Darf ich das für den Anfang verlangen

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von mini-sumsum 22.06.10 - 23:36 Uhr

Hallo zusammen,

mein Mann hat uns endgültig verlassen, da er mit der Verantwortung und der Aufgabe, nochmal Papa zu werden überfordert war (wir haben einen knapp 4 jährigen Sohn und ich bin in der 16. SSW).

Nun gut, die Trennung hätte ich vielleicht noch nachvollziehen können, auch wenn es nach 10 Jahren Partnerschaft und 7 Jahren Ehe schwer ist.

Aber er hat sofort eine neue Frau an seiner Seite, welche ebenfalls Kinder hat. Genauer gesagt, 4 Stück. Klar, es ist seine Entscheidung, aber es ist unheimlich schwer das zu verstehen, zu akzeptieren, etc, dass er vor unserer Familie flieht, und sofort zu einer neuen geht. Natürlich bin ich verletzt, enttäuscht, wütend und eine Portion Eifersucht ist auch da, keine Frage.

Rausgefunden hab ich das ganze Freitag nacht, ist also auch noch sehr frisch.

Da er ja nicht mehr hier wohnt, sondern ganz schnell eine eigene kleine Wohnung gefunden hat (wobei er derzeit bei ihr schläft) und ich wirklich versuche, im Sinne meiner Kinder zu handeln, und meine eigenen Verletztheit hinten anzustellen, haben wir uns sofort auf eine Umgangsregelung bezüglich unseres Sohnes geeinigt. Vor allem, weil dieser zur Zeit jeden Abend stundenlang weint, schreit, nach Papa ruft, und nicht nachvollziehen kann, warum er nicht mehr da ist. Ich darf ihn dann teilweise nicht anfassen, beruhigen, nichts. Und das ist dann nochmal so schwer.

Ich weiß nicht, wie er drauf kommt, aber mein Sohn hat mich gefragt, ob Papa ein anderes Baby hat, ob Papa jetzt mit anderen Kindern schwimmen geht, ob er selbst böse war, und Papa deshalb sauer ist, und nicht mehr kommt, etc.

Diesbezüglich verteidige ich Papa in jeder Hinsicht. Ich habe versucht meinem Sohn zu erklären, dass Papa in immer lieb haben wird, und auch für ihn da sein wird, aber er eben nicht mehr hier wohnt, sich mit Mama nicht mehr so gut versteht, aber ihn regelmäßig besuchen und Dinge mit ihm unternehmen wird.

Unsere vereinbarte Umgangsregelung sieht vor, dass es, im wöchentlichen Wechseln wie folgt aussieht: 1. Woche: 2 Papa-Nachmittage jeweils von ca. 16 Uhr bis 19 Uhr und in der 2. Woche dann einen Papa-Nachmittag, sowie eine Übernachtung am WE.

Kann / Darf ich von ihm verlangen, dass er diese Zeit zunächst mit unserem Sohn alleine verbringt (oder bei seiner Familie, etc.)? Oder anders ausgedrückt, eben nicht SOFORT in der neuen Familie? Klar, wenn sich seine Beziehung dort festigt, und etwas Zeit vergangen ist, kann und werde ich das nicht verhindern, aber zur Zeit glaube ich einfach, dass sogar unser Sohn dann schnell verstehen wird, dass Papa "ihn und das Baby gegen andere Kinder eingetauscht hat"... Und da er sehr sensibel ist, möchte ich ihn da gerne sehr behutsam ran führen. Mir wäre es halt lieb, wenn er sich zunächst an die Situation, dass Papa nicht mehr bei "uns" ist, gewöhnt.

Aber kann ich das wirklich erwarten? Oder muss ich mich einfach damit abfinden?

Beitrag von frieda-lotta 23.06.10 - 06:34 Uhr

hallo,

erstmal wünsche ich dir kraft und alles gute für das was dir die zunkunft bringt und ich kann es wirklich nachvollziehen wie verletzt und enttäuscht di sein musst. gerade bei der tatsache, das dein mann sich ins " neue nest " setzt und sein altes dafür verlässt. sehr böse in meinen augen.

toll das du im sinne eures sohnes handelst, macht nicht jedes kindesmutter ( bin grad auf glatteis in diesem forum ).

zu deiner eigentlichen frage, ich bin selbst " die neue", obwohl ich nicht der trennungsgrund war und auch bei uns wollte die kindesmutter den kontakt unterbinden, das ich für das kind angeblich schlecht war. laut aussage der anwältin, kann die kindesmutter es nicht unterbinden, außer die neue partnerin handelt grob fahrlässig ( misshandlungen ect ).

wir haben es so gemacht, das wir uns erst der beziehung sicher waren bevor kontakt aufgenommen wurde, dann nur stundenweise ( zusammen eis essen ect ) und später die ganze zeit. wir haben uns wirklich dem tempo des kindes angepasst u es war damals 2 1/2 jahre.

du wirst sicher nur mit deinem mann reden können und hoffen das er dafür verständnis hat. ich würde es eurem sohn wünschen. alles andere überfordert ihn nur.

alles gute für euch!

frieda

Beitrag von winnie_windelchen 23.06.10 - 07:17 Uhr

Guten morgen.

Zu deiner Frage: ich habe auch mit dem KV gesprochen, er solle Lini nicht gleich wieder einer neuen vorstellen (3. Partnerschaft innerhalb 2 Jahren).

Auch ich habe gemerkt das es unserer kleinen zu viel wird aber das reden war vergebens.

Er sagte anfangs zwar ja, aber im nachhinein erfuhr ich immer das er die neuen gleich miteinbezogen hat. Wahrscheinlich weil diese sich mehr gekümmert haben um sie und auch dafür gibt es gewisse Gespräche mit einer seiner Ex Freundinnen, diese stimmte mir meiner Vermutung zu.

Das Vertrauen gegenüber Lini ihrem KV ist im A....! Kontrollieren kann es auch keiner und ich glaube, machen können wir Mamas da auch nichts. Es ist den KV´s überlassen wie sie und mit wem zusätzlich, sie die Zeit mit ihren Kindern verbringen, es sei denn es schadet dem Kindswohl -> wobei niemand in die Seelen der kleinen schauen kann.

Lieben Gruß

Beitrag von petra1982 23.06.10 - 14:51 Uhr

Wobei andersrum wird der Partner ja auch eingebunden ;-) Kann der KV ja genauso wenig machen. ICh finde es auch besser wenn Kinder einbezogen werden wenn die Beziehung bestand hat, ein KV der innerhalb zwei jahre so einen Wechsel hat sollte erstmal schaun ob das was wird....

Beitrag von winnie_windelchen 23.06.10 - 18:57 Uhr

Hi, sicherlich, wenn es einen gäbe. :-p

Ich lerne natürlich auch mal hin und wieder jemanden kennen, wobei ich Lini nicht von anfang an mit einbeziehe, ich würde sie erst mit einbeziehen wenn sich raus stellt das es was festes werden würde.

Dem war leider die letzten 3 Jahre nicht der Fall.

Es ist schon ein Unterschied ob man ein Kind von vornherein mit dazu holt, ob man gleich wieder nach nur kurzer Zeit mit der neuen zusammenzieht, ob man einem Kind gleich die nächste Verwandtschaft kennenlernen lässt oder ob man es ruhiger angehen lässt.

Lini hat immer sehr darunter gelitten, immer wieder frug sie wo den XY sei und wieso Papa wieder eine neue Freundin hat.

Auch treffen wir manche Ex hier und glaub mir, es ist arg traurig wenn dein eigenes Kind ruft Hey Mama da ist XY, Hallo XY und es kommt keine reaktion.

Für das Kind ist es verletzend aber was red ich, du hast recht. :-)

Lgchen

Beitrag von petra1982 23.06.10 - 20:21 Uhr

Kommt auch auf das Kind an, wie es die Trennung erlebt und verarbeitet. Mein Mann hab ich mit seinen Kindern kennengelernt, haben dann mal mit Kinder und meiner Cousine was unternommen und waren kurzdrauf ein Paar....Sie haben die Trennung schon aktzeptiert, so gut wie Kinder das gelingt

Beitrag von janamausi 23.06.10 - 07:41 Uhr

Hallo,

<<Vor allem, weil dieser zur Zeit jeden Abend stundenlang weint, schreit, nach Papa ruft, und nicht nachvollziehen kann, warum er nicht mehr da ist. Ich darf ihn dann teilweise nicht anfassen, beruhigen, nichts. Und das ist dann nochmal so schwer. <<

Das finde ich schon heftig und würde mir da auch professionele Hilfe, Tips etc. holen, damit euer Sohn die Trennung besser verarbeiten kann.

Verbieten kannst Du deinem Ex nichts. Vielleicht hilft es aber, wenn Du so einen Abend heimlich (also so dass es euer Sohn nicht mitkriegt) filmst und deinem Ex zeigst. Vielleicht merkt dein Ex dann selber, dass er seine neue Familie erstmal raushalten sollte weil euer Sohn die Trennung erstmal verarbeiten muß. Es ist ja ein Unterschied, ob man so etwas nur erzählt kriegt oder ob man es selbst mitkriegt (evtl. eben über Aufnahmen).

LG janamausi