleine würde ich das alles aber nicht schaffen, wir haben ein großes Haus mit großem Garten.


An deiner Stelle hätte ich, glaub ich, überhaupt kein Problem, denn du wirst ja "nur" halbtags arbeiten. Auch deinem Sohn wird es gut tun, wenn er mal "raus" kommt. Glaub mir, die Kleinen profitieren davon, wenn sie mal anderen Input bekommen, als "nur" von Mami. Er wird sich schnell daran gewöhnen und du auch! Ist nur anfangs eine Umstellung.
Es wird dir gut tun! Und die Zeit, die du dann mit deinen Kindern verbringst, wirst du viel mehr genießen und zu schätzen wissen - und davon profitieren wiederum deine Kinder.

Ich wünsch dir alles Gute bei der Jobsuche! :-)

Liebe Grüße,

Sandra

Beitrag von lemue75 21.06.10 - 10:28 Uhr

Danke für deine lange Antwort. Ich bin froh, dass es nicht nur mir so geht. Das ist wahrscheinlich das Mutterherz ;-). Respekt, dass du wieder 35 Stunden arbeiten gehst. Ich bin da ja noch in einer "vorteil"hafteren Lage, dass ich "nur" Teilzeit arbeiten gehen will/muss (wie das aussieht, wird sich dann bei der Jobsuche herausstellen).

Alles Gute
lemue75