brauche eure hilfe...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von schinoba 22.06.10 - 21:50 Uhr

nabend...

mein problem,

unser kleiner ist jetzt 20 monate alt und fängt im garten an alles zu entdecken, leider vergreift er sich auch dabei an unsere edelrosen / hortensien... wie kann ich ihn davon abhalten an den blumen herum zu rupfen??? dann schmeißt er mit steinen um sich die nicht wirklich klein sind.

ich versuche es ihm zu erklären aber (glaube ich) dass er es noch nicht versteht, bei jeder erklärung fängt er an zu lachen und macht sich lustig. wir haben vor drei wochen mit dem "bösen" stuhl angefangen (habe ich bei meinem großen schon so gemacht) wenn ich ihn aber drauf setzte flipt er völlig aus fängt an zu hauen und zu beißen...

ich brauche dringend mal erziehunghilfe von euch...ich weiß einfach nicht weiter

gruß schinoba

Beitrag von lisasimpson 22.06.10 - 21:58 Uhr

"ich brauche dringend mal erziehunghilfe von euch...ich weiß einfach nicht weiter "

dann verbrenn´ bitte den "bösen stuhl"- gehts eigentlich noch übler...
dein sohn ist nicht böse- er braucht auch nicht auf einem bösen stuhl sitzen!

Natürlich versteht dein sohn, daß er da nicht ran soll, wenn du ihm das sagst- sollte er zumindest mit 20 monaten.
jetzt ist es an dir ,das durchzusetzen.
gibt ihm ne alternative zum zupfen und bleib dran, daß er an den rosen schnupper ndarf, daß er sie streicheln darf, daß ihr wenn dann gemeinsam mal eine rose abschneidet und in ne vase stellt- er aber keinesfalls einfach hin und abzupfen darf..

er darf auch wütend, traurig oder sauer sein.
das hat nichts mit "Böse" zu tun!
wenn ihr das vielleicht integrieren könnt, muß er auch nicht mit steinen werfen, wenn er sauer ist

lisasimpson

Beitrag von maike.171 22.06.10 - 21:58 Uhr

kannst du ihm vll eine alternative bieten wie zb gänseblümchen die einfach auf der wiese wachen??vll gibt er sich damit zufrieden und lässt die rosen in ruhe....

Beitrag von sternchen730 22.06.10 - 21:59 Uhr

Hallo,
na, Dein Sohn ist doch nicht böse, er entdeckt die Welt...und hat null Unrechtsbewußtsein.
Und wovor hast Du Angst? Dass er die kostbaren Hortensien und Rosen schrottet oder dass er sich weh tut?:-)
Der Garten ist ein wunderbares Erfahrungsfeld der Sinne und es wäre Eure Aufgabe, ihn erlebbar zu machen ohne größere Gefahren.
Oder eben dauernd hinterherzulaufen.#zitter
Und wem schadet Steine schmeißen? So weit kann er das wohl nicht mit 20 Monaten...ist doof aber verliert auch seinen Reiz wenn es keinen stört.
Mein Tipp für einen stressfreien Sommer wäre ein Garten, den die Jungs erforschen können dieses und nächstes Jahr...dann kannst Du ihn ja wieder erwachsenengerecht gestalten.
Ich haben unseren Garten auch von Giftpflanzen befreit und sonst auch so gehalten, dass ich mich nicht dauern aufregen und hinterherlaufen muss.
Ich muss nur die Wäsche und die Fische schützen, hihi!
LG, sternchen mit 3 Gartenkindern:-p

Beitrag von schinoba 22.06.10 - 22:11 Uhr

na bei den rosen geht es mir mehr ums stacheln, seine hände/arme sehen schon echt wühst aus. und bei z.b. den hortensien, ja sie sind giftig aber rausreißen will ich sie jetzt auch nicht.

das mit die blümchen im rasen werde ich morgen gleich mal ausprobieren.

und zu den steinen, die wirft er nicht aus frust, die wirft er einfach nur so um sich herum, mein mann hat jetzt einen gebrochenen zeh weil der kleine den stein so ungünstig geworfen hat, dass er auf seinen fuß gelandet ist.

wir erlauben den kleinen eigentlich alles im garten nur halt die drei sachen liegen mir ein wenig schwer im magen.

Beitrag von juniorette 23.06.10 - 09:49 Uhr

"Und wem schadet Steine schmeißen? "

#klatsch

Er könnte mit dem Stein eine Person (oder eine streunende Katze) treffen? Er könnte was Zerbrechliches treffen? Der Stein könnte im Rasen liegenbleiben und beim nächsten Rasenmähen den Rasenmäher schrotten?

Also echt, manchmal frage ich mich echt *kopfschüttel*

"So weit kann er das wohl nicht mit 20 Monaten..."

Mein Sohn hat schon als Krabbelbaby mit 9 Monaten ein paar cm weit geworden, dann traue ich einem 20Monatigem schon ein paar Meter zu.

Mit den Giftplfanzen gebe ich dir aber recht - wenn man sich für ein Kind entscheidet und man hat einen eigenen Garten, dann haben Giftpflanzen da nichts zu suchen.

LG,
J., mit einem Gartenkind, der Pflanzen nicht einfach so kaputt macht :-p

Beitrag von sternchen730 23.06.10 - 12:11 Uhr

....oh danke.
Sehr freundlich, die Antwort. War das nötig?
Wenn im Garten zu große Steine liegen...dann müssen die halt weg.
Und große Steine schafft so ein Zwerg meist nur auf die eigenen Zehen zu schmeißen.
Ein 20 Monate altes Kind hat man im Auge, es könnte auch mit Eimerchen, Schaufeln, Dosen oder sonstigen Gartenartiken rumwerfen, da braucht es keinen Stein. (Auch nicht um den Mäher zu schrotten:-p)
Manchmal frage ich mich auch....
LG, sternchen#stern

Beitrag von juniorette 23.06.10 - 13:19 Uhr

Okay, ich war nicht ganz so freundlich. Entschuldigung dafür!

Kann ich dir aber erklären:
ich rede nicht von riesigen Pflastersteinen, sondern von ganz normalen Steinen, die auch in eine Babyhand passen und auch von Babys geworfen werden können, und von einem 20monatigem Kind sicher ein paar Meter.

"Ein 20 Monate altes Kind hat man im Auge,"

Tja, ich habe mein Kind in dem Alter nicht mehr rund um die Uhr überwacht, aber natürlich drauf geachtet, dass alles kindersicher ist und immer wieder mal geschaut.

"es könnte auch mit Eimerchen, Schaufeln, Dosen oder sonstigen Gartenartiken rumwerfen, da braucht es keinen Stein. (Auch nicht um den Mäher zu schrotten) "

Eimerchen, Schaufeln und Dosen und sonstige Gartenartikel sind so augenfällig, wenn sie auf dem Rasen liegen, dass man sie vor dem Rasenmähen problemlos wegräumen kann, spätestens dann, wenn man mit dem Rasenmäher davor steht. Außerdem ist Kinderspielzeug knallbunt und groß, ein Stein ist grau und klein.

Und ich weiß ja nicht, aus welchen Materialien dein Kinderspielzeug besteht, aber die Plastikeimer und Schaufeln würden unseren Rasenmäher nicht schrotten, auch nicht Holzspielzeug.
Ein Stein ist ungleich härter und kann, wenn er unglücklich an die Elektrik knallt sehr wohl einen Rasenmäher schrotten.

Warum ich etwas grob zu dir war?

Ich hatte mal eine Nachbarin hier, deren 2jähriges Kind bei uns im Garten die Steine, die als Schicht über Beton um unser Haus liegen (also quasi Dekoelemente), die ganze Zeit auf unseren Garten geworfen hat.

Zuerst hat diese Nachbarin ja versucht, ihr Kind davon abzuhalten. Als dieses Kind deswegen geweint hat, hat sie ihn machen lassen.

Ich war also gezwungen (wegen Gefahr für Rasenmäher und meine nackten Füße, wenn ich über unseren Rasen gehe und weil ich die Dekoelemente über den Beton haben wollte :-p), diesem Kind deutlich zu machen, dass ich das nicht möchte.

Besagte Nachbarin hat daraufhin 3 Monate nicht mehr mit mir geredet #klatsch

Wäre beiden Seiten erspart geblieben, wenn meine Nachbarin nicht wie du die Einstellung gehabt hätte "was ist so schlimm am Steinewerfen?"

Natürlich darf jeder für sich entscheiden, dass das eigene Kind zu Hause mit Steinen werfen darf, aber keiner darf auf MEINEM Grundstück bestimmen, was schlimm ist und was nicht. Und die Kinder sind die Gearschten, weil sie die Welt nicht mehr verstehen.

So oder so bleibe ich dabei:
wenn ein 20monatiges Kind mit Steinen wirft, ist das gefährlich, weil ein Kind in dem Alter nicht zielsicher genug ist, um keinen zu verletzen oder sonstigen Schaden anzurichten.

LG,
J.

Beitrag von kadiya 22.06.10 - 22:44 Uhr

Ganz ehrlich...wäre ich 1 1/2 Jahre alt und müsste auf "den bösen Stuhl", dann würde ich auch hysterisch werden. Wer weiß, was er glaubt, was der Stuhl alles so mit ihm anstellt...schließlich ist er ja böse (der Stuhl ;-))! Ich finde diese Bezeichung auch bei einem älteren Kind schon unpassend, aber für einen 1 1/2 jährigen ist er doch erst recht absolut unbegreiflich und irreführend.

Dein Sohn ist so klein, er entdeckt doch jetzt alles. Dazu gehören Pflanzen, dazu gehört, herauszufinden, wie weit unterschiedliche Gegenstände fliegen etc. Natürlich gibt es da auch Regeln, aber die kann er nur allmählich lernen. Biete ihm einen Ort, an dem er ungestört Steine in eine Richtung schmeißen kann, in der keine Menschen sind (vorausgesetzt euer Garten bietet eine solche Möglichkeit). Zeige ihm, welche Blumen er pflücken darf. Lass ihn beim Unkraut zupfen helfen etc. Es gibt zig Möglichkeiten einem Kind deutlich zu machen, welche Dinge nicht erlaubt sind, ohne es direkt zu frustrieren. Dann wird es ihm auch viel leichter fallen, deine Wünsche und Regeln zu akzeptieren.

Gruß
Kadiya

Beitrag von juniorette 23.06.10 - 09:05 Uhr

Hallo,

"böser Stuhl" ist das Unklügste, was ich bezüglich Erziehungsmaßnahmen seit langem gehört habe #schock Gibt es bei euch auch ein "böses Bett", "ein böses Stofftier", "böses Spielzeug"...?

Wenn man es wenigstens als "stiller Stuhl" verkaufen würde, wobei ich auch vom "stillen Stuhl" nichts halte...

"ich versuche es ihm zu erklären aber (glaube ich) dass er es noch nicht versteht"

Mein Sohn hat schon im Krabbelalter (ca. 9/10 Monate) die Welt (u.a. unseren Garten) entdeckt, und hat damals schon instinktiv begriffen (nicht unbedingt verstanden), dass es Sachen gibt, bei denen wir Eltern nicht wollen, dass er da rangeht bzw. sie macht:
keine Steine rumschmeißen, nicht an Beete/Pflanzen rangehen, etc.
Ein einfaches "Nein" und eine kurze Erklärung "davon geht die Terrasse/Pflanze kaputt" hat gereicht.

Insofern sollte ein 20monatiges Kind das erst Recht verstehen. Allerdings haben Kinder mit 20 Monaten deutlich mehr eigenen Willen als ein Krabbelbaby.

Wenn mein Sohn im Kleinkindalter partout nicht auf mich gehört hat, wenn wir im Garten waren, dann bin ich mit ihm ins Haus gegangen.
(Das Haus war kindersicherer als der Garten - im Haus gab es eigentlich nichts, was er großartig kaputt machen konnte, im Garten eben schon.)

Klar hab ich mich damit auch selber bestraft, weil ich ja gerne weiter im Garten gewesen wäre, aber letztendlich hat sich das dadurch ausgezahlt, dass mein Sohn schon als 2Jähriger sehr umsichtig mit den Pflanzen in unserem Garten umgegangen ist und auch seit dem Krabbelalter nicht mehr mit Steinen geworfen hat :-)

Sei mir nicht böse, aber ich halte es für einen großen Fehler, wenn Eltern denken "das versteht mein Kind noch nicht, weil es ja noch soooo klein ist"
(Klein)kinder verstehen mehr als man glaubt (wenn Krankheiten wie z.B. schlechtes Hörvermögen ausgeschlossen werden können).

LG,
J.